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Babesiose

Von

Richard D. Pearson

, MD, University of Virginia School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2019| Inhalt zuletzt geändert Okt 2019
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Quellen zum Thema

Babesiose ist eine Infektion der roten Blutzellen, die von dem einzelligen Protozoen-Parasiten Babesia verursacht wird.

  • Babesiose wird von derselben Art von Zecken (Ixodidae) übertragen, die auch die Lyme-Borreliose überträgt.

  • Eine Babesiose kann Fieber, Kopfschmerzen, Schmerzen am ganzen Körper und Ermüdung verursachen.

  • Zur Diagnose der Babesiose untersucht der Arzt eine Blutprobe unter dem Mikroskop und sucht die Protozoen oder führt Bluttests durch.

  • Vorbeugende Maßnahmen gegen Zeckenbisse tragen auch zur Vorbeugung von Babesiose bei.

  • Die meisten Menschen, die ansonsten gesund sind, müssen nicht behandelt werden, aber wenn sich Symptome einstellen, wird Betroffenen in der Regel eine Kombination von Medikamenten verabreicht.

Babesien sind Protozoen, die in roten Blutkörperchen leben und diese letztlich zerstören. Babesiose wird von derselben Art von Zecken (Familie der Ixodidae) übertragen, die auch die Lyme-Borreliose überträgt. Diese Zecken können mit Protozoen infiziert sein, die eine Babesiose hervorrufen, aber auch mit Bakterien, welche die Lyme-Borreliose oder andere durch Zecken übertragenen Erkrankungen wie Anaplasmose auslösen.

Die Babesiose kommt häufig bei Tieren vor, ist aber relativ unüblich beim Menschen. In den Vereinigten Staaten infiziert Babesia microti Menschen auf den vorgelagerten Inseln oder in der Küstenregion von Massachusetts, Rhode Island, Connecticut, New York (einschließlich Long Island und Shelter Island) und New Jersey. Es sind auch Erkrankungsfälle aus Wisconsin und Minnesota bekannt. In Missouri, Washington und Kalifornien sowie in anderen Regionen der Welt sind es andere Babesia-Arten, die Infektionen verursachen.

Symptome

Manche Menschen mit Babesiose, speziell gesunde Menschen, die jünger als 40 Jahre alt sind, haben keine merklichen Symptome.

Die Symptome einer Babesiose treten normalerweise etwa 1 bis 2 Wochen nach einem Zeckenbiss auf. Betroffene leiden möglicherweise an Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Erschöpfung. Es kann zu einer gelblichen Verfärbung der Haut und des Augenweißes (Gelbsucht) kommen. Der Zerfall der roten Blutkörperchen (Hämolyse) kann eine Anämie verursachen (sogenannte hämolytische Anämie). Die Leber und die Milz vergrößern sich oft.

Das Risiko einer schweren Erkrankung mit Todesfolge ist am höchsten für Menschen, deren Milz entfernt wurde oder die Medikamente nehmen oder Störungen haben, die das Immunsystem schwächen (insbesondere AIDS). Bei diesen Menschen können die Symptome der Babesiose einer Malariaerkrankung ähneln (z. B. hohes Fieber, Anämie, dunkler Urin, Gelbsucht und Nierenversagen).

Diagnose

  • Untersuchung einer Blutprobe

  • Bluttests

Der Arzt vermutet eine Babesiose bei Patienten, die typische Symptome und eine hämolytische Anämie aufweisen und in Gegenden leben oder Gegenden bereist haben, in denen diese Infektion verbreitet ist. Viele Menschen erinnern sich nicht daran, von einer Zecke gebissen worden zu sein.

Zur Diagnose einer Babesiose untersucht der Arzt normalerweise eine Blutprobe unter dem Mikroskop auf Babesien. Zur besseren Identifizierung der Protozoen kann die Blutprobe auf Erbgut (DNS) der Babesien oder auf Antikörper gegen Babesien getestet werden. (Antikörper sind Proteine, die vom körpereigenen Immunsystem produziert werden, um dem Körper zu helfen, sich gegen bestimmte Angreifer wie etwa Parasiten zu verteidigen.)

Vorbeugung

In Regionen, wo Zecken verbreitet sind, können Menschen das Risiko einer Babesiose einschränken, indem sie Vorsichtsmaßnahmen gegen Zeckenbisse treffen.

Die Wahrscheinlichkeit, von einer Zecke befallen oder gebissen zu werden, lässt sich durch folgende Maßnahmen verringern:

  • Bei Spaziergängen in Waldgebieten auf Wegen oder Pfaden bleiben

  • In der Mitte der Pfade laufen, um Berührungen von Büschen und Gras zu vermeiden

  • Sich nicht auf den Boden oder auf Steinmauern setzen

  • Langärmlige Hemden tragen

  • Lange Hosen tragen und die Hosenbeine in Stiefel oder Strümpfe stecken

  • Helle Kleidung tragen, sodass Zecken besser erkannt werden können

  • Ein Insektenschutzmittel, das Diethyltoluamid (DEET) enthält, auf die Haut auftragen

  • Ein Insektenschutzmittel, das Permethrin enthält, auf die Kleidung auftragen oder mit Permethrin vorbehandelte Kleidung tragen

Um eine Zecke zu entfernen, wird das Tier mit einer feinspitzigen Pinzette am Kopf oder den Mundwerkzeugen gepackt, direkt dort, wo es sich in der Haut festgebissen hat, und dann langsam herausgezogen. Die Zecke sollte nicht am Körper erfasst oder gequetscht werden. Es sollten weder Vaseline noch Alkohol, brennende Streichhölzer oder andere Reizstoffe verwendet werden.

Zecken

Zecken

Behandlung

  • Atovaquon plus Azithromycin oder Chinin plus Clindamycin, wenn eine Behandlung erforderlich ist

Normalerweise ist für eine leichte Babesiose bei gesunden Menschen mit einer funktionierenden Milz keine Behandlung notwendig, da diese Infektion typischerweise von selbst verschwindet.

Patienten mit Symptomen werden in der Regel mit Atovaquon (einem Medikament zur Behandlung von Protozoen-Infektionen) plus Azithromycin (einem Antibiotikum) behandelt. Chinin (zur Behandlung von Malaria) plus Clindamycin (ein Antibiotikum) wird zur Behandlung schwerer Erkrankungen eingesetzt. Atovaquon plus Azithromycin hat weniger Nebenwirkungen als Chinin plus Clindamycin.

Weitere Informationen

  • Centers for Disease Control and Prevention: Babesiose

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