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Reisevorkehrungen

Von

Christopher Sanford

, MD, MPH, DTM&H, University of Washington;


Alexa Lindley

, MD, MPH, Department of Family Medicine, University of Washington

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2020| Inhalt zuletzt geändert Jul 2020
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Quellen zum Thema

Auch für Gesunde ist eine gute Reisevorbereitung wichtig. Mit den richtigen Vorbereitungen lassen sich Kosten einsparen, die im Krankheits- oder Verletzungsfall im Urlaub hoch ausfallen können.

Vor der Reise sollten die medizinischen Fachkräfte mit den Patienten geplante Reiserouten und wichtige gesundheitliche Vorerkrankungen durchgehen, Impfungen und Maßnahmen zur Vorbeugung von Infektionen, wie Malaria und Reisedurchfall überprüfen und Ratschläge zur Vermeidung von Verletzungen geben. Bei älteren Reisenden sind die häufigsten Todesursachen Herzinfarkt und Schlaganfall; andere Reisende sterben am häufigsten durch Straßenverkehrsunfälle.

Reiseapotheken

Reiseapotheken sind bei leichten Verletzungen und Erkrankungen sinnvoll. Folgende Artikel sollten in der Reiseapotheke nicht fehlen:

  • Erste-Hilfe-Ausrüstung (z. B. Bandagen, Pflaster, Gummiwickel)

  • Schmerzmittel (z. B. Paracetamol oder nichtsteroidale Antirheumatika)

  • Abschwellende Mittel (z. B. Phenylephrin)

  • Magensäuremittel

  • Antibiotika

  • Medikamente gegen Durchfall (z. B. Loperamid)

Auch topische Medikamente wie Hydrocortison-Salbe 1 Prozent, eine rezeptfreie Salbe bei Pilzinfektionen und eine antibiotische Salbe sollten in Erwägung gezogen werden.

Reisende sollten ihre Reiseapotheke, verschreibungspflichtige Medikamente, Ersatzbrillen oder Kontaktlinsen (und ein aktuelles Rezept) sowie Batterien für Hörhilfen im Handgepäck mit sich führen, für den Fall, dass ihr aufgegebenes Gepäck verspätet eintrifft, verloren geht oder gestohlen wird. Personen mit speziellen Ernährungs- und medizinischen Bedürfnissen sollten sorgfältig planen und eigene Lebensmittel und Medikamente mitnehmen. Größere Probleme lassen sich mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen oft verhindern.

Reise-Krankenversicherung

Eine Krankenversicherung ist für Auslandsreisende wichtig. Und sogar bei Reisen innerhalb der USA greift möglicherweise der Schutz durch die eigene Krankenkasse für Amerikaner nicht in vollem Umfang. Aus diesem Grund sollte jeder US-Bürger sich vor einer Reise sorgfältig über die Leistungen der eigenen Versicherung informieren.

Bei Auslandsreisen kann der Versicherungsschutz ein Problem darstellen. Einige inländische Krankenkassen bieten nur einen begrenzten Schutz hinsichtlich Impfungen und Präventivmedikamenten, die für Auslandsreisen notwendig sind. Dies gilt auch, wenn einige Impfungen für die Einreise in bestimmte Länder Pflicht sind. Auch sind Medicare und zahlreiche kommerzielle Krankenversicherungen im Ausland nicht gültig und decken nicht die Kosten für Behandlungen, die außerhalb der Vereinigten Staaten stattfinden. Darüber hinaus ist es in ausländischen Krankenhäusern unter Umständen erforderlich, vor einer Behandlung die Behandlungskosten in bar zu entrichten.

Um hohe Kosten zu vermeiden und trotzdem eine adäquate Behandlung sicherzustellen, sollten sich Reisende im Voraus erkundigen, welchen Auslandsschutz ihre Krankenkasse bietet, wie sich Behandlungen im Ausland vorab genehmigen lassen und wie nach einer Notfallbehandlung Ansprüche geltend gemacht werden können. Reise-Krankenversicherungen, einschließlich einer Versicherung im Fall einer Notevakuierung, werden von vielen kommerziellen Agenturen, Reisediensten und einigen großen Kreditkarteninstituten angeboten. Die Versicherung kann Leistungen umfassen wie beispielsweise

  • Notfallversorgung (etwa einer von 30 Reisenden muss im Ausland ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen)

  • Transporte, einschließlich Krankentransporte mit medizinischem Begleitpersonal, Ausrüstung und Versorgung im Ausland oder Rücktransporte ins Heimatland

  • Zahnärztliche Versorgung

  • Schwangerenvorsorge oder Versorgung im Wochenbett

  • Verlorene oder gestohlene verschreibungspflichtige Medikamente

  • Medizinische Übersetzer

Bei der International Association for Medical Assistance to Travellers (IAMAT – www.iamat.org), einer gemeinnützigen Organisation, erhalten Sie eine Liste mit Englisch sprechenden Ärzten weltweit. Außerdem werden weitere Datenbanken, in denen Englisch sprechende Ärzte im Ausland verzeichnet sind, von mehreren Organisationen und auf vielen Internetseiten angeboten. Auch Botschaften können Reisenden helfen, für den Notfall entsprechende medizinische Leistungen zu finden und zu erhalten.

Tabelle
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Nützliche Kontakte für Auslandsreisende

Organisation

Telefonnummern

Internetseite

International Association for Medical Assistance to Travelers (IAMAT)

USA: + 1 (716) 754-4883 (Niagara Falls, NY)

Kanada: + 1 (416) 652-0137 (Toronto, Ontario)

Centers for Disease Control and Prevention (CDC)

USA: Gebührenfrei + 1 (800)-CDC-INFO (800-232-4636)

TTY (Schreibtelefon): + 1 (888) 232-6348 (Atlanta, GA)

CDC Malaria-Hotline

USA: +1 (770) 488-7788 oder + 1 (855) 856-4713; nach Geschäftsschluss, +1 (770) 488-7100 (Atlanta, GA)

CDC Zika Pregnancy Hotline

USA: + 1 (770) 626-6847 (Atlanta, GA)

U.S. Department of State, Overseas Citizens Services

Aus den USA & Kanada: +1 (888) 407-4747

Aus dem Ausland: +1 (202) 501-4444

(Washington, DC)

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

International: (+41 22) 791-2111 (Genf, Schweiz)

Nord- und Südamerika: + 1 (202) 974-3000 (Washington, DC)

Reiseimpfungen

Für die meisten Fernreisen sind bestimmte Impfungen wichtig und bei manchen Ländern sogar Voraussetzung für die Einreise. Idealerweise sollten Reisende ihren Hausarzt mindestens sechs bis acht Wochen vor der Reise aufsuchen, um alle notwendigen Impfungen zu erhalten und sicherzustellen, dass ihre Grundimmunisierung auf dem neuesten Stand ist. Ein internationaler Impfpass ist am besten geeignet, um die Namen der verabreichten Impfstoffe und die Daten aller Impfungen einzutragen. Das Dokument lässt sich einfach mitführen und wird in den USA von vielen Reisekliniken oder dem Superintendent of Documents des U.S. Government Printing Office ausgestellt.

Allgemeine Reiseinformationen sowie aktuelle Informationen zu Impfungen sind beim Centers for Disease Control and Prevention (CDC) (Travelers’ Health: Vaccinations) erhältlich; Informationen zur Malaria-Vorbeugung erhalten Sie über die Malaria-Hotline des CDC (+1 855-856-4713) und der Webseite (Malaria and Travelers). (Siehe auch Malaria.)

Tabelle
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Impfungen für internationale Reisen*,†

Infektion

Regionen, in denen die Impfung empfohlen ist

Anmerkungen

Alle Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen

Zwei Dosen, verabreicht im Abstand von mindestens 6 Monaten.‡

Siehe auch Hepatitis-A-Impfstoff.

Alle Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen (Hepatitis B tritt besonders häufig in China auf)

Diese Impfung wird für Langzeitreisende und alle medizinischen Fachkräfte empfohlen.‡

Siehe auch Hepatitis-B-Impfstoff.

Japanische Enzephalitis

Ländliche Gegenden in den meisten Teilen Asiens und Südasiens, insbesondere in Gebieten mit Reisanbau und Schweinehaltung

Zwei Dosen, verabreicht im Abstand von 28 Tagen. Erwachsene im Alter von 18 bis 65 Jahren können die zweite Dosis bereits 7 Tage nach der ersten Dosis erhalten. Die letzte Dosis sollte mindestens 1 Woche vor der Reise verabreicht werden.

Diese Impfung ist für schwangere Frauen nicht empfohlen.

Dieser Impfstoff wird für gewöhnlich nicht für Reisende empfohlen, die weniger als einen Monat in einem endemischen Gebiet verbringen.

Nordafrikanische Länder südlich der Sahara, von Mali bis Äthiopien (Mengingitis-Gürtel)

Weltweit, besonders in Umgebungen mit vielen Menschen (z. B. Gemeinschaftsschlafsäle)

Eine Einzeldosis eines vierwertigen (quadrivalenten) Impfstoffs ist wirksam.

Während der Trockenperiode (Dezember bis Juni) ist das Infektionsrisiko im Meningitis-Gürtel höher.

Diese Impfung ist für die Einreise nach Saudi Arabien während Hajj oder Umrah erforderlich.

Alle Länder, einschließlich der USA

Diese Impfung wird für Reisende empfohlen, die einem Risiko für Tierbisse ausgesetzt sind. Dazu zählen Camper in ländlichen Gegenden, Tierärzte, Menschen, die in abgelegenen Gebieten leben, und Feldarbeiter.

Die Notwendigkeit zusätzlicher Impfungen nach einem Tierbiss entfällt dadurch nicht (für zusätzlichen Schutz).

Diese Impfung darf während einer Schwangerschaft nur bei einem hohen Infektionsrisiko verabreicht werden.

Alle Länder mit niedrigem Einkommen, besonders in Südasien (einschließlich Indien)

Es stehen zwei Formen der Impfung zur Verfügung.

Einzelinjektion: Schützt zwei Jahre lang und ist angeblich sicherer für schwangere Frauen als die Tablettenform der Impfung.

Tablettenform: Eine Tablette alle zwei Tage, insgesamt 4 Tabletten. Diese Form schützt fünf Jahre lang und ist nicht sicher für Schwangere.

Siehe auch Vorbeugung vor Typhus.

Südamerikanische und afrikanische Tropen

Diese Krankheit ist zwar selten, aber für viele Länder ist der Nachweis einer Impfung eine Einreisevoraussetzung.§

Diese Impfung ist für schwangere Frauen nicht sicher.

Bei älteren Personen besteht ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen durch die Impfung.§

Bei den meisten Reisenden schützt eine Dosis ein Leben lang.

* Zusätzlich zu den aufgeführten Impfungen sollten Reisende einen ausreichenden Impfschutz gegen Grippe (Influenza), Masern, Mumps, Röteln, Tetanus, Diphtherie, Polio, Pneumokokken und Windpocken aufweisen können.

† Alle Empfehlungen können sich ändern. Aktuelle Empfehlungen erhalten Sie in den USA vom Centers for Disease Control and Prevention (www.cdc.gov oder unter +1 800-CDC-INFO [800-232-4636]). {blank} Überblick über Immunisierung.

‡ Es gibt auch einen Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und Hepatitis B, der in drei oder vier Dosen verabreicht wird. (Siehe Hepatitis-A-Impfstoff und Hepatitis-B-Impfstoff.)

§ Bei Reisenden über 60 Jahren kann der Arzt den Abschnitt über den Verzicht auf die Yellow Card (internationale Impfbescheinigung) ausfüllen, anstatt den Gelbfieberimpfstoff zu verabreichen. Diese Reisenden sollten dann besonders gründliche eigene Schutzmaßnahmen gegen Insekten ergreifen.

Vorbereitung für Reisende mit gesundheitlichen Störungen

Menschen, die eine gesundheitliche Störung haben und auf Reisen gehen, müssen besonders sorgfältig planen. Sie sollten ihren Arzt vor der Abreise kontaktieren und sich versichern lassen, dass Ihr Zustand stabil ist. Wichtig ist auch abzuklären, ob sie die Medikamenteneinnahme ändern müssen. Ausführliche medizinische Informationen in schriftlicher Form können sich bei einem medizinischen Notfall im Ausland als großer Vorteil für einen Patienten erweisen. Diese können folgende Informationen umfassen

  • Impfungen

  • Medikamente

  • Ergebnisse wesentlicher diagnostischer Tests

  • Arten und Daten von Behandlungen

Es ist empfehlenswert, Ihren Arzt zu bitten, Ihnen diese Informationen in einem Brief zusammenzustellen. Personen mit Krankheiten, die plötzliche lebensbedrohliche Symptome, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit entwickeln können (wie Diabetes, Krampfanfälle und schwere allergische Reaktionen), sollten unbedingt einen Notfallausweis an einem Armband oder einer Halskette tragen. Herzkranke Reisende sollten immer eine Kopie ihres letzten EKGs mit sich führen. Außerdem sollte jeder Reisende stets einen Nachweis über seine Krankenversicherung mitführen.

Medikamente

Erforderliche Medikamente sollten im Originalbehältnis aufbewahrt werden, damit der Name des Medikaments sowie die Einnahmeanweisungen im Notfall geprüft werden können. Der Name des Wirkstoffs ist wichtiger als der Präparatname, da dieser von Land zu Land verschieden sein kann.

Eine eiserne Reserve der erforderlichen Medikamente sollte im Handgepäck mitgeführt werden, für den Fall, dass das Reisegepäck verloren geht, verspätet eintrifft oder sich die Rückreise verzögert. Da Opioide, Spritzen und ungewöhnlich große Mengen an Medikamenten auf Sicherheits- und Zollbeamte verdächtig wirken können, sollte in diesen Fällen von Reisenden ein ärztliches Attest mitgeführt werden, das einen entsprechenden Bedarf beglaubigt. Außerdem sollten Spritzen stets mit den durch sie verabreichten Medikamenten zusammengepackt werden. Darüber hinaus sollten Reisende sich mit Flughäfen, Fluggesellschaften oder Botschaften in Verbindung setzen, um zu erfahren, welche zusätzlichen Dokumente eine reibungslose Reise mit den erforderlichen Medizinprodukten ermöglichen können. Siehe auch Regularien der Transportation Security Administration (TSA, Transportsicherheitsbehörde) der Vereinigten Staaten.

Weitere Informationen

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