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Postcholezystektomiesyndrom

Von

Ali A. Siddiqui

, MD, Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Jun 2018
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Unter einem Postcholezystektomiesyndrom versteht man das Auftreten von abdominellen Beschwerden nach einer Cholezystektomie.

Das Postcholezystektomiesyndrom kommt bei 5-40% der Patienten vor. Es handelt sich um Gallenblasensymptome, die andauern oder sich nach der Cholezystektomie entwickeln oder auf andere Symptome, die nach der Cholezystektomie entstehen. Die Entfernung der Gallenblase, des Speicherorgans für die Galle, hat normalerweise wenig unerwünschte Wirkungen auf die Funktion der Gallenwege oder die Druckverhältnisse. Bei ca. 10% hat die Gallenkolik ihre Ursache anscheinend in funktionellen oder strukturellen Veränderungen des Sphincter Oddi mit der Folge von verändertem biliärem Druck oder erhöhter Empflindlichkeit.

Die häufigsten Symptome sind eher Verdauungsstörungen oder andere unspezifische Symptome als echte Gallenkoliken. Die selten auftretende Papillenstenose ist eine fibrotische Verengung im Sphinktergebiet, die wahrscheinlich durch Trauma oder Entzündung als Folge von Pankreatitis, endoskopischen Eingriffen (z. B. ERCP) oder stattgehabtem spontanem Steinabgang auftritt. Andere Ursachen sind verbliebene Gallengangssteine, Pankreatitis und gastroösophagealer Reflux.

Diagnose

  • ERCP mit biliärer Manometrie oder MRCP

  • Ausschluss von nicht-biliärenSchmerzursachen

Patienten mit einem Postcholezystektomieschmerz sollten wie beschrieben hinsichtlich extrabiliärer wie auch biliärer Ursachen abgeklärt werden. Wenn der Schmerz auf eine Gallenkolik hinweist, sollte alkalische Phosphatase, Bilirubin, ALT, Amylase und Lipase bestimmt und eine MRCP ggf. gefolgt von einer ERCP mit biliärer Manometrie durchgeführt werden ( Laboruntersuchungen der Leber und der Gallenblase und Bildgebende Untersuchungen der Leber und Gallenblase). Erhöhte Leberenzyme lassen eine Sphincter Oddi-Dysfunktion vermuten; erhöhte Werte der Amylase und Lipase deuten auf eine Dysfunktion des pankreatischen Teils des Sphinkters hin.

Eine Dysfunktion wird am sichersten durch biliäre Manometrie während ERCP nachgewiesen, allerdings birgt die ERCP ein 15- bis 30%iges Risiko einer post-interventionellen Pankreatitis. Die Manometrie zeigt einen erhöhten Druck im Gallentrakt. Eine langsame Transitzeit in den Gallenwegen bei der Szintigraphie weist ebenfalls auf eine Sphincter Oddi-Dysfunktion hin. Die Diagnose von Papillenstenose basiert auf einer eindeutigen Anamnese wiederkehrenden Episoden von Gallenwegsschmerzen und anomalen Leber- (oder Pankreas-)enzymwerten.

Therapie

  • Gelegentlich endoskopische Sphinkterotomie

Eine endoskopische Sphinkterotomie kann wiederkehrende Schmerzen aufgrund einer Sphincter Oddi-Dysfunktion beheben, inbesondere, wenn sie aufgrund einer papillären Stenose entstanden sind. ERCP und Manometrie wurden zur Behandlung der Schmerzen nach Cholezystektomie eingesetzt; jedoch gibt es keine aktuellen Hinweise darauf, dass diese Behandlung bei Patienten ohne objektive Krankheitszeichen wirksam ist. Diese Patienten sollten symptomatisch behandelt werden.

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