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Eisenvergiftung

Von

Gerald F. O’Malley

, DO, Grand Strand Regional Medical Center;


Rika O’Malley

, MD, Albert Einstein Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2020| Inhalt zuletzt geändert Jul 2020
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Kurzinformationen
  • Die Symptome stellen sich schrittweise ein und beginnen mit Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen.

  • Tage später kann es zu einem Leberversagen kommen.

  • Die Diagnose stützt sich auf die Krankengeschichte, die Symptome und die Eisenkonzentration im Blut.

  • Menschen mit einer Eisenvergiftung müssen im Krankenhaus behandelt werden.

Mit Eisenpräparaten werden häufig bestimmte Formen von Blutarmut (Anämie) behandelt. Darüber hinaus ist Eisen ein Bestandteil vieler Multivitaminpräparate. Menschen, insbesondere Kleinkinder, die diese Tabletten überdosieren, können eine Eisenvergiftung erleiden. Da viele Haushalte Multivitamintabletten für Erwachsene vorrätig haben, die Eisen enthalten, kommt es häufig zu Eisenvergiftungen. Die eisenhaltigen Vitaminpräparate zum Schlucken für Kinder enthalten aber nur sehr wenig Eisen, sodass selbst eine ganze Flasche nicht genug Eisen enthält, um eine ernsthafte Vergiftung zu verursachen. Eine Überdosierung reiner Eisenpräparate aber kann eine schwere Eisenvergiftung zur Folge haben. Vitaminpräparate in der Schwangerschaft enthalten eine Menge Eisen und können ein kleines Kind vergiften.

Kinder unter 5 Jahren sind potenziell gefährdet, an einer Eisenvergiftung zu sterben. Zunächst kommt es zu einer Magenreizung im Verdauungstrakt, was manchmal zu Blutungen führt. Innerhalb von Stunden vergiftet das Eisen die Zellen und stört die chemischen Reaktionen im Zellinnern. Innerhalb von Tagen kann sich eine Leberschädigung entwickeln. Wochen später kann es in Magen, Verdauungstrakt und in der Leber aufgrund der vorausgehenden Reizung zur Narbenbildung kommen.

Symptome

Eine schwere Eisenvergiftung verursacht meist innerhalb von 6 Stunden Symptome. Die Symptome einer Eisenvergiftung verlaufen typischerweise in 5 Stadien:

  • Stadium 1 (innerhalb von 6 Stunden nach einer Überdosis): Symptome sind unter anderem Erbrechen, Blutspucken, Durchfall, Bauchschmerzen, Erregbarkeit und Benommenheit. Bei sehr schwerer Vergiftung können sich schnelle Atmung, beschleunigte Herzfrequenz, Koma, Bewusstlosigkeit und ein niedriger Blutdruck entwickeln.

  • Stadium 2 (6 bis 48 Stunden nach der Überdosis): Der Zustand des Betroffenen kann sich scheinbar verbessert haben.

  • Stadium 3 (12 bis 48 Stunden nach der Überdosis): Ein sehr niedriger Blutdruck (Schock), Fieber, Blutung, Gelbsucht, Leberversagen, metabolische Azidose und Anfälle können sich entwickeln.

  • Stadium 4 (2 bis 5 Tage nach der Überdosis): Die Leber versagt und die Patienten sterben an Schock, Blutungen und Blutgerinnungsstörungen. Der Blutzuckerspiegel kann sinken. Es kann zu Verwirrtheit und Trägheit (Lethargie) oder zum Koma kommen.

  • Stadium 5 (2 bis 5 Wochen nach der Überdosis): Magen und Darm können durch Vernarbungen blockiert sein. Narben in einem dieser Organe können krampfartige Bauchschmerzen und Erbrechen verursachen. Später kann es zur Bildung starker Narben an der Leber (Zirrhose) kommen.

Diagnose

  • Messung von Eisengehalt und andere Bluttests

  • Manchmal Röntgenaufnahmen

Die Diagnose einer Eisenvergiftung stützt sich auf die Vorgeschichte der Person, die Symptome, das Vorliegen einer metabolischen Azidose (von vergifteten Zellen ausgeschüttete Säure im Blutkreislauf) und die Menge an Eisen im Blut. Wenn viele Pillen eingenommen wurden, sind sie mitunter auf dem Röntgenbild des Bauchraums oder des Darms erkennbar.

Behandlung

  • Spülung des gesamten Darms

  • Chelat-Therapie (in schweren Fällen)

Liegen Symptome oder eine hohe Eisenkonzentration im Blut vor, muss im Krankenhaus behandelt werden. Selbst nach dem Erbrechen kann noch eine große Menge Eisen im Magen verbleiben. Eine besondere Lösung aus Polyethylenglykol kann geschluckt oder per Magensonde verabreicht werden, um den Inhalt des Magens und des Darms auszuwaschen (Ganzdarmspülung), obwohl die Wirksamkeit dabei nicht klar ist. Wenn die Vergiftung schwer ist, wird über die Vene (intravenös) Deferoxamin gespritzt, ein Medikament, das sich an das Eisen im Blut (Chelat-Therapie) bindet und so für eine Ausscheidung von Eisen über den Urin aus dem Körper sorgt.

Weitere Informationen

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