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Akute Mittelohrentzündung

Von

Richard T. Miyamoto

, MD, MS, Indiana University School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2019| Inhalt zuletzt geändert Mai 2019
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Quellen zum Thema

Die akute Mittelohrentzündung (Otitis media) wird durch Viren oder Bakterien verursacht, die das Mittelohr befallen.

  • Eine akute Mittelohrentzündung tritt häufig bei Personen auf, die an einer Erkältung oder Allergien leiden.

  • Das infizierte Ohr schmerzt.

  • Das Ohr muss ärztlich untersucht werden, um eine Diagnose stellen zu können.

  • Bestimmte Routineimpfungen bei Kindern können das Risiko einer akuten Mittelohrentzündung senken.

  • Die Entzündung kann mit Antibiotika behandelt werden.

Eine akute Mittelohrentzündung entsteht durch Viren oder Bakterien und ist eine häufige Komplikation bei Erkältungen und Allergien. Obwohl eine akute Mittelohrentzündung Personen in jedem Alter betreffen kann, tritt sie am häufigsten im Alter von 3 Monaten bis 3 Jahren auf. Dieses Alter ist häufig betroffen, weil die Strukturen im Mittelohr wie die eustachische Röhre unreif sind und nicht ordnungsgemäß funktionieren. Symptome und Behandlung sind bei Erwachsenen und älteren Kindern ähnlich (für Kinder siehe akute Mittelohrentzündung bei Kindern).

In seltenen Fällen breitet sich eine bakterielle Mittelohrentzündung auf nahegelegene Strukturen wie den Warzenfortsatz des Schläfenbeins hinter dem Ohr (Mastoiditis) oder das Innenohr aus. Ein Übergreifen auf das Gehirn ist extrem selten. Trotzdem kommt es bei einigen Betroffenen zu Meningitis oder einer Eiteransammlung (Abszess) im Gehirn oder im Hirnbereich.

Symptome

Das infizierte Ohr von Personen mit einer akuten Mittelohrentzündung schmerzt (siehe Ohrenschmerzen), das Trommelfell ist gewölbt und gerötet. Bei einigen Betroffenen kommt es zu Schwerhörigkeit. Säuglinge können schnell reizbar sein oder Schlafprobleme haben. Bei kleinen Kindern treten häufig Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf. Das gewölbte Trommelfell reißt manchmal, was zu einem Austritt von Eiter aus dem Ohr führt.

Wenn sich die Infektion ausbreitet, kann es bei den Betroffenen zu starken Kopfschmerzen, Verwirrtheit und beeinträchtigter Gehirnfunktion kommen.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

Zur Untersuchung des Gehörgangs und des Trommelfells verwendet der Arzt ein Otoskop. Durch diese Untersuchung kann Eiter im Mittelohr hinter dem Trommelfell festgestellt werden.

Vorbeugung

Das Risiko einer akuten Mittelohrentzündung kann durch Routineimpfungen bei Kindern gegen Pneumokokken (Pneumokokken-Konjugat-Impfstoff), gegen Haemophilus influenzae Typ B (HiB) und Influenza (Grippe) gesenkt werden. Kleinkinder sollten nicht mit der Flasche einschlafen, da dadurch leicht Flüssigkeit durch die eustachische Röhre in das Mittelohr fließen kann. Passivrauchen kann das Risiko erhöhen, daher sollte besonders im Haus oder in Gegenwart von Kindern nicht geraucht werden.

Eine rezidivierende akute Mittelohrentzündung kann durch das Einführen von Paukenröhrchen verhindert werden.

Behandlung

  • Schmerzmittel

  • Bei Bedarf Antibiotika

Die meisten Personen, die an einer akuten Mittelohrentzündung leiden, erholen sich schnell ohne Behandlung. Da jedoch schwer zu beurteilen ist, ob dies der Fall sein wird, werden oft Antibiotika wie Amoxicillin verordnet. Andere Ärzte verschreiben Antibiotika nur dann, wenn die Krankheit schwerwiegend ist oder wenn die Symptome nach 72 Stunden nicht schwächer geworden sind. Einige Fachleute sind der Meinung, dass ältere Kinder, aber auch Kleinkinder im Alter von 6 bis 23 Monaten, die nur in einem Ohr eine nicht schwerwiegende akute Mittelohrentzündung haben, zunächst mit oder ohne Antibiotika behandelt werden können. Falls Antibiotika nicht sofort eingesetzt werden, können sie verschrieben werden, wenn es dem Kind 48 bis 72 Stunden nach dem ersten Auftreten von Symptomen schlechter oder zumindest nicht besser geht. Eine Schmerzlinderung ist wichtig. Schmerzen können mit Paracetamol und nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen behandelt werden. Erwachsenen kann ein abschwellendes phenylephrinhaltiges Nasenspray oder ein orales abschwellendes Mittel wie Pseudoephedrin verabreicht werden. Antihistaminika helfen bei Allergien, nicht jedoch bei Erkältungen. Abschwellende Mittel und Antihistaminika helfen bei Kindern nicht und können unangenehme oder sogar gefährliche Nebenwirkungen hervorrufen, besonders bei Kindern im Alter von weniger als 2 Jahren.

Bei Fällen mit starken oder anhaltenden Schmerzen und Fieber, die mit einer Wölbung des Trommelfells einhergehen, muss der Arzt unter Umständen das Trommelfell aufschneiden, damit die Flüssigkeit aus dem Mittelohr ablaufen kann. Dieser Schnitt beeinträchtigt das Hörvermögen nicht und heilt gewöhnlich von selbst wieder zu. Bei Patienten, die häufig an Mittelohrentzündungen erkranken, muss unter Umständen ein Paukenröhrchen ins Trommelfell eingesetzt werden (siehe Abbildung zu Myringotomie).

Myringotomie: Behandlung wiederkehrender Ohrinfektionen

Bei einer Myringotomie wird das Trommelfell durchstochen. Die Flüssigkeit kann dann durch die kleine Öffnung aus dem Mittelohr abfließen kann. Anschließend wird durch die Öffnung ein winziges, hohles Röhrchen aus Kunststoff oder Metall (Tympanostomie-Röhren oder Paukenröhrchen) in das Trommelfell eingeführt. Diese Röhrchen gleichen den Druck der Umgebung mit dem des Mittelohrs aus. Sie werden meist bei Kindern mit wiederkehrenden Ohrinfektionen (akute Mittelohrentzündung) oder wiederkehrenden oder andauernden Flüssigkeitsansammlungen im Mittelohr (chronische eitrige Mittelohrentzündung) eingesetzt.

Das Einlegen von Paukenröhrchen ist ein Routineeingriff, der im Krankenhaus oder in der ärztlichen Praxis durchgeführt werden kann. Eine Vollnarkose oder Sedierung ist normalerweise erforderlich. Bereits einige Stunden nach dem Eingriff darf das Kind nach Hause gehen. Manchmal werden anschließend eine Woche lang Antibiotika-Ohrentropfen verabreicht. Die Röhrchen treten normalerweise etwa 6 bis 12 Monate später von alleine heraus, manche auch später. Andernfalls werden sie vom Arzt entfernt, manchmal unter Vollnarkose oder Sedierung. Wenn sich die Öffnung nicht von selbst verschließt, muss sie womöglich operativ geschlossen werden.

Kinder mit Paukenröhrchen können sich die Haare waschen und schwimmen gehen. Einige Ärzte raten jedoch davon ab, den Kopf ins tiefe Wasser zu tauchen, wenn keine Ohrstöpsel getragen werden.

Fließt Flüssigkeit aus den Ohren ab, deutet dies auf eine Infektion hin und der Arzt sollte benachrichtigt werden.

Myringotomie: Behandlung wiederkehrender Ohrinfektionen
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