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Überblick über die medizinische Vorsorge

Von

Magda Lenartowicz

, MD

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jan 2018| Inhalt zuletzt geändert Feb 2018
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Quellen zum Thema

Die herkömmliche Medizin legt den Schwerpunkt auf die Verbesserung der Gesundheit durch die Diagnose und Behandlung von Gesundheitsproblemen, die bereits Symptome oder Komplikationen verursacht haben. Die medizinische Vorsorge dagegen legt den Schwerpunkt auf die Vorbeugung von Gesundheitsproblemen. Die medizinische Vorsorge konzentriert sich zudem auf die Diagnose von Problemen, bevor Symptome oder Komplikationen auftreten, dann, wenn die Genesungschancen am größten sind. Richtig eingesetzt, verbessert die Vorsorge die allgemeine Gesundheit und senkt die Gesundheitskosten.

Vorsorge zielt grundsätzlich darauf ab, die Wahrscheinlichkeit zu reduzieren, dass eine Person erkrankt, erwerbsunfähig wird oder vorzeitig stirbt. Die medizinische Vorsorge stellt kein Universalkonzept dar. Für jeden Patienten werden individuelle Ziele formuliert. Die speziellen Ziele hängen maßgeblich vom Risikoprofil einer Person ab, d. h. vom Risiko für eine Krankheit, die auf Faktoren wie Alter, Geschlecht, Erbgut, Lebensweise und physikalisches und soziales Umfeld basiert. Faktoren, die das Risiko erhöhen, werden Risikofaktoren genannt.

Tabelle
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Beispiele für Risikofaktoren für Gesundheitsprobleme

Kategorie

Risikofaktoren

Eine unausgeglichene, ungesunde Ernährung

Familiäre Veranlagung zu bestimmten Krankheiten wie Herzleiden, Darmkrebs, Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Diabetes, psychische Erkrankungen und Drogenmissbrauch

Stresssituationen:

  • Eine neue Arbeitsstelle

  • Probleme am Arbeitsplatz

  • Tod einer geliebten Person

  • Unzureichender Schlaf

  • Heirat oder Scheidung

Bewegungsarmer Lebensstil (nicht ausreichend Bewegung)

Physikalische Umgebung

Versäumnis, für ein sicheres Umfeld zu sorgen, wozu Folgendes gehören würde:

  • Für alle: Versäumnis, Schusswaffen unter Verschluss aufzubewahren, Motorradhelme und Sicherheitsgurte zu benutzen, funktionierenden Rauchmelder oder Feuerlöscher im Haus zu haben, Heizungen und Kamine regelmäßig reinigen und warten zu lassen

  • Für Kinder: Keine Autokindersitze, Fahrradhelme, feuersicheren Schlafanzüge, Fenster- und Treppensicherungen zu nutzen, keine Untersuchung der Räume nach bleihaltiger Farbe bzw. keine Entfernung der Farbe, keine sichere Aufbewahrung von Arzneimitteln und giftigen Substanzen

  • Für ältere Menschen: Kein Beseitigen oder Beheben von Gefahrenquellen, die Stürze verursachen können (z. B. lose Teppiche oder eine schwache Beleuchtung)

Ethnizität und Geschlecht

Männer: Höheres Risiko für Herzinfarkt als bei Frauen

Schwarze Männer: Höheres Risiko für Bluthochdruck als bei weißen Männern

Soziales Umfeld

Gewalt in der Nachbarschaft

Gewalt in der Familie

Risikoreiches Sexualverhalten (z. B. wechselnde Partner, kein Kondomgebrauch)

Schwierigkeiten, mit anderen auszukommen

Drogenkonsum

Rauchen von Zigaretten, Zigarren oder Pfeife

Tabak kauen

Missbrauch von illegalen Drogen

Missbrauch von Alkohol oder verschreibungspflichtigen Arzneimitteln

Nicht alle notwendigen Impfungen wurden vorgenommen

Gewicht, welches das für die Größe und das Geschlecht empfohlene Gewicht übersteigt, insbesondere um 20 % oder mehr

Arbeitsumfeld

Arbeiten mit potenziell toxischen Substanzen (z. B. Asbest oder ionisierenden Strahlungen), Maschinen, Elektrowerkzeugen, landwirtschaftlichen Maschinen und anderen potenziell gefährlichen Gegenständen

Einige Risikofaktoren können nicht beeinflusst werden, etwa Alter, Geschlecht und Familiengeschichte. Andere Risikofaktoren, etwa die Lebensweise und das physikalische und soziale Umfeld, können geändert werden, was bestimmte Erkrankungsrisiken senken kann. Das Risiko kann zudem durch gute medizinische Versorgung reduziert werden.

Die medizinische Versorgung von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen zielt auf die Erkennung und Vorbeugung von Risikofaktoren und Problemen ab. Untersuchungen konzentrieren sich z. B. auf die Erkennung von frühen Hinweisen auf sich entwickelnde Probleme. Eine regelmäßige Gesundheitsvorsorge bei Kindern beinhaltet auch eine Kontrolle der Schutzimpfungen und die Verordnung von empfohlenen Impfstoffen. Medizinische Fachkräfte beraten die Eltern zudem über Methoden zur Vorbeugung von Unfällen und Verletzungen bei Kindern und Jugendlichen.

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