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Stauungsekzem

Von

Mercedes E. Gonzalez

, MD, University of Miami Miller School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Mrz 2017
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Quellen zum Thema

Das Stauungsekzem ist eine Entzündung der Unterschenkelhaut im Rahmen einer chronisch-venösen Insuffizienz. Symptome sind Juckreiz, Schuppung, Hyperpigmentierung sowie gelegentlich Ulzerationen. Die Diagnose wird klinisch gestellt. Die Behandlung wird auf die chronisch-venöse Insuffizienz gerichtet sowie auf die Prävention des Auftretens oder Fortschreitens der damit verbundenen Ulzera.

Ein Stauungsekzem tritt bei Patienten mit chronisch-venöser Insuffizienz auf, weil angestautes venöses Blut in den Beinen die Funktionalität der Endothelzellen in den Mikrogefäßen beeinträchtigt, was in Entweichen von Fibrin, lokaler Entzündung und der Nekrose lokaler Zellen resultiert.

Symptome und Beschwerden

Im Frühstadium entwickeln sich ekzematöse Veränderungen (Erythem, Schuppenbildung, Nässen, Krustenbildung), die alle durch bakterielle Superinfektionen oder durch Kontaktdermatitis, die durch die vielen häufig angewandten topischen Behandlungen hervorgerufen werden, verschlimmert werden können. Hyperpigmentierung und eine rotbraune Verfärbung können sekundär zu einer venösen Stauung auftreten und vorhanden sein, bevor sich ein Stauungsekzem entwickelt. Hyperpigmentierung kann auch als eine sekundäre Veränderung auftreten, nachdem sich ein Stauungsekzem entwickelt hat. Bei unzureichender Behandlung der chronisch-venösen Insuffizienz und des Stauungsekzems schreitet Letzteres zu deutlichen Hautulzera, einem chronischen Ödem, verdickter fibrotischer Haut oder einer Lipodermatosklerose (eine schmerzhafte Verhärtung infolge einer Pannikulitis, die dem Unterschenkel bei starker Ausprägung die Form einer umgekehrten Sektflasche mit dicker Wade und schlanker Fessel verleiht) fort.

Diagnose

  • Klinische Untersuchung

Die Diagnose wird klinisch anhand des charakteristischen Erscheinungsbildes der Hautläsionen und anderer Zeichen der chronisch-venösen Insuffizienz gestellt. Eine Besprechung mit einem vaskulären Spezialisten und Testungen (wie etwa Sonographie) können notwendig sein.

Behandlung

  • Elevation, Kompression und Verbände

  • Manchmal topische oder orale Antibiotika

Die chronisch-venöse Insuffizienz muss mit Beinhochlagerung und Kompressionsstrümpfen ( Chronisch Venöse Insuffizienz und Postthrombotisches Syndrom : Behandlung) behandelt werden.

Beim akuten Stauungsekzem (charakterisiert durch Verkrustung, Exsudation und oberflächlicher Ulzeration) sollten erst ununterbrochen, dann intermittierend Kaltwasserumschläge angelegt werden. Bei nässenden Läsionen ist oft ein Hydrokolloidverband am besten geeignet. Bei weniger akutem Ekzem sollten 3-mal täglich Kortikosteroide als Creme, Salbe oder in Zinkoxidpaste aufgetragen werden.

Die Ulzera werden am besten mit Kompressen und milden Verbänden behandelt (z. B. mit Zinkoxidpaste). Auch andere Verbände (z. B. mit Hydrokolloiden) sind wirksam ( Direkt Pflege von Ulzera). Bei ambulanten Patienten heilen die Ulzera oft mit Hilfe eines Zinkleimverbandes (nach Paul Gerson Unna), einem weniger beeinträchtigenden Zinkleimverband, oder mit Hilfe eines Kolloidverbandes ab, die jeweils im Handel erhältlich sind. Oft sind Kolloidverbände mit elastischen Binden wirksamer als ein Zinkleimverband. Zunächst müssen die Verbände alle 2–3 Tage gewechselt werden. Mit zunehmendem Rückgang des Ödems und mit Abheilung des Ulkus reicht oft der 1- oder 2-mal wöchentliche Verbandwechsel. Nachdem der Ulkus abgeheilt ist, sollte der Patient morgens vor dem Aufstehen einen elastischen Stützverband anlegen. Unabhängig vom eingesetzten Verband ist der für die Heilung entscheidende Faktor die Reduktion des Ödems (meist mittels Kompression).

Bei übereinanderliegenden Phlegmonen werden orale Antibiotika (z. B. Cephalosporine, Dicloxacillin) gegeben. Topische Antibiotika (z. B. Mupirocin, Silbersulfadiazin) werden bei Erosionen und Ulzera eingesetzt. Sobald Ödem und Entzündung abgeklungen sind, sind bei großen Ulzerationen möglicherweise Spalthauttransplantate erforderlich.

Nicht angewandt werden sollten komplexe oder kombinierte topische Zubereitungen oder frei verkäufliche Präparate. Die Haut reagiert bei einem Stauungsekzem empfindlicher auf direkte Reizstoffe und potenziell sensibilisierende topische Substanzen (z. B. Antibiotika, Anästhetika und Vehikel topischer Substanzen, v. a. Lanolin und Wollalkohole).

Wichtige Punkte

  • Das Stauungsekzem resultiert aus einer chronisch-venösen Insuffizienz.

  • Zu den Frühzeichen gehören Erytheme, Schuppung, Nässen und Verkrustung.

  • Eventuelle Folgen können Hyperpigmentierung, Ulzerationen, fibrotische Haut, chronische Ödeme und Lipodermatosklerose (eine schmerzhafte Verhärtung als Ergebnis von einer Pannikulitis) umfassen.

  • Die chronisch-venöse Insuffizienz sollte mit Elevation und Kompression behandelt werden.

  • Die Hautläsionen sollten mit Verbänden und manchmal mit Antibiotika behandelt werden.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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