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Cholezystitis

Von

Ali A. Siddiqui

, MD, Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Nov 2018| Inhalt zuletzt geändert Nov 2018
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Kurzinformationen

Eine Cholezystitis ist eine Entzündung der Gallenblase, die meistens durch einen den Gallenblasengang verstopfenden Gallenstein entsteht.

  • Patienten leiden normalerweise an Bauchschmerzen, Fieber und Übelkeit.

  • Mit Ultraschall können Anzeichen einer Gallenblasenentzündung in der Regel erkannt werden.

  • Die Gallenblase wird entfernt, was oft laparoskopisch geschieht.

Cholezystitis ist das häufigste Problem, das auf Steine in der Gallenblase zurückzuführen ist. Es tritt auf, wenn ein Stein den Gallenblasengang blockiert, der die Galle normalerweise aus der Gallenblase abführt ( Ansicht von Leber und Gallenblase).

Cholezystitis wird als akut oder chronisch eingestuft.

Akute Cholezystitis

Eine akute Cholezystitis setzt plötzlich ein und führt zu starken, anhaltenden Schmerzen im Oberbauch. Mindestens 95 Prozent der von akuter Cholezystitis Betroffenen haben Gallensteine. Die Entzündung beginnt fast immer ohne eine Infektion, aber diese kann später noch hinzukommen. Die Entzündung kann dazu führen, dass sich die Gallenblase mit Flüssigkeit füllt und sich ihre Wände verdicken.

Selten tritt eine akute Gallenblasenentzündung ohne Gallensteine auf (akalkulöse Cholezystitis). Die Gallenblase kann jedoch auch Gallengries enthalten (mikroskopisch kleine Teilchen aus einem ähnlichen Material wie Gallensteine). Eine akalkulöse Cholezystitis ist eine schwerere Erkrankung als andere Gallenblasenentzündungen. Sie kann nach den folgenden Ereignissen auftreten:

  • Größerer operativer Eingriff

  • Schwere Verletzungen, starke Verbrennungen oder eine Blutvergiftung (Sepsis)

  • Intravenöse Ernährung über einen langen Zeitraum

  • Fasten über einen längeren Zeitraum

  • Defekt des Immunsystems

Die akute akalkulöse Cholezystitis kann auch bei jüngeren Kindern vorkommen und wird wahrscheinlich durch eine virale oder andere Infektion verursacht.

Chronische Cholezystitis

Chronische Cholezystitis ist eine Entzündung der Gallenblase, die schon längere Zeit andauert. Sie entsteht fast immer durch Gallensteine und vorherige akute Cholezystitis. Die chronische Cholezystitis ist gekennzeichnet durch wiederholte schmerzhafte Anfälle (biliäre Koliken), die auftreten, wenn Gallensteine immer wieder den Gallenblasengang verstopfen.

Eine chronische Cholezystitis schädigt die Gallenblase durch wiederkehrende Anfälle akuter, meist durch Gallensteine bedingter Entzündungen, sodass sie dickwandig wird, vernarbt und sich verkleinert. Die Gallensteine können die Öffnung der Gallenblase in den Gallenblasengang oder den Gallenblasengang selbst blockieren. Die Gallenblase enthält zudem für gewöhnlich Gallengries. Wenn die Vernarbung umfangreich ist, kann sich das Kalzium auch in den Wänden der Gallenblase ablagern, wodurch diese verhärten (was als Porzellangallenblase bezeichnet wird).

Symptome

Ob bei akuter oder chronischer Cholezystitis beginnt ein Gallenblasenanfall immer mit Schmerzen.

Akute Cholezystitis

Die Schmerzen bei einer akuten Cholezystitis sind ähnlich wie jene bei einer Gallenkolik (durch Gallensteine verursachte Schmerzen), aber stärker und länger andauernd. Der Schmerz erreicht nach 15–60 Minuten die stärkste Intensität und bleibt nachher konstant. Er tritt in der Regel im rechten Oberbauch auf. Die Schmerzen können unerträglich werden. Die meisten Patienten spüren einen stechenden Schmerz, wenn auf den rechten Oberbauch gedrückt wird. Die Schmerzen können sich bei tiefem Einatmen verschlimmern. Sie strahlen oft bis zum unteren Teil des rechten Schulterblatts oder bis zum Rücken aus. Häufig kommt es zu Übelkeit und Erbrechen.

Innerhalb weniger Stunden können die Bauchmuskeln auf der rechten Seite steif werden. Fieber tritt bei etwa einem Drittel aller Patienten mit akuter Cholezystitis auf. Das Fieber steigt langsam auf über 38 °C an und kann von Schüttelfrost begleitet sein.

Bei älteren Patienten sind die ersten oder auch alle Symptome einer Cholezystitis unbestimmt. So können ältere Menschen den Appetit verlieren, Müdigkeit verspüren, sich schwach fühlen oder müssen erbrechen. Fieber muss nicht unbedingt auftreten.

Normalerweise lässt ein Anfall nach 2 bis 3 Tagen nach und vergeht innerhalb einer Woche vollständig. Wenn ein akuter Anfall länger anhält, kann dies auf schwere Komplikationen hinweisen. Immer stärkere Schmerzen, hohes Fieber und Schüttelfrost deuten auf Eitertaschen (Abszesse) oder einen Riss (Perforation) in der Gallenblase hin. Abszesse sind auf Gangrän zurückzuführen, die entsteht, wenn Gewebe abstirbt. Ein großer Stein kann die Wand der Gallenblase einreißen, in den Dünndarm gelangen und diesen verschließen. Dies kann zu Bauchschmerzen und Blähungen führen.

Wenn Gelbsucht auftritt oder dunkler Urin und heller Stuhl ausgeschieden werden, ist der Hauptgallengang wahrscheinlich durch einen Stein blockiert, was einen Gallenstau in der Leber verursacht (Cholestase).

Es kann auch zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) kommen. Diese entsteht, wenn die Vater-Ampulle (die Verbindungsstelle zwischen Hauptgallengang und Bauchspeicheldrüsengang) durch einen Stein blockiert ist.

Nichtsteinbedingte Gallenblasenentzündung

Bei einer akalkulösen Cholezystitis (ohne Gallenstein) gehen den plötzlichen, unerträglichen Schmerzen im Oberbauch normalerweise keine anderen Symptome oder Anzeichen einer Erkrankung der Gallenblase voraus ( Biliäre Schmerzen ohne Gallensteine). Oft handelt es sich um eine schwere Entzündung, die zu Wundbrand (Gangrän) oder einem Gallenblasendurchbruch führen kann.

Patienten mit akalkulöser Cholezystitis sind meist sehr krank. Beispielsweise können sie (aus einem anderen Grund) auf der Intensivstation sein und viele weitere Symptome aufweisen. Da diese Patienten sehr krank sind, können sie sich möglicherweise nicht klar ausdrücken. Daher kann die akalkulöse Cholezystitis zunächst auch übersehen werden.

Die einzigen möglichen Symptome sind ein angeschwollener, druckempfindlicher Bauch oder Fieber ohne erkennbare Ursache. Unbehandelt führt eine akalkulöse Cholezystitis bei 65 Prozent der Betroffenen zum Tod.

Chronische Cholezystitis

Bei der chronischen Cholezystitis kommt es zu wiederkehrenden Schmerzen. Der Bauch oberhalb der Gallenblase ist berührungsempfindlich. Im Gegensatz zur akuten Cholezystitis tritt Fieber bei Patienten mit chronischer Cholezystitis nur selten auf. Die Schmerzen sind weniger stark als bei der akuten Cholezystitis und dauern nicht so lange an.

Diagnose

  • Ultraschall und manchmal andere bildgebende Verfahren

Die Diagnose einer Cholezystitis stützt sich hauptsächlich auf die Symptome und die Befunde von bildgebenden Untersuchungen.

Ultraschall ist die beste Methode zur Erkennung von Gallensteinen in der Gallenblase. Mit Ultraschall können auch Flüssigkeiten rund um die Gallenblase oder eine Verdickung ihrer Wand erkannt werden, was für akute Cholezystitis typisch ist. Wenn die Ultraschallsonde über den Oberbauch über der Gallenblase geführt wird, berichten Patienten oft von Druckempfindlichkeit.

Das bildgebende Verfahren einer Choleszintigraphie (Gallenwegsszintigraphie) ist nützlich, wenn es schwierig ist, eine akute Cholezystitis zu diagnostizieren. Bei dieser Untersuchung wird ein radioaktiv markierter Stoff (ein Radionuklid) intravenös in den Körper eingebracht. Eine Gammakamera erfasst die abgegebene Radioaktivität, die an einem Computer bildlich dargestellt wird. So können die Bewegungen des Radionuklids von der Leber durch das Gallengangsystem beobachtet werden. Es werden Bilder von der Leber, den Gallengängen, der Gallenblase und dem oberen Dünndarm gemacht. Wenn das Radionuklid nicht in die Gallenblase fließt, ist der Gallenblasengang wahrscheinlich durch einen Gallenstein blockiert. Auch bei Verdacht auf eine akute akalkulöse Cholezystitis ist die Gallenwegsszintigraphie hilfreich.

Blutuntersuchungen zur Feststellung, wie gut die Leber ihre Funktionen wahrnimmt und ob sie beschädigt ist (Leberfunktionstests), werden durchgeführt. Durch diese Tests kann die Diagnose allerdings nicht bestätigt werden, da die Ergebnisse häufig normal oder nur leicht erhöht sind, außer wenn der Gallengang blockiert ist.

Weitere Blutuntersuchungen werden ebenfalls durchgeführt. Beispielsweise wird die Anzahl der weißen Blutkörperchen gemessen. Eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen deutet auf eine Entzündung, einen Abszess, Gangrän oder einen Gallenblasendurchbruch hin.

Durch eine Computertomographie (CT) des Bauchraums können einige Komplikationen der Cholezystitis wie eine Pankreatitis oder ein Riss in der Gallenblase festgestellt werden.

Behandlung

  • Chirurgische Entfernung der Gallenblase

Krankenhausaufenthalt

Von akuter oder chronischer Cholezystitis betroffene Patienten müssen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Sie dürfen weder essen noch trinken und erhalten intravenös Flüssigkeit und Elektrolyte. Mit einem Schlauch, der durch die Nase in den Magen geführt wird, kann der Magen abgesaugt und die Flüssigkeit im Darm verringert werden, wenn dieser blockiert ist oder nicht normal funktioniert.

In der Regel werden intravenös Antibiotika (da eine Infektion möglich ist) sowie Schmerzmittel verabreicht.

Cholezystektomie

Die Gallenblase wird normalerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach Einsetzen der Symptome entfernt, wenn

  • Die akute Cholezystitis bestätigt wird und das Risiko einer Operation gering ist.

  • Der Patient älter ist oder Diabetes hat, denn in diesen Fällen kann die Cholezystitis wahrscheinlicher zu Infektionen führen.

  • Komplikationen wie Abszessbildung, Wundbrand (Gangrän) oder ein Gallenblasendurchbruch vermutet werden.

  • Der Patient eine akalkulöse Cholezystitis hat.

Wenn nötig, kann der chirurgische Eingriff auch um 6 Wochen oder mehr hinausgeschoben werden, bis der Anfall nachgelassen hat. Wenn eine Erkrankung besteht, durch die die Operation zu riskant wäre (wie Erkrankungen von Herz, Lunge oder Nieren), wird die Operation verschoben, bis diese Störung mit entsprechender Behandlung so gut wie möglich kontrolliert ist.

Bei chronischer Cholezystitis wird die Gallenblase in der Regel entfernt, nachdem der aktuelle Anfall abgeklungen ist.

Die chirurgische Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) wird in der Regel laparoskopisch, also mithilfe eines flexiblen Betrachtungstubus mit einem optischen Instrument, durchgeführt. Über kleine Einschnitte in der Bauchdecke werden das Laparoskop und das Operationsbesteck eingeführt. Damit wird dann die Gallenblase entfernt. Am Laparoskop befindet sich eine winzige Kamera, mit der das Innere des Körpers während des Eingriffs eingesehen werden kann.

Schmerzen nach dem Eingriff

Einige Patienten haben erneut oder wiederkehrend Schmerzepisoden, die sich wie Gallenblasenanfälle anfühlen, obwohl ihre Gallenblase (und die Gallensteine) entfernt wurde. Ärzte sprechen hier manchmal vom Postcholezystektomie-Syndrom. Die Ursache des Syndroms ist nicht bekannt. Bei manchen Patienten kann es sich aber um eine Fehlfunktion des Oddi-Sphinkters handeln (dies ist der ringförmige Muskel zwischen dem Hauptgallengang, dem Bauchspeicheldrüsengang und dem Dünndarm). Diese Fehlfunktion kann den Fluss der Galle und der Absonderungen der Bauchspeicheldrüse aus den Gängen verlangsamen. Dies führt zu einem erhöhten Druck in den Gängen und zu Schmerzen. Die Schmerzen können auch von kleinen Gallensteinen herrühren, die nach der Entfernung der Gallenblase in den Gängen verblieben sind. Häufiger ist ein anderes, nicht damit zusammenhängendes Problem dafür verantwortlich, z. B. Reizdarmsyndrom oder auch ein Magengeschwür (peptisches Geschwür).

Eine endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP) oder Gallenwegsszintigraphie ( Bildgebende Verfahren von Leber und Gallenblase) kann angezeigt sein, um beurteilen zu können, ob erhöhter Druck die Ursache der Schmerzen ist. Bei der ERCP wird ein flexibler Betrachtungstubus (Endoskop) durch den Mund in den Darm eingeführt, und ein Druckmessgerät wird durch den Schlauch eingebracht. Wenn der Druck erhöht ist, wird Operationsbesteck in den Schlauch eingeführt, um den Oddi-Sphinkter aufzuschneiden und dadurch zu erweitern. Durch diesen Eingriff (eine endoskopische Sphinkterotomie) können Symptome gelindert werden, wenn die Schmerzen durch eine Fehlfunktion des Schließmuskels entstehen.

Weitere Informationen

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