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Radioaktive Kontrastmittel

Von

Mehmet Kocak

, MD, Rush University Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jun 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Bei bildgebenden Verfahren können Kontrastmittel eingesetzt werden, die ein Gewebe oder eine Struktur von der Umgebung abheben und eine detaillierte Ansicht ermöglichen.

Kontrastmittel umfassen

  • Röntgendichte Kontrastmittel (manchmal fälschlicherweise als Farbstoff bezeichnet): Substanzen, die im Röntgenbild sichtbar sind

  • Paramagnetische Kontrastmittel: Substanzen, die bei der Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt werden

Röntgendichte Kontrastmittel

Ein röntgendichtes Kontrastmittel absorbiert Röntgenstrahlen und erscheint deshalb auf Röntgenbildern weiß. Es wird meistens verwendet, um Folgendes abzubilden:

  • Blutgefäße

  • Das Innere des Magen-Darm-Trakts und der Gallen- und Harnwege

  • Durchblutung der Organe

Ein Kontrastmittel wird für gewöhnlich in eine Vene (intravenöses Kontrastmittel) oder eine Arterie (Angiographie) gespritzt, geschluckt (orales Kontrastmittel), in den After eingeführt (rektales Kontrastmittel) oder mit einer Nadel in ein Gelenk gespritzt.

Welches Kontrastmittel zur Anwendung kommt, hängt von der Art der Untersuchung und dem Körperteil ab, der dargestellt wird:

  • Blutgefäße: Normalerweise jodhaltige Kontrastmittel

  • Magen-Darm-Trakt: Kontrastmittel, die Barium oder Jod enthalten (Gastrografin)

Vor einer Untersuchung mit einem Kontrastmittel sollten Patienten mehrere Stunden lang nichts mehr essen und eine Stunde vor der Untersuchung auch nichts mehr trinken. Anschließend wird für den Rest des Tages empfohlen, reichlich zu trinken.

Bei Verabreichung von Kontrastmitteln verspürt der Patient manchmal ein warmes Gefühl im ganzen Körper. Andere Kontrastmittel lösen ein Kältegefühl an der Injektionsstelle aus. Oral eingenommene Kontrastmittel können unangenehm schmecken.

Nebenwirkungen von röntgendichten Kontrastmitteln

Im Allgemeinen sind röntgendichte Kontrastmittel sehr sicher, besonders, wenn sie oral eingenommen oder in den After eingeführt werden.

Nur bei einigen Personen treten Nebenwirkungen im Zusammenhang mit jodhaltigen Kontrastmitteln auf. Hierzu gehören

  • Allergische Reaktionen

  • Schädigung der Nieren, vor allem bei Personen, die bereits bestehende Nierenschäden aufweisen, oder bei Verwendung großer Mengen des Kontrastmittels

Allergische Reaktionen auf Kontrastmittel

Allergische Reaktionen auf das Kontrastmittel können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein:

  • In milder Form kommt es zu Übelkeit, Hitzewallungen oder Juckreiz

  • In mäßiger Form kommt es zu Ausschlägen, Erbrechen oder Schüttelfrost

  • In schwerer oder lebensbedrohlicher Form (anaphylaktisch) treten allergische Reaktionen mit Schwellung im Hals, mit Beeinträchtigung der Atmung und Keuchatmung mit starkem Blutdruckabfall oder mit Herzrhythmusstörungen auf.

Bereits beim ersten Zeichen einer Reaktion wird die Gabe des Kontrastmittels abgebrochen. Milde oder mäßig schwere Reaktionen werden mit dem intravenös verabreichten Antihistaminikum Diphenhydramin behandelt. Schwere Reaktionen werden je nach Art der Reaktion mit Sauerstoff, intravenös verabreichter Flüssigkeit, Epinephrin oder anderen Medikamenten behandelt.

Die Wahrscheinlichkeit einer allergischen Reaktion auf Kontrastmittel ist bei Personen mit den folgenden Merkmalen am wahrscheinlichsten:

  • Vorliegen vieler anderer Allergien

  • Asthma

  • Zuvor aufgetretene allergische Reaktion auf ein Kontrastmittel

Falls es nach der Anwendung von jodhaltigen Kontrastmitteln bereits mehrmals zu schweren Reaktionen kam, sollte ein Bildgebungsverfahren vorgezogen werden, für das keine Kontrastmittel erforderlich sind. Muss ein jodhaltiges Kontrastmittel angewendet werden, kann eine Reaktion mit Medikamenten wie Diphenhydramin in Verbindung mit einem Kortikosteroid verhindert werden. Patienten, die bereits zuvor auf ein Kontrastmittel reagiert haben, sollten ihren Arzt darüber informieren, bevor ein bildgebendes Verfahren durchgeführt wird.

Nierenschädigung

Ein Nierenschaden (Kontrastmittelnephropathie) aufgrund der Anwendung von jodhaltigen Kontrastmitteln kann bei Patienten mit bestimmten Gesundheitszuständen auftreten:

  • Eingeschränkte Nierenfunktion

  • Dehydratation

  • Alter über 70

  • Diabetes haben

  • Herzinsuffizienz

  • Bluthochdruck (Hypertonie)

  • Multiples Myelom

  • Verwendung von Medikamenten, die die Nieren schädigen können

Bei über 99 Prozent der Patienten entstehen durch den Nierenschaden keine Symptome, und der Schaden bildet sich innerhalb von etwa einer Woche zurück. Bei unter einem Prozent bleibt der Schaden dauerhaft bestehen. Sie benötigen dann eine Nierendialyse.

Falls Untersuchungen bei Personen mit einem Risiko für Nierenschäden durchgeführt werden müssen, für die ein röntgendichtes Kontrastmittel erforderlich ist, wird den Betroffenen vor und nach der Gabe des Kontrastmittels intravenös Flüssigkeit verabreicht. Falls möglich, wird das Kontrastmittel niedrig dosiert verabreicht. Besteht seit langer Zeit eine eingeschränkte Nierenfunktion, kann am Tag vor und am Tag der Gabe des Kontrastmittels Acetylcystein verabreicht werden.

Paramagnetische Kontrastmittel

Paramagnetische Kontrastmittel verändern die magnetischen Eigenschaften von Partikeln, sodass der Kontrast zwischen unterschiedlichen Geweben verstärkt wird und MRT-Aufnahmen schärfer dargestellt werden. Diese Kontrastmittel enthalten meist Gadolinium.

Nebenwirkungen von paramagnetischen Kontrastmitteln

In der Regel treten keine Nebenwirkungen auf. Jedoch können diese Kontrastmittel in seltenen Fällen bei Menschen mit schweren Nierenerkrankungen oder bei dialysepflichtigen Patienten eine lebensbedrohliche Krankheit auslösen:

  • Nephrogene systemische Fibrose

Dabei verdicken sich die Haut, das Bindegewebe und die Körperorgane. Es können sich rote oder dunkle Flecken auf der Haut entwickeln. Die Haut kann sich hart anfühlen, die Beweglichkeit ist schwierig und eingeschränkt und es kommt zu Organfehlfunktionen. Die Erkrankung ist mittlerweile sehr selten, da Ärzte paramagnetische Kontrastmittel mit Gadolinium bei Patienten mit Nierenproblemen nur noch einsetzen, wenn sich dies nicht vermeiden lässt. Zudem wird eine Dosis ausgewählt, die so niedrig und sicher wie möglich ist. Bei Patienten mit schwerwiegenden Nierenproblemen werden darüber hinaus andere bildgebende Verfahren in Erwägung gezogen.

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