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Infektiöse Mononukleose

(Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV); Pfeiffersches Drüsenfieber)

Von

Kenneth M. Kaye

, MD, Brigham and Women’s Hospital, Harvard Medical School

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2018| Inhalt zuletzt geändert Jun 2018
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Quellen zum Thema

Das Epstein-Barr-Virus verursacht eine Anzahl von Krankheiten, einschließlich der infektiösen Mononukleose.

  • Das Virus wird durch Küssen verbreitet.

  • Symptome sind unterschiedlich, aber am häufigsten sind extreme Müdigkeit, Fieber, Halsschmerzen und geschwollene Lymphknoten zu beobachten.

  • Eine Blutprobe wird durchgeführt, um die Diagnose zu bestätigen.

  • Gegen die Schmerzen helfen Paracetamol und nichtsteroidale Antirheumatika.

Infektionen mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) sind sehr weit verbreitet. Das EBV ist ein Herpesvirus, das als Herpesvirus Typ 4 bezeichnet wird. In den Vereinigten Staaten haben ungefähr 50 Prozent der 5-jährigen Kinder und fast 95 Prozent der Erwachsenen eine EBV-Infektion gehabt.

Die meisten EBV-Infektionen verursachen keine Symptome. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich mit dem EBV infizieren, kommt es zu einer infektiösen Mononukleose. Infektiöse Mononukleose wird nach der hohen Anzahl an weißen Blutkörperchen (mononukleäre Zellen) im Blutkreislauf benannt. Jugendliche und junge Erwachsene erkranken gewöhnlich an infektiöser Mononukleose, wenn sie sich beim Küssen mit EBV-infizierten Menschen anstecken.

Nach der Erstinfektion bleibt das EBV wie andere Herpesviren auch lebenslang im Körper, hauptsächlich in den weißen Blutkörperchen. Infizierte Menschen scheiden das Virus regelmäßig in ihrem Speichel aus. Weil dabei keine Symptome vorkommen, stecken sie andere dann am ehesten an.

Selten trägt das EBV zur Entwicklung von ungewöhnlichen Krebsarten bei, wie dem Burkitt-Lymphom und gewissen Formen von Nasen- und Rachentumoren (Nasopharynxkarzinom). Man nimmt an, dass spezielle Teile des Erbmaterials der Viren den Teilungszyklus der infizierten Zellen verändern und dazu führen, dass diese entarten. Das EBV verursacht kein chronisches Erschöpfungssyndrom, wie einmal vermutet wurde.

Symptome und Komplikationen

Die meisten Kinder unter fünf Jahren haben nach der Infektion keinerlei Anzeichen einer Erkrankung. Bei Jugendlichen und Erwachsenen kann es zu infektiöser Mononukleose kommen oder auch nicht.

Der übliche Zeitraum zwischen Ansteckung und dem Erscheinen von Symptomen wird auf 30 bis 50 Tage geschätzt. Dieser Zeitraum wird als Inkubationszeit bezeichnet.

Die vier Hauptsymptome der infektiösen Mononukleose infolge des EBV sind wie folgt:

  • Extreme Müdigkeit

  • Fieber

  • Halsschmerzen

  • Geschwollene Lymphknoten

Nicht jeder Betroffene weist alle vier Symptome auf. Gewöhnlich beginnt die Krankheit mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl und mit Abgeschlagenheit, die in den ersten 2 bis 3 Wochen meist am stärksten sind, aber auch monatelang anhalten können. Auf diese unbestimmten Symptome folgen Fieber, Halsschmerzen und/oder geschwollene Lymphknoten. Das Fieber ist am Nachmittag oder am frühen Abend meistens am höchsten (etwa 39,5 °C). Der Hals kann sehr stark entzündet sein und es kann sich im Rachen eine eiterartige Substanz bilden. In den meisten Fällen sind die Lymphknoten am Hals geschwollen, es kann aber jeder Lymphknoten geschwollen sein. Bei einigen Menschen sind geschwollene Lymphknoten das einzige Symptom.

Bei etwa 50 Prozent der Patienten mit infektiöser Mononukleose vergrößert sich die Milz. Das ruft zwar bei den meisten Betroffenen kaum Symptome hervor, doch eine vergrößerte Milz kann bei Verletzung leicht einreißen. Eine Milzruptur ist lebensbedrohlich. Auch die Leber kann sich leicht vergrößern. Selten kommt es zu Gelbsucht, und mitunter ist der Augenbereich geschwollen.

Hautausschläge entwickeln sich selten. Jedoch entwickeln Personen mit einer EBV-Infektion, die das Antibiotikum Ampicillin einnehmen, eher einen Ausschlag.

Zu weiteren, allerdings sehr seltenen Komplikationen zählen Krampfanfälle, Nervenschäden, Verhaltensstörungen, Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis) oder der Hirnhäute (Meningitis), Anämie und Blockierung der Atemwege durch geschwollene Lymphknoten.

Die Dauer der Symptome ist unterschiedlich. Nach etwa 2 Wochen lassen die Symptome nach und die meisten Menschen können wieder ihre normalen Tätigkeiten aufnehmen. Allerdings kann die Müdigkeit noch Wochen und gelegentlich sogar Monate bestehen bleiben. Die Sterberate liegt bei unter 1 Prozent. Todesursache sind in der Regel Komplikationen wie Enzephalitis, Milzruptur oder Atemwegsblockade.

Diagnose

  • Ein Bluttest

Die Symptome der infektiösen Mononukleose können denen anderer viraler oder bakterieller Infektionskrankheiten ähneln. Darum bleibt infektiöse Mononukleose häufig unbemerkt. Geschwollene Drüsen, insbesondere im Hals, sind jedoch ein deutliches Anzeichen für eine infektiöse Mononukleose.

Zur Bestätigung der Diagnose wird ein Bluttest durchgeführt, mit dem der Nachweis heterophiler Antikörper erbracht wird (EBV-Schnelltest). Im Anfangsstadium der Infektion oder bei jungen Kindern ist der EBV-Schnelltest manchmal negativ und muss dann wiederholt werden, wenn ein dringender Verdacht auf Vorliegen der Infektion besteht. Wenn das Ergebnis dieses Tests negativ bleibt, werden zur Bestätigung der Diagnose andere Bluttests auf spezifische Antikörper gegen das EBV durchgeführt. (Vom Immunsystem werden Antikörper gebildet, um den Körper gegen einen bestimmten Angreifer wie etwa das EBV zu schützen.)

Häufig wird auch ein großes Blutbild erstellt. Findet man viele typische mononukleäre weiße Blutkörperchen (atypische Lymphozyten), kann das der erste Hinweis darauf sein, dass die Diagnose infektiöse Mononukleose lautet.

Behandlung

  • Zu Beginn Ruhe

  • Schmerzmittel

  • Mitunter Kortikosteroide bei gewissen Komplikationen

Es gibt keine spezifische Behandlung.

Patienten mit infektiöser Mononukleose wird angeraten, sich in den ersten beiden Wochen, in denen die Symptome am stärksten sind, auszuruhen. Nach ungefähr 2 Wochen können sie ihre Aktivitäten je nach individuellem Befinden wieder aufnehmen. Wegen der Gefahr einer Milzruptur sollte jedoch mindestens einen Monat lang darauf geachtet werden, keine schweren Gegenstände zu heben und auf Kontaktsportarten zu verzichten, bis der Arzt durch eine Untersuchung oder mitunter durch Ultraschall bestätigt hat, dass die Milz wieder ihre normale Größe erlangt hat.

Fieber und Schmerzen können mit Paracetamol und nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR, wie z. B. Aspirin oder Ibuprofen) gelindert werden. Kindern sollte jedoch kein Aspirin gegeben werden, weil dadurch das Risiko für das potenziell tödliche Reye-Syndrom steigt.

Komplikationen wie ein starkes Anschwellen der Atemwege lassen sich mit Kortikosteroiden behandeln.

Die derzeit verfügbaren antiviralen Mittel beeinflussen die Symptome der infektiösen Mononukleose kaum und sollten nicht eingesetzt werden.

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