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Wiederherstellen und Sichern der Atemwege

Von

Charles D. Bortle

, EdD, Einstein Medical Center

Inhalt zuletzt geändert Jan 2017
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Quellen zum Thema

Das Luftwege-Management besteht aus

  • Freimachen der oberen Atemwege

  • Aufrechterhaltung einer offenen Luftpassage mit einer mechanischen Vorrichtung

  • Manchmal unterstützen der Atmung

Es gibt zahlreiche Indikationen für die Sicherung der Atemwege (siehe Tabelle: Situationen, die eine Sicherung der Atemwege erforderlich machen) und viele Methoden zur Wiederherstellung eines Atemwegs, einschließlich

Welche Techniken bei der Behandlung der Atemwege auch immer eingesetzt werden, das Atemvolumen sollte 6–8 ml/kg (deutlich weniger als früher empfohlen) und die Beatmungsrate 8–10 Atemzüge/min betragen (deutlich langsamer als früher empfohlen, um negative hämodynamische Folgen zu vermeiden). Langsamere Raten werden üblicherweise bei Patienten mit schwerem Lufteinschluss (z. B. akutes Asthma, COPD) eingesetzt, und die passive Oxygenierung ohne Überdruckbeatmung zeigt sich in den ersten Minuten nach Herzstillstand vielversprechend. Kleinere Volumina und langsamere Atemfrequenzen sind auch in jedem Zustand der hämodynamischen Instabilität wünschenswert. Es ist jedoch wichtig zu bedenken, dass die Überdruckbeatmung das Gegenteil der physiologisch normalen Unterdruckbeatmung ist. Bei Herzstillstand sind die physiologischen Anforderungen signifikant geringer, und bei Nicht-Arrest überwiegen die Vorteile der Hypoventilation in Bezug auf die hämodynamische Stabilität und den Lungenschutz oft die negativen Effekte permissiver Hyperkapnie und moderater Hypoxie.

Tabelle
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Situationen, die eine Sicherung der Atemwege erforderlich machen

Klassifikation

Beispiele

Notfallsituationen

Herzstillstand

Atemstillstand oder Apnoe (z. B. bei ZNS-Erkrankungen, Drogeneinfluss oder Hypoxie)

Tiefes Koma mit Zurücksinken der Zunge und damit Verlegung der Glottis

Akutes Larynxödem

Laryngospasmus

Fremdkörper im Larynx (z. B. Bolustod)

Ertrinken

Trauma der oberen Atemwege

Schädel- oder hohe Rückenmarkverletzungen

Dringlichkeiten

Respiratorische Insuffizienz

Notwendigkeit der Atemunterstützung (z. B. bei ARDS, Inhalation von Rauch oder toxischer Noxen, Verbrennungen der Atemwege, Aspiration von Mageninhalt, Exazerbation einer COPD oder Asthma, diffuse Infektionskrankheiten oder andere parenchymatöse Lungenerkrankungen, neuromuskuläre Erkrankungen, Depression des Atemzentrums oder extreme Ermüdung der Atemmuskulatur)

Notwendigkeit zur Reduktion der Atemarbeit bei Patienten im Schock, bei vermindertem Herzminutenvolumen oder zur Minderung von myokardialem Stress

Vor Magenspülung bei Patienten mit Drogenüberdosierung und getrübter Bewusstseinslage

Vor Ösophagogastroskopie bei Patienten mit Blutungen im oberen Gastrointestinaltrakt

Vor Bronchoskopie bei Patienten mit respiratorisch marginalem klinischem Status

Vor radiologischen Maßnahmen bei Patienten mit sonsorieller Einschränkung, insbesondere bei erforderlicher Sedierung

Freimachen und Öffnen der oberen Atemwege

Um eine Atemwegsobstruktion, verursacht durch Weichteile der oberen Atemwege, zu lindern und eine optimale Position zur Beatmung mit der Beutel-Ventil-Maske und für eine Laryngoskopie zu schaffen, rekliniert der Untersucher den Hals des Patienten, um den Kopf anzuheben, bis der äußere Gehörgang sich auf der gleichen Ebene befindet wie das Sternum und das Gesicht ungefähr parallel zur Decke positioniert ist ( Positionierung von Kopf und Hals zur Öffnung der Atemwege.). Diese Position ist ein wenig anders als die früher gelehrte Reklination der HWS ("head tilt"). Der Unterkiefer sollte nach oben geschoben werden, indem der Unterkiefer und das submandibuläre Weichgewebe angehoben werden oder der Ramus mandibulae nach oben gedrückt wird ( Kiefergriff.).

Positionierung von Kopf und Hals zur Öffnung der Atemwege.

A: Der Kopf liegt flach auf der Trage, die Atemwege sind verengt. B: Ohr und sternale Grube sind ausgerichtet, mit dem Gesicht parallel zur Decke, um die Atemwege zu öffnen. Adaptiert nach Levitan RM, Kinkle WC: The Airway Cam Pocket Guide to Intubation, ed. 2. Wayne (PA), Airway Cam Technologies, 2007.

Positionierung von Kopf und Hals zur Öffnung der Atemwege.

Kiefergriff.

Kiefergriff.

Anatomische Einschränkung, verschiedene Anomalien oder Überlegungen, die durch ein Trauma verursacht werden (z.B. Unratsamkeit, einen möglicherweise gebrochenen Hals zu bewegen), können die Fähigkeit des Operateurs, den Hals richtig zu positionieren, verhindern, aber sorgfältige Aufmerksamkeit auf eine optimale Positionierung, wenn möglich, kann die Durchgängigkeit der Atemwege maximieren und die Beatmung und Laryngoskopie der Taschen-Ventilmaske verbessern.

Verlegungen durch Zahnprothesenteile und Fremdmaterial im Oropharynx (z. B. Blut, Sekrete) können oft durch direkte digitale Ausräumung oder Absaugung entfernt werden. Dabei muss jedoch sorgfältig darauf geachtet werden, dass dieses Material nicht tiefer in die Atemwege verschleppt wird (diese Gefahr besteht vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern, bei denen die digitale Manipulation ohne Sicht kontraindiziert ist). Tiefer in die Atemwege eingedrungenes Material kann mithilfe einer Magill-Zange oder durch Absaugen entfernt werden.

Heimlich-Handgriff (subdiaphragmaler abdominaler Druck)

Das Heimlich-Manöver (nähere Anweisungen siehe Wie das Heimlich-Manöver durchgeführt wird) besteht aus manuellen Schüben in den Oberbauch oder bei schwangeren oder stark adipösen Patienten aus Brustschüben, bis der Atemweg frei ist oder der Patient bewusstlos wird; es ist die bevorzugte Anfangsmethode beim wachen, erstickenden Patienten.

Bei bewusstseinsklaren Erwachsenen steht der Helfer hinter dem Patienten und umfasst diesen mit beiden Armen etwa in Höhe des Oberbauchs. Eine Faust wird dabei auf halber Höhe zwischen Nabel und Xiphoid aufgesetzt. Die andere Hand ergreift die Faust, um dann kräftigen einwärts und nach kranial gerichteten, plötzlichen Druck auszuüben. Dabei zieht der Helfer seine Arme ruckartig zu sich hin ( Abdominale Druckkompression am wachen Patienten im Stehen oder Sitzen.).

Bei einem bewusstlosen Erwachsenen mit einer Obstruktion der oberen Atemwege wird zunächst eine kardiopulmonale Reanimation versucht. Bei solchen Patienten lässt die Herzdruckmassage den intrathorakalen Druck in der gleichen Weise ansteigen, wie das die abdominale Druckkompression bei wachen Patienten tut. Retter sollten den Oropharynx vor jedem Atemzug untersuchen und mit den Fingern sichtbare Objekte entfernen. Die direkte Laryngoskopie mit Absaugen oder Magill-Zange kann ebenfalls angewendet werden, um einen Fremdkörper in den proximalen Atemwegen zu entfernen, aber sobald ein Objekt die Stimmbänder passiert hat, ist positiver Druck von unten gegen das Hindernis am ehesten erfolgreich.

Abdominale Druckkompression am wachen Patienten im Stehen oder Sitzen.

Abdominale Druckkompression am wachen Patienten im Stehen oder Sitzen.

Auch bei älteren Kindern kann derHeimlich-Handgriff eingesetzt werden. Bei Kindern unter 20 kg Körpergewicht allerdings (meist vor dem 5. Lebensjahr) darf hierbei nur sehr moderater Druck ausgeübt werden. Zudem sollte der Helfer sich hier im Bereich der Füße des Kindes platzieren und nicht rittlings auf dem Kind knien.

Bei Kindern< 1 Jahr sollte das Heimlich-Manöver nicht durchgeführt werden. Säuglinge sollten in einer liegenden, Kopf-nach-unten-Position gehalten werden. Der Retter sollte den Kopf mit den Fingern einer Hand stützen und dabei 5 Rückenschläge ausführen ( Schläge auf den Rücken – Kind.). Danach sollte 5-malig der Brustkorb des Kindes komprimiert werden. Dazu liegt das Kind mit dem Kopf nach unten in Rückenlage auf dem Oberschenkel des Helfers ( Druckkompression auf die Brust – Kind.). Diese Abfolge von Schlägen auf den Rücken und Kompressionen des Thorax sollte so lange wiederholt werden, bis der Luftweg frei ist.

Schläge auf den Rücken – Kind.

Die Schläge auf den Rücken werden beim Kind in einer Position mit abwärts gerichtetem Kopf ausgeführt, um Fremdkörper aus dem Tracheobronchialbereich zu entfernen. (Adaptiert nach Standards and Guidelines for Cardiopulmonary Resuscitation [CPR] and Emergency Cardiac Care [ECC], in: Journal of the American Medical Association 25:2956 and 2959, June 6, 1986. Copyright 1986, American Medical Association.)

Schläge auf den Rücken – Kind.

Druckkompression auf die Brust – Kind.

Die Druckkompression auf die Brust wird in der unteren Hälfte des Brustbeins ausgeführt, direkt unterhalb der Brustwarzen.

Druckkompression auf die Brust – Kind.
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