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Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV)

(Genitalwarzen, Condylomata acuminata, Feigwarzen)

Von

Sheldon R. Morris

, MD, MPH, University of California San Diego

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jan 2021| Inhalt zuletzt geändert Jan 2021
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Das humane Papillomavirus (HPV) verursacht Warzen. Einige Arten des HPV verursachen Warzen auf der Haut, andere Arten verursachen Genitalwarzen (Geschwulste in oder rund um Vagina, Penis oder Rektum). Eine Infektion mit gewissen HPV-Arten kann zu Krebs führen. Das HPV wird sexuell übertragen.

  • Verschiedene Typen des humanen Papillomavirus (HPV) verursachen verschiedene Infektionen, beispielsweise sichtbare Feigwarzen oder weniger sichtbare Warzen in Gebärmutterhals, Vagina, Vulva, Harnröhre, Penis, Anus sowie Hautwarzen.

  • Feigwarzen wachsen sehr schnell und verursachen manchmal einen brennenden Schmerz.

  • Manche HPV-Infektionen erhöhen das Risiko von Krebserkrankungen an Gebärmutterhals, Scheide, Vulva, Penis, Anus und Rachen.

  • Ärzte identifizieren sichtbare Warzen nach ihrem Aussehen und sie untersuchen den Gebärmutterhals und den Anus auf weniger gut sichtbare Warzen.

  • Impfstoffe können die meisten Formen von HPV-Infektionen, die Krebs verursachen können, verhindern.

  • Sichtbare Warzen können normalerweise mit Laser oder durch Vereisen (Kryotherapie) oder durch Operation entfernt werden, aber manchmal werden auch Medikamente auf die Warzen aufgetragen.

Die HPV-Infektion ist die häufigste Geschlechtskrankheit. HPV ist so verbreitet, dass sich etwa 80 Prozent aller sexuell aktiven und ungeimpften Männer und Frauen zu irgendeinem Zeitpunkt im Leben das Virus zuziehen. In den Vereinigten Staaten infizieren sich jedes Jahr etwa 14 Millionen Menschen neu mit HPV. Bevor der HPV-Impfstoff verfügbar wurde, wurden jedes Jahr rund 340.000 bis 360.000 Patienten wegen Feigwarzen vorstellig, die durch HPV verursacht wurden. Da immer mehr Menschen gegen HPV geimpft werden, sinkt der Anteil der Menschen mit einem Nachweis der HPV-Infektion.

Die meisten Infektionen verschwinden nach 1 bis 2 Jahren, aber manche halten an. Persistierende Infektionen, die durch gewisse HPV-Typen ausgelöst werden, können das Risiko für bestimmte Formen von Krebs erhöhen.

  • Externe (einfach zu erkennende) Feigwarzen: Diese Warzen werden durch bestimmte Typen von HPV verursacht, insbesondere durch die Typen 6 und 11. Es ist unwahrscheinlich, dass Typen 6 und 11 Krebserkrankungen verursachen. Diese Typen werden sexuell übertragen und infizieren die Genital- und Rektumregionen.

  • Innere (weniger gut sichtbare) Feigwarzen: Andere HPV-Typen, insbesondere die Typen 16 und 18, infizieren die Genitalregion, aber sie verursachen keine leicht sichtbaren Warzen. Sie können winzige, flache Warzen auf dem Gebärmutterhals oder im Anus verursachen, die nur mit einem Vergrößerungsinstrument, das Koloskop genannt wird, sichtbar sind. Warzen können auch in der Scheide, an der Vulva, in der Harnröhre, am Penis, am Anus oder im Rachen entstehen. Diese weniger gut sichtbaren Warzen rufen in der Regel keine Symptome hervor, jedoch erhöhen die HPV-Typen, die ihre Entwicklung verursachen, das Risiko für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs Gebärmutterhalskrebs Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich im Gebärmutterhals (dem unteren Teil der Gebärmutter). Gebärmutterhalskrebs ist in der Regel die Folge einer Infektion mit dem humanen Papillomavirus... Erfahren Sie mehr Gebärmutterhalskrebs sowie von Krebserkrankungen der Scheide, Vulva, des Penis, Anus, der Blase und bestimmter Krebserkrankungen von Kopf, Hals und Kehle. Aus diesem Grund sollten diese Warzen behandelt werden. Eine Infektion mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV) erhöht das Risiko für HPV-bedingte Krebserkrankungen.

HPV-Typen, welche die Genital- und Rektumregionen befallen, werden in der Regel beim vaginalen oder analen Geschlechtsverkehr übertragen, können sich jedoch auch durch andere Kontaktwege ausbreiten.

HPV kann sich auch durch Oralsex verbreiten und eine Infektion des Mundes und ein erhöhtes Risiko für Rachenkrebs verursachen.

Wussten Sie ...

  • Manche Typen von HPV, die Feigwarzen verursachen, können ebenfalls Krebs verursachen.

Symptome einer HPV-Infektion

Bei Männern treten die Warzen normalerweise auf dem Penis auf, bei unbeschnittenen Männern insbesondere unter der Vorhaut, oder in der Urethra. Bei Frauen erscheinen die Warzen an der Vulva, an der Scheidenwand, im Gebärmutterhals und auf der Haut in der Umgebung der Vagina. Feigwarzen können auch rund um den und im Anus auftreten, besonders bei Menschen, die Analverkehr praktizieren.

Warzen verursachen bei vielen Infizierten keinerlei Symptome, aber bei manchen können sie gelegentlich einen brennenden Schmerz, Juckreiz oder Beschwerden auslösen.

Die Warzen treten normalerweise 1 bis 6 Monate nach der Infektion mit HPV als winzige, weiche, feuchte, rosafarbene oder graue Wucherung in Erscheinung. Sie wachsen sehr schnell und werden zu rauen, unregelmäßigen Beulen, die manchmal auf schmalen stielartigen Gebilden aus der Haut wachsen. Ihre raue Oberfläche lässt sie wie ein kleiner Blumenkohl aussehen. Warzen wachsen häufig in Gruppen.

Warzen können bei schwangeren Frauen und Menschen, die ein geschwächtes Immunsystem haben, wie z. B. Menschen mit einer HIV-Infektion, schneller wachsen und sich schneller verbreiten.

Diagnose einer HPV-Infektion

  • Bei äußerlichen Feigwarzen ärztliche Untersuchung

  • Bei inneren Feigwarzen Kolposkopie oder Anoskopie

Äußerliche Warzen im Genitalbereich können gewöhnlich bereits anhand ihres Erscheinungsbilds diagnostiziert werden. Wenn Warzen ungewöhnlich aussehen, bluten oder sich zu offenen Geschwüren (ulzerieren) verändern, oder persistieren, sollten sie operativ entfernt und mikroskopisch auf Krebs überprüft werden. Weil es auch bei Syphilis zu Genitalwarzen bestimmter Art kommen kann, wird meist auch ein Bluttest auf Syphilis durchgeführt.

Eine Kolposkopie Kolposkopie Manchmal empfehlen Ärzte Screening-Tests, die durchgeführt werden um bei Frauen die keine Symptome aufweisen nach Erkrankungen zu suchen. Wenn die Frauen Symptome im Fortpflanzungssystem haben... Erfahren Sie mehr Kolposkopie (Einsatz eines binokularen Vergrößerungsglases zur Untersuchung des Gebärmutterhalses) wird durchgeführt, um nach weniger gut sichtbaren inneren Warzen am Gebärmutterhals zu suchen. Eine Anoskopie Endoskopie Bei der Endoskopie werden innere Strukturen mit einem biegsamen Beobachtungsschlauch (Endoskop) untersucht. Die Endoskopie kann auch zur Behandlung vieler Erkrankungen angewendet werden, da... Erfahren Sie mehr (Verwendung eines Beobachtungstubus zur Untersuchung des Anusinneren) wird durchgeführt, um nach Warzen im Anus zu suchen. Ein Farbstoff kann auf die Region aufgetragen werden, damit die Warzen einfacher erkannt werden können.

Eine Probe, die von einer Warze entnommen wurde, kann analysiert werden, indem Tests wie die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) durchgeführt werden. Dieser Test produziert zahlreiche Kopien eines Gens, was es den Ärzten ermöglicht, das Erbgut (DNA) des HPV-Virus zu identifizieren. Diese Tests helfen, die Diagnose zu bestätigen, und ermöglichen es dem Arzt, den HPV-Typ zu identifizieren.

Untersuchungen an Menschen, die keine Symptome aufweisen (also ein Screening), werden in der Regel nicht empfohlen. Frauen im Alter von 30 bis 65 Jahren stellen eine Ausnahme dar. Diese Frauen sollten untersucht werden, wenn sie einem Papanicolaou- oder kurz Pap-Test unterzogen werden. Liegt HPV vor, wird eine Kolposkopie durchgeführt. Oft wird eine Gewebeprobe zur Untersuchung unter dem Mikroskop entnommen (Biopsie).

Vorbeugung gegen HPV-Infektionen

  • Neunvalent: Bietet Schutz gegen neun HPV-Typen

  • Vierfach (quadrivalent): Bietet Schutz gegen vier HPV-Typen

  • Zweifach (bivalent): Bietet Schutz gegen zwei HPV-Typen

In den USA gibt es heute nur den neunvalenten Impfstoff.

Alle drei HPV-Impfstoffe schützen vor den zwei HPV-Typen (Typen 16 und 18), die etwa 70 Prozent aller Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses auslösen. Der quadrivalente Impfstoff schützt auch vor den zwei HPV-Typen (Typen 6 und 11), die mehr als 90 Prozent aller Feigwarzen verursachen, und der neunvalente Impfstoff schützt vor fünf weiteren HPV-Typen (Typen 31, 33, 45, 52 und 58), die etwa 15 Prozent der Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses auslösen.

Die neunvalente Impfstoff und der quadrivalente Impfstoff werden allen im Alter von 9 bis 26 Jahren empfohlen, die zuvor nicht geimpft worden sind. Für Erwachsene im Alter von 27 bis 45 Jahren könnte der neunvalente Impfstoff nützlich sein. Sie sollten mit ihrem Arzt besprechen, ob sie sich impfen lassen sollten. Die bivalente Impfung wird nur für Mädchen und Frauen empfohlen, nicht für Jungen und Männer.

Diese Impfstoffe werden als Injektion in einen Muskel verabreicht, meist in den Oberarm. Die Impfung wird vorzugsweise im Alter von 11 oder 12 Jahren vorgenommen, kann aber bereits mit 9 Jahren durchgeführt werden. Kinder unter 15 Jahren erhalten zwei Dosen; Personen ab 15 Jahren erhalten drei Dosen.

Die konsequente und korrekte Benutzung von männlichen Kondomen Kondome Barrieremethoden verhindern physikalisch, dass Spermien in die Gebärmutter einer Frau gelangen. Dazu zählen Kondome, Diaphragmen, Portiokappen, Verhütungsschwämme und Spermizide. Kondome sind... Erfahren Sie mehr Kondome kann das Risiko einer HPV-Infektion und HPV-bedingter Erkrankungen wie Feigwarzen und Gebärmutterhalskrebs reduzieren. Kondome lassen das Risiko nicht vollständig beseitigen, da HPV Körperstellen befallen kann, die von einem Kondom nicht geschützt werden.

Weitere allgemeine Maßnahmen können der Vorbeugung einer HPV-Infektion (und anderer Geschlechtserkrankungen) dienen:

  • Das Vermeiden unsicherer Sexpraktiken, wie häufiger Wechsel der Sexualpartner oder Geschlechtsverkehr mit Prostituierten oder Partnern, die andere Sexualpartner haben

  • Sofortige Diagnose und Behandlung der Infektion (um eine Ansteckung anderer Menschen zu vermeiden)

  • Identifikation der Sexualpartner/-innen infizierter Personen mit anschließender Beratung oder Behandlung dieser Sexualpartner

Sexuelle Abstinenz (anal, vaginal oder oral) ist der zuverlässigste Weg zur Vorbeugung von Geschlechtskrankheiten, der jedoch häufig unrealistisch ist.

Behandlung einer HPV-Infektion

  • Meist Laser, Elektrokauter, Vereisen oder Operation

  • Mitunter verschiedene topische Behandlungen

Wenn das Immunsystem gesund ist, kontrolliert es HPV letztendlich und eliminiert die Warzen und das Virus ohne Behandlung. Die HPV-Infektion verschwindet bei der Hälfte der Menschen nach 8 Monaten und dauert bei weniger als 10 Prozent länger als 2 Jahre an. Wenn Menschen mit Feigwarzen ein geschwächtes Immunsystem haben, ist eine Behandlung notwendig, und die Warzen kehren häufig zurück.

Keine Behandlungsmethode ist restlos zufriedenstellend, und einige Therapien sind unangenehm und hinterlassen Narben. Externe Feigwarzen können mit Laser oder mit einem Elektrokauter, durch Vereisen (Kryotherapie) oder operativ entfernt werden. Je nachdem, wie viele Warzen entfernt werden und wie groß sie sind, wird eine örtliche Betäubung oder eine Vollnarkose durchgeführt.

Alternativ können Arzneimittel wie Podophyllintoxin, Imiquimod, Trichloressigsäure oder Sinecatechine (eine Salbe aus Grünteeextrakt) direkt auf die Warzen aufgetragen werden. Dieser Ansatz erfordert jedoch häufige Anwendungen über Wochen bis Monate hinweg, kann ein Brennen der umgebenden Haut verursachen und ist häufig unwirksam. Nach der Behandlung kann die Region wehtun. Imiquimod-Creme verursacht weniger Brennen, ist aber auch häufig weniger wirksam. Auch nach vermeintlich erfolgreicher Behandlung können die Warzen wiederkehren.

Für Warzen in der Harnröhre könnte das Einführen eines Tubus (Endoskop) mit operativem Zubehör die wirksamste Methode sein, um diese Warzen zu entfernen. Dieses Verfahren erfordert jedoch eine Vollnarkose. Auch andere Arzneimittel wie Thiotepa, in die Harnröhre eingeführt, oder das Chemotherapiemedikament 5-Fluoruracil, das in die Warze injiziert wird, sind häufig wirksam.

Injektionen mit Interferon alpha in die Warze haben sich als einigermaßen wirksam erwiesen.

Bei Männern reduziert eine Beschneidung das Risiko einer HPV-Infektion sowie HIV-Infektion und Genitalherpes, jedoch nicht der Syphilis.

Alle Sexualpartner sollten auf Warzen und andere sexuell übertragbare Krankheiten untersucht und, wenn nötig, behandelt werden. Sexualpartner sollten auch regelmäßige Untersuchungen, um auf eine HPV-Infektion zu überprüfen, haben.

Weitere Informationen zu HPV-Infektionen

Die folgenden Quellen in englischer Sprache können nützlich sein. Bitte beachten Sie, dass das MANUAL nicht für den Inhalt dieser Quelle verantwortlich ist.

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