Knochenmodellierungsstörungen sind Erkrankungen, die durch Auffälligkeiten in der Entwicklung, dem Wachstum oder der Form von Knochen gekennzeichnet sind, die häufig auf genetische Unterschiede, die sich auf die Regulierung der Wachstumsfugen oder die Knochenbildung auswirken, zurückzuführen sind. Diese Störungen unterscheiden sich von stoffwechselbedingten Knochenkrankheiten, die hauptsächlich mit einer gestörten Mineralisierung einhergehen, und von Knochenumbaustörungen, die den Knochenumbau in reife Knochen beeinflussen.
Zu den Knochenmodellierungsstörungen zählen Störungen der Wachstumsfuge (Osteochondrosen) und seltene Erbkrankheiten von Bindegewebe, Knochen oder Knorpel, die dazu führen, dass sich das Skelett ungewöhnlich entwickelt (wie Osteochondrodysplasien).
Bei Kindern führen Knochenmodellierungsstörungen typischerweise zu Kleinwüchsigkeit, ungleichem Wachstum in verschiedenen Körperteilen (zum Beispiel wachsen Rumpf und Gliedmaßen ungleich stark) und charakteristischen Veränderungen der Knochen, bei denen es sich nicht um eine geringe Knochendichte oder ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche handelt. Diese Störungen können Knochen- und Gelenkschmerzen verursachen.
Osteochondrosen (Störungen der Wachstumsfugen)
Die Knochen von Kindern wachsen aus weichen Bereichen des Knorpels an den Enden der Knochen. Diese Bereiche werden Wachstumsfugen genannt. Wenn die Kinder ausgewachsen sind, verhärten die Wachstumsfugen zu festen Knochen. Nachdem die Wachstumsfugen verknöchert sind, können die Knochen nicht mehr in die Länge wachsen. Deshalb werden Menschen ab einem bestimmten Zeitpunkt in ihrer Jugend nicht mehr größer. Die Knochen reparieren sich zwar selbst, z. B. nach einer Verletzung, aber diese Reparaturen schließen die Wachstumsfugen nicht mit ein.
Osteochondrosen sind Störungen der Wachstumsfuge, die auftreten, wenn ein Kind schnell wächst.
Ärzte sind sich nicht sicher, was eine Osteochondrose verursacht, aber einige der Störungen scheinen erblich bedingt zu sein. Weitere Faktoren sind mechanische Belastung (beispielsweise eine starke Aufprallkraft wie ein Sturz), wiederholte, übermäßige Beanspruchung (in der Regel eine geringe Krafteinwirkung wie beim Laufen) und schnelles Wachstum.
Häufige Beispiele sind:
Seltene Beispiele sind:
Morbus Panner
Zur Diagnose von Osteochondrosen wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt und es kommen typischerweise bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen oder Magnetresonanztomographie (MRT) zum Einsatz.
Osteochondrosen werden aufgrund der Symptome, die sie verursachen, behandelt. Zum Beispiel werden einige mit einem Gipsverband und Schmerzmitteln behandelt, andere mit einer Veränderung der Aktivitäten und Physiotherapie. Ein chirurgischer Eingriff ist selten erforderlich.
