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Prostatitis

(Prostatodynie)

Von

Gerald L. Andriole

, MD, Barnes-Jewish Hospital, Washington University School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2019| Inhalt zuletzt geändert Okt 2019
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Kurzinformationen
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Quellen zum Thema

Bei einer Prostatitis handelt es sich um eine schmerzhafte Schwellung und/oder entzündliche Erkrankung der Prostata.

  • In manchen Fällen ist eine bakterielle Infektion die Ursache.

  • Es kann zu Schmerzen im Bereich des Hodensacks und Afters oder im unteren Rücken, Penis oder den Hoden kommen.

  • Symptome sind ein häufiger und starker Harndrang sowie mögliche Schmerzen beim Wasserlassen, bei der Erektion, Ejakulation und beim Stuhlgang.

  • Es werden Kulturen vom Urin und manchmal von Flüssigkeitsausscheidungen der Prostata angelegt.

  • Eine bakterielle Infektion wird mit Antibiotika behandelt.

  • Die Symptome der Prostatitis können unabhängig von der Ursache mit warmen Sitzbädern, Entspannungstechniken und Medikamenten behandelt werden.

Die Prostata ist eine Drüse, die bei Männern vorkommt; sie liegt direkt unter der Harnblase und umgibt die Harnröhre. Zusammen mit den Samenbläschen in der Nähe produziert diese Drüse einen großen Anteil der Flüssigkeit, aus der das Ejakulat (der Samen) des Mannes besteht. Die Prostata ist walnussgroß bei jungen Männern, vergrößert sich jedoch mit zunehmendem Alter. 

Die männlichen Geschlechtsorgane

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Die Ursache der Prostatitis ist oft ungeklärt. Eine Prostatitis kann auf einer bakteriellen Infektion beruhen, die sich vom Harntrakt oder über Bakterien im Blut in die Prostata ausbreitet. Eine akute bakterielle Prostatitis entwickelt sich rasch, eine chronische bakterielle Prostatitis entsteht langsam und neigt dazu, immer wieder aufzutreten. Bei manchen Menschen kann es auch ohne bakterielle Infektion zu einer chronischen Prostatitis kommen. Hier kann eine Entzündung auftreten, wobei dies nicht zwingend ist. In manchen Fällen verursacht eine Prostatitis ohne bakterielle Infektion eine Entzündung, bei der keine Symptome auftreten.

Symptome

Bei allen Arten der Prostatitis, die Symptome verursachen, werden viele der Symptome durch Verkrampfungen der Muskeln in der Blase und im Abdomen verursacht, insbesondere im Bereich des Skrotums und des Anus (das Perineum). Es treten Schmerzen im Perineum, am unteren Rücken und häufig am Penis und Hoden auf. Oft kommt häufiger, starker Harndrang hinzu, unter Umständen ist das Wasserlassen schmerzhaft oder verursacht Brennen. Auch Erektion oder Ejakulation können erschwert oder sogar schmerzhaft sein. Es kann zu Verstopfung kommen, die Schmerzen beim Stuhlgang bewirkt.

Bei akuter bakterieller Prostatitis sind die Symptome in der Regel stärker ausgeprägt. Einige Symptome treten hier besonders häufig auf, z. B. Fieber und Schüttelfrost, Schwierigkeiten beim Wasserlassen und Blut im Urin. Eine bakterielle Prostatitis kann zu einer Eiteransammlung (Abszess) in der Prostata oder einer Nebenhodenentzündung (Epididymitis) führen.

Diagnose

  • Körperliche Untersuchung

  • Urinuntersuchung und Urinkultur

Die Diagnose einer Prostatitis stützt sich in der Regel auf die Symptome, eine körperliche Untersuchung sowie die Ergebnisse der Urinanalyse und Urinkultur. Bei der rektalen Untersuchung kann sich die Prostata, insbesondere bei Männern mit einer akuten bakteriellen Prostatitis, geschwollen anfühlen und berührungsempfindlich sein. Es werden Proben vom Urin und in manchen Fällen von Flüssigkeiten, die vom Penis durch die Prostatamassage während der Untersuchung ausgeschieden werden, zur Analyse und für die Anlage von Kulturen entnommen.

Weist die Urinuntersuchung weiße Blutkörperchen auf, deutet dies auf eine Entzündung hin, bei Bakterien auf eine Infektion. Anhand der Urinkulturen können bakterielle Infektionen im Harntrakt nachgewiesen werden. Wird in der Kultur der Prostataflüssigkeit hingegen eine Infektion gefunden, ist die Prostata eindeutig die Ursache der Infektion. Wird die Prostatitis nicht durch eine bakterielle Infektion hervorgerufen, zeigen die Urinkulturen keine Infektion.

Behandlung

  • Bei einer bakteriellen Infektion Antibiotika

  • Ohne Infektion Behandlungen zur Linderung der Symptome, wie Prostatamassage, Sitzbäder, Biofeedback, Medikamente und Eingriffe

Keine Infektion

Ergeben die Kulturen keinen Hinweis auf eine bakterielle Infektion, ist eine Prostatitis gewöhnlich schwer zu heilen. Bei dieser Art der Prostatitis lindern die meisten Behandlungsmöglichkeiten nur die Symptome, eine Heilung ist u. U. nicht möglich. Diese Symptombehandlungen können auch bei einer chronischen bakteriellen Prostatitis angewendet werden. Allerdings ist nicht erwiesen, wie wirksam diese Behandlungen sind.

Nicht medikamentöse Behandlungen sind z. B. regelmäßige ärztliche Prostatamassagen (manuell über das Rektum) und warme Sitzbäder. Entspannungstechniken (Biofeedback) zur Linderung von Krämpfen und Schmerzen in den Beckenmuskeln sind weitere Möglichkeiten.

Im Bereich der medikamentösen Behandlung können stuhlerweichende Medikamente durch Verstopfung verursachte Schmerzen beim Stuhlgang lindern. Mit Schmerzmitteln und entzündungshemmenden Medikamenten lassen sich Schmerzen und Schwellungen unabhängig von ihrer Ursache bekämpfen. Alphablocker, wie Doxazosin, Terazosin, Tamsulosin, Alfuzosin und Silodosin, können Symptome lindern, da sie die Muskeln in der Prostata entspannen. Aus unbekannten Gründen lindern manchmal Antibiotika Symptome einer nicht bakteriellen Prostatitis. Wenn die Symptome trotz Behandlung schwer sind, ist als letzter Ausweg eine teilweise oder vollständige operative Entfernung der Prostata in Betracht zu ziehen. Alternativ kann das Prostatagewebe durch eine Mikrowellen- oder Laserbehandlung zerstört werden.

Infektionen

Zur Behandlung einer akuten bakteriellen Prostatitis werden für die Dauer von mindestens 30 Tagen Antibiotika gegeben, die in das Prostatagewebe eindringen können (z. B. Trimethoprim/Sulfamethoxazol). Bei einer kürzeren Behandlungszeit heilt die Infektion eventuell nicht vollständig ab und wird chronisch. Die meisten Patienten können zu Hause behandelt werden und die Antibiotika oral einnehmen. In manchen Fällen ist eine stationäre Behandlung mit intravenöser Antibiotikagabe nötig. Eine chronische bakterielle Prostatitis ist nur schwer heilbar. Sie wird für eine Dauer von mindestens 6 Wochen mit einem Antibiotikum behandelt, das in das Prostatagewebe eindringen kann. Ein Prostataabszess muss gewöhnlich chirurgisch entleert werden (Drainage).

Weitere Informationen

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