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Bildgebende Untersuchungen des Brustkorbs

Von

Rebecca Dezube

, MD, MHS, Johns Hopkins University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Zu den bildgebenden Verfahren des Brustkorbs zählen:

  • Röntgenaufnahmen

  • Computertomographie (CT)

  • Magnetresonanztomographie (MRT)

  • Szintigraphie

  • Ultraschall

  • Positronen-Emissions-Tomographie (PET-Scan)

Röntgenaufnahmen des Brustkorbs werden fast immer gemacht, wenn der Arzt eine Lungen- oder Herzkrankheit vermutet. Andere bildgebende Verfahren erfolgen bei Bedarf, um spezifische Informationen für die Diagnosestellung zu liefern.

Röntgenaufnahmen des Brustkorbs werden normalerweise vom Rücken her gemacht. In der Regel wird dies durch eine Seitenansicht ergänzt. Die Röntgenaufnahmen stellen das Herz und die großen Blutgefäße gut dar und lassen in der Regel auch schwere Erkrankungen in der Lunge, den angrenzenden Zwischenräumen, an der Brustwand und den Rippen erkennen. Beispielsweise zeigen Röntgenbilder des Brustkorbs die meisten Lungenentzündungen ebenso an wie Lungentumoren, eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung, eine zusammengefallene Lunge (Atelektase) sowie Luft (Pneumothorax) oder Flüssigkeit (Pleuraerguss) im Pleuraraum. Obwohl Röntgenaufnahmen selten genug Informationen bieten, damit die Ärzte die genaue Ursache einer krankhaften Veränderung bestimmen können, geben sie ihnen doch genügend Anhaltspunkte für die Entscheidung, ob und welche weiteren Tests für eine Diagnose notwendig sind.

Die Computertomographie (CT) des Brustkorbs zeigt mehr Details an als ein einfaches Röntgenbild. Bei der CT wertet ein Computer eine Serie von Röntgenaufnahmen aus und setzt daraus mehrere Ansichten auf unterschiedlichen Ebenen zusammen, wie die Längsschnitt- und die Querschnittansicht. Für die CT kann eine Substanz, die auf Röntgenbildern sichtbar ist (als Kontrastmittel bezeichnet), in den Blutkreislauf gespritzt oder eingenommen werden, um bestimmte Veränderungen im Brustraum abzuklären. Hochauflösende CT und Helix-CT (bzw. Spiral-CT) sind speziellere Verfahren. Eine hochauflösende CT kann weitere Einzelheiten zur Lungenerkrankung zeigen. Mit einer Helix-CT sind dreidimensionale Bilder möglich. Im Allgemeinen werden CT-Scans erstellt, nachdem ein Patient tief eingeatmet hat (inhaliert). Manchmal werden CT-Aufnahmen gemacht, nachdem die Patienten ein- und wieder ausgeatmet haben, um einen genaueren Einblick in die Atemwege zu erhalten.

Bei einer CT-Angiographie wird ein Kontrastmittel in eine Armvene gespritzt, um Bilder der Blutgefäße zu zeigen, darunter auch die Arterie, die das Blut vom Herzen in die Lunge transportiert (Pulmonalarterie). Derzeit wird statt einer Lungenszintigraphie normalerweise eine CT-Angiographie eingesetzt, um Blutgerinnsel in der Pulmonalarterie festzustellen (Lungenembolie).

Die Magnetresonanztomographie (MRT) liefert ebenfalls höchst detaillierte Bilder, die besonders hilfreich sind, wenn Veränderungen der Blutgefäße im Brustraum vermutet werden, wie etwa ein Aortenaneurysma. Allerdings dauert eine MRT länger und ist teurer als eine CT. Zudem ist die Auflösung bei einer MRT geringer als bei einer CT, wenn Auffälligkeiten in der Lunge festgestellt werden. Daher kommt die MRT bei der Bildgebung des Brustkorbs selten zum Einsatz. Im Gegensatz zur CT wird bei der MRT keine radioaktive Strahlung eingesetzt.

Ultraschall gibt ein aus der Reflexion von Schallwellen im Körper zusammengesetztes Bild wieder. Mit einer Ultraschalluntersuchung wird oft Flüssigkeit in den Pleuraraum (dem Hohlraum zwischen den beiden Schichten des Brustfells, das die Lunge und die innere Brustwand bedeckt) diagnostiziert. Ultraschall kann auch zur Sichtkontrolle verwendet werden, wenn diese Flüssigkeit mit einer Nadel abgezogen werden soll. Manchmal wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um einen Pneumothorax zu diagnostizieren. Eine endobronchiale Ultraschalluntersuchung (EBUS) kann zusammen mit einer Bronchoskopie durchgeführt werden, damit der Arzt bei der Gewebeprobenentnahme der Lungen zur Untersuchung auf Krebs unterstützt wird (Nadelbiopsie). In diesem Fall befindet sich die Ultraschallsonde im Bronchoskop, um Aufnahmen aus den Atemwegen zu erhalten.

Die Lungenszintigraphie kann bei der Bestimmung von Blutgerinnseln in der Lunge (Lungenembolie) hilfreich sein, wurde zur Diagnose dieser Krankheit aber weitgehend von der CT-Angiographie abgelöst. Eine Lungenszintigraphie kann jedoch durchgeführt werden, wenn eine CT-Angiographie nicht möglich ist, weil der Betroffene nierenkrank ist oder eine Allergie gegen die Kontrastmittel hat, die bei einer CT verwendet werden. Eine Lungenszintigraphie kann auch bei der präoperativen Beurteilung von Patienten eingesetzt werden, bei denen ein Teil ihrer Lunge zur Behandlung von Lungenkrebs oder einer schweren chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) entfernt wurde, um zu sehen, wie gut der Rest der Lunge funktioniert. Bei der Lungenszintigraphie wird die Strömung der Luft und des Blutes innerhalb der Lunge mittels radioaktiver Substanz dargestellt. Gewöhnlich wird der Test in zwei Stufen durchgeführt. In der ersten Phase (Lungenperfusionsszintigraphie) wird eine radioaktive Substanz in eine Vene gespritzt. Dann kann man auf dem Bild sehen, wie sich die Substanz in den Blutgefäßen der Lunge verteilt. Wenn die Perfusionsszintigraphie etwas Ungewöhnliches ergibt, kommt es zur zweiten Phase (Lungenventilationsszintigraphie), in welcher der Patient ein radioaktives Gas einatmet, worauf das Bild erkennen lässt, wie dieses Gas in der Lunge verteilt wird. Mit diesem Verfahren kann festgestellt werden, ob die verbleibende Lunge genügend Sauerstoff aufnehmen kann.

Eine Angiographie der Pulmonalarterien (auch als Arteriographie der Pulmonalarterien bezeichnet) wird vorgenommen, indem ein Röntgenkontrastmittel durch einen langen, dünnen Plastikschlauch (Katheter) durch eine Vene ins Herz und dann direkt in die Pulmonalarterie gespritzt wird. Nachdem das Kontrastmittel gespritzt ist, macht der Arzt konventionelle Röntgenaufnahmen, um das Kontrastmittel in der Lunge darzustellen (Angiographie). Die Angiographie wird traditionell eingesetzt, wenn aufgrund auffälliger Ergebnisse bei der Lungenszintigraphie eine Lungenembolie vermutet wird, und gilt immer noch als genaueste Testmethode, um eine Lungenembolie zu diagnostizieren oder auszuschließen. Heute wird jedoch meist eine CT-Angiographie durchgeführt, da die Angiographie der Pulmonalarterie, bei der eine direkte Injektion in die Pulmonalarterie erfolgt, invasiver ist.

Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET-Scan) kann bei einem Krebsverdacht eingesetzt werden. Dieses bildgebende Verfahren macht sich die unterschiedlichen Stoffwechselvorgänge bei bösartigen und gutartigen Gewebetypen zunutze. Dazu werden Glukosemoleküle mit einer Substanz kombiniert, die mithilfe eines PET-Scanners sichtbar gemacht werden kann. Die Moleküle werden intravenös gespritzt und sammeln sich danach in Gewebetypen mit raschem Stoffwechsel an (z. B. in von Krebs befallenen Lymphknoten), wodurch dieses Gewebe auf PET-Aufnahmen sichtbar wird. In gutartigem Gewebe reichern sich in der Regel nicht genügend Moleküle an, um sichtbar zu werden. PET-Aufnahmen werden meist mit CT-Aufnahmen kombiniert, um Lungentumoren mit zwei verschiedenen Methoden darstellen zu können.

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