Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

honeypot link

Vitamin-E-Mangel

Von

Larry E. Johnson

, MD, PhD, University of Arkansas for Medical Sciences

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Nov 2020| Inhalt zuletzt geändert Nov 2020
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen

Ein Vitamin-E-Mangel, der durch eine Vitamin-E-arme Ernährung verursacht wird, tritt in Entwicklungsländern häufig auf. In Entwicklungsländern ist die Ursache normalerweise eine Resorptionsstörung. Manche Säuglinge werden mit einem Vitamin-E-Mangel geboren, der sich im Normalfall mit zunehmendem Alter bessert.

  • Ein Vitamin-E-Mangel kann zu einer eingeschränkten Funktion von Reflexen und Koordinationsfähigkeit, zu Gehschwierigkeiten und Muskelschwäche führen.

  • Bei frühgeborenen Babys mit Vitamin E-Mangel kann sich eine schwere Anämie entwickeln.

  • Die Diagnose stützt sich auf die Symptome und das Ergebnis der körperlichen Untersuchung.

  • Die Einnahme von Vitamin E-Präparaten beseitigt den Mangel.

Vitamin E (Tocopherol) ist ein Antioxidans: Es schützt die Zellen vor der Schädigung durch freie Radikale, reaktiver Nebenprodukte des Zellstoffwechsels, die an chemischen Reaktionen innerhalb von Zellen beteiligt sind. Einige dieser Reaktionen können schädigende Auswirkungen haben. (Siehe hierzu auch Vitamine im Überblick.)

Wie die Vitamine A, D und K ist Vitamin E ein fettlösliches Vitamin, das sich in Fett auflöst und am besten aufgenommen (resorbiert) wird, wenn es mit etwas Fett verzehrt wird. Gute Vitamin-E-Lieferanten sind unter anderem Pflanzenöl, Nüsse, Samen, grünes Blattgemüse und Weizenkeime.

Neugeborene haben relativ geringe Vitamin-E-Reserven, da nur kleine Mengen von Vitamin E die Plazenta passieren. Daher besteht für Neugeborene, insbesondere früh Geborene, ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-E-Mangel. Mit zunehmendem Alter verringert sich jedoch das Risiko, da Säuglinge normalerweise genügend Vitamin E über die Muttermilch oder handelsübliche Säuglingsnahrung erhalten. Erwachsene können große Mengen Vitamin E im Fettgewebe speichern, wodurch ein Mangel weniger wahrscheinlich wird.

Ursachen

Eine sehr fettarme Ernährung liefert zu wenig Vitamin E, da pflanzliche Fette seine Hauptquelle bilden und Vitamin E am besten resorbiert wird, wenn es mit etwas Fett verzehrt wird. Erkrankungen, die zur Beeinträchtigung der Fettverdauung führen, zum Beispiel bestimmte Leberkrankheiten oder Gallenblasenerkrankungen, Pankreatitis und Mukoviszidose, können auch die Aufnahme (Resorption) von Vitamin E reduzieren und das Risiko eines Vitamin-E-Mangels erhöhen.

In den USA und anderen Industrieländern ist ein Vitamin-E-Mangel bei älteren Kindern und Erwachsenen selten und tritt meist aufgrund

  • einer Krankheit auf, die die Fettresorption (Malabsorption) behindert.

In Entwicklungsländern ist die häufigste Ursache für einen Vitamin-E-Mangel die

  • unzureichende Aufnahme von Vitamin E

Wussten Sie ...

  • Eine sehr fettarme Ernährung kann zu einem Mangel der Vitamine E, A, D und K führen, da diese Vitamine zur Aufnahme in den Körper mit etwas Fett verzehrt werden müssen.

Symptome

Bei Kindern können Symptome wie langsames Reaktionsvermögen, Verlust der Koordinationsfähigkeit, Gefühllosigkeit im Körper (Betroffene finden ihre eigenen Gliedmaßen nicht, ohne hinzuschauen) und Muskelschwäche gehören.

Bei Erwachsenen mit Vitamin-E-Mangel aufgrund einer Malabsorption entwickeln sich diese Symptome selten, da Erwachsene große Mengen von Vitamin E in Fettgewebe (adipösen Zellen) speichern.

Ein Vitamin-E-Mangel kann eine Form der Anämie verursachen, bei der die roten Blutkörperchen zerfallen (hämolytische Anämie). Für frühgeborene Säuglinge mit Vitamin-E-Mangel besteht das Risiko für diese schwere Krankheit.

Bei Frühgeborenen können eine Blutung (Hämorrhagie) im Gehirn und ein anomales Wachstum von Blutgefäßen im Auge (als Frühgeborenenretinopathie bezeichnet) auftreten. Betroffen Neugeborene zeigen zudem eine Muskelschwäche.

Diagnose

  • Körperliche Untersuchung

  • Mitunter Bluttests

Die Diagnose von Vitamin-E-Mangel stützt sich auf die Symptome, vorhandene Situationen, die das Risiko erhöhen und die Ergebnisse einer körperlichen Untersuchung.

Zur Bestätigung der Diagnose kann eine Bestimmung des Vitamin E-Blutspiegels vorgenommen werden.

Behandlung

  • Vitamin E-Nahrungsergänzungsmittel

Zur Behandlung eines Vitamin-E-Mangels gehört die Einnahme von Vitamin E-Präparaten.

Frühgeborene können Präparate erhalten, die die Entwicklung von Krankheiten verhindern. Für die meisten ausgetragenen Neugeborenen sind keine Präparate notwendig, da sie genügend Vitamin E aus der Muttermilch oder der handelsüblichen Säuglingsnahrung erhalten.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie

Testen Sie Ihr Wissen

Kalorien
Für welches Maß steht eine Kalorie?

Auch von Interesse

NACH OBEN