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Hyperemesis gravidarum

Von

Antonette T. Dulay

, MD, Main Line Health System

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Aug 2019| Inhalt zuletzt geändert Aug 2019
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Kurzinformationen

Unter einer Hyperemesis gravidarum wird eine besonders starke Übelkeit und übermäßiges Erbrechen während der Schwangerschaft verstanden.

  • Frauen mit Hyperemesis gravidarum verlieren im Gegensatz zu Frauen mit normaler Schwangerschaftsübelkeit an Gewicht und leiden unter Dehydratation.

  • Die Diagnose einer Hyperemesis gravidarum stützt sich auf die Symptome sowie auf Untersuchungen auf Dehydratation und andere mögliche Ursachen für das Erbrechen.

  • Die Behandlung umfasst die intravenöse Zufuhr von Flüssigkeiten mit Elektrolyten und Vitaminen sowie Medikamente zur Linderung der Übelkeit und die Betroffenen dürfen zunächst weder essen noch trinken.

Unter Schwangerschaftskomplikationen wie Hyperemesis gravidarum werden Probleme verstanden, die nur während der Schwangerschaft auftreten. Diese können Auswirkungen auf die Frau und/oder den Fötus haben und können zu verschiedenen Zeitpunkten während der Schwangerschaft auftreten. Die meisten Schwangerschaftskomplikationen können jedoch erfolgreich behandelt werden.

Während einer Schwangerschaft kommt es häufig zu Übelkeit und Erbrechen. Meistens geschieht dies am Morgen (sogenannte morgendliche Übelkeit), kann aber den ganzen Tag über vorkommen.

Die Hyperemesis gravidarum unterscheidet sich von der gewöhnlichen Morgenübelkeit. Die betroffenen Frauen erbrechen häufig. Zudem ist ihnen so übel, dass sie abnehmen und auszutrocknen drohen. Frauen, die hin und wieder erbrechen, aber an Gewicht zunehmen und nicht dehydriert sind, leiden nicht unter einer Hyperemesis gravidarum.

Die Ursache für Hyperemesis gravidarum ist unbekannt.

Symptome

Es kann vorkommen, dass Frauen mit Hyperemesis gravidarum nicht genug Nahrung zu sich nehmen, um ihren Körper mit Energie zu versorgen. Der Körper baut dann Fette ab, was zu einer Ansammlung von Abfallprodukten (Ketone) führt, der sogenannten Ketose. Eine Ketose kann Erschöpfung, Mundgeruch, Schwindelgefühle und andere Symptome verursachen.

Frauen mit einer Hyperemesis gravidarum dehydrieren häufig so sehr, dass es zu Störungen des Elektrolythaushalts kommt, der zur Erhaltung der Körperfunktionen nötig ist.

Bei einer Hyperemesis gravidarum kann es unter Umständen zu einer vorübergehenden leichten Schilddrüsenüberfunktion kommen (sogenannte Hyperthyreose).

In seltenen Fällen hält die Hyperemesis gravidarum in der 16. bis 18. Schwangerschaftswoche immer noch an. In solch einem Fall kann es zu ernsthaften Schäden der Leber kommen, die wiederum eine Gelbsucht und Degeneration des Lebergewebes zur Folge haben. Wenn die Leber durch eine Hyperemesis gravidarum schwer geschädigt oder ein schwerer Flüssigkeitsmangel verursacht wird, kann es zur Verwirrtheit bei der betroffenen Frau kommen.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Blut- und Urintests

Fragen zum Erbrechen, die den Frauen gestellt werden:

  • Wann es angefangen hat

  • Wie lange es andauert

  • Wie oft am Tag das Symptom auftritt

  • Ob es etwas gibt, das zur Erleichterung oder zur Verschlimmerung führt

  • Wie das Erbrochene aussieht

  • Wie viel erbrochen wird

Um feststellen zu können, ob ein Flüssigkeitsmangel besteht oder infolgedessen auffällige Elektrolytwerte vorliegen, führt der Arzt bei dem symptomgestützten Verdacht auf Hyperemesis gravidarum entsprechende Blut- und Urintests durch.

Eine Ultraschalluntersuchung wird gewöhnlich durchgeführt, um herauszufinden, ob bei der Frau eine Blasenmole (eine Erkrankung, die zunächst mit einer Schwangerschaft verwechselt werden kann) oder mehrere Föten (Mehrfachgeburt) vorliegen. Bei beiden Zuständen besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass die Frau erbricht. Es können weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um andere Ursachen für das Erbrechen ausschließen zu können.

Behandlung

  • Zunächst nichts essen oder trinken

  • Intravenös verabreichte Flüssigkeit

  • Medikamente zur Linderung der Übelkeit

Wurde eine Hyperemesis gravidarum bestätigt, darf die Patientin zunächst nichts essen oder trinken. Stattdessen wird ihr intravenös Flüssigkeit zugeführt. Die Flüssigkeiten enthalten gewöhnlich Zucker (Glukose) und gegebenenfalls Elektrolyte und Vitamine. Bei schwerem und andauerndem Erbrechen wird die Frau in ein Krankenhaus eingeliefert. Dort werden ihr weiterhin Flüssigkeiten mit allen benötigten Ergänzungen zugeführt. Zudem werden ihr Arzneimittel zur Einnahme, als Injektion oder als Zäpfchen verabreicht, um die Übelkeit zu lindern (Antiemetika).

Wenn die Frau genügend Flüssigkeit erhalten hat und der Brechreiz abgeklungen ist, erhält sie wieder Flüssigkeiten zum Trinken. Wenn sie die Flüssigkeiten bei sich behält, kann sie vorsichtig damit beginnen, Schonkost in Form von vielen kleinen Portionen zu sich zu nehmen. Die Größe der Portionen wird allmählich gesteigert, je mehr Nahrung sie bei sich behalten kann.

Wenn die Symptome wiederkehren, wird die Behandlung wiederholt.

Halten die Symptome an und nimmt die Frau trotz Behandlung weiter ab, können in seltenen Fällen während kurzer Zeit Kortikosteroide (z. B. Methylprednisolon) eingesetzt werden. Dies wird im ersten Trimester der Schwangerschaft aber nur selten gemacht, weil diese Medikamente zu Geburtsfehlern führen können.

In sehr schwerwiegenden Fällen können Betroffene intravenös ernährt oder mit einer Sonde versorgt werden, um ihnen die Nahrung so lange wie nötig durch Nase und Rachen direkt in den Dünndarm zu leiten. Diese Behandlung wird jedoch nach Möglichkeit vermieden.

Wenn die Patientinnen trotz der Behandlung weiterhin erbrechen und dies zu weiterem Gewichtsverlust, Gelbsucht und Herzrhythmusstörungen führt, können die Symptome lebensbedrohlich werden. In solchen Fällen muss die Schwangerschaft möglicherweise abgebrochen werden. Die Frauen können diese Option mit ihrem Arzt besprechen.

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