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Eosinophile Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis)

Von

Kristle Lee Lynch

, MD, Perelman School of Medicine at The University of Pennsylvania

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Die eosinophile Speiseröhrenentzündung ist eine entzündliche Erkrankung, bei der sich in der Wand der Speiseröhre große Mengen von Eosinophilen, einem Typ weißer Blutkörperchen, ansammeln.

  • Diese Krankheit kann durch Nahrungsmittelallergien ausgelöst werden.

  • Kinder können die Nahrung verweigern oder Schmerzen in der Brust haben, und bei Erwachsenen können Nahrungsbrocken in der Speiseröhre stecken bleiben und Schluckbeschwerden verursachen.

  • Die Diagnose wird anhand der Ergebnisse einer Endoskopie und Biopsie (Gewebeentnahme zur mikroskopischen Untersuchung) sowie Röntgenaufnahmen und Bluttests gestellt.

  • Behandelt wird unter anderem mit Kortikosteroiden, Ernährungsumstellungen und manchmal einer Dehnung der Speiseröhre.

Die Speiseröhre (Ösophagus) ist ein hohler Schlauch, der vom Rachen (Pharynx) bis zum Magen führt. (Siehe auch Übersicht über die Speiseröhre.)

Die eosinophile Speiseröhrenentzündung kann zu jedem Zeitpunkt vom Kindesalter an bis hin zum frühen Erwachsenenalter auftreten. Gelegentlich ist sie auch bei älteren Erwachsenen zu beobachten und sie tritt häufiger bei Jungen und Männern auf.

Eosinophile sind eine Art weiße Blutkörperchen, die eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr auf allergische Reaktionen, Asthma und Infektionen durch Parasiten spielen. Eine eosinophile Speiseröhrenentzündung kann bei Menschen mit genetisch bedingten Risikofaktoren durch eine allergische Reaktion auf bestimmte Lebensmittel ausgelöst werden. Die allergische Reaktion führt zu einer Entzündung, welche die Speiseröhre reizt. Unbehandelt kann die Entzündung zu einer chronischen Verengung (Striktur) der Speiseröhre führen.

Symptome

Säuglinge und Kinder können das Essen verweigern, sich erbrechen oder Bauchschmerzen oder beides haben.

Die Symptome können denen der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) ähneln, insbesondere Sodbrennen (Brennen hinter dem Brustbein).

Personen mit einer Striktur (für gewöhnlich Erwachsene, die schon lange unter einer Speiseröhrenentzündung leiden) haben häufig eine Schluckstörung (Dysphagie) und das Problem, dass die Nahrung in der Speiseröhre hängen bleibt (Impaktbildung in der Speiseröhre genannt). Die Personen können auch andere allergische Erkrankungen haben, wie Asthma oder Ekzem.

Diagnose

  • Endoskopie und Biopsie

  • Manchmal Bariumschluck, Röntgenaufnahmen

  • Manchmal Haut- und Bluttests

Der Arzt vermutet eine eosinophile Ösophagitis bei Patienten jeden Alters mit GERD-Symptomen, wenn diese mit der üblichen Behandlung nicht verschwinden, und bei Erwachsenen, bei denen Nahrung in der Speiseröhre hängen bleibt.

Zur Diagnose der Erkrankung schaut der Arzt mit einem flexiblen Schlauch in die Speiseröhre (Endoskopie). Bei der Endoskopie entnimmt der Arzt Gewebeproben zur mikroskopischen Untersuchung (Biopsie).

Manchmal führen Ärzte auch eine Untersuchung mit einem Bariumschluck durch. Bei diesem Test erhalten die Betroffenen Barium in einer Flüssigkeit und anschließend werden Röntgenaufnahmen gemacht. Das Barium im Körper zeichnet die Speiseröhre nach, sodass Auffälligkeiten besser zu sehen sind.

Außerdem werden Tests auf Nahrungsmittelallergien durchgeführt, um mögliche Allergieauslöser zu identifizieren. Auch Hauttests und ein Radio-Allergo-Sorbent-Test (RAST) können vorgenommen werden.

Behandlung

  • Kortikosteroide

  • Umstellung der Ernährung

  • Manchmal Dehnung der Speiseröhre

Kortisonpräparate (wie Fluticason und Budesonid), die geschluckt werden, um die Speiseröhre zu überziehen, können helfen, die Entzündung zu reduzieren. Betroffene können einen Fluticason-Inhalator verwenden, mit dem das Medikament in den Mund gesogen und dann geschluckt wird, ohne es vorher einzuatmen. So bedeckt das Medikament die Speiseröhre und kommt nicht in die Lunge. Budesonid kann auch in flüssiger Form mit einem Zuckeraustauschstoff und einem Verdickungsmittel (z. B. Maisstärke) gemischt und dann geschluckt werden. Anschließend kann der Mund ausgespült werden, um eine Pilzinfektion im Mund zu verhindern (Soor).

Ärzte können den Patienten empfehlen, ihre Ernährung umzustellen. Ernährungsumstellungen sind für gewöhnlich bei Kindern wirksamer als bei Erwachsenen. Die Nahrungsmittel, die durch Allergietests nachgewiesene Nahrungsmittelallergien hervorrufen, müssen aus dem Ernährungsplan gestrichen werden. Alternativ können die Betroffenen eine Diät ohne Weizen, Milchprodukte, Meeresfrüchte, Nüsse, Eier und Soja einhalten (siehe Ausschlussdiät).

Bei Patienten mit einer Verengung der Speiseröhre kann der Arzt bei einer Endoskopie einen Ballonkatheter in der Speiseröhre aufblasen, um diese aufzudehnen. Oft führen die Ärzte mehrere Dehnungen mit zunehmend größeren Ballonkathetern durch, um zu vermeiden, dass die Speiseröhre reißt.

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