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Überblick über Tauchverletzungen

Von

Richard E. Moon

, MD, Duke University Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Aug 2019| Inhalt zuletzt geändert Aug 2019
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Wer so tief taucht, dass er ein Atemgerät braucht, ist einer Reihe von Verletzungsgefahren ausgesetzt, die zumeist durch Veränderungen im Druck entstehen. Diese Störungen können auch bei Menschen auftreten, die in Unterwassertunneln oder –containern arbeiten (wasserdichte Räume, die bei Bauarbeiten eingesetzt werden). Bei solchen Strukturen wird das Wasser durch Hochdruck ferngehalten.

Unterwasserdruck

Hochdruck unter Wasser entsteht durch das Gewicht des darüber liegenden Wassers, so, wie der barometrische (atmosphärische) Druck an Land durch das Gewicht der darüber befindlichen Luft verursacht wird. Beim Tauchen wird der Druck oft in Tiefeneinheiten (Fuß oder Meter) oder als absoluter Druck angegeben. Für den absoluten Druck werden das Gewicht des Wassers, das in 10 Metern Tiefe 1 physikalische Atmosphäre (etwa 7,2 kg pro Quadratmeter oder 1,03 Kilogramm pro Quadratzentimeter) beträgt und der Luftdruck an der Oberfläche, der ebenfalls 1 physikalische Atmosphäre beträgt, addiert. Damit ist ein Taucher in zehn Metern Tiefe einem Gesamtdruck von 2 bar ausgesetzt; es lastet also doppelt so viel Druck auf ihm wie an der Oberfläche. Jedes Abtauchen um weitere zehn Meter bedeutet eine Druckerhöhung um 1 bar.

Beschwerden, die durch Druck verursacht werden, können wie folgt entstehen:

  • Ausdehnung oder Verdichtung von gasgefüllten Räumen im Körper (Barotrauma)

  • Ausschüttung von gelöstem Stickstoff in das Blut und das Körpergewebe (Dekompressionskrankheit)

In beiden Fällen können Blasen in die Arterien gelangen, die die Blutzufuhr zu den Organen blockieren (arterielle Gasembolie). Gase wie Sauerstoff und Stickstoff können auch Schäden verursachen (Sauerstofftoxikose und Tiefenrausch), wenn sie beim Tauchen in großen Tiefen unter hohem Druck eingeatmet werden.

Beschwerden in Verbindung mit Druck

Bei Tauchen in kaltem Wasser entsteht schnell eine gefährliche Unterkühlung (Hypothermie), die zu Schwerfälligkeit und beeinträchtigtem Urteilsvermögen führt. In seltenen Fällen kann kaltes Wasser bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit auch zu tödlichen Herzrhythmusstörungen führen. Zu weiteren potenziellen Tauchrisiken zählen

  • Ertrinken

  • Bisse und Stiche von verschiedenen Meerestieren

  • Sonnenbrand und hitzebedingte Beschwerden

  • Schnitte und Blutergüsse

  • Reisekrankheit

  • Taucher-Lungenödem

Medikamente (verschreibungspflichtige Medikamente, Drogen und frei verkäufliche Medikamente) und Alkohol gehen in Tauchtiefen mit unvorhersehbaren und gefährlichen Auswirkungen wie auch gesundheitlichen Problemen einher (siehe Tabelle Gesundheitliche Probleme, bei denen nicht getaucht werden sollte).

Tauchverletzungen können zum Ertrinken führen, wenn sie eines der folgenden Symptome verursachen:

  • Denkstörungen oder Benommenheit

  • Bewusstlosigkeit, Schwäche

  • Panik

  • Verlust des Gleichgewichtsgefühls und Orientierungslosigkeit

Das Divers Alert Network (Taucherwarnnetzwerk:www.diversalertnetwork.org; 24-Stunden-Notruf: +1 919-684-9111) ist ein wichtiges Netzwerk, das sich auf zwei Wegen um die Bedürfnisse von Gerätetauchern auf der ganzen Welt kümmert:

  • Es hilft Ärzten dabei, Tauchern in Not medizinische Ersthilfe zu leisten.

  • Es fördert die Sicherheit beim Tauchen durch Forschungsinitiativen, Aufklärungsdienste und Produkte rund um das Tauchen.

Weitere Informationen über Tauchverletzungen

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