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Typhus

(Enterisches Fieber)

Von

Larry M. Bush

, MD, FACP, Charles E. Schmidt College of Medicine, Florida Atlantic University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2020| Inhalt zuletzt geändert Feb 2020
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Typhus wird durch bestimmte Arten des gramnegativen BakteriumsSalmonella hervorgerufen. Dabei kommt es normalerweise zu hohem Fieber und Bauchschmerzen.

  • Übertragen werden kann Typhus durch den Verzehr von Lebensmitteln oder Wasser, die mit dem Stuhl oder Urin einer infizierten Person verunreinigt sind.

  • Die Betroffenen haben grippeähnliche Symptome, auf die manchmal Delirium, Husten, Erschöpfung, gelegentlich Ausschlag und Durchfall folgen.

  • Blutproben, Proben von Stuhl und anderen Flüssigkeiten oder Gewebe werden ins Labor geschickt, um Bakterienkulturen anzulegen.

  • Um der Infektion vorzubeugen, sollten Menschen, die in betroffene Gebiete reisen, geimpft werden und vor Ort den Verzehr bestimmter Nahrungsmittel sowie das Trinken von Leitungswasser vermeiden.

  • Infizierte, ob mit oder ohne Symptome, erhalten Antibiotika.

Typhus ist eine Infektion, die von Salmonella-Bakterien hervorgerufen wird. Es gibt viele Arten von Salmonellen, doch meistens wird Typhus durch das Bakterium Salmonella Typhi ausgelöst.

Typhus kommt häufig in Entwicklungsländern mit schlechten hygienischen Bedingungen vor (besonders im südlichen Asien). Die meisten in den USA registrierten Fälle betreffen Personen, die sich in Ländern aufgehalten haben, wo die Infektion weit verbreitet ist.

Wussten Sie ...

  • Mary Mallon, bekannt als Typhus-Mary, war eine Köchin, die Anfang des 20. Jahrhunderts viele Menschen mit Typhus ansteckte.

Übertragung

Salmonella Typhi kommt nur bei Menschen vor.

Bei Infizierten wird das Bakterium über den Stuhl und, in seltenen Fällen, über den Urin ausgeschieden. Bei einigen Infizierten entsteht eine chronische Infektion der Gallenblase oder der Harnwege. Die Bakterien werden von ihnen weiterhin über den Stuhl oder Urin ausgeschieden, selbst nach Abklingen der Symptome. Diese Menschen gelten als Träger der Bakterien. Aus diesem Grund ist es vielen nicht bewusst, dass sie die Infektion weiterverbreiten können. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es einen Fall, bei dem eine Frau, eine Köchin namens Mary Mallon, viele Menschen mit Typhus infizierte und daher als Typhus-Mary bekannt wurde.

Salmonella-Typhi-Bakterien können Nahrungsmittel oder Getränke verunreinigen, wenn die Hände nach dem Toilettengang nicht ordnungsgemäß gewaschen werden. Die Wasserversorgung kann verunreinigt werden, wenn keine ordnungsgemäße Abwasserbehandlung durchgeführt wird. Fliegen können die Bakterien direkt von Fäkalien auf Nahrungsmittel übertragen.

Mitunter wird Typhus durch direkten Kontakt zwischen Kindern beim Spielen oder zwischen Erwachsenen bei analem/oralem Geschlechtsverkehr übertragen.

Wie bei allen Arten von Salmonella-Bakterien müssen diese Bakterien zahlreich aufgenommen werden, damit sich die Infektion entwickelt, es sei denn, das Immunsystem ist beeinträchtigt und es besteht ein Mangel an Magensäure. Magensäure tötet Salmonella-Bakterien in der Regel ab.

Ausbreitung über die Blutbahn

Die Bakterien gelangen aus dem Verdauungstrakt in die Blutbahn (wo sie eine Bakteriämie verursachen) und können u. a. die folgenden entfernt liegenden Organe befallen:

Diese Infektionen entwickeln sich hauptsächlich, wenn die Betroffenen nicht behandelt werden oder sich die Behandlung verzögert.

Symptome

Üblicherweise beginnt die Erkrankung mit grippeähnlichen Symptomen etwa 8 bis 14 Tage nach der Ansteckung. Die Symptome von Typhus entwickeln sich allmählich. Die Betroffenen können Fieber, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Bauchschmerzen und trockenen Husten bekommen. Möglicherweise kommt es zu Appetitlosigkeit.

Nach einigen Tagen klettert das Fieber auf 39 bis 40 °C, bleibt weitere 10 bis 14 Tage lang hoch, bis sich die Temperatur in der vierten Woche nach Einsetzen der Symptome schließlich wieder normalisiert. Der Herzschlag ist oft niedrig und die Betroffenen fühlen sich erschöpft. Bei einer schweren Infektion kann es zu einem Delirium kommen.

In der zweiten Woche tritt bei etwa 10 bis 20 Prozent der Betroffenen ein Ausschlag auf Brust und Bauch mit flachen rosafarbenen Flecken auf.

Zuerst kann es zu Verstopfung kommen, nach 2 Wochen kann jedoch Durchfall auftreten. Bei etwa 1 bis 2 Prozent der Betroffenen kommt es zu einer Darmperforation oder Darmblutungen. Einige Patienten entwickeln eine starke, mitunter lebensbedrohliche Blutung.

Wenn die Infektion andere Organe befällt, können auch Symptome solcher Erkrankungen auftreten.

Bei etwa 8 bis 10 Prozent der unbehandelten Patienten treten die Symptome etwa 2 Wochen nach Abklingen des Fiebers erneut auf.

Diagnose

  • Untersuchung und Kultur von Blut- oder Stuhlproben oder von Proben anderer Körperflüssigkeiten oder Geweben

Zur Bestätigung der Typhusdiagnose werden Blut-, Stuhl oder Urinproben oder Proben anderer Körperflüssigkeiten oder von Gewebe entnommen und in ein Labor geschickt, wo Bakterienkulturen angesetzt werden. Die Proben werden untersucht, um zu bestimmen, ob Salmonella-Bakterien vorhanden sind.

Es werden auch Untersuchungen durchgeführt, um herauszufinden, welche Antibiotika am wirkungsvollsten sind (Resistenzprüfung).

Prognose

Ohne Behandlung sterben etwa 12 Prozent der Betroffenen. Bei einer Behandlung verläuft die Krankheit nur bei etwa 1 Prozent der Patienten tödlich. Die meisten Patienten, bei denen die Krankheit zum Tod führt, sind unterernährt, sehr jung oder sehr alt.

Benommenheit (Teilnahmslosigkeit, die zum Erwecken energische Stimulation benötigt), Koma und Schock sind Anzeichen einer schweren Infektion und schlechter Prognose.

Vorbeugung

Personen, die in Gebiete reisen, wo Typhus häufig vorkommt, sollten kein rohes Gemüse oder andere rohe Nahrungsmittel verzehren, die bei Zimmertemperatur serviert oder gelagert werden.

Im Allgemeinen kann Folgendes ohne Bedenken konsumiert werden:

  • Speisen, die unmittelbar nach der Zubereitung heiß serviert werden

  • Getränke in ungeöffneten Flaschen oder Dosen

  • Heißer Tee oder Kaffee

  • Früchte, die eigenhändig geschält werden

Generell sollte davon ausgegangen werden, dass Eis und Wasser verunreinigt sind (solange sie nicht erhitzt oder gechlort wurden). Zum Zähneputzen sollte in Flaschen abgefülltes Trinkwasser verwendet werden.

Impfungen

Ein über den Mund (d. h. oral) verabreichter Impfstoff und ein in Injektionsform in einen Muskel verabreichter Polysaccharid-Impfstoff können Typhus vorbeugen. Beide Impfstoffe sind zu rund 70 Prozent wirksam und haben wenige Nebenwirkungen.

Empfohlen wird die Impfung für folgende Personen:

  • Reisende in Gebiete, wo Typhus häufig vorkommt

  • Menschen, die engen Kontakt mit Trägern haben (z. B. weil sie im gleichen Haushalt leben)

  • Laboranten, die mit dem Bakterium arbeiten

Personen, die ein Risiko tragen, sollten 2 Jahre nach Erhalt des Injektionsimpfstoffes und 5 Jahre nach Erhalt des oralen Impfstoffes eine Auffrischungsimpfung durchführen.

In den USA treten die meisten Typhusfälle bei Reisenden auf, die in Gegenden waren, wo Typhus häufig vorkommt. Die meisten dieser Fälle hätten sich durch eine Schutzimpfung verhindern lassen können.

Behandlung

  • Antibiotika

  • Bei schweren Infektionen Kortikosteroide

Wenn Antibiotika verabreicht werden, sinkt das Sterberisiko auf weniger als 1 Prozent. Eine vollständige Genesung kann Wochen oder Monate dauern.

Bevorzugte Antibiotika:

  • Ceftriaxon, als Injektion verabreicht

  • Fluorchinolone (z. B. Ciprofloxacin, Levofloxacin oder Moxifloxacin), oral oder als Injektion verabreicht

  • Azithromycin, oral verabreicht

Resistenzen gegenüber Antibiotika sind weit verbreitet, zunehmend auch in Gegenden, wo Typhus häufig vorkommt. Die Resistenz nimmt auch in den USA aufgrund von Rückkehrern zu, die sich in jenen Gegenden infiziert haben.

Das Antibiotikum Chloramphenicol findet weltweit Anwendung. Davon können jedoch Knochenmarkzellen, die Blutzellen produzieren, geschädigt werden. Salmonella-Typhi-Bakterien entwickeln auch immer mehr eine Resistenz dagegen.

Wenn die Infektion schwer ist, werden auch Kortikosteroide gegeben, vor allem an Patienten, die sich im Delirium, im Koma oder Schock befinden.

Bei Fieber wird Bettruhe angeraten. Eine flüssige Ernährung kann dem Durchfall entgegenwirken. Die Patienten sollten kein Aspirin und keine Abführmittel einnehmen und keine Einläufe durchführen.

Bei 15 bis 20 Prozent der Betroffenen, die mit Antibiotika behandelt werden, kommt es üblicherweise eine Woche nach Beendigung der Behandlung zu einem Rückfall. Diese Infektion ist leichter als die anfängliche Erkrankung und wird auf die gleiche Weise behandelt.

Behandlung von Trägern

Träger müssen den lokalen Gesundheitsbehörden gemeldet werden und dürfen nicht mit Nahrungsmitteln arbeiten, bis eine Ausrottung der Bakterien nachgewiesen wird. Eine 4- bis 6-wöchige Einnahme von Antibiotika kann die Bakterien bei den meisten Trägern auslöschen.

Wenn die Träger eine Infektion der Gallenblase haben, kann eine operative Entfernung der Gallenblase helfen. Eine solche Operation gewährleistet jedoch nicht, dass alle Bakterien entfernt sind.

Weitere Informationen

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