Eine Entzündung der Speiseröhe tritt meistens bei Patienten mit Abwehrschwäche auf. Primäre infektiöse Erreger sind Candida albicans, Herpes-simplex-Virus und Zytomegalievirus. Symptome sind Odynophagie und Brustschmerz. Die Diagnose wird endoskopisch und durch Erregerkulturen gestellt. Die Behandlung erfolgt mit entsprechenden Medikamenten gegen Pilze oder gegen Viren.
Diese primären Abwehrmechanismen bestehen am Ösophagus aus Speichel, der Ösophagusmotilität und zellulärer Immunität. Daher sind Risikopatienten jene mit fortgeschrittenem HIV, nach Organtransplantationen, mit Alkoholkonsumstörung, Diabetes mellitus, Unterernährung, Krebserkrankungen und ösophagealen Motilitätsstörungen. Zusätzlich können geschluckte oder inhalierte Glukokortikoide das Risiko einer infektiösen Ösophagitis erhöhen. Eine Candida-Infektion kann bei jedem dieser Patienten entstehen. Infektionen mit dem Herpes-simplex-Virus (HSV) und dem Cytomegalovirus (CMV) treten hauptsächlich bei Patienten mit HIV oder einer Transplantation auf. Eine Ösophagusinfektion ist bei Patienten mit normalen Abwehrkräften selten, aber möglich (1, 2).
Allgemeine Literatur
1. O'Rourke A. Infective oesophagitis: epidemiology, cause, diagnosis and treatment options. Curr Opin Otolaryngol Head Neck Surg. 2015;23(6):459-463. doi:10.1097/MOO.0000000000000199
2. Reddy CA, McGowan E, Yadlapati R, Peterson K. AGA Clinical Practice Update on Esophageal Dysfunction Due to Disordered Immunity and Infection: Expert Review. Clin Gastroenterol Hepatol. 2024;22(12):2378-2387. doi:10.1016/j.cgh.2024.08.027
Candida-Ösophagitis
Patienten mit Candida-Ösophagitis haben üblicherweise Odynophagie und seltener Dysphagie. Neben den allgemeinen Risikofaktoren für eine infektiöse Ösophagitis scheint auch die Einnahme von Protonenpumpenhemmern ein Risikofaktor zu sein (1, 2).
Viele Patienten mit Candida-Ösophagitis weisen Zeichen einer oralen Candidose auf, aber das Fehlen einer oralen Candidose schließt eine ösophageale Beteiligung nicht aus. Patienten mit Odynophagie und typischem Soor können empirisch behandelt werden, wenn allerdings nach 5–7 Tagen Behandlung kein wesentlicher Erfolg eintritt, ist eine endoskopische Untersuchung erforderlich (3). Der Bariumbreischluck ist weniger genau.
Diffuse weißliche Plaques sind typisch für Candida Ösophagitis.
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Die Behandlung einer Candida-Ösophagitis erfolgt mit Fluconazol 200–400 mg p.o. oder IV einmal täglich für 14–21 Tage (3). Alternativen sind andere Azole (z. B. Itraconazol, Voriconazol, Posaconazol) oder Echinocandine (z. B. Caspofungin, Micafungin, Anidulafungin). Eine topische Therapie spielt bei der Behandlung der Candida-Ösophagitis keine Rolle. Eine suppressive Therapie wird bei rezidivierender Candida-Ösophagitis empfohlen.
Literatur zur Candida-Ösophagitis
1. O'Rourke A. Infective oesophagitis: epidemiology, cause, diagnosis and treatment options. Curr Opin Otolaryngol Head Neck Surg. 2015;23(6):459-463. doi:10.1097/MOO.0000000000000199
2. Reddy CA, McGowan E, Yadlapati R, Peterson K. AGA Clinical Practice Update on Esophageal Dysfunction Due to Disordered Immunity and Infection: Expert Review. Clin Gastroenterol Hepatol. 2024;22(12):2378-2387. doi:10.1016/j.cgh.2024.08.027
3. Pappas PG, Kauffman CA, Andes DR, et al. Clinical Practice Guideline for the Management of Candidiasis: 2016 Update by the Infectious Diseases Society of America. Clin Infect Dis. 2016;62(4):e1-e50. doi: 10.1093/cid/civ933
Herpes-simplex-Virus-Ösophagitis und Zytomegalievirus-Ösophagitis
Bei Patienten nach Transplantation eines soliden Organs tritt die HSV-Ösophagitis innerhalb von Wochen und die CMV-Ösophagitis innerhalb von Monaten nach der Transplantation auf (1). Beides kann bei Patienten mit HIV oder anderen Formen der Immunsuppression auftreten; HSV neigt dazu, mehr und kleinere fokale Ulzerationen zu verursachen, während CMV weniger, dafür aber größere Läsionen hervorruft (2). Eine schwere Odynophagie resultiert aus beiden Infektionen.
Auf diesen endoskopischen Aufnahmen sind mehrere einzelne, flache und klar abgegrenzte Ulzerationen einer Ösophagitis durch das Herpes-simplex-Virus zu erkennen.
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Eine endoskopische Untersuchung inkl. Zytologie oder Biopsie ist für die Diagnosestellung meist notwendig.
HSV wird mit oralem oder intravenösem Aciclovir, Valaciclovir oder Famciclovir behandelt. Patienten mit Immunsuppression werden in der Regel länger behandelt (21 Tage) als solche ohne Immunsuppression (bis zu 10 Tage) (2).
Eine CMV-Infektion wird in der Regel mit Ganciclovir i.v. oder Valganciclovir p.o. behandelt, bei immunsupprimierten Patienten für bis zu 6 Wochen (2). Alternativen sind Foscarnet und Cidofovir.
Literatur zu HSV-Ösophagitis und CMV-Ösophagitis
1. Tabbara IA, Zimmerman K, Morgan C, Nahleh Z. Allogeneic hematopoietic stem cell transplantation: complications and results. Arch Intern Med. 2002;162(14):1558-1566. doi:10.1001/archinte.162.14.1558
2. Reddy CA, McGowan E, Yadlapati R, Peterson K. AGA Clinical Practice Update on Esophageal Dysfunction Due to Disordered Immunity and Infection: Expert Review. Clin Gastroenterol Hepatol. 2024;22(12):2378-2387. doi:10.1016/j.cgh.2024.08.027



