Angiographie

VonMustafa A. Mafraji, MD, Rush University Medical Center
Überprüft vonWilliam E. Brant, MD, University of Virginia
Überprüft/überarbeitet Geändert Sept. 2025
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Kurzinformationen

Die Angiographie ist eine Art medizinischer Bildgebung, bei der Röntgenaufnahmen und ein Kontrastmittel verwendet werden, um Bilder von Blutgefäßen zu erstellen.

Bei einer Angiographie werden Röntgenstrahlen zur Erstellung detaillierter Abbildungen der Blutgefäße verwendet. Sie wird manchmal als „konventionelle Angiographie“ bezeichnet, um sie von der computertomographischen (CT) Angiographie (CTA) und der Magnetresonanzangiographie (MRA) zu unterscheiden. Während der Angiographie können Ärzte Anomalien der Blutgefäße auch behandeln. Die Angiographie ist, obwohl invasiv, relativ sicher.

Eine Angiographie kann Ruhebilder oder in der sogenannten Kineangiographie auch bewegte Bilder liefern. Die Kineangiographie zeigt, wie schnell Blut durch die Blutgefäße strömt. (Siehe auch Koronarangiographie und Bildgebende Verfahren im Überblick.)

Verfahren der Angiographie

Vor der Angiographie werden Patienten gebeten, 12 Stunden lang nüchtern zu bleiben, also nichts zu essen und zu trinken.

Während der Untersuchung liegen die Patienten auf einem für Röntgenstrahlen durchlässigen Röntgentisch. Da der Tisch eventuell geneigt wird, erhalten die Patienten Gurte um Brust und Beine. Die Röntgenkameras werden nach Bedarf positioniert. Zur Überwachung des Herzens werden Elektroden auf der Brust angebracht. Auch der Blutdruck und der Sauerstoffgehalt werden überwacht.

Nach der Injektion eines Lokalanästhetikums macht der Arzt einen kleinen Schnitt, meistens am Arm oder in der Leiste. Darüber führt er, meist in eine Arterie, einen dünnen, biegsamen Schlauch (Katheter) ein, der dann über die Blutgefäße in den zu untersuchenden Bereich vorgeschoben wird. Nach dem Legen des Katheters wird ein röntgendichtes Kontrastmittel (eine jodhaltige Flüssigkeit, die auf Röntgenbildern sichtbar ist) gespritzt. Das Kontrastmittel fließt durch die Blutgefäße und stellt sie dar. Die Bilder erscheinen auf einem Videobildschirm und werden aufgezeichnet. So kann der Arzt die Struktur der Blutgefäße und bestehende Anomalien erkennen.

Vor der Angiographie erhalten Patienten oft intravenös ein Beruhigungsmittel, damit sie sich entspannen können, doch bleiben sie während des Eingriffs bei Bewusstsein. Sie werden während der Untersuchung gebeten, tief einzuatmen, die Luft anzuhalten oder zu husten. Dabei sollten jegliche wahrgenommenen Beschwerden gemeldet werden.

Eine Angiographie kann unter einer Stunde oder bis zu mehrere Stunden lang dauern, je nachdem, welcher Teil des Körpers untersucht wird und welcher Untersuchungs- oder Eingriffstyp Anwendung findet. Sie wird in der Regel ambulant durchgeführt, was bedeutet, dass der Patient innerhalb kurzer Zeit nach Abschluss des Verfahrens wieder nach Hause gehen kann.

Wurde der Katheter in eine Arterie gelegt, muss die Eintrittstelle, nachdem alle Instrumente wieder entfernt wurden, zehn bis zwanzig Minuten lang durchgehend mit einem Druckverband versorgt sein. Der Druck reduziert Blutungen und Einblutungen in die Haut.

Anwendung der Angiographie

Mit einer Angiographie werden die Blutgefäße, in der Regel die Arterien, auf Anomalien untersucht. Diese umfassen:

  • Blockaden

  • Verengungen

  • Unnatürliche Verbindungen zwischen Arterien und Venen (arteriovenöse Fehlbildungen)

  • Entzündungen (Vaskulitis)

  • Ausbuchtungen (Aneurysmen) in der geschwächten Wand von Blutgefäßen

  • Risse (Dissektion) in der Wand von Blutgefäßen

Während einer Angiographie können die gefundenen Anomalien behandelt werden:

  • Verengte Arterien können erweitert werden.

  • Verstopfungen können entfernt werden.

  • Ein Röhrchen aus Drahtgitter (Stent) kann eingesetzt werden, um eine Arterie offen zu halten.

  • Risse oder Schwachstellen in einem Blutgefäß können ausgebessert werden.

  • Die Blutversorgung von Tumoren oder arteriovenösen Fehlbildungen kann unterbunden werden.

Arten der konventionellen Angiographie

Arteriographie

Bei der Arteriographie werden Bilder der Arterien erzeugt. Sie ist die häufigste Art der Angiographie.

Venographie

Bei der Venographie werden Bilder der Venen erstellt. Die Venographie wurde bei der Diagnose von Gerinnseln in Venen (tiefe Venenthrombose) weitgehend durch Ultraschalluntersuchungen ersetzt.

digitale Subtraktionsangiographie

Die digitale Subtraktionsangiographie liefert Bilder der Blutgefäße im Gehirn. Bevor und nachdem das röntgendichte Kontrastmittel gespritzt wurde, werden Röntgenaufnahmen von den Blutgefäßen erstellt. Ein Computer zieht dann ein Bild vom anderen ab. So werden Abbildungen von anderen Strukturen als den Arterien, z. B. Knochen, gelöscht. Im Ergebnis sind die Arterien deutlicher sichtbar.

Tabelle
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Nachteile der Angiographie

Für manche Menschen ist eine Angiographie unangenehm. Bei einigen Patienten treten allergische Reaktionen auf das Kontrastmittel auf. Die Injektionsstelle kann bluten, sich infizieren oder schmerzen. In seltenen Fällen beschädigt der Katheter ein Blutgefäß.

Schwere Komplikationen wie Schock, Krampfanfälle, Nierenschäden und plötzlicher Herzstillstand kommen sehr selten vor. Manchmal setzen während einer Herzkatheteruntersuchung Herzschläge aus oder der Puls verlangsamt sich kurzfristig.

Bei älteren Erwachsenen ist das Risiko für Komplikationen höher, jedoch immer noch gering.

Die Strahlendosis, die bei der Angiographie eingesetzt wird, hängt vom Verfahren ab, ist aber in der Regel höher als bei Röntgenaufnahmen. Zum Beispiel ist Strahlendosis bei der Koronarangiographie 350- bis 750-mal so hoch wie bei einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs auf einer Ebene.

Eine Angiographie kann nicht immer ohne größeren Aufwand durchgeführt werden. Sie muss durch gut ausgebildete Ärzte erfolgen.

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