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Bakterielle Meningitis (Hirnhautentzündung) bei Neugeborenen

Von

Brenda L. Tesini

, MD, University of Rochester School of Medicine and Dentistry

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Nov 2018| Inhalt zuletzt geändert Nov 2018
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Unter der bakteriellen Meningitis (Hirnhautentzündung) versteht man eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute (Meningen), die durch Bakterien ausgelöst wurde.

  • Neugeborene mit bakterieller Meningitis (Hirnhautentzündung) sind in der Regel reizbar, erbrechen sich oder können an Krampfanfällen leiden.

  • Die Diagnose wird mithilfe einer Spinalpunktion und Blutuntersuchungen gestellt.

  • Neugeborene, die nicht behandelt werden, sterben an der Infektion.

  • Schwangere Frauen mit einer bestimmten Art von Bakterien (Streptokokken der Gruppe B) erhalten während der Entbindung Antibiotika, um die Übertragung der Bakterien auf das Neugeborene zu verhindern.

  • Gegen die Infektion werden intravenös Antibiotika verabreicht.

Eine Meningitis (Hirnhautentzündung), die durch Bakterien verursacht wird, ist in jedem Alter lebensbedrohlich, bei Neugeborenen jedoch besonders besorgniserregend.

Eine bakterielle Meningitis (Hirnhautentzündung) bei Neugeborenen ist in der Regel die Folge einer Infektion des Blutes (Sepsis). Die Infektion wird am häufigsten durch folgende Bakterien verursacht:

  • Streptokokken der Gruppe B

  • Escherichia coli

  • Listeria monocytogenes

Auch eine Reihe anderer Bakterien können eine Meningitis (Hirnhautentzündung) verursachen.

Manchmal kommt es bei Neugeborenen zu einer bakteriellen Meningitis (Hirnhautentzündung), wenn die Bakterien durch Schnitte oder Stiche in der Kopfhaut in den Körper eindringen. Die Schnitte oder Stiche können durch Instrumente verursacht werden, die für die Entbindung verwendet wurden oder durch Sonden, die an der Kopfhaut haften.

Symptome

Ältere Kinder mit bakterieller Meningitis (Hirnhautentzündung) entwickeln für gewöhnlich einen steifen Nacken, Fieber und Kopfschmerzen. Neugeborene entwickeln selten einen steifen Nacken und können spezielle Symptome noch nicht mitteilen. Bei Neugeborenen sollten Eltern oder Krankenhausmitarbeiter bei den folgenden wichtigen Anzeichen einer Erkrankung hellhörig werden und unter Umständen ein schwerwiegendes Problem vermuten:

  • Anzeichen einer Sepsis (z. B. zu hohe oder zu niedrige Körpertemperatur, Atembeschwerden, gelbliche Verfärbung der Haut und der Augen [Gelbsucht] und Atemaussetzer [Apnoe])

  • Auffällige Schläfrigkeit (Lethargie)

  • Erbrechen

  • Für gewöhnlich Unruhe und Reizbarkeit (besonders, wenn das Baby sich im Arm der Erwachsenen nicht beruhigt)

Bei einigen der Neugeborenen mit Meningitis (Hirnhautentzündung) wölben sich die Fontanellen (die weichen Stellen zwischen den Schädelknochen) durch den zunehmenden Druck der Gehirnflüssigkeit nach vorne oder fühlen sich gespannt an.

Diagnose

  • Spinalpunktion

  • Bluttests

  • Manchmal Ultraschalluntersuchung, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns

Zur Diagnose einer bakteriellen Meningitis (Hirnhautentzündung) wird mithilfe eines Verfahrens namens Spinalpunktion (Lumbalpunktion) eine Probe der Rückenmarksflüssigkeit entnommen. Die Flüssigkeit wird analysiert und, wenn sich Bakterien in der Probe befinden, werden diese zur genaueren Bestimmung in einem Labor untersucht und gezüchtet (angelegte Kultur).

Ein Arzt kann einen bildgebenden Test durchführen, z. B. einen Test mit Ultraschall, CT oder MRT des Gehirns, um sicherzugehen, dass eine Spinalpunktion sicher durchgeführt werden kann.

Prognose

Ohne Behandlung sterben nahezu alle Neugeborenen mit bakterieller Meningitis (Hirnhautentzündung).

Selbst mit Behandlung liegt das Sterberisiko bei 5 bis 20 Prozent. Von den überlebenden Neugeborenen entwickeln 20 bis 50 Prozent schwere Probleme in Bezug auf Gehirn und Nerven, zum Beispiel eine Ansammlung von zusätzlicher Flüssigkeit in den offenen Bereichen des Gehirns (Hydrozephalus), Hörschaden und intellektuelle Behinderung.

Vorbeugung

Während der Schwangerschaft werden Frauen in der Regel auf Streptokokken der Gruppe B (GBS) im Genitaltrakt untersucht. Schwangere Frauen mit GBS können zum Zeitpunkt der Entbindung Antibiotika erhalten, um eine Übertragung der Bakterien auf das Neugeborene zu verhindern.

Behandlung

  • Antibiotika

Während auf das Ergebnis der angelegten Kultur gewartet wird, erhält das Neugeborene über die Vene (intravenös) Antibiotika (oft Ampicillin plus Gentamicin, Cefotaxim oder beides). Sobald die Ergebnisse der Bakterienkultur vorliegen, erhält das Neugeborene von den Ärzten die Antibiotika, die gegen die Art der Bakterien wirken, die die Meningitis (Hirnhautentzündung) verursachen.

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