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Autonome Neuropathien

Von

Phillip Low

, MD, College of Medicine, Mayo Clinic

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Dez 2018| Inhalt zuletzt geändert Dez 2018
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Autonome Neuropathien sind Störungen, die die peripheren Nerven betreffen, die automatisch (ohne bewusste Anstrengung) Körperprozesse regulieren (autonome Nerven).

  • Zu den Ursachen gehören Diabetes, Amyloidose, Autoimmunstörungen, übermäßiger Alkoholkonsum und bestimmte Arzneimittel.

  • Die Betroffenen fühlen sich ggf. benommen, wenn sie aufstehen, haben Beschwerden beim Urinieren, Verstopfung und Erbrechen, Männer haben ggf. Erektionsprobleme.

  • Durch eine körperliche Untersuchung und verschiedene Tests können autonome Störungen und mögliche Ursachen erkannt werden.

  • Wenn möglich, wird die Ursache behoben oder behandelt.

Das Nervensystem setzt sich aus zentralen und peripheren Teilen zusammen. Das zentrale Nervensystem umfasst Gehirn und Rückenmark. Das periphere Nervensystem umfasst die Nerven, die das Gewebe des Körpers mit dem Gehirn und dem Rückenmarkt verbinden. Periphere Nerven umfassen autonome Nerven, die automatisch (unbewusst) Körperabläufe regulieren. Periphere Nerven umfassen auch die somatischen Nerven, die mit den Muskeln durch freiwillige (bewusste) Steuerung oder sensorische Hautrezeptoren verbunden sind.

Autonome Neuropathien sind ein Typ der peripheren Neuropathie, eine Störung, bei der periphere Nerven am ganzen Körper beschädigt sind. Bei autonomen Neuropathien sind die autonomen Nerven viel mehr beschädigt als die somatischen Nerven.

Ursachen

Häufige Ursachen für autonome Neuropathien sind:

Virusinfektionen können eine Autoimmunreaktion auslösen, die zur Zerstörung von autonomen Nerven führt.

Einige der vom Immunsystem produzierten Antikörper greifen die Oberfläche eines Nervs oder Gewebes an, die die Faser ummantelt und ihr ermöglicht, Impulse schnell und präzise weiterzuleiten. (Dieses Gewebe heißt Myelinscheide.)

In seltenen Fällen greifen die vom Immunsystem produzierten Antikörper die Acetylcholin-Rezeptoren an (Teil der Nervenzellen, der sie befähigt, auf Acetylcholin zu reagieren). Acetylcholin ist einer der chemischen Botenstoffe (Neurotransmitter), die bei der Kommunikation innerhalb des vegetativen Nervensystems verwendet werden.

Weitere Ursachen für autonome Neuropathien sind Krebs, Arzneimittel, übermäßiger Alkoholkonsum und Giftstoffe.

Symptome

Ein häufiges Symptom für autonome Neuropathie ist:

Der Blutdruckabfall führt zu Benommenheit und Ohnmachtsgefühl.

Männer haben vielleicht Probleme, eine Erektion herbeizuführen und aufrechtzuerhalten (erektile Dysfunktion). Einige Betroffene verlieren unbeabsichtigt Urin (Harninkontinenz), und zwar häufig, weil die Harnblase überaktiv ist. Andere haben wiederum Probleme, die Blase zu entleeren (Harnverhalt), weil die Blase unteraktiv ist. Nach dem Essen leiden einige an Völlegefühl oder Brechreiz, weil sich der Magen sehr langsam leert (Gastroparese). Schwere Verstopfung kann auftreten.

Wenn die somatischen Nerven ebenfalls beschädigt sind, kann der Betroffene die Empfindung verlieren, Kribbeln an Händen und Füßen oder Muskelschwäche spüren.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Mitunter Bluttests

Ärzte vermuten eine autonome Störung aufgrund von Symptomen. Durch eine körperliche Untersuchung und bestimmte Tests können Hinweise auf autonome Störungen und ihre möglichen Ursachen (z. B. Diabetes, Amyloidose) erkannt werden.

In einigen Fällen wird ein Bluttest gemacht, um Antikörper auf Acetylcholin-Rezeptoren nachzuweisen, die auf eine Autoimmunreaktion hindeuten. Einige Patienten mit autonomer Neuropathie, die durch eine Autoimmunreaktion verursacht wurde, haben solche Antikörper.

Behandlung

  • Behandlung der Ursache, sofern diese feststeht

  • Mitunter Immunsuppressiva

  • Bei starken Symptomen auch Immunglobulin oder Plasmaaustausch

Die Ursache der autonomen Störung wird behandelt, falls sie identifiziert werden kann. Neuropathien infolge einer Autoimmunreaktion werden in einigen Fällen mit Arzneimitteln behandelt, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva) und die Reaktion dämpfen, z. B. Azathioprin, Cyclophosphamid oder Prednison.

Falls die Symptome massiv sind, kann Immunglobulin (eine Lösung aus vielen verschiedenen Antikörpern, die von mehreren Spendern stammen) intravenös verabreicht oder ein Plasmaaustausch vorgenommen werden. Beim Plasmaaustausch wird Blut entnommen, aus dem Blut werden die abnormen Antikörper herausgefiltert, und dann wird es wieder der Person zugeführt.

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