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Gendiagnostische Technologien

Von

David N. Finegold

, MD, University of Pittsburgh

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2019| Inhalt zuletzt geändert Okt 2019
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Quellen zum Thema

Gendiagnostische Technologien sind wissenschaftliche Methoden, die eingesetzt werden, um die Gene einer Person zu verstehen und zu evaluieren.

(Siehe auch Gene und Chromosomen.)

Gene sind DNS-Abschnitte (Desoxyribonukleinsäure, DNS), die den Code für ein bestimmtes Protein, das in einer oder mehreren Arten von Zellen im Körper tätig ist, enthalten.

Die Entwicklung der gendiagnostischen Technologie schreitet schnell voran. Mit Hilfe verschiedener Methoden können Abschnitte eines Gens kopiert oder genetische Veränderungen ermittelt werden.

Wussten Sie ...

  • In naher Zukunft wird es für die Menschen vielleicht erschwinglich, ausführliche Informationen über ihren Genotypen (die einmalige Genkombination eines Menschen bzw. sein einmaliges Erbgut) zu erhalten.

Polymerase-Kettenreaktion (PCR)

Die Polymerase-Kettenreaktion (polymerase chain reaction, PCR) ist eine Labormethode, mit deren Hilfe viele Kopien eines Gens oder Abschnitte eines Gens produziert werden können, was die Untersuchung des Gens deutlich erleichtert. Ein spezifischer Abschnitt der Desoxyribonukleinsäure (DNS) kann ebenso wie ein spezifisches Gen im Labor kopiert (amplifiziert) werden. Ausgehend von einem einzigen DNS-Molekül, werden nach 30 Verdopplungen (nur wenige Stunden später) ca. eine Milliarde Kopien produziert.

Gensonden

Durch die Gensondentechnik kann ein spezifischer Teil des Gens (ein Abschnitt der DNS des Gens) oder das gesamte Gen in einem bestimmten Chromosom lokalisiert werden. Durch die Sondentechnik können gesunde oder mutierte DNS-Abschnitte ermittelt werden. Ein DNS-Abschnitt, der geklont oder kopiert werden kann, wird zu einer markierten Sonde, wenn ein radioaktives Atom oder ein fluoreszierender Farbstoff hinzugegeben wird. Die Sonde findet im DNS-Abschnitt ihr exaktes Spiegelbild und verbindet sich damit. Die markierte Sonde kann anschließend durch moderne Mikroskop- und Fotoaufnahmemethoden nachgewiesen werden. Mit Hilfe von Gensonden können eine Reihe von Störungen sowohl vor als auch nach der Geburt diagnostiziert werden. Künftig werden mit Hilfe von Gensonden vermutlich zahlreiche wichtige genetische Störungen gleichzeitig ermittelt werden können.

Oligonukleotid-Arrays

Ein Oligonukleotid ist eine Basenkette (Nukleotide). Manchmal fehlen diese Ketten oder haben duplizierte DNS-Abschnitte. Eine Oligonukleotid-Anordnung wird zur Ermittlung von verlorengegangenen oder duplizierten DNS-Abschnitten in spezifischen Chromosomen verwendet. In einer Oligonukleotid-Anordnung wird die DNS einer Person anhand von vielen Oligonukleotid-Sonden mit einem Referenz-Genotypen (einmalige Genkombination eines Menschen bzw. sein einmaliges Erbgut) verglichen. Wie bei einigen Gensonden wird den Oligonukleotid-Sonden ein fluoreszierender Farbstoff hinzugegeben. Fehlt ein Abschnitt, ermitteln die Sonden eine verringerte Menge des fluoreszierenden Farbstoffs. Ist ein Abschnitt verdoppelt oder verdreifacht, ermitteln die Sonden eine erhöhte Menge des fluoreszierenden Farbstoffs. Mit diesen Sonden kann zudem der gesamte Genotyp getestet werden.

Mikrochips

Mikrochips sind leistungsfähige Instrumente, die zur Ermittlung von DNS-Mutationen, Ribonukleinsäure-Stücken (RNS) oder Proteinen verwendet werden können. Mit einem einzigen Chip kann eine einzelne Probe auf Millionen unterschiedlicher DNS-Veränderungen hin getestet werden.

Techniken zur Next-Generation-Sequenzierung

Techniken zur Next-Generation-Sequenzierung können durch das Aufbrechen des gesamten Genotyps (oder Genoms) in viele kleine Abschnitte und das Analysieren der DNS-Sequenz einiger oder aller Abschnitte selbst kleinere Teile von Genen und DNS ermitteln. Die Ergebnisse werden anschließend von einem leistungsfähigen Rechner analysiert. Einzelne oder multiple Basenvariationen sowie Bereiche, in denen Basen fehlen oder an falscher Stelle eingefügt sind, können identifiziert werden. Die Kosten dieser Technologie sind signifikant gesunken und fallen weiter. Auch bei der Ausrüstung und den Berechnungsmethoden werden weiterhin Verbesserungen erzielt.

Einige dieser Variationen können Medizinern helfen, genetische Störungen zu diagnostizieren. Techniken der Next-Generation-Sequenzierung sind so empfindlich, dass Mediziner anhand einer Blutprobe von der Mutter die DNS des Fötus ermitteln und diese dann auf das Down-Syndrom hin untersuchen können. Die Fülle an Informationen, die durch die Analyse des Genotyps erzeugt werden, führt jedoch zu einer Vielzahl von Problemen, die es den Ärzten manchmal erschweren, die Ergebnisse zu verstehen und zu interpretieren. Trotz dieser Probleme scheinen diese Techniken die Technologie der Zukunft zu sein.

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