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Vaginismus

Von

Rosemary Basson

, MD, University of British Columbia and Vancouver Hospital

Inhalt zuletzt geändert Sep 2013
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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.

Unter Vaginismus versteht man die reflektorische Verengung des Introitus beim Versuch, in die Vagina komplett oder teilweise einzudringen (z. B. mit Penis, Finger oder Dildo), trotz eines von der Frau ausdrücklich bestätigten Wunsches nach Penetration und des Fehlens von strukturellen oder anderen körperlichen Anomalien.

Vaginismus ist häufig die Folge einer Angst vor schmerzhaftem Geschlechtsverkehr; er beginnt meist mit dem ersten Versuch eines Geschlechtsverkehrs, kann sich aber auch später nach Stressperioden entwickeln. Frauen können ein phobieartiges Vermeiden einer Penetration zeigen. So können die meisten Frauen mit Vaginismus eine komplette oder oft sogar teilweise Penetration nicht tolerieren. Manche Frauen können das Einführen eines Tampons nicht ertragen oder wollen es überhaupt nicht versuchen. Allerdings genießen die meisten Frauen mit Vaginismus eine nichtpenetrative sexuelle Aktivität.

Eine reflexartige Muskelverengung kann auch bei Dyspareunie jeglicher Ursache vorkommen, wodurch zusätzlich zu den Schmerzen Schwierigkeiten beim Eindringen auftreten. Durch die Antizipation der Schmerzen beim Beginn des Geschlechtsverkehrs ziehen sich die Muskeln zusammen, was den Versuch des Geschlechtsverkehrs noch schmerzhafter macht.

Diagnose

  • Klinische Untersuchung

Aufgrund der Symptome wird eine Verdachtsdiagnose gestellt. Schmerzen verursachende körperliche Anomalien (z. B. die zu Dyspareunie führen) sollten durch körperliche Untersuchung ausgeschlossen werden. Allerdings gestaltet sich die Untersuchung aufgrund der Anomalie selbst als schwierig. Eine Strategie kann darin bestehen, eine Behandlung wie unter beschrieben einzuleiten und die Bestätigungsuntersuchung zu verschieben. Der Arzt kann der Patientin das Gefühl geben, die Situation unter Kontrolle zu haben, indem sie aufrecht vor einem Spiegel sitzt und ihre Geschlechtsorgane während der Untersuchung anschaut. Die Frau spreizt ihre Schamlippen und führt ihren eigenen Finger oder den mit einem Handschuh versehenen Finger des Untersuchers an den Hymen vorbei ein, während sie presst. Diese einfache Untersuchung kann gleichzeitig das Vorhandensein einer normalen Vagina und die Verdachtsdiagnose eines Vaginismus bestätigen.

Behandlung

  • Progressive Desensibilisierung

Bei der progressiven Desensibilisierung gewöhnen sich Frauen allmählich daran, sich selbst nahe am, auf dem und dann durch den Introitus zu berühren.

  • Zunächst sollte sich die Frau täglich möglichst nahe am Introitus berühren und dabei die Schamlippen mit ihren Fingern spreizen.

  • Sobald sich ihre Scheu und Angst vor Selbstberührung am Introitus verringert hat, wird die Frau eher eine körperliche Untersuchung tolerieren.

  • Im nächsten Schritt sollte sie ihren Finger am Hymen vorbei einführen; wird während des Eindringens nach unten gedrückt, kann die Öffnung erweitert und das Eindringen erleichtet werden.

  • Wenn das Einführen eines Fingers keine Beschwerden verursacht, können Vaginalkonen in zunehmenden Größen progressiv eingeführt werden; ein über 10 bis 15 Minuten belassener Konus gewöhnt die perivaginalen Muskeln an sanft zunehmenden Druck, ohne einen Kontraktionsreflex auszulösen. Am Anfang führt die Frau einen Konus selbst ein; wenn sie sich mit dem Konus wohl fühlt, kann sie ihrem Partner erlauben, ihr während einer sexuellen Begegnung bei der Einführung eines Konus zu helfen, um zu beweisen, dass er bequem eingeführt werden kann, wenn sie sexuell erregt ist.

  • Verläuft das Einführen dieser Art problemlos, sollte das Paar während des sexuellen Spiels die Stimulation der Vulva mit dem Penis ergänzen, damit die Frau sich daran gewöhnt, den Penis an ihrer Vulva zu spüren.

  • Schließlich führt sie den Penis des Partners teilweise oder ganz ein, wobei sie ihn wie einen Gegenstand zum Einführen hält. Möglicherweise wird ihr Selbstbewusstsein gestärkt, wenn sie oben liegt.

Manche Männer erleben dabei eine situationsbedingte erektile Dysfunktion, die durch einen Phosphodiesterasehemmer behoben werden kann.

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