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Dyslipidämie

(Hyperlipidämie)

Von

Anne Carol Goldberg

, MD, Washington University School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2018| Inhalt zuletzt geändert Sep 2018
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Kurzinformationen
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Eine Fettstoffwechselstörung (Dyslipidämie) ist ein zu hoher Spiegel von Lipiden (Cholesterin, Triglyzeride oder beides) oder ein zu niedriger HDL-(High-Density-Lipoprotein)-Cholesterinspiegel.

  • Lebensstil, genetische Veranlagung, Erkrankungen (z. B. ein niedriger Schilddrüsenhormonspiegel oder eine Nierenerkrankung), Medikamente oder eine Kombination können dazu beitragen.

  • Es kann zu Atherosklerose kommen, und in Folge zu Herzschmerzen (Angina pectoris), Herzinfarkten, Schlaganfällen und peripherer arterieller Verschlusskrankheit.

  • Die Ärzte messen die Spiegel der Triglyzeride und der verschiedenen Cholesterinarten im Blut.

  • Bewegung, Ernährungsumstellungen und Medikamente können wirkungsvoll sein.

Lipoproteine sind Teilchen von Eiweißen (Proteinen) und anderen Substanzen. Sie transportieren Fette wie Cholesterin und Triglyzeride, die nicht von allein im Blut zirkulieren können.

Es gibt verschiedene Arten von Lipoproteinen (siehe Tabelle Lipoproteine: Lipidträger), einschließlich:

  • Chylomikronen

  • Very-Low-Density-Lipoproteine (VLDL)

  • Low-Density-Lipoproteine (LDL)

  • High-Density-Lipoproteine (HDL)

Im Alter erhöht sich der Lipoproteinspiegel leicht; daher steigen auch die Lipide an, besonders das LDL-(Low-Density-Lipoprotein)-Cholesterin. Bei Männern ist der Spiegel gewöhnlich ein wenig höher als bei Frauen, aber bei Frauen erhöht er sich nach den Wechseljahren (Menopause). Die ansteigende Lipoproteinkonzentration im Alter kann zur Dyslipidämie führen.

Das Risiko einer Atherosklerose erhöht sich dann mit Ansteigen des Cholesterinspiegels, selbst, wenn der Spiegel nicht hoch genug ist, um als Fettstoffwechselstörung (Dyslipidämie) zu gelten. Die Atherosklerose kann die Arterien schädigen, die das Herz mit Blut versorgen (und zu einer koronaren Herzkrankheit führen), jene, die Blut zum Gehirn transportieren (und zu einem Schlaganfall führen), und jene, die den restlichen Körper versorgen (und eine periphere arterielle Verschlusskrankheit verursachen). Deshalb erhöht ein hoher Gesamtcholesterinwert auch das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls.

Ein niedriger Gesamtcholesterinspiegel gilt generell gesundheitlich als besser hinsichtlich der Risikofaktoren als ein hoher. Ein sehr niedriger Cholesterinspiegel ist jedoch unter Umständen auch nicht gesund (Hypolipidämie).

Obwohl es keine natürliche Toleranzgrenze zwischen normalen und abnormalen Cholesterinspiegeln gibt, ist bei Erwachsenen ein Gesamtcholesterinspiegel von weniger als 200 Milligramm pro Deziliter Blut (mg/dl) wünschenswert. Viele Menschen profitieren von einem noch niedrigeren Lipidspiegel. In manchen Regionen der Welt (z. B. China und Japan), in denen der durchschnittliche Cholesterinspiegel 150 mg/dl beträgt, ist die koronare Herzkrankheit seltener als in Ländern wie z. B. den Vereinigten Staaten. Das Herzinfarktrisiko ist mehr als verdoppelt, wenn der Gesamtcholesterinspiegel 300 mg/dl erreicht.

Das Gesamtcholesterin ist lediglich ein Anhaltspunkt hinsichtlich des Atheroskleroserisikos. Wichtiger sind bestimmte Komponenten des Gesamtcholesterins, hauptsächlich LDL- und HDL-Cholesterin. Ein hoher Spiegel von („schlechtem‟) LDL-Cholesterin erhöht das Risiko. Ein zu hoher Spiegel von („gutem“) HDL-Cholesterin wird nicht als Krankheit angesehen, da er das Risiko für Atherosklerose senkt. Im Gegensatz dazu wird das Risiko durch einen zu niedrigen HDL-Cholesterinspiegel (weniger als 40 mg/dl) erhöht. Ein LDL-Cholesterinwert von weniger als 100 mg/dl gilt derzeit als optimal.

Ob hohe Triglyzeridwerte das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen, ist ungewiss. Triglyzeridspiegel über 150 mg/dl gelten schon als Abweichung, aber hohe Werte scheinen nicht bei jedermann das Risiko zu erhöhen. Bei Menschen mit hohen Triglyzeridspiegeln ist die Gefahr für Herzinfarkt und Schlaganfall größer, wenn sie außerdem einen niedrigen HDL-Cholesterinwert aufweisen, unter Diabetes, chronischer Nierenerkrankung leiden oder viele nahe Verwandte mit Atherosklerose haben (Familiengeschichte).

Ein hoher HDL-Cholesterinspiegel, also des „guten Cholesterins‟, kann von Vorteil sein und wird nicht als Krankheit betrachtet. Ein zu niedriger Spiegel erhöht das Atheroskleroserisiko.

Das Lipoprotein (a) ist eine Kombination aus LDL mit einem zusätzlichen Eiweißstoff, das daran gebunden ist. Werte über 30 mg/dl (oder 75 nmol/l) gehen mit einem erhöhten Risiko für Atherosklerose einher. Hohe Werte sind vererbt. Lipoprotein (a) wird nicht durch die Ernährung oder die meisten lipidsenkenden Medikamenten beeinflusst. Normalerweise muss der Spiegel nur einmal gemessen werden.

Tabelle
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Wünschenswerte Lipidspiegel bei Erwachsenen*

Lipid

Wünschenswerter Spiegel (mg/dl)

Gesamtcholesterin

Weniger als 200 mg/dl

Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin (Low-Density-Lipoprotein, LDL)

Weniger als 100 mg/dl

High-Density-Lipoprotein-Cholesterin (High-Density-Lipoprotein, HDL)

Mehr als 40 mg/dl

Triglyzeride

Weniger als 150 mg/dl

*Diese Werte gelten als Richtlinie. Manche Menschen benötigen eine Behandlung, selbst, wenn ihre Lipide bei diesen Werten liegen, wenn Risikofaktoren oder Erkrankungen wie koronare Herzkrankheit oder Schlaganfall vorliegen.

mg/dl = Milligramm pro Deziliter Blut.

Ursachen

Faktoren, die eine Dyslipidämie verursachen, werden eingeteilt in

  • Primäre Erythrozytose: Genetische (erbliche) Ursachen

  • Sekundäre Erythrozytose: Lebensstil und andere Ursachen

Sowohl primäre als auch sekundäre Ursachen tragen in unterschiedlich hohem Maße zu einer Fettstoffwechselstörung (Dyslipidämie) bei. Zum Beispiel kann eine Person mit einer erblichen Hyperlipidämie noch höhere Lipidspiegel haben, wenn der Betroffene auch sekundäre Ursachen für eine Hyperlipidämie hat.

Primäre (erbliche) Dyslipidämie

Zu den primären Ursachen gehören Genmutationen, die dazu führen, dass der Körper zu viel LDL-Cholesterin oder zu viele Triglyzeride produziert oder diese Substanzen nicht abbauen kann. Einige Ursachen beinhalten eine Unterproduktion oder übermäßige Entfernung von HDL-Cholesterin. Primäre Ursachen werden in der Regel vererbt und treten daher gehäuft familiär auf. Einige der genetischen Ursachen der Dyslipidämie werden hier und an anderer Stelle im Manual besprochen.

Am höchsten sind die Cholesterin- und Triglyzeridspiegel bei Menschen mit primären Dyslipidämien, die den Körperstoffwechsel und den Abbau der Lipide beeinträchtigen. Der Mensch kann auch eine Neigung zu einem ungewöhnlich niedrigen HDL-Cholesterinspiegel ererben.

Zu den Folgen der primären Dyslipidämien kann eine vorzeitige Atherosklerose zählen, die wiederum zu einer Angina pectoris oder Herzinfarkten führen kann. Die periphere arterielle Verschlusskrankheit ist ebenfalls eine Folgeerscheinung, bei der es häufig zu Durchblutungsstörungen in den Beinen und damit zu Schmerzen beim Gehen kommt (Claudicatio intermittens). Eine weitere mögliche Folge ist ein Schlaganfall. Sehr hohe Triglyzeridspiegel können eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) verursachen.

Bei Menschen mit einer genetischen Erkrankung, die zu hohen Triglyzeridwerten führt (z. B. familiäre Hypertriglyzeridämie oder familiäre kombinierte Hyperlipidämie), können bestimmte Erkrankungen und Substanzen die Triglyzeride auf extrem hohe Werte ansteigen lassen. Beispiele für solche Erkrankungen sind ein schlecht eingestellter Diabetes und eine Nierenfunktionsstörung. Beispiele für Suchtmittel umfassen exzessiven Alkoholkonsum und die Anwendung bestimmter Medikamente wie Östrogene (zum Einnehmen), die die Triglyzeridspiegel anheben. Zu den Symptomen zählen Fettablagerungen (eruptive Xanthome) in der Haut auf der Vorderseite der Beine und der Rückseite der Arme, eine vergrößerte Milz und Leber, Bauchschmerzen und ein vermindertes Empfindungsvermögen durch Nervenschädigung. Diese Krankheit kann zur Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) führen, die manchmal tödlich ist. Wird der Fettverzehr (auf weniger als 50 Gramm am Tag) reduziert, können Nervenschäden und eine Pankreatitis ausbleiben. Gewichtsabnahme und Alkoholverzicht tragen ebenfalls dazu bei. Lipidsenker können hilfreich sein.

Lipoproteinlipase-Mangel und Apolipoprotein-CII-Mangel

Der Lipoproteinlipase-Mangel und der Apolipoprotein-CII-Mangel sind seltene Erkrankungen, die durch einen Mangel an bestimmten Proteinen verursacht werden, die für die Entfernung von triglyzeridhaltigen Teilchen verantwortlich sind. Bei diesen Erkrankungen kann der Körper Chylomikronen nicht aus dem Blutkreislauf entfernen, was zu sehr hohen Triglyzeridwerten führt. Unbehandelt steigt der Triglyzeridspiegel oft auf weit über 1.000 mg/dl. Die Symptome treten während der Kindheit oder in der Jugend auf. Sie äußern sich als wiederholte anfallartige Bauchschmerzen, eine vergrößerte Leber und Milz und rötlich-gelbe Verdickungen in der Haut über Ellenbogen, Knie, Gesäß, Rücken, Vorderseite der Beine und Rückseiten der Arme. Diese Verdickungen (eruptive Xanthome) sind Fettablagerungen. Der Verzehr von Fett verstärkt die Symptome. Diese Erkrankung führt zwar nicht zu Atherosklerose, aber sie kann eine Pankreatitis verursachen, die manchmal tödlich verläuft. Menschen mit dieser Erkrankung müssen die Menge aller Fettarten – gesättigte, ungesättigte und mehrfach ungesättigte – in ihrer Ernährung streng einschränken. Die Betroffenen müssen Vitaminpräparate einnehmen, um die in ihrer Ernährung fehlenden Nährstoffe auszugleichen. Einige Therapien zur Behandlung von Lipoproteinlipase-Mangel und Apolipoprotein-CII-Mangel sind gerade in der Entwicklung.

Familiäre Hypercholesterinämie

Bei der familiären Hypercholesterinämie ist der Spiegel des Gesamtcholesterins hoch. Die Personen können ein abnormes Gen geerbt haben, oder sie haben zwei abnorme Gene geerbt, eines von jedem Elternteil. Personen mit zwei abnormen Genen (Homozygote) sind schwerer betroffen als Personen mit nur einem abnormen Gen (Heterozygote). Etwa 1 von 200 Menschen sind Heterozygote und 1 von 250.000 bis zu 1 von 1 Million Menschen sind Homozygote. Die Betroffenen können Fettdepots (Xanthome) an den Sehnen in Fersen, Knien, Ellenbogen und Fingern aufweisen. Selten treten Xanthome im Alter von 10 Jahren auf. Die familiäre Hypercholesterinämie kann in eine schnell fortschreitende Atherosklerose münden und zu einem frühen Tod durch koronare Herzkrankheit führen. Kinder mit zwei abnormen Genen können im Alter von 20 Jahren einen Herzinfarkt oder eine Angina pectoris erleiden, und Männer mit einem abnormen Gen entwickeln häufig eine koronare Herzkrankheit im Alter von 30 bis 50 Jahren. Frauen mit einem abnormen Gen haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, das aber in der Regel 10 Jahre später als bei Männern einsetzt. Raucher oder Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes oder Fettleibigkeit können bereits früher eine Atherosklerose entwickeln.

Die Behandlung einer familiären Hypercholesterinämie beginnt mit einer Ernährung, die arm an gesättigten Fetten und Cholesterin ist. Wenn nötig, sollten das Gewicht reduziert, das Rauchen aufgegeben und die körperliche Aktivität gesteigert werden. Normalerweise ist ein oder mehr Lipidsenker nötig. Bei einigen Menschen muss eine Apherese (Blutwäsche) durchgeführt werden, bei der das Blut gefiltert wird, um den LDL-Spiegel zu senken. Einige Menschen mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie können von Folgendem profitieren: Lebertransplantation. Durch eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann das erhöhte Risiko für einen Herzinfarkt und Schlaganfall senken.

Familiäre kombinierte Hyperlipidämie

Bei der familiären kombinierten Hyperlipidämie können die Spiegel von Cholesterin, Triglyzeriden oder beiden hoch sein. Diese Krankheit betrifft etwa 1 bis 2 Prozent der Menschen. Die Lipidspiegel werden typischerweise nach dem 30. Lebensjahr abnorm, manchmal aber schon in jüngerem Alter, besonders bei Personen mit Übergewicht, die sehr fettreich essen oder an dem metabolischen Syndrom leiden.

Zur Behandlung einer familiären kombinierten Hyperlipidämie zählen die Einschränkung der Aufnahme von Fett, Cholesterin und Zucker mit der Nahrung sowie körperliche Bewegung und nach Möglichkeit Gewichtsabnahme. Viele Menschen mit dieser Krankheit benötigen Lipidsenker.

Familiäre Dysbetalipoproteinämie

Bei der familiären Dysbetalipoproteinämie sind die Spiegel von Very-Low-Density-Lipoproteinen (VLDL) und Gesamtcholesterin sowie Triglyzeriden hoch. In diesem Fall erhöhen sich die Spiegel durch eine ungewöhnliche Form von VLDL, die sich im Blut ansammelt. Fettablagerungen (Xanthome) können in der Haut an Ellenbogen und Knien und in den Handflächen entstehen und dort gelbe Falten verursachen. Diese seltene Erkrankung führt frühzeitig zu einer schweren Atherosklerose. Im mittleren Alter bewirkt die Atherosklerose oft Blockierungen in den Herzkranzgefäßen und peripheren Arterien.

Zur Behandlung der familiären Dysbetalipoproteinämie gehört es, das empfohlene Körpergewicht zu erreichen und den Anteil der Aufnahme von Cholesterin, gesättigten Fetten und Kohlenhydraten mit der Nahrung zu beschränken. Ein Lipidsenker wird gewöhnlich benötigt. Durch die Behandlung können die Lipidspiegel verbessert und das Fortschreiten der Atherosklerose verzögert werden, und die Fettdepots in der Haut können sich verringern oder verschwinden.

Familiäre Hypertriglyzeridämie

Bei der familiären Hypertriglyzeridämie sind die Triglyzeridspiegel hoch. Diese Krankheit betrifft etwa 1 Prozent der Menschen. In manchen von dieser Krankheit betroffenen Familien tritt die Atherosklerose schon in jungen Jahren auf, in anderen wieder nicht. Gegebenenfalls können Gewichtsabnahme und Einschränkung des Alkohol- und Kohlehydratekonsums häufig die Triglyzeridspiegel auf normale Werte senken. Falls diese Maßnahmen nicht effektiv sind, kann die Anwendung eines Lipidsenkers helfen. Bei Diabetikern ist die gute Einstellung der Blutzuckerwerte wichtig.

Hypoalphalipoproteinämie

Bei der Hypoalphalipoproteinämie ist der Spiegel des HDL-Cholesterins niedrig. Ein niedriger HDL-Cholesterinspiegel ist häufig ererbt. Viele verschiedene genetische Abnormitäten können den niedrigen HDL-Spiegel verursachen. Da Medikamente, die das HDL-Cholesterin erhöhen, das Risiko für Atherosklerose nicht senken, wird die Hypoalphalipoproteinämie durch Senkung des LDL-Cholesterins behandelt.

Sekundäre Dyslipidämie

Sekundäre Ursachen führen häufig zu einer Fettstoffwechselstörung (Dyslipidämie).

Die wichtigste sekundäre Ursache der Dyslipidämie ist:

  • Eine bewegungsarme Lebensweise mit übermäßiger Zufuhr von gesättigten Fetten, Cholesterin und Transfetten (siehe Randleiste Fettarten)

Einige andere häufige, sekundäre Ursachen sind Folgende:

Die Reaktionsweisen der Menschen auf ihre Ernährungsweise sind unterschiedlich, auf die meisten Menschen hat sie jedoch einen gewissen Einfluss. Eine Person kann viel tierisches Fett verspeisen, und der Gesamtcholesterinspiegel steigt dennoch nicht über das gewünschte Maß. Eine andere Person kann einer streng fettarmen Diät folgen und ihr Gesamtcholesterinspiegel bleibt hoch. Diese Unterschiede scheinen hauptsächlich genetisch bestimmt zu sein. Die genetische Veranlagung beeinflusst die Kapazität, mit der der Körper diese Fette erzeugt, verbraucht und verteilt. Der Körperbau sagt außerdem nicht immer etwas über die Cholesterinspiegel aus. Manche übergewichtigen Menschen haben niedrige Cholesterinspiegel, und manche schlanken Menschen weisen hohe Spiegel auf. Eine extreme Überernährung kann ebenso zu hohen Triglyzeridspiegeln führen so wie starker Alkoholkonsum.

Wussten Sie ...

  • Der Körperbau sagt nichts über die Cholesterinspiegel aus. Manche übergewichtige Menschen haben niedrige Cholesterinspiegel und manche schlanke Menschen haben hohe Cholesterinspiegel.

Bei einigen Erkrankungen steigen die Lipidwerte im Blut an. Ein schlecht eingestellter Diabetes oder eine chronische Nierenerkrankung können das Gesamtcholesterin und den Triglyzeridspiegel ansteigen lassen. Bei manchen Lebererkrankungen (insbesondere bei der primären biliären Zirrhose) und bei einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) kann der Gesamtcholesterinspiegel ansteigen.

Die Einnahme von Medikamenten wie z. B. Östrogene (zum Einnehmen), orale Kontrazeptiva, Kortikosteroide, Retinoide, Thiaziddiuretika (in gewissem Umfang), Ciclosporin, Tacrolimus und antivirale Medikamente zur Behandlung einer Infektion mit dem humanen Immunschwächevirus (HIV) und von AIDS können die Triglyzeridspiegel ansteigen lassen.

Zigarettenrauchen, HIV, schlecht eingestellter Diabetes oder Nierenerkrankungen (wie z. B. das nephrotische Syndrom) können zu einem niedrigen HDL-Cholesterinspiegel beitragen. Medikamente wie Betablocker und anabole Steroide können den HDL-Cholesterinspiegel senken.

Symptome

Ein hoher Lipidanteil im Blut ruft gewöhnlich keine Symptome hervor. Gelegentlich wird bei besonders hohen Werten Fett in der Haut und an den Sehnen abgelagert, wodurch Knoten (Xanthome) entstehen. Bei einigen Menschen bilden sich am Rand der Hornhaut trüb-weiße oder graue Ringe. Sehr hohe Triglyzeridwerte können zu einer Vergrößerung der Leber oder Milz führen, ein Kribbeln oder Brennen in den Händen und Füßen, Atembeschwerden und Verwirrtheit verursachen und das Risiko für eine Pankreatitis erhöhen. Eine Pankreatitis kann starke Bauchschmerzen verursachen und ist manchmal tödlich.

Diagnose

  • Bluttest zur Messung der Cholesterinwerte

Die Spiegel von Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyzeriden – das Lipidprofil – werden in einer Blutprobe bestimmt. Da Nahrungsmittel und Getränke die Triglyzeridwerte vorübergehend ansteigen lassen können, darf der Untersuchte mindestens 12 Stunden vor der Blutabnahme nichts gegessen und getrunken haben.

Bei sehr hohen Lipidwerten im Blut werden spezielle Bluttests vorgenommen, um die zugrundeliegende Krankheit zu finden. Spezielle Erkrankungen umfassen mehrere Erbkrankheiten (primäre Dyslipidämien), bei denen sich unterschiedliche Fettstoffwechselstörungen und Risiken zeigen.

Wussten Sie ...

  • Margarinesorten, die primär aus flüssigen Ölen hergestellt werden (Margarine in der Tube oder im Becher) und solche, die Phytosterole oder -stanole enthalten, sind im Gegensatz zu Blockmargarine ein gesünderer Butterersatz.

Screening

Das Nüchtern-Lipidprofil umfasst die Konzentrationen von Gesamtcholesterin, Triglyzeriden, LDL-Cholesterin und HDL-Cholesterin, die gemessen werden, nachdem der Betroffene 12 Stunden gefastet hat. Ärzte führen diesen Test in der Regel ab dem 20. Lebensjahr alle 5 Jahre im Rahmen der Untersuchung auf das Risiko für eine koronare Herzkrankheit durch.

Neben der Messung der Lipidwerte führt der Arzt auch Untersuchungen auf andere Risikofaktoren für Herzkreislauferkrankungen durch, wie Bluthochdruck, Diabetes oder eine Familienanamnese im Hinblick auf hohe Lipidwerte.

Bei Kindern und Jugendlichen wird im Alter von 2 bis 8 Jahren eine Früherkennungsuntersuchung mit einem Nüchtern-Lipidprofil empfohlen, wenn das Kind Risikofaktoren aufweist, wie z. B. ein Familienmitglied mit schwerer Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung) oder ein Familienmitglied, das in jungen Jahren eine koronare Herzkrankheit entwickelt hatte. Bei Kindern ohne Risikofaktoren wird die Früherkennungsuntersuchung mit einem Nicht-Nüchtern-Lipidprofil normalerweise vor Erreichen der Pubertät (gewöhnlich zwischen 9 und 11 Jahren) und einmal zwischen dem 17. und 21. Lebensjahr durchgeführt.

Behandlung

  • Abnehmen

  • Körperliche Aktivität

  • Reduzierung des Anteils gesättigter Fette in der Nahrung

  • Oft Lipidsenker

Die optimale Behandlung umfasst gewöhnlich eine Gewichtsabnahme bei Übergewichtigen, Rauchverzicht bei Rauchern, Reduktion der Gesamtmenge von gesättigten Fetten und Cholesterin in der Nahrung, Steigerung körperlicher Aktivität und ggf. Einnahme lipidsenkender Medikamente.

Eine regelmäßige körperliche Bewegung kann dazu beitragen, die Triglyzeridwerte zu senken und den HDL-Cholesterinspiegel anzuheben. Ein Beispiel hierfür ist täglich zügiges Gehen für mindestens 30 Minuten.

Die Behandlung von Kindern kann schwierig sein. Das American Academy of Pediatrics und das National Health, Lung, and Blood Institute empfehlen bei einigen Kindern mit hohem Lipidspiegel eine Behandlung. Eine Ernährungsumstellung wird empfohlen. Lipidsenkende Medikamente können bei einigen Kindern mit sehr hohen Lipidspiegeln verabreicht werden, bei denen eine Ernährungsumstellung keine Wirkung zeigt, insbesondere Kinder mit familiärer Hypercholesterinämie.

Lipidsenkende Ernährung

Eine cholesterinarme Ernährung mit wenig gesättigten Fettsäuren kann den LDL-Cholesterinspiegel senken. Menschen mit hohen Triglyzeridwerten müssen auch große Mengen an Zucker (ob in Lebensmitteln oder Getränken), raffiniertes Mehl (wie in den meisten kommerziellen Backwaren enthalten) und stärkehaltige Lebensmittel (wie Kartoffeln und Reis) vermeiden.

Entscheidend ist die Art der verzehrten Fette ( Arten von Fett). Fette können gesättigt, mehrfach ungesättigt und einfach ungesättigt sein. Gesättigte Fette erhöhen den Cholesterinspiegel stärker als andere Fettarten. Gesättigte Fette sollten nicht mehr als 5 bis 7 Prozent der Gesamtkalorien am Tag liefern. Mehrfach ungesättigte Fette (zu denen auch Omega-3- und Omega-6-Fette gehören) können dazu beitragen, den Gehalt an Triglyzeriden und LDL-Cholesterin im Blut zu verringern. Viele Lebensmittel weisen den Fettgehalt auf dem Etikett aus.

Große Mengen gesättigter Fette kommen in Fleisch, Eidotter, vollfetten Milchprodukten, einigen Nusssorten (z. B. Makadamianüsse) und Kokosnüssen vor. Pflanzenöle enthalten zwar weniger gesättigte Fette, aber nur bei einigen ist der Anteil an gesättigten Fetten wirklich gering.

Margarine, die aus mehrfach ungesättigten Pflanzenölen hergestellt wird, ist in der Regel ein gesünderer Ersatz für Butter, die zum großen Teil aus gesättigtem Fett besteht (ungefähr zu 60 Prozent). Jedoch enthalten Streichmargarine (und manche industriell zubereiteten Speisen) Transfettsäuren, die den Spiegel des (schlechten) LDL-Cholesterins erhöhen und den des (guten) HDL-Cholesterins senken können. Margarinearten, die primär aus Pflanzenölen hergestellt werden (Margarine in der Tube oder im Becher), enthalten weniger gesättigte Fette als Butter, kein Cholesterin und weniger Transfettsäuren als Blockmargarine. Margarinen (und andere Lebensmittel), die Phytostanole oder -sterole enthalten, können das Gesamtcholesterin und das LDL-Cholesterin leicht senken.

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  • Der Verzehr von Haferkleie, Hafermehl, Bohnen, Erbsen, Reiskleie, Gerste, Zitrusfrüchten, Erdbeeren und Apfelmus kann helfen, das Cholesterin zu senken.

Der Verzehr von viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten, die von Natur aus wenig Fett und kein Cholesterin enthalten, wird empfohlen. Außerdem werden Nahrungsmittel empfohlen, die reich an löslichen Ballaststoffen sind, die die Fette im Darm binden und helfen, den Cholesterinspiegel zu senken. Zu diesen Nahrungsmitteln gehören Haferkleie, Haferflocken, Bohnen, Erbsen, Reiskleie, Gerste, Zitrusfrüchte, Erdbeeren und Apfelmark. Flohsamen wird normalerweise zur Linderung von Verstopfung eingenommen und kann ebenfalls den Cholesterinspiegel senken.

Tabelle
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Beschränken von Fett und Cholesterin in der Nahrung

Fett-Art

Empfohlene Mengen

Nahrungsquellen

Gesättigt

Nicht mehr als 5 bis 7 Prozent der Gesamtkalorien

Fleisch und verarbeitete Fleischprodukte

Nicht entrahmte Milchprodukte wie Vollmilch, Käse und Butter

Künstlich gehärtete Pflanzenöle

Kokosöl

Mehrfach ungesättigt

Ersetzen von gesättigten Fetten durch mehrfach ungesättigte und einfach ungesättigte Fette

Einige pflanzliche Öle wie Sojaöl und Maisöl

Fetthaltiger Fisch wie Lachs, Makrele, Hering und Forelle

Einige Nüsse und Samen, wie Walnüsse und Sonnenblumenkerne

Einfach ungesättigt

Ersetzen von gesättigten Fetten durch mehrfach ungesättigte und einfach ungesättigte Fette

Rapsöl

Distelöl

Olivenöl

Nüsse

Avocado

Cholesterin

Reduzieren von Nahrungsmitteln mit einem hohen Gehalt an gesättigten Fetten und Cholesterin

Eidotter

Innereien wie Leber

Fleisch

Geflügel

Nicht entrahmte Milchprodukte

Tabelle
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Ein praktischer Ansatz für eine Ernährung mit niedrigem Gehalt an Cholesterin und gesättigten Fetten

Speisen meiden

Bevorzugt essen

Fleisch und Fleischprodukte

Fette Stücke von Rind, Lamm und Schwein

Spareribs

Innereien wie Leber

Aufschnitt

Wurst

Hotdogs

Fisch

Huhn und Truthahn (ohne Haut)

Magere Stücke von Rind, Lamm, Schwein und Kalb

Milchprodukte und Eier

Vollmilch

Kondensmilch

Sahne

Halb-und-Halb

Die meisten Kaffeeweißer

Fettarme (entrahmte) Milch

Milch mit 1 Prozent Fett

Buttermilch

Cremehäubchen

Cremehäubchen mit wenig oder keinem Fett

Vollmilchjoghurt

Vollmilch-Hüttenkäse

Käse (wie Schimmelkäse, Roquefort, Camembert, Cheddar und Emmentaler)

Käseaufstrich

Saure Sahne

Speiseeis

Fettfreier oder fettarmer Joghurt

Fettarmer Hüttenkäse

Fettarme Käsesorten

Fettarme oder fettfreie saure Sahne

Fruchteis, Sorbet und gefrorener fettarmer Joghurt (zuckerhaltige Lebensmittel sind bei hohen Triglyzeridwerten zu reduzieren)

Butter und Butter-Margarine-Mischungen

Weiche Margarinesorten aus flüssigen Pflanzenölen (in einer Tube oder einer Flasche)

Margarineprodukte mit Phytosterolen oder -stanolen

Butter- und Ölmischungen

Eidotter (höchstens 3 die Woche)

Cholesterinfreie Ei-Ersatzstoffe

Eiklar (2 ganze Eiklar können 1 Ei in der Zubereitung ersetzen)

Industriell hergestellte Backwaren

Torten

Kuchen

Donuts

Croissants

Konditorwaren

Muffins

Biskuits

Fettreiche Cracker

Fettreiche Plätzchen

Eiernudeln

Brotsorten, die mit Eiern hergestellt sind

Selbst gebackene Kuchen mit ungesättigten Ölen

Angel Food-Kuchen

Fettarme Kekse und Cracker (zuckerhaltige Lebensmittel sind bei hohen Triglyzeridwerten zu reduzieren)

Brot und Getreideflocken aus Vollkorn* (Hafermehl, Kleie, Roggen und Getreidemischungen)

Gesättigte Fette und Öle

Schokolade

Kakaopulver

Johannisbrot

Fettfreier Schokoladensirup

Kokosöl

Palmöl

Schweinefett

Speck

Ungesättigte Pflanzenöle: Soja, Mais, Raps, Sesam, Distel und Sonnenblume

Verbände

Dressings mit Eidotter

Fettarme Mayonnaise und Salatdressings mit flüssigem Öl

Obst und Gemüse

Obst und Gemüse, die mit Butter, gesättigten Fetten, Sahne oder Soßen mit gesättigten Fetten zubereitet sind

Frische, gefrorene, konservierte und getrocknete Früchte oder Gemüse*

Kokosnüsse

Samen und Nüsse*

*Früchte, Gemüse, Getreide, Samen und Nüsse enthalten kein Cholesterin und die meisten keine gesättigten Fette.

Lipidsenker

Eine Behandlung mit Lipidsenkern hängt nicht allein vom Lipidspiegel des Betroffenen ab, sondern auch davon, ob eine koronare Herzkrankheit, Diabetes oder andere wichtige Risikofaktoren für eine koronare Herzkrankheit vorliegen. Bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit oder Diabetes kann das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall durch den Einsatz lipidsenkender Medikamente, sogenannter Statine, verringert werden. Menschen mit sehr hohen Cholesterinwerten oder anderen hohen Risikofaktoren für Herzinfarkt oder Schlaganfall können ebenfalls von lipidsenkenden Medikamenten profitieren.

Es gibt verschiedene Arten von lipidsenkenden Medikamenten:

  • Statine

  • Cholesterinresorptionshemmer

  • Gallensäurebinder

  • PCSK9-Hemmer

  • Fibrate

  • Einnahme von Präparaten mit Omega-3-Fettsäuren

  • Niazin

Sie senken den Lipidspiegel auf unterschiedliche Weise. Dementsprechend haben die jeweiligen Medikamente auch unterschiedliche unerwünschte Nebenwirkungen und können die Lipidspiegel unterschiedlich beeinflussen. Wenn Medikamente eingenommen werden, sollte eine Ernährung mit wenig gesättigten Fettsäuren eingehalten werden.

Lipidsenkende Medikamente senken nicht nur die Lipidspiegel – sie können auch einer koronaren Herzkrankheit vorbeugen. Zudem wurde festgestellt, dass Statine das Risiko eines frühzeitigen Todes verringern können.

Menschen mit sehr hohen Triglyzeridwerten und einem Risiko für Pankreatitis können sowohl Ernährungsumstellungen als auch Triglyzerid-senkende Medikamente benötigen, gewöhnlich ein Fibrat oder verschreibungspflichtige Omega-3-Fettsäuren.

Tabelle
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Lipidsenker

Art

Wirkungsweise

Indikationen

Einige Nebenwirkungen

Gallensäurebinder

Cholestyramin

Colesevelam

Colestipol

Binden die Gallensäuren im Darm, dadurch werden die Säuren eher ausgeschieden als zur Bildung von Galle verwendet, so wird die Leber angeregt, mehr LDL-Cholesterin aus dem Blutkreislauf zu entnehmen, um Galle zu erzeugen

Hohes LDL-Cholesterin

Bauchschmerzen

Binden sich an andere Medikamente (und reduzieren deren Wirkung)

Blähung

Verstopfung

Übelkeit

Erhöhter Triglyzeridspiegel (insbesondere bei Menschen mit hohem Triglyzeridspiegel)

Cholesterinresorptionshemmer

Ezetimib

Vermindert die Aufnahme von Cholesterin aus dem Dünndarm

Hohes LDL-Cholesterin

Wenige ernste Nebenwirkungen

Schwellung von Gesicht und Lippen (sehr selten)

Weicher Stuhl

Muskelschmerzen (sehr selten)

Fibrate

Bezafibrat*

Ciprofibrat*

Fenofibrat

Gemfibrozil

Erhöht den Lipidabbau und beschleunigt die Entfernung von VLDL aus dem Blut

Kann die VLDL-Produktion der Leber herabsetzen

Hohe Triglyzeride

Dysbetalipoproteinämie

Hohes VLDL-Cholesterin möglich

Bauchschmerzen

Blähung

Durchfall

Gallensteine

Hohe Leberenzymspiegel

Muskelschmerzen durch Entzündungen (Myositis)

Übelkeit

Ausschlag

Mikrosomaler Triglyzerid-Transfer-Protein-Inhibitor

Lomitapid

Hemmt die Triglyzeridsekretion

Familiäre Hypercholesterinämie bei Menschen mit 2 abnormen Genen (homozygot)

Durchfall

Leberschädigung

Niazin

Niazin

Verlangsamt die HDL-Entfernung

Senkt die Triglyzeridspiegel

Vermindert in hohen Dosen die Produktion des VLDL, welches für die Bildung von LDL-Cholesterin gebraucht wird

Hohe Triglyzeride

Hohes LDL- und VLDL-Cholesterin

Dysbetalipoproteinämie

Verdauungsbeschwerden

Gesichtsröte

Gicht

Hoher Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie)

Hohe Leberenzymspiegel

Juckreiz

Geschwüre (Ulzera)

Oligonukleotid-Inhibitor von Apolipoprotein B

Mipomersen

Senkt den LDL-Spiegel

Senkt den Apolipoprotein-B-Spiegel

Familiäre Hypercholesterinämie (homozygot)

Grippeähnliche Symptome

Leberschädigung

Hautreaktionen an der Injektionsstelle

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren

Niedrigere Triglyzeridspiegel

Kann die VLDL-Produktion senken

Hohe Triglyzeride

Aufstoßen

Durchfall

PCSK9-Hemmer

Alirocumab

Senkt den LDL-Spiegel

Familiäre Hypercholesterinämie und bei anderen Personen mit einem hohen Risiko für koronare Herzkrankheit

Grippeähnliche Symptome

Selten erhöhte Werte von Leberenzymen

Hautreaktionen an der Injektionsstelle

Evolocumab

Senkt den LDL-Spiegel

Familiäre Hypercholesterinämie und bei anderen Personen mit einem hohen Risiko für koronare Herzkrankheit

Grippeähnliche Symptome

Quaddeln

Hautreaktionen an der Injektionsstelle

Statine (HMG-CoA-Reduktasehemmer)

Atorvastatin

Fluvastatin

Lovastatin

Pitavastatin

Pravastatin

Rosuvastatin

Simvastatin

Blockieren die Synthese des Cholesterins, erhöhen die Entfernung des LDL-Cholesterins aus dem Blut

Hohes LDL-Cholesterin, hohe Triglyzeride oder beides

Blähung

Verstopfung (leicht)

Erschöpfung

Kopfschmerzen

Weicher Stuhl

Selten erhöhte Werte von Leberenzymen

Selten Muskelschmerzen durch Entzündungen (Myositis) oder Muskelabbau (Rhabdomyolyse)

HDL = High-Density-Lipoprotein; HMG-CoA = 3-Hydroxy-3-Methylglutaryl-Coenzym A; LDL = Low-Density-Lipoprotein; VLDL = Very-Low-Density-Lipoprotein.

*In den USA nicht verfügbar.

Verfahren zur Senkung des Cholesterinspiegels

Medizinische Eingriffe, die den Cholesterinspiegel senken, sind Patienten mit sehr hohen LDL-Cholesterinwerten vorbehalten, die auf keine Ernährung und lipidsenkende Medikamente ansprechen. Dazu zählen Menschen mit familiärer Hypercholesterinämie. Die LDL-Apherese ist das am häufigsten durchgeführte Verfahren. Die LDL-Apherese ist ein nicht chirurgisches Verfahren, bei dem das Blut von der Person entnommen und der LDL-Bestandteil vom restlichen Blut in einem speziellen Gerät getrennt wird. Das Blut (ohne die LDL-Komponente) wird dann wieder in den Patienten zurückgeführt.

Behandlung der Ursachen für ein erhöhtes Cholesterin

Alle Krankheiten, die den Cholesterinspiegel erhöhen oder ein Risiko dafür darstellen, müssen ebenfalls behandelt werden. Daher sollten Diabetiker ihre Blutzuckerspiegel sorgfältig kontrollieren. Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen und Schilddrüsenunterfunktionen werden ebenfalls behandelt. Wenn ein Medikament das Cholesterin ansteigen lässt, kann der Arzt dem Patienten stattdessen eine niedrigere Dosis oder ein anderes Medikament verabreichen.

Überwachung der Behandlung

Ärzte führen in der Regel 2 bis 3 Monate nach Behandlungsbeginn Blutuntersuchungen durch, um festzustellen, ob die Lipidspiegel gesunken sind. Nachdem die Lipidspiegel ausreichend gesunken sind, werden noch ein- bis zweimal im Jahr Blutuntersuchungen vorgenommen. Für die Lipidspiegel werden keine spezifischen Zielwerte mehr festgelegt. Stattdessen versuchen die Ärzte, die Lipidspiegel um einen bestimmten Prozentsatz zu senken, in der Regel um etwa 30 bis 50 Prozent.

Da einige lipidsenkende Medikamente zu Muskel- und Leberproblemen führen können, werden in der Regel bei Beginn der medikamentösen Behandlung Bluttests vorgenommen. Wenn bei dem Patienten Nebenwirkungen auftreten, stehen zum Vergleich die zu Beginn der Behandlung erfassten (Baseline-) Messwerte zur Verfügung.

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