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Nicht-infektiöse Endokarditis

Von

Guy P. Armstrong

, MD, North Shore Hospital, Auckland

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Bei einer Endokarditis sind normalerweise die Herzinnenhaut (Endokard) und/oder die Herzklappen (infektiöse Endokarditis) von einer Infektion betroffen. Sie kann allerdings auch ohne Infektion auftreten. Dies wird als nicht-infektiöse Endokarditis bezeichnet.

Sie entsteht, wenn sich auf geschädigten Herzklappen fibröse Blutgerinnsel ohne Mikroorganismen (sterile Vegetationen) bilden. Die Schädigung kann durch einen angeborenen Fehler bedingt sein, durch rheumatisches Fieber und eine Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper die Herzklappen angreifen. In seltenen Fällen werden die Herzklappen durch das Einführen eines Herzkatheters geschädigt. Am meisten sind Menschen mit folgenden Erkrankungen gefährdet:

Nicht-infektiöse und infektiöse Endokarditis können eine Undichtigkeit an den Herzklappen verursachen, sodass sie sich nicht mehr normal öffnen. Wenn sich Vegetationen von den Klappen lösen (man spricht dann von Emboli) und mit dem Blut in andere Bereiche im Körper wandern, können sie sich in einer Arterie festsetzen und diese verschließen. Ein Arterienverschluss kann manchmal ernste Folgen haben. Wird eine Arterie verschlossen, die zum Gehirn führt, kann dies zu einem Schlaganfall führen, die Blockade einer Herzarterie kann einen Herzinfarkt verursachen. Oft betroffen sind Lunge, Nieren, Milz und das Gehirn. Die Emboli wandern auch häufig in die Haut und die Rückseite des Auges (Netzhaut).

Eine Fehlfunktion der Herzklappen kann zu einer Herzinsuffizienz führen. Symptome einer Herzinsuffizienz sind unter anderem Husten, Kurzatmigkeit und Schwellungen in den Beinen.

Symptome einer nicht-infektiösen Endokarditis treten auf, wenn sich Emboli bilden. Die Symptome hängen davon ab, welche Körperregion betroffen ist.

Diagnose

  • Echokardiographie

  • Blutkulturen

Die Unterscheidung zwischen nicht-infektiöser und infektiöser Endokarditis ist schwierig, aber wichtig, weil sich die Behandlungsmethoden unterscheiden. Die nicht-infektiöse Endokarditis kann diagnostiziert werden, wenn die Echokardiographie Besiedelungen auf den Herzklappen zeigt. Es ist allerdings nicht zu sehen, ob die Besiedelungen infiziert sind. Zu diesem Zweck müssen Blutkulturen angelegt werden. Sind durch die Blutkulturen keine Bakterien oder andere Mikroorganismen nachweisbar, handelt es sich wahrscheinlich um eine nicht-infektiöse Endokarditis. Bluttests auf Substanzen, die auf die Ursache der nicht-infektiösen Endokarditis hinweisen können, sind möglicherweise notwendig.

Behandlung

  • Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung

  • Antikoagulanzien

Antikoagulanzien, wie Warfarin und Heparin, können der Bildung von Blutgerinnseln vorbeugen, ihr Nutzen hat sich aber bei dieser Krankheit bisher nicht bestätigt. Ist die nicht-infektiöse Endokarditis auf eine zugrundeliegende Erkrankung zurückzuführen, sollte diese behandelt werden.

Die Prognose ist generell schlecht, was jedoch eher an der Schwere der Grunderkrankung als an dem Herzproblem liegt.

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