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Allergische Bindehautentzündung

(atopische Konjunktivitis; atopische Keratokonjunktivitis; Heuschnupfen-Konjunktivitis; perenniale allergische Konjunktivitis; saisonale allergische Konjunktivitis; vernale Keratokonjunktivitis)

Von

Melvin I. Roat

, MD, FACS, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Apr 2021| Inhalt zuletzt geändert Apr 2021
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Bei einer allergischen Konjunktivitis handelt es sich um Bindehautentzündung aufgrund einer allergischen Reaktion.

  • Allergische Reaktionen, die zum Beispiel durch luftübertragene Allergene ausgelöst werden, können zu Entzündungen der Bindehaut führen.

  • Rötung, Juckreiz, Schwellung, Risse und klebriger Ausfluss sind dabei weit verbreitet.

  • Verschiedene Augentropfen können die Symptome und die Entzündung lindern.

Die Bindehaut (die Membran, welche die Augenlider auskleidet und das Weiße des Auges bedeckt) enthält zahlreiche Immunzellen (sogenannte Mastzellen), die in Reaktion auf eine Vielzahl von Reizen (wie etwa Pollen, Schimmelpilzsporen oder Staubmilben) chemische Substanzen (sogenannte Mediatoren) freisetzen. Diese Mediatoren lösen eine Entzündung der Augen entweder von kurzer oder langer Dauer aus. Rund 20 % aller Menschen leiden mehr oder minder stark unter allergischer Bindehautentzündung. (Siehe auch Überblick über Erkrankungen der Bindehaut und Sklera Überblick über Erkrankungen der Bindehaut und Sklera Die Bindehaut ist die Membran, die das Augenlid auskleidet und sich zurückbiegt und die Sklera (die harte weiße Faserschicht, die das Auge umgibt) direkt bis zum Rand der Hornhaut (der klaren... Erfahren Sie mehr .)

Blick ins Innere des Auges

Blick ins Innere des Auges

Eine saisonbedingte allergische Konjunktivitis (Heuschnupfenkonjunktivitis) und eine perenniale (ganzjährige) allergische Konjunktivitis (atopische Konjunktivitis, atopische Keratokonjunktivitis) sind die häufigsten Arten einer allergischen Reaktion der Augen. Die saisonale allergische Konjunktivitis wird oft von Schimmelpilzen, Baum-, Gräser- und Getreidepollen hervorgerufen und tritt gewöhnlich im Frühjahr und Frühsommer auf. Graspollen sind verantwortlich für Symptome der allergischen Konjunktivitis im Sommer und Frühherbst. Eine perenniale (ganzjährige) allergische Konjunktivitis tritt das ganze Jahr hindurch auf und wird vorwiegend von Staubmilben oder Daunenfedern verursacht.

Die vernale Keratokonjunktivitis (Frühjahrskonjunktivitis) ist eine schwerere Form der allergischen Bindehautentzündung, deren Auslöser (Allergen) unbekannt ist. Betroffen sind vorwiegend Jungen, vor allem im Alter von 5 bis 20 Jahren, die zudem unter Ekzem, Asthma und saisonalen Allergien leiden. Die vernale Keratokonjunktivitis tritt gewöhnlich jedes Frühjahr erneut auf und geht im Herbst und Winter zurück. Bei vielen Kindern verschwindet sie mit Beginn des Erwachsenenalters.

Symptome einer allergischen Bindehautentzündung

Eine allergische Konjunktivitis jeder Art ruft heftigen Juckreiz und Brennen in beiden Augen hervor. Obwohl die Symptome meistens beide Augen gleich stark betreffen, kann in seltenen Fällen ein Auge stärker beeinträchtigt sein als das andere. Die Bindehaut rötet sich und schwillt manchmal an, was der Oberfläche des Augapfels ein verquollenes Aussehen verleiht. Die Augenlider können stark jucken. Reiben und Kratzen führt zu Rötungen und Schwellungen der Haut der Augenlider sowie einem faltigen Erscheinungsbild.

Bei einer saisonalen oder perennialen allergischen Konjunktivitis scheiden die Augen große Mengen eines dünnen, wässrigen Sekrets aus. Gelegentlich ist diese Absonderung von zäher Konsistenz. Das Sehvermögen ist nur selten beeinträchtigt. Viele Betroffene haben eine juckende, laufende Nase.

Bei der vernalen Keratokonjunktivitis scheidet das Auge ein dickflüssiges, zähes, schleimiges Sekret ab. Anders als andere Arten der allergischen Konjunktivitis betrifft die vernale Konjunktivitis oft die Hornhaut (die klare Schicht vor der Iris und Pupille), und es bilden sich schmerzhafte, offene Geschwüre (Hornhautgeschwüre Hornhautulkus Ein Geschwür oder Ulkus der Hornhaut ist eine Augeninfektion, die eine infizierte, offene Wunde auf der Hornhaut (der klaren Schicht vor Iris und Pupille) verursacht. Kontaktlinsen, Verletzungen... Erfahren Sie mehr Hornhautulkus ). Diese Geschwüre führen zu einer extremen Lichtempfindlichkeit (Photophobie) und ziehen manchmal eine dauerhafte Schädigung des Sehvermögens nach sich.

Diagnose einer allergischen Bindehautentzündung

  • Beurteilung der Symptome und des Erscheinungsbilds durch den Arzt

Der Arzt erkennt eine allergische Konjunktivitis an ihrer typischen Erscheinungsform und Symptomatik. Tests sind nur selten erforderlich oder hilfreich.

Behandlung einer allergischen Bindehautentzündung

  • Augentropfen und künstliche Tränenflüssigkeit

Die Behandlung der allergischen Konjunktivitis beinhaltet antiallergische Augentropfen. Mit dem Einträufeln künstlicher Tränen und durch Vermeidung der bekannten Allergieauslöser (Allergene) können die Symptome gelindert werden.

Tropfen, die ein Antihistaminikum enthalten, wie etwa Ketotifen, können in leichten Fällen ausreichen. Dieses Medikament ist ohne Rezept erhältlich. Wenn Ketotifen nicht ausreicht, können rezeptpflichtige Antihistamin-Augentropfen (z. B. Olopatadin oder Cetrizin) oder Mastzellstabilisatoren (z. B. Nedocromil) helfen.

Nichtsteroidale entzündungshemmende Augentropfen wie Ketorolac helfen bei der Linderung der Symptome. Kortikosteroidhaltige Augentropfen weisen eine stärkere entzündungshemmende Wirkung auf. Diese Augentropfen sollten ohne engmaschige Überwachung durch einen Ophthalmologen (ein auf die Beurteilung und Behandlung [chirurgisch und nichtchirurgisch] von Augenkrankheiten spezialisierter Arzt) jedoch nicht länger als einige Wochen angewandt werden, da sie einen erhöhten Augeninnendruck (Glaukom Glaukom (Grüner Star) Glaukome (grüner Star) ist ein Sammelbegriff für Augenkrankheiten, die durch einen fortschreitenden Schaden am Sehnerv gekennzeichnet sind (oft, aber nicht immer verbunden mit einem erhöhten... Erfahren Sie mehr ) und Katarakte Katarakt (grauer Star) Bei einer Katarakt handelt es sich um eine Trübung (Opazität) der Linse des Auges, die einen fortschreitenden, schmerzlosen Verlust des Sehvermögens verursacht. Das Sehen kann unscharf sein... Erfahren Sie mehr Katarakt (grauer Star) verursachen können und das Risiko für Augeninfektionen erhöhen.

Oral eingenommene Antihistaminika wie Fexofenadin, Cetirizin oder Hydroxyzin können ebenfalls sehr hilfreich sein, besonders, wenn andere Körperbereiche (beispielsweise Ohren, Nase, Rachen) von den Allergien betroffen sind.

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