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Sporotrichose

Von

Sanjay G. Revankar

, MD, Wayne State University School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Quellen zum Thema

Sporotrichose ist eine kutane Infektion, die durch den saprophytären Schimmelpilz Sporothrix schenckii hervorgerufen wird. Eine pulmonale und hämatogene Beteiligung ist ungewöhnlich. Die Symptome bestehen aus kutanen Knoten, die sich über Lymphbahnen ausbreiten und zu Abszessen und Ulzera zerfallen. Die Diagnose wird durch den kulturellen Erregernachweis gestellt. Die Therapie erfolgt mit Itraconazol oder Amphotericin B.

Sporothrix schenckii kann an Rosen- oder Berberitzenbüschen, Torfmoos und ähnlichen Pflanzen nachgewiesen werden. Gemüsegärtner, Gärtner, Landwirte und Holzarbeiter werden am häufigsten infiziert, typischerweise nach kleineren Traumata unter Beteiligung kontaminierten Materials. Im Gegensatz zu den anderen dimorphen Pilzen, wird S. schenckii in der Regel nicht inhaliert, sondern gelangt durch kleine Schnitte und Abschürfungen der Haut in den Körper.

Symptome und Beschwerden

Am häufigsten kommt es zu lymphokutanen Infektionen. Sie betreffen typischerweise eine Hand und Arm, obwohl sie überall am Körper auftreten können. Primäre Läsionen können auf freiliegenden Oberflächen der Füße oder Gesicht vorkommen.

Eine primäre Läsion kann als kleine, harte Papel oder gelegentlich als ein sich langsam ausbreitender subkutaner Knoten erscheinen, der letztlich nekrotisiert und gelegentlich ulzeriert. Typischerweise beginnt eine Kette von Lymphknoten, die die betroffene Region drainieren, damit, sich wenige Tage oder Wochen später langsam, aber fortschreitend auszubreiten und bewegliche subkutane Knoten auszubilden. Bei fehlender Therapie rötet sich die darüberliegende Haut und kann später nekrotisieren, gelegentlich abszedieren oder ulzerieren oder sich bakteriell superinfizieren. Systemische Symptome und Beschwerden einer Infektion fehlen bemerkenswerterweise.

Manifestationen der Sporotrichose

Eine lymphokutane Sporotrichose ist chronisch und indolent. Sie verläuft potenziell tödlich, aber nur, wenn es aufgrund einer bakteriellen Superinfektion zu einer Sepsis kommt.

Selten führt eine hämatogene Ausbreitung bei Patienten ohne primäre lymphokutane Läsionen zu indolenten Infektionen multipler peripherer Gelenke, gelegentlich auch Knochen und seltener auch der Genitalien, Leber, Milz, Nieren oder Meningen. Diese Infektionen sind häufiger bei Patienten mit Immunschwäche aufgrund einer anderen Störung (z. B. Alkoholismus). Ebenso selten kommt eine chronische Pneumonie vor, die durch die Inhalation von Sporen verursacht wird und sich durch lokalisierte Infiltrate oder Kavernen manifestiert, meistens bei Patienten mit vorbestehenden chronischen Lungenkrankheiten.

Diagnose

  • Klinische Untersuchung

  • Kultur

Die Diagnose der Sporotrichose wird aufgrund der klinischen Präsentation bei einem Patienten mit einer Vorgeschichte möglicher Exposition gegenüber dem Pilz vermutet (z. B. Gärtner, Landschaftsgärtner, Förster).

Sporotrichose muss von lokalen Infektionen unterschieden werden, die durch Mycobacterium tuberculosis, atypische Mykobakterien, Nocardia oder andere Erreger hervorgerufen werden. Während des frühen, nichtdisseminierten Stadiums kann die primäre Läsion auch als Spinnenbiss fehldiagnostiziert werden.

Eine Erregerkultur des Gewebes der aktiven Infektionsstelle führt zur definitiven Diagnose. S. schenckii-Hefen können nur selten in fixierten Gewebeproben gesehen werden, selbst mit Spezialfärbungen. Serologische Tests sind nicht verfügbar.

Therapie

  • Itraconazol

Itraconazol 200 mg 1-mal täglich oral, das für 2 bis 4 Wochen verabreicht wird, nachdem alle Läsionen abgeklungen sind (in der Regel 3 bis 6 Monate), ist die Behandlung der Wahl.

Eine schwere Infektion erfordert eine Lipid-Formulierung von Amphotericin B (3 bis 5 mg/kg i.v. 1-mal täglich); nach einer positiven Reaktion wird die Behandlung auf orales Itraconazol für insgesamt 12 Monate umgestellt. Bei AIDS-Patienten kann eine lebenslange Erhaltungstherapie mit Itraconazol für eine Hirnhaut- und disseminierte Infektion erforderlich sein. Posaconazol kann eine Rolle spielen.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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