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Tumorerkrankungen, die häufig bei HIV-infizierten Patienten vorkommen

Von

Edward R. Cachay

, MD, MAS, University of California, San Diego

Inhalt zuletzt geändert Feb 2018
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AIDS-definierende Krebserkrankungen bei HIV-infizierten Patienten

Zu anderen Krebsarten, die sich in der Häufigkeit oder Schwere drastisch erhöht zu haben scheinen, gehören

Das Leiomyosarkom stellt eine seltene Komplikation bei HIV-infizierten Kindern dar. Auch sind die Raten anderer häufiger Krebsarten (z. B. Lunge, Kopf und Hals und Zervixkarzinome, Hepatome) bei HIV-infizierten Patienten um ein Vielfaches höher als in der allgemeinen Bevölkerung. Dieser Befund reflektiert eventuell zumindest teilweise die größere Exposition gegenüber den Viren oder Toxinen, die diese Krebsarten verursachen: Hepatitis B und C für Hepatom, HPV für Gebärmutterhalskrebs und Analkarzinome und Alkohol und Tabak für Lungen- und Kopf- und Hals-Karzinome.

Non-Hodgkin-Lymphom

Die Inzidenzdes Non-Hodgkin-Lymphoms ist bei HIV-infizierten Patienten 50–200-mal höher Bei den meisten Fällen handelt es sich um aggressive B-Zell-Lymphome mit einem histologisch hochgradig malignen Subtyp. Bei Diagnosestellung sind meist extranodale Stellen involviert, zu diesen gehören Knochenmark, GI-Trakt und andere Stellen, die bei nicht-HIV-assoziierten Non-Hodgkin-Lymphomen ungewöhnlich sind, z. B. das ZNS und Körperhöhlen (z. B. Pleura, Perikard und Peritoneum).

Häufige Beschwerden sind z. B. sich rasch vergrößernde Lymphknoten oder extranodale Schwellungen und systemische Symptome (z. B. Gewichtsverlust, Nachtschweiß oder Fieber).

Die Diagnose des non-Hodgkin-Lymphoms wird durch Biopsie gestellt, mit histopathologischer und immunchemischer Analyse der Tumorzellen. Auffällige zirkulierende Lymphozyten oder unerwartete Zytopenien weisen auf eine Beteiligung des Knochenmarks hin und machen eine Knochenmarkbiopsie erforderlich. Zum Tumorstaging können eine Liquoruntersuchung sowie ein CT oder MRT des Thorax, Abdomens und anderer Bereiche mit Tumorverdacht erforderlich sein.

Eine schlechte Prognose wird durch folgendes vorhergesagt:

  • CD4-Zellzahl von < 100/μl

  • Alter > 35 Jahre

  • Schlechter funktioneller Status

  • Beteiligung des Knochenmarks

  • Zurückliegende opportunistische Infektionen

  • Hochmaligner histologischer Subtyp

Die Behandlung eines Non-Hodgkin-Lymphoms erfolgt mit verschiedenen Schemata systemischer Chemotherapie mit mehreren Medikamenten, die Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednison und Etoposid umfasst. Diese Medikamente werden mit i.v. Rituximab und einem Anti-CD20-Antikörper kombiniert und durch eine antiretrovirale Therapie (ART), prophylaktische Antibiotika und Antimykotika und hämatologische Wachstumsfaktoren ergänzt. Die Therapie kann durch eine schwere Myelosuppression limitiert sein, insbesondere wenn Kombinationen myelosuppressiver antineoplastischer oder antiretroviraler Substanzen verwendet werden. Eine Bestrahlungstherapie kann große Tumormassen verkleinern und zur Kontrolle von Schmerzen oder Blutungen beitragen.

Primäres ZNS-Lymphom

Die Inzidenz des ZNS-Lymphoms ist deutlich bei HIV-infizierten Patienten mit sehr niedrigen CD4-Zellzahlen erhöht.

Primäre ZNS- Lymphome bestehen aus mittel- oder hochgradig malignen B-Zellen, die von ZNS-Gewebe ausgehen. Diese Lymphome breiten sich nicht systemisch aus, aber die Prognose ist schlecht; die mediane Überlebenszeit liegt bei < 6 Monaten.

Die klinischen Beschwerden bestehen z. B. aus Kopfschmerzen, Anfällen, neurologischen Defiziten (z. B. Hirnnervenlähmungen) und Veränderungen des mentalen Status.

Die Akuttherapie von primären ZNS-Lymphomen erfordert eine Kontrolle des Hirnödems durch Kortikosteroide. Obwohl eine Strahlentherapie des gesamten Gehirns und eine Antitumor-Chemotherapie mit hochdosiertem Methotrexat allein oder in Kombination mit anderen Chemotherapeutika oder Rituximab häufig verwendet werden, ist keine dieser Therapien rigoros ausgewertet worden. In Beobachtungsstudien von ART und in einer einzigen klinischen Studie von Rituximab erschien das Überleben verbessert.

Gebärmutterhalskrebs

Bei HIV-infizierten Frauen ist die Infektionsrate für humane Papillomaviren (HPV) erhöht, es besteht eine Persistenz onkogener Subtypen (Typen 16, 18, 31, 33, 35 und 39) und die Prävalenz zervikaler intraepithelialer Dysplasien (CIN) ist auf 60% erhöht, jedoch ist eine Inzidenz des Zervixkarzinoms nicht nachweislich erhöht. Jedoch sind Zervixkarzinome, wenn sie auftreten, ausgedehnter, schwieriger zu behandeln und weisen nach der Therapie höhere Rezidivraten auf.

Zu den bestätigten Risikofaktoren für Gebärmutterhalskrebs bei HIV-infizierten Frauen gehören die folgenden:

  • Eine Infektion mit HPV-Subtyp 16 oder 18

  • CD4-Zellzahl von < 200/μl

  • Alter > 34 Jahre

Behandlung von CIN oder Gebärmutterhalskrebs wird durch eine HIV-Infektion nicht verändert. Häufige Papanicolaou-Abstriche sind wichtig, um eine Progression zu kontrollieren. Eine ART kann zu einer Kontrolle der HPV-Infektion und einer Regression einer CIN führen, hat jedoch keine klaren Effekte auf den Tumor.

Plattenepithelkarzinom des Anus und der Vulva

Plattenepithelkarzinome des Anus und Plattenepithelkarzinome der Vulva werden durch dieselben onkogenen HPV-Typen verursacht wie das Zervixkarzinom und kommen bei HIV-infizierten Patienten häufiger vor. Die erhöhte Inzidenz analer Intraepithel-Neoplasie und -Krebsarten bei diesen Patienten scheint durch Verhaltensweisen mit hohem Risiko (z. B. anal empfangener Sex) und Immunsuppression durch HIV verursacht zu sein; ART verringert das Progressionsrisiko eventuell.

Analdysplasien sind häufig, und ein Plattenepithelkarzinom kann sehr aggressiv sein.

Die Therapie umfasst die chirurgische Exstirpation, Strahlentherapie und Chemotherapie mit Mitomycin oder Cisplatin und 5-Fluorouracil.

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