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Hyperkaliämie (hoher Kaliumspiegel im Blut)

Von

James L. Lewis, III

, MD, Brookwood Baptist Health and Saint Vincent’s Ascension Health, Birmingham

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2018| Inhalt zuletzt geändert Sep 2018
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Bei der Hyperkaliämie ist der Kaliumspiegel im Blut zu hoch.

  • Ein hoher Kaliumspiegel hat viele Ursachen, u. a. Nierenerkrankungen, Medikamente, welche die Nierenfunktion beeinträchtigen, und der Konsum von zu viel Kalium-Ergänzungsmitteln.

  • Normalerweise muss ein Kaliumüberschuss schwerwiegend sein, bevor er zu Symptomen führt, vorwiegend zu Herzrhythmusstörungen.

  • Ärzte entdecken einen Kaliumüberschuss meist bei Blutuntersuchungen oder einem Elektrokardiogramm aus anderen Gründen.

  • Zur Behandlung gehören die Reduktion des Kaliumkonsums, das Absetzen von Medikamenten, die einen Kaliumüberschuss verursachen können, sowie die Anwendung von Medikamenten zur Steigerung der Kaliumausscheidung.

Kalium ist einer der Elektrolyte im Körper. Das sind Mineralstoffe, die bei Auflösung in Körperflüssigkeiten wie dem Blut eine elektrische Ladung tragen. Der Körper benötigt Kalium für die Funktion von Nerven- und Muskelzellen, zu viel Kalium kann die Funktion jedoch ebenfalls beeinträchtigen.

Ursachen

Normalerweise entsteht ein Kaliumüberschuss durch mehrere gleichzeitig bestehende Probleme, darunter:

  • Nierenerkrankungen, die die Nieren daran hindern, ausreichend Kalium auszuscheiden

  • Medikamente, die die Nieren daran hindern, Kalium in normalen Mengen auszuscheiden (eine häufige Ursache für einen leichten Kaliumüberschuss)

  • Eine kaliumreiche Ernährung

  • Kaliumhaltige Behandlungen

Die häufigste Ursache einer leichten Hyperkaliämie ist

  • Die häufigste Ursache für einen leichten Kaliumüberschuss (Hyperkaliämie) ist die Einnahme von Medikamenten, die die Durchblutung der Nieren herabsetzen oder die Nieren daran hindern, ausreichend Kalium auszuscheiden.

Eine Niereninsuffizienz kann von selbst einen schweren Kaliumüberschuss verursachen. Die Addison-Krankheit kann ebenfalls einen Kaliumüberschuss verursachen.

Ein Kaliumüberschuss kann sich entwickeln, nachdem große Mengen Kalium aus den Zellen freigesetzt wurden. Die rasche Verschiebung von Kalium aus den Zellen in das Blut kann die Nieren überfordern und zu einem lebensbedrohlichen Kaliumüberschuss führen.

Eine überschüssige Kaliumzufuhr allein führt oft zu keinem Kaliumüberschuss, weil gesunde Nieren überschüssiges Kalium gut ausscheiden können.

Tabelle
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Wodurch steigt der Kaliumspiegel?

Ursache

Erkrankungen

Medikamente oder andere Umstände

Eine verminderte Ausscheidung im Urin

Niereninsuffizienz

Aliskiren

Hemmstoffe des Angiotensin-konvertierenden Enzyms (ACE-Hemmer)

Angiotensin-Rezeptor-Blocker

Cyclosporin (zur Vermeidung einer Abstoßungsreaktion von Organtransplantaten)

Diuretika, die die Niere bei der Konservierung von Kalium unterstützen, z. B. Eplerenon, Spironolacton und Triamteren

Nichtsteroidale Antirheumatika

Tacrolimus (zur Vermeidung einer Abstoßungsreaktion von Organtransplantaten)

Trimethoprim (ein Antibiotikum)

Die Freisetzung von Kalium aus den Zellen

Schwere Verbrennungen

Quetschungen

Diabetes mellitus (insbesondere diabetische Ketoazidose)

Muskelabbau (Rhabdomyolyse)

Beta-Blocker

Krebs-Chemotherapie

Eine starke und längere körperliche Anstrengung

Erhöhter Konsum

Eine kaliumreichhaltige Ernährung (wie Bohnen, dunkelgrünes Blattgemüse, Kartoffeln, Fisch und Bananen)

Intravenöse kaliumhaltige Behandlungen, z. B. parenterale Ernährung und Bluttransfusionen

Kalium-Ergänzungsmittel

Symptome

Ein leichter Kaliumüberschuss verursacht selten Symptome, wenn überhaupt. Manchmal können die Patienten Muskelschwäche entwickeln. Bei einer seltenen Erkrankung, die familiäre periodische Lähmung genannt wird, erleiden die Betroffenen Schwächeanfälle, die zu einer Lähmung führen können.

Wenn ein Kaliumüberschuss schwerwiegender wird, kann er Herzrhythmusstörungen verursachen. Bei sehr hohem Kaliumspiegel droht ein Herzstillstand.

Diagnose

  • Messung des Kaliumspiegels im Blut

Ein Kaliumüberschuss wird in der Regel im Rahmen von Routine-Blutuntersuchungen oder bei bestimmten Veränderungen im Elektrokardiogramm (EKG) entdeckt.

Um die Ursache festzustellen, überprüfen die Ärzte die Krankengeschichte des Patienten, welche Medikamente er einnimmt, und führen Blutuntersuchungen durch, um einen Nachweis für Diabetes mellitus, Azidose, Muskelabbau oder Nierenerkrankungen zu finden.

Behandlung

  • Medikamente zur Steigerung der Kaliumausscheidung

Die Krankheit, die den Kaliumüberschuss bedingt, wird behandelt.

Leichte Hyperkaliämie

Bei einem leichten Kaliumüberschuss kann eine Reduktion des Kaliumkonsums oder das Absetzen von Medikamenten, die die Nieren an der Ausscheidung von Kalium hindern, ausreichend sein. Wenn die Nierenfunktion normal ist, kann auch ein Diuretikum verabreicht werden, das die Kaliumausscheidung erhöht.

Falls erforderlich kann ein Harz oral oder als Klistier verabreicht werden, das Kalium aus dem Verdauungstrakt an sich bindet und mit dem Stuhl ausscheidet. Natriumpolystyrolsulfonat ist ein Harz, das wirksam Kalium absorbiert, aber nur kurzfristig eingesetzt wird, da es zur Speicherung von überschüssigem Natrium führen kann. Patiromer ist ein Medikament auf Harzbasis, das für längere Zeit angewendet werden kann. Es ist nützlich bei Personen, die Medikamente benötigen, die für gewöhnlich den Kaliumspiegel anheben, wie z. B. Angiotensinkonversionsenzym(ACE)-Hemmer, die zur Behandlung von Herz- oder Nierenkrankheiten eingesetzt werden.

Mittelschwere bis schwere Hyperkaliämie

Bei mittlerem bis schwerem Kaliumüberschuss muss der Kaliumspiegel sofort gesenkt werden. Ärzte überwachen das Herz kontinuierlich während der Behandlung. Kalzium wird intravenös verabreicht, um das Herz zu schützen. Kalzium senkt den Kaliumspiegel jedoch nicht. Dann werden Insulin und Glukose verabreicht, die Kalium vom Blut in die Zellen transportieren und auf diese Weise den Kaliumspiegel im Blut senken. Salbutamol (hauptsächlich zur Asthmabehandlung verwendet) kann verabreicht werden, um den Kaliumspiegel besser zu senken. Es wird inhaliert.

Bleiben diese Maßnahmen ohne Wirkung oder liegt eine Niereninsuffizienz vor, kann eine Dialyse nötig werden, um den Kaliumüberschuss abzubauen.

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