Atherosklerose

VonAttila Feher, MD, PhD, Yale University School of Medicine
Überprüft vonJonathan G. Howlett, MD, Cumming School of Medicine, University of Calgary
Überprüft/überarbeitet Geändert Okt. 2025
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Kurzinformationen

Bei der Atherosklerose sammeln sich in den Wänden mittelgroßer und großer Arterien Fettablagerungen (Atherome oder atherosklerotische Plaques) an, die den Blutfluss behindert und blockiert. Dieser Vorgang kann sich auf Herz, Hirn, Nieren, Gliedmaßen und andere Teile des Körpers auswirken. Kommt es in den Arterien, die das Herz mit Blut versorgen, zu einer Atherosklerose, führt dies zu einer koronaren Herzkrankheit, der weltweit häufigsten Todesursache.

  • Atherosklerose wird durch wiederholte Verletzung der Arterienwände verursacht. Zu dieser Verletzung tragen viele Faktoren bei, darunter Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes und ein hoher Cholesterinspiegel.

  • Das erste Symptom können Schmerzen oder Krämpfe sein, wenn das Gewebe nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird.

  • Zur Vorbeugung von Atherosklerose ist es notwendig, das Rauchen aufzugeben, sich gesund zu ernähren, regelmäßig Sport zu betreiben und Blutdruck, Cholesterin und Diabetes weiterhin unter Kontrolle zu halten. Bei manchen Patienten sind möglicherweise Medikamente notwendig.

Ursachen der Atherosklerose

Die Entstehung von Atherosklerose ist kompliziert; am wichtigsten scheint jedoch eine wiederholte, leichte Verletzung der inneren Auskleidung von Arterien (Endothel) durch verschiedene Vorgänge zu sein. Diese Vorgänge sind unter anderem:

  • Körperliche Belastung durch unterbrochene Blutzirkulation (vor allem dort, wo sich Arterien verästeln, insbesondere bei Personen mit Bluthochdruck)

  • Entzündungsbedingter Stress, der das Immunsystem betrifft (wie Rauchen), oder infolge von Infektionen mit bestimmten Bakterien- oder Virenarten

  • Chemische Anomalien im Blutkreislauf (z. B. hohes Cholesterin oder hoher Blutzucker wie im Fall von Diabetes mellitus)

Für weitere Informationen zu spezifischen Ursachen siehe Risikofaktoren für Atherosklerose.

Plaquebildung

Die Atherosklerose beginnt, wenn die verletzte Arterienwand chemische Signale erzeugt, die dazu führen, dass bestimmte weiße Blutkörperchen (Monozyten und T-Zellen) sich an sie heften. Diese Zellen wandern in die Arterienwand und werden dort in Schaumzellen umgewandelt, die Cholesterin und andere fetthaltige Substanzen sammeln. Schaumzellen regen das Wachstum anderer Zellen an, wie das der glatten Muskelzellen in den Arterienwänden. Mit der Zeit wachsen diese Schaumzellen an. Sie bilden fleckförmige Ablagerungen (Atheromen, auch Plaques genannt), die in der Auskleidung der Arterienwand mit einer fibrösen Kappe bedeckt sind. Mit der Zeit lagert sich Kalzium in den Plaques ab. Plaques können über die mittelgroßen und großen Arterien verstreut sein, beginnen aber gewöhnlich dort, wo die Arterien sich verzweigen.

Wie Atherosklerose entsteht

Die Wand einer Arterie besteht aus verschiedenen Schichten. Die innere Schicht (Endothel) ist normalerweise weich und glatt. Atherosklerose tritt auf, wenn diese Auskleidung beschädigt wird. Dann werden bestimmte weiße Blutkörperchen, die Monozyten und T-Zellen, aktiviert; sie verlassen den Blutstrom und dringen in die Innenschicht der Arterienwand ein. Innerhalb der Wand werden sie in Schaumzellen verwandelt, die fettige Substanzen, hauptsächlich Cholesterin, auf sich ansammeln.

Mit der Zeit wandern glatte Muskelzellen aus der mittleren Schicht der Gefäßwand in die innere Schicht der Arterienwand und vermehren sich dort. Bestandteile von Bindegewebe und elastischem Gewebe sammeln sich ebenfalls an dieser Stelle, wie evtl. auch Zellfragmente, Cholesterinkristalle und Kalzium. Diese Ansammlung von mit Fett beladenen Zellen, glatten Muskelzellen und anderen Substanzen bildet eine ungleichmäßige Masse, Atherom oder atherosklerotische Plaque genannt. Diese Plaque ist mit einer fibrösen Kappe bedeckt. Durch ihr Wachstum verdicken einige Atherome die Arterienwand und wölben sich in den Arterienkanal. Diese Plaques können eine Arterie verengen oder verschließen und damit den Blutfluss behindern oder unterbrechen. Andere Plaques blockieren die Arterie zwar nicht sonderlich, die fibröse Kappe kann aber aufplatzen und dadurch Material im Plaque freisetzen und ein Blutgerinnsel verursachen, das plötzlich die Arterie blockieren würde.

Plaqueruptur

Plaques können in der Arterie wachsen und sie so verengen. Wenn sich eine Arterie durch Atherosklerose verengt, kann das Gewebe, das von dieser Arterie versorgt wird, nicht mehr ausreichend Blut und Sauerstoff erhalten. Plaques können auch in die Arterienwände hineinwachsen, wo sie den Blutfluss nicht behindern. Beide Arten von Plaque können aufplatzen; dabei werden die darin enthaltenen Substanzen an das Blut abgegeben und Blutgerinnsel werden gebildet. Diese Gerinnsel können plötzlich den gesamten Blutfluss durch eine Arterie blockieren, was die Hauptursache eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls ist. Manchmal lösen sich die Gerinnsel oder Teile der Plaque ab und wandern über den Blutkreislauf zu einer anderen Arterie im Körper, die sie dann blockieren.

Risikofaktoren für Atherosklerose

(Siehe auch Vorbeugung der koronaren Herzkrankheit.)

Zu den Risikofaktoren, die nicht beeinflusst werden können, gehören folgende:

  • Fortgeschrittenes Alter

  • Männliches Geschlecht (obwohl mehr und mehr Atherosklerose-Fälle bei Frauen auftreten)

  • Familiengeschichte: ein naher Verwandter, der vor dem 56. Lebensjahr einen Schlaganfall oder Herzinfarkt hatte, oder eine nahe Verwandte, die vor dem 66. Lebensjahr einen Schlaganfall oder Herzinfarkt hatte

  • Südasiatische Abstammung

Zu den Risikofaktoren, die beeinflusst werden können, gehören folgende:

  • Faktoren im Zusammenhang mit der Lebensweise

    • Tabakkonsum

    • Bewegungsmangel

    • Salzreiche Ernährung, bestimmte Arten von Fetten und Zucker; Ernährung mit wenig Obst und Gemüse

    • Chronischer Stress, Wut und Feindseligkeit, Depressionen und Angstgefühle

    • Starker Alkoholkonsum

  • Auffälliger Cholesterinspiegel

  • Andere Erkrankungen, die das Herz, die Nieren und den Stoffwechsel betreffen

    • Diabetes oder Prädiabetes (Vorstufe von Diabetes mit auffälligem Blutzuckerspiegel oder Resistenz gegenüber der Wirkung von Insulin im Körper)

    • Bluthochdruck

    • Adipositas

    • Chronische Nierenerkrankung

  • Entzündungen

    • Hoher Spiegel des C-reaktiven Proteins (mit Entzündungen zusammenhängendes Protein)

    • Autoimmun- oder entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, systemischer Lupus erythematodes, Schuppenflechte, Vaskulitis

    • Einige krebsähnliche Mutationen in blutbildenden Stammzellen

  • Infektionen

    • HIV

    • Chlamydophila pneumoniae

    • Zytomegalievirus

    • Helicobacter pylori

    • Erkrankung des Zahnhalteapparats

    • Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) (COVID-19)

    • Influenza (Grippe)

    • Respiratorisches Synzytial-Virus (RSV)

Auffälliger Cholesterinspiegel

Ein hoher LDL-Cholesterinspiegel (LDL = Lipoprotein mit geringer Dichte) ist ein wichtiger Risikofaktor, der beeinflusst werden kann. Ernährung, die reich an gesättigten Fetten ist (siehe Arten von Fett), führt bei dafür anfälligen Menschen zu einem Anstieg des LDL-Cholesterinspiegels. Der Cholesterinwert steigt zudem mit dem Alter; er ist normalerweise bei Männern höher als bei Frauen, bei welchen er aber nach den Wechseljahren zunimmt. Verschiedene Erbkrankheiten führen ebenfalls zu einem hohen Cholesterinspiegel oder zu erhöhten Werten sonstiger Blutfette. Menschen mit dieser Erbkrankheit können extrem hohe LDL-Cholesterinwerte aufweisen und (falls unbehandelt) in jungem Alter an einer Erkrankung der Herzkranzgefäße sterben.

Messung des Apolipoproteins B (ApoB) im Blut: ApoB, der Proteinbestandteil von LDL, ist für die Einschätzung des Atheroskleroserisikos ebenfalls hilfreich. Seine Aufgabe ist der Transport von Cholesterin im Blut, was zu mehr Plaque in den Arterien führt.

Nicht jeder hohe Cholesterinspiegel erhöht die Gefahr einer Atherosklerose. Ein höherer HDL-Cholesterinspiegel (HDL = Lipoprotein mit hoher Dichte; auch „gutes“ Cholesterin genannt) senkt das Risiko einer Atherosklerose.

Lipoprotein (a) ist eine weitere cholesterinhaltige Substanz, die ebenfalls zu Herzinfarkten und Schlaganfällen beiträgt.

Auch hohe Triglyzeridwerte erhöhen das Atheroskleroserisiko leicht.

In der Tabelle sind die Werte für Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und HDL-Cholesterin aufgeführt, die das Atheroskleroserisiko senken.

Erkrankungen des Herzens, der Nieren und des Stoffwechsels (kardiorenal-metabolisches Syndrom)

Unbehandelter Bluthochdruck ist ein Risikofaktor für Atherosklerose sowie für Ereignisse wie einen Herzinfarkt und Schlaganfall, die durch Atherosklerose verursacht werden. Das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung nimmt ab einem Blutdruck von über 115/75 mmHg zu.

Personen mit Diabetes mellitus neigen dazu, Erkrankungen zu entwickeln, die kleine Arterien betreffen, etwa die der Augen, Nerven und Nieren, was zu Sehverlust, Nervenschäden und chronischer Nierenerkrankung führen kann. Diabetiker neigen zudem dazu, Atherosklerose in den großen Arterien zu entwickeln.

Fettleibigkeit (Adipositas), insbesondere am Bauch (stammbetonte Adipositas), erhöht das Risiko für eine koronare Herzkrankheit. Abdominale Adipositas erhöht das Risiko anderer Risikofaktoren für Atherosklerose: Bluthochdruck, Diabetes Typ 2 und hoher Cholesterinspiegel.

Entzündungen

Eine Entzündung ist eine normale Reaktion auf Verletzungen oder Infektionen. Wenn die Entzündung jedoch andauert, schädigt sie Blutgefäße, was das Atheroskleroserisiko erhöht. Daher zählen Erkrankungen, die zu einer chronischen Entzündung beitragen, zu den Atheroskleroserisikofaktoren.

Ein erhöhter Spiegel des C-reaktiven Proteins (CRP) ist ein Anzeichen einer Entzündung und ist mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse verbunden.

Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis, systemischer Lupus erythematodes und die Addison-Krankheit sind ebenfalls mit einem erhöhten Atheroskleroserisiko verbunden.

Klonale Hämatopoese von unbestimmtem Potential (CHIP) ist eine Erkrankung, bei der es zu genetischen Mutationen in den Blutkörperchen von Personen kommt, deren Blutkörperchen nicht anderweitig auffällig sind. Betroffene haben ein beinahe doppelt so hohes Risiko, in jungen Jahren an einer koronaren Herzkrankheit zu erkranken oder einen Herzinfarkt zu erleiden.

Infektionen

Bei der Entstehung einer Atherosklerose kann eine Infektion auch eine Rolle spielen. Personen, die sich mit dem humanen Immundefizienz-Virus angesteckt haben (HIV-Infektion), haben aus mehreren Gründen ein erhöhtes Risiko für einen Myokardinfarkt und andere atherosklerotische Komplikationen. Bei Patienten mit HIV-Infektion ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass traditionelle Risikofaktoren für eine Atherosklerose, wie männliches Geschlecht, hoher Cholesterinspiegel, Bluthochdruck, Diabetes, Raucher, vorliegen. Außerdem beeinträchtigt das HI-Virus die Zellen der Blutgefäße direkt und beeinflusst, wie der Körper Cholesterin verarbeitet.

Andere Infektionen, wie zum Beispiel solche mit Chlamydia pneumoniae, dem Zytomegalievirus, Helicobacter pylori und dem COVID-19-Virus, solche, die mit Erkrankung des Zahnhalteapparats zusammenhängen, und andere Infektionen können die Auskleidung der Blutgefäße schädigen und so das Atheroskleroserisiko erhöhen.

Faktoren im Zusammenhang mit der Lebensweise

Einer der wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren ist das Rauchen. Andere Tabaksorten wie Schnupf- oder Kautabak oder selbst das Passivrauchen erhöhen ebenfalls das Risiko. Das Risiko für manche Arten von Atherosklerose wie eine koronare Herzkrankheit hängt bei Rauchern direkt mit der täglich gerauchten Tabakmenge zusammen. Der Tabakkonsum senkt den Blutspiegel des HDL-Cholesterins (Lipoprotein hoher Dichte), des „guten“ Cholesterins, und erhöht den Spiegel des LDL-Cholesterins (Lipoprotein niedriger Dichte). Durch Rauchen erhöht sich auch der Kohlenmonoxidgehalt im Blut; das kann die Gefahr von Schädigungen an den inneren Arterienwänden erhöhen. Durch Atherosklerose verengte Arterien ziehen sich durch das Rauchen noch mehr zusammen; das schränkt die Blutzufuhr in die Körpergewebe noch weiter ein. Außerdem wird die Gerinnungsneigung des Bluts und damit das Risiko für eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (Atherosklerose anderer Arterien als jener, die Herz und Gehirn mit Blut versorgen), eine koronare Herzkrankheit, einen Schlaganfall und einen Verschluss eines bei einer Koronararterien-Bypassoperation oder einer Operation, um eine blockierte Arterie an einer anderen Stelle im Körper zu umgehen, angelegten arteriellen Grafts, erhöht. Die Gerinnungsneigung steigt, da die Blutplättchen klebriger werden.

Andere Faktoren im Zusammenhang mit der Lebensweise, die das Atheroskleroserisiko erhöhen, sind unter anderem Bewegungsmangel, Ernährung mit wenig Obst und Gemüse und mit viel Zucker, Salz und gesättigten Fetten sowie chronischer Stress oder Feindseligkeit. Alkoholkonsum ist ebenfalls ein Risikofaktor – Studien zeigen nun, dass es kein Maß an Alkoholkonsum gibt, das das Risiko nicht erhöht (im Gegensatz zu älteren Studien, in denen eine schützende Wirkung eines geringen Alkoholkonsums aufgezeigt wurde).

Wussten Sie ...

  • Rauchen ist einer der wichtigsten Atheroskleroserisikofaktoren.

Weitere Risikofaktoren

Viele Erkrankungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines Blutgerinnsels, insbesondere an einer Stelle mit atherosklerotischer Plaque.

Atherosklerose kann auch infolge von Strahlentherapie-bedingten Verletzungen der Blutgefäßinnenwand entstehen, zum Beispiel nach einer Strahlentherapie des Brustkorbs im Rahmen einer Krebsbehandlung. Eine Chemotherapie, die zur Krebsbehandlung verabreicht wird, kann auch das Herz schädigen. In manchen Fällen zeigt sich die Schädigung des Herzens infolge der Chemotherapie erst Jahre nach der Krebstherapie.

Frauen mit vorzeitiger Menopause haben ein höheres Risiko für Herzerkrankungen. Es gibt Hinweise darauf, dass junge Frauen mit schwangerschaftsbedingten Komplikationen, einschließlich Präeklampsie, ein höheres Atheroskleroserisiko haben.

Symptome einer Atherosklerose

Die Symptome sind von Folgendem abhängig:

  • Wo sich die betroffene Arterie befindet

  • Ob die betroffene Arterie allmählich verengt oder plötzlich verschlossen wurde

Symptome einer allmählichen Verengung

Das erste Symptom einer verengten Arterie können Schmerzen oder Krämpfe sein, wenn über den Blutfluss der Sauerstoffbedarf des Gewebes nicht gedeckt werden kann. Beispielsweise kann eine Person während körperlicher Aktivität Schmerzen oder ein Unbehagen in der Brust fühlen, weil die Sauerstoffversorgung zum Herzen unzureichend ist. Diese Brustschmerzen (Angina pectoris) können innerhalb von Minuten wieder abklingen, wenn die Person die Belastung einstellt. Beim Gehen kann eine Person Beinkrämpfe verspüren (Claudicatio intermittens), da die Sauerstoffversorgung zu den Beinmuskeln unzureichend ist. Wenn die Arterien, die eine oder beide Nieren versorgen, sich verengen, kann dies zu Niereninsuffizienz oder gefährlich hohem Blutdruck führen.

Symptome eines plötzlichen Arterienverschlusses

Wenn die Arterien, die das Herz versorgen (Koronararterien), plötzlich blockiert werden, kann dies zu einem Herzinfarkt führen. Das häufigste Symptom eines Herzinfarkts sind Brustschmerzen. Es kann jedoch auch zu Kurzatmigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Herzklopfen (Palpitationen) oder plötzlichem Tod kommen. Ein Verschluss der Arterien, die das Gehirn versorgen, kann zu einem Schlaganfall führen, was Taubheit, Schwäche, Verwirrung und Schwierigkeiten beim Sprechen verursachen kann. Ein Verschluss der Arterien in den Beinen kann zu starken Schmerzen, Kältegefühl, Taubheit oder Verfärbung eines Zehs, Fußes oder Beins führen.

Diagnose einer Atherosklerose

  • Bluttest, um nach Atherosklerose-Risikofaktoren zu suchen

  • Tests mit bildgebenden Verfahren (z. B. mittels Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) oder Ultraschalluntersuchung), um nach Plaque oder verschlossenen Arterien zu suchen

Die Diagnose der Atherosklerose hängt davon ab, ob der Betroffene Symptome hat.

Betroffene mit Symptomen

Wenn Symptome auf eine verschlossene Arterie hinweisen, werden Tests zur Bestimmung von Ort und Ausmaß der Arterienverstopfung durchgeführt. In Abhängigkeit davon, welches Organ betroffen zu sein scheint, werden verschiedene Tests durchgeführt. Wenn der Arzt beispielsweise einen Arterienverschluss im Herzen vermutet, führt er in der Regel eine Elektrokardiographie (EKG), Bluttests auf Marker einer Herzverletzung (kardiale Biomarker) und manchmal einen Belastungstest oder eine Herzkatheterisierung durch.

Wenn jemand atherosklerotische Arterien in einem Organ hat, sind oft noch weitere Arterien von Atherosklerose betroffen. Darum können Ärzte, die einen atherosklerotischen Verschluss bei einer Arterie z. B. im Bein entdecken, noch weitere Arterien auf Verschlüsse, z. B. im Herz, untersuchen.

Ärzte untersuchen auch bestimmte Risikofaktoren bei Menschen mit atherosklerotischem Verschluss. Beispielsweise messen sie den Glukose-, Cholesterin- und Triglyzeridspiegel im Blut. Diese Tests können als Teil der jährlichen Routineuntersuchung bei Erwachsenen durchgeführt werden.

Laboruntersuchung

Betroffene ohne Symptome (Voruntersuchung)

Für Kinder ohne signifikante Risikofaktoren beginnen die empfohlene Voruntersuchung auf Fettleibigkeit im Alter von 2 bis 6 Jahren, die Blutdruck-Voruntersuchung im Alter von 3 Jahren und die Lipid-Voruntersuchung im Alter von 9 bis 11 Jahren.

Bei Personen mit einigen Atherosklerose-Risikofaktoren, aber ohne Symptome, werden normalerweise Bluttests durchgeführt, um die Glukose-, Cholesterin- und Triglyzeridspiegel im Blut zu messen. Üblicherweise werden diese Tests als Teil der jährlichen Routineuntersuchung bei Erwachsenen durchgeführt.

Manche Ärzte empfehlen eine CT, um verhärtete (kalzifizierte) Plaque in den Koronararterien festzustellen und die Menge an Kalzium zu messen, die sich in den Arterien befindet, die das Herz versorgen. Das Ergebnis dieses Tests wird als „Kalkscore“ bezeichnet.

Vorbeugung und Behandlung von Atherosklerose

  • Veränderung der Lebensweise zur Verringerung des Risikos für Atherosklerose oder seine Komplikationen oder für das Sterberisiko

  • Manchmal Medikamente, katheterbasierte Verfahren oder Operation

Um die Atherosklerose-Prävention zu unterstützen, sollte man:

Menschen, die rauchen oder Tabak konsumieren, sollten damit aufhören – unabhängig davon, wie lange sie schon rauchen. Der Nutzen für Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, stellt sich sofort ein und nimmt mit der Zeit noch zu. Eine Kombination aus Nikotinersatztherapie oder anderen Medikamenten und Beratung kann helfen.

Die Umstellung auf eine gesündere Ernährung kann helfen, das Atheroskleroserisiko zu senken. Diese Umstellung kann Folgendes umfassen:

  • Mehr Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte (Bohnen), Nüsse, Vollkorn und Fisch

  • Weniger gesättigte und Transfette (z. B. Butter, Fette in rotem Fleisch und frittierten Nahrungsmitteln, Kokos- und Palmöl); diese sollten mit gesünderen Fetten ersetzt werden (z. B. Olivenöl, Fischöl, Avocado, Nüsse).

  • Salzkonsum einschränken

  • Weniger Einfachzucker, verarbeiteten Kohlenhydraten, zuckerhaltige Getränke und verarbeitete Fleischprodukte

  • Alkoholkonsum einschränken

Einige spezifische Empfehlungen umfassen Folgendes:

  • Aufnahme von Ballaststoffen: 30 bis 45 Gramm pro Tag, vorzugsweise aus Vollkornprodukten

  • Verzehr von Obst: mindestens 200 Gramm pro Tag (≥ 2 bis 3 Portionen)

  • Verzehr von Gemüse: mindestens 200 Gramm pro Tag (≥ 2 bis 3 Portionen)

  • Nüsse: 30 Gramm ungesalzene Nüsse pro Tag

  • Verzehr von rotem Fleisch: Reduzierung auf weniger als 350 bis 500 Gramm pro Woche

  • Fischkonsum: 1- bis 2-mal pro Woche

Fette machen einen wesentlichen Teil der Ernährung aus. Die Auffassung, dass zu einer gesunden Ernährung wenig Fette gehören, ist nur teilweise richtig, da es auf die Art des Fettes ankommt. Fette können bei Raumtemperatur weich (oder flüssig) oder fest sein. Weiche Fette wie Öle und manche Margarinen weisen tendenziell höhere Mengen an einfach und mehrfach ungesättigten Fetten auf. Harte Fette wie Butter und Backfett weisen tendenziell mehr gesättigte und Transfette auf. Gesättigte und Transfette verursachen eher Atherosklerose. Die Menge an gesättigten und Transfetten in der Nahrung sollte also nach Möglichkeit eingeschränkt und stattdessen Nahrungsmittel mit einfach und mehrfach ungesättigten Fetten gewählt werden. Gesättigte und Transfette sind in rotem Fleisch, vielen Fast-Food-Gerichten, Vollfettmilchprodukten (z. B. Käse, Butter und Sahne) und in Margarine zu finden. Einfach ungesättigte Fette sind in Raps- und Olivenöl, weicher Margarine ohne Trans-Fettsäuren, Nüssen und Oliven zu finden. Mehrfach ungesättigte Fette sind in fettreichem Fisch und bestimmten Nüssen, Samen und Ölen.

Mangelnde körperliche Aktivität erhöht die Gefahr für eine koronare Herzkrankheit und regelmäßiger Sport, selbst in Maßen betrieben, senkt dieses Risiko und verringert die Sterblichkeit. Körperliche Aktivität kann in Kombination mit einer Veränderung der Ernährung auch dazu beitragen, andere Risikofaktoren für Atherosklerose zu vermindern, da dadurch Blutdruck, Cholesterinspiegel und Gewicht sinken und die Insulinresistenz abnimmt.

Menschen mit Bluthochdruck sollten ihren Blutdruck mit Veränderungen der Lebensweise (einschließlich Reduzierung des Salzkonsums) und Medikamenten senken. Diabetiker müssen ihren Blutzucker fest im Griff haben. Selbst ohne Diabetes kann die Reduktion des Zuckerkonsums das Atheroskleroserisiko senken.

Sogar ein geringer Alkoholkonsum ist mit einem erhöhten Risiko für atherosklerotische Erkrankungen verbunden, was der Annahme widerspricht, dass ein geringer bis moderater Alkoholkonsum vor Herzerkrankungen schützen kann. Wenn weiterhin Alkohol getrunken wird, sollten Frauen den Konsum auf weniger als 1 Glas pro Tag und Männer auf 2 Gläser pro Tag reduzieren und Alkoholexzesse sollten vermieden werden.

Menschen mit einem hohen Atheroskleroserisiko benötigen möglicherweise Medikamente. Zu den nützlichen Medikamenten gehören jene, die den Cholesterinspiegel senken (Statine, Ezetimib, Evolocumab und Alirocumab), und in manchen Fällen Aspirin oder andere Medikamente, die verhindern, dass sich die Blutplättchen verklumpen und die Blutgefäße blockieren. Statine können Muskelschmerzen und Schwäche verursachen; Patienten müssen möglicherweise auf diese und andere Nebenwirkungen überwacht werden. Aspirin und andere Medikamente, die auf die Blutplättchen abzielen, können zu Blutungen führen. Einige Medikamente, die zur Behandlung von Bluthochdruck oder Diabetes verwendet werden, reduzieren ebenfalls das Risiko für Atherosklerose.

Behandlung von Atherosklerose-Symptomen und -Komplikationen

Wenn eine fortschreitende Atherosklerose Symptome oder Komplikationen verursacht, müssen diese eigens behandelt werden.

Wenn Plaque eine Arterie verschließt, ist die Behandlung mit einem katheterbasierten Verfahren (oder Operation, bei der das Blutgefäß wieder geöffnet und der Blutfluss wiederhergestellt wird) notwendig. Während der Katheterisierung muss möglicherweise ein Stent (kleines Röhrchen aus Maschendraht) gesetzt werden, damit das Gefäß sich nicht wieder schließt und um einen guten Blutfluss sicherzustellen. Eine Koronararterienbypass-Operation kann durchgeführt werden. Bei dieser Operation wird ein gesundes Blutgefäß von einem anderen Teil des Körpers (wie den Beinen oder Armen) genommen, um einen neuen Weg um die verschlossene Arterie im Herzen herzustellen und so den Blutfluss zu verbessern.

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