Postcholezystektomiesyndrom

VonYedidya Saiman, MD, PhD, Lewis Katz School of Medicine, Temple University
Reviewed ByMinhhuyen Nguyen, MD, Fox Chase Cancer Center, Temple University
Überprüft/überarbeitet Geändert Okt. 2025
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Unter einem Postcholezystektomiesyndrom versteht man das Fortbestehen von Schmerzen oder abdominellen Beschwerden nach einer Cholezystektomie.

(Siehe auch Übersicht Gallenfunktion.)

Das Postcholezystektomiesyndrom tritt bei 5 bis 47% der Patienten nach einer Cholezystektomie (1, 2) auf. Es handelt sich um Gallenblasensymptome, die andauern oder sich nach der Cholezystektomie entwickeln oder auf andere Symptome, die nach der Cholezystektomie entstehen. Die häufigsten Symptome sind eher Dyspepsie oder andere unspezifische Beschwerden, einschließlich vager abdomineller Schmerzen, Blähungen oder Verdauungsstörungen, als echte Gallenkoliken.

Die Entfernung der Gallenblase hat in der Regel nur geringe Auswirkungen auf die Gallenwegsfunktion oder die Druckverhältnisse. Bei bis zu 30 % der Patienten mit Postcholezystektomiesyndrom scheint die Gallenkolik auf funktionelle oder strukturelle Veränderungen des Sphincter Oddi zurückzugehen, was zu veränderten biliären Druckverhältnissen oder erhöhter Empfindlichkeit führt. Andere Ursachen sind verbliebene Gallengangssteine, Pankreatitis und gastroösophagealer Reflux. Die selten auftretende Papillenstenose ist eine fibrotische Verengung im Sphinktergebiet, die wahrscheinlich durch Trauma oder Entzündung als Folge von Pankreatitis, endoskopischen Eingriffen (z. B. endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie) oder stattgehabtem spontanem Steinabgang auftritt.

Nach einer Cholezystektomie entwickeln manche Patienten auch Diarrhö (Gallensäure-Diarrhö), weil zu viel Gallensäure in den Dickdarm gelangt. Häufig verschwindet diese Diarrhö spontan, kann jedoch eine Ernährungsumstellung oder eine Behandlung mit gallensäurebindenden Harzen erfordern.

Es sollte darauf geachtet werden, präoperative Erkrankungen wie funktionelle Magen-Darm-Störungen (Störungen der Darm-Hirn-Interaktion) oder eine bereits bestehende Choledocholithiasis zu erkennen, da deren Symptome, wenn sie postoperativ auftreten, fälschlicherweise dem Postcholezystektomie-Syndrom zugeschrieben werden können (2).

Allgemeine Literatur

  1. 1. Lamberts MP, Den Oudsten BL, Gerritsen JJGM, et al. Prospective multicentre cohort study of patient-reported outcomes after cholecystectomy for uncomplicated symptomatic cholecystolithiasis. Br J Surg. 2015;102(11):1402-1409. doi: 10.1002/bjs.9887

  2. 2. Nam C, Lee JS, Kim J, et al. Clinical perspectives on post-cholecystectomy syndrome: a narrative review. Ann Med. 2025;57(1):2496408. doi:10.1080/07853890.2025.2496408

Diagnose des Postcholezystektomiesyndroms

  • Ausschluss von nicht-biliärenSchmerzursachen

  • Labortests

  • Abdomensonographie

  • Manchmal endoskopisch retrograde Cholangiopankreatographie (ERCP) mit biliärer Manometrie, Magnetresonanz‑Cholangiopankreatographie (MRCP) oder CT oder biliäre Nuklearszintigraphie

Patienten mit Postcholezystektomieschmerz sollten je nach Indikation sowohl auf extrabiliäre (z. B. gastroösophageale Refluxkrankheit, funktionelle Dyspepsie, Pankreaserkrankung) als auch auf biliäre Ursachen untersucht werden. Wenn der Schmerz auf eine biliäre Kolik hindeutet, sollten alkalische Phosphatase, Bilirubin, Alanin-Aminotransferase (ALT), Amylase und Lipase bestimmt werden. Bildgebende Verfahren zur Abklärung von Schmerzen nach Cholezystektomie umfassen Abdomensonographie, CT, MRCP, ERCP mit biliärer Manometrie und biliäre Nuklearszintigraphie, abhängig vom klinischen Verdacht und den initialen Laborbefunden (siehe Labortests der Leber und Gallenblase und Bildgebende Untersuchungen der Leber und Gallenblase).

Erhöhte Leberenzyme lassen eine Dysfunktion des Sphinkter Oddi vermuten; erhöhte Werte der Amylase und Lipase deuten auf eine Dysfunktion des pankreatischen Teils des Sphinkters hin. Die Dysfunktion des Sphinkter Oddi wird am besten durch eine während der ERCP durchgeführte biliäre Manometrie erkannt, obwohl ERCP mit biliärer Manometrie bei bis zu 30 % der Patienten eine Pankreatitis auslösen kann (1), und es gibt spezifische Verfahrensrichtlinien zur Prävention einer akuten Pankreatitis. Die Manometrie zeigt einen erhöhten Druck im Gallentrakt. Eine langsame Transitzeit in den Gallenwegen bei der Szintigraphie weist ebenfalls auf eine Dysfunktion des M. sphincter Oddi hin.

Die Diagnose von Papillenstenose basiert auf einer eindeutigen Anamnese wiederkehrenden Episoden von Gallenwegsschmerzen und anomalen Leber- (oder Pankreas-)enzymwerten. Bildgebende Untersuchungen wie Ultraschall, CT oder MRCP können unspezifische Befunde zeigen, die mit Symptomen einer Papillenstenose assoziiert sind.

Diagnosehinweis

  1. 1. Tenner S, Vege SS, Sheth SG, et al. American College of Gastroenterology Guidelines: Management of Acute Pancreatitis. Am J Gastroenterol. 2024;119(3):419-437. doi:10.14309/ajg.0000000000002645

Behandlung des Postcholezystektomiesyndroms

  • Manchmal medikamentöse Behandlung

  • Manchmal diätetische Intervention

  • Gelegentlich endoskopische Sphinkterotomie

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache.

Bei Gallensäurediarrhö werden Gallensäurebinder wie Cholestyramin eingesetzt (1). Bei funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen wie funktioneller Dyspepsie oder dem Reizdarmsyndrom kann ein schrittweises Vorgehen mit Anpassungen des Lebensstils, Ernährungsumstellungen und Medikamenten hilfreich sein. Bei spezifisch postprandial auftretenden Symptomen können Prokinetika eingesetzt werden. Schließlich kann bei chronischen postoperativen Schmerzen ohne eindeutige Ursache eine multidisziplinäre Behandlung erforderlich sein, die unter Umständen den Einsatz von Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (z. B. Duloxetin) zur Linderung der Symptome umfasst.

Eine endoskopische Sphinkterotomie kann wiederkehrende Schmerzen aufgrund einer Dysfunktion des sphincter Oddi beheben, inbesondere, wenn sie aufgrund einer Papillenstenose entstanden sind. Die endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP) und die Manometrie wurden zur Behandlung der Schmerzen nach einer Cholezystektomie eingesetzt; jedoch gibt es keine Hinweise darauf, dass diese Behandlung bei Patienten ohne objektive Krankheitszeichen wirksam ist. Symptome sollten jedoch behandelt werden.

Literatur zur Therapie

  1. 1. Nam C, Lee JS, Kim JS, et al. Clinical perspectives on post-cholecystectomy syndrome: a narrative review. Ann Med. 2025;57(1):2496408. doi:10.1080/07853890.2025.2496408

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