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Notfallkontrazeption

Von

Frances E. Casey

, MD, MPH, Virginia Commonwealth University Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2020| Inhalt zuletzt geändert Mai 2020
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Kurzinformationen

Die Notfallkontrazeption wird nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr oder nach Versagen einer Verhütungsmethode (z. B. wenn ein Kondom reißt) verwendet.

Durch die Notfallkontrazeption sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr, einschließlich des Aktes um die Zeit des Eisprungs, wenn die Empfängnis am wahrscheinlichsten ist. Allgemein liegt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr bei 5 Prozent, aber um den Eisprung herum bei ca. 20 bis 30 Prozent. Je früher die Notfallkontrazeption angewendet wird, umso wirksamer ist sie.

Zu den verfügbaren Optionen für eine Notfallkontrazeption gehören oral einzunehmende Arzneimittel und ein Kupfer-Intrauterinpessar (IUP). Zu den Arzneimitteln (die sogenannte „Pille danach‟) zählen Levonorgestrel, Ulipristalacetat und kombinierte orale Verhütungsmittel (Östrogen plus Levonorgestrel). Sie hemmen oder verzögern den Eisprung. Sie werden häufiger als Notfallkontrazeption verwendet als ein Intrauterinpessar (IUP), obwohl ein Kupfer-IUP die effektivste Form der Notfallkontrazeption ist. Das Kupfer-IUP verhindert, dass das befruchtete Ei sich in der Gebärmutter einnistet.

  • Einsetzen eines Kupfer-IUP: Damit seine Wirksamkeit gewährleistet ist, muss das IUP innerhalb von 5 Tagen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr oder innerhalb von 7 Tagen nach dem Eisprung eingesetzt werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft nach dem Einsetzen des IUP liegt bei 0,1 Prozent. Dieser Wert ist identisch mit dem eines IUP, das normalerweise zur Schwangerschaftsverhütung verwendet wird. Außerdem kann das IUP nach dem Einsetzen an Ort und Stelle bleiben, um eine kontinuierliche Verhütung für bis zu 10 Jahre zu gewährleisten. Die Wirksamkeit eines Kupfer-IUP als Notfallkontrazeption wird nicht vom Körpergewicht beeinflusst. Daher ist bei übergewichtigen Frauen, die eine Schwangerschaft unbedingt vermeiden möchten, das Kupfer-IUP die bevorzugte Methode der Notfallkontrazeption.

  • Ulipristalacetat: Eine Dosis dieses Medikaments wird eingenommen. Es ist wirksamer als Levonorgestrel. Es muss innerhalb von 5 Tagen (120 Stunden) nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft liegt bei 1,5 Prozent. Ulipristalacetat ist für fettleibige Frauen wirksamer als Levonorgestrel, aber Fettleibigkeit verringert auch seine Wirksamkeit. Das Medikament ist verschreibungspflichtig.

  • Levonorgestrel: Levonorgestrel wird am häufigsten angewendet. Es handelt sich um ein Progestin, das in kleinerer Dosierung oft als Verhütungsmittel eingesetzt wird. Levonorgestrel wird oral eingenommen. Frauen nehmen eine Dosis und 12 Stunden später noch einmal eine. Alternativ können sie auch eine höhere Dosis einnehmen. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft liegt bei 2 bis 3 Prozent. Allerdings kann eine Levonorgestrel-Notfallkontrazeption bei fettleibigen Frauen weniger wirksam sein. Je früher die Dosis eingenommen wird, desto wirksamer ist sie. Sie muss innerhalb von 5 Tagen (120 Stunden) nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden (bei einer Einnahme nach mehr als 3 Tagen ist sie bereits weniger wirksam). Diese Tabletten sind frei verkäuflich und können ohne Einschränkung von allen Frauen aller Altersstufen nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr verwendet werden.

  • Yuzpe-Methode: Für diese Methode wird eine Kombination aus oralen Verhütungsmitteln – Ethinylestradiol (eine Form von Östrogen) plus Levonorgestrel – angewendet, aber sie ist etwas weniger wirksam als Levonorgestrel oder Ulipristalacetat. Zwei Kombitabletten werden eingenommen, worauf 12 Stunden später zwei weitere Tabletten eingenommen wurden, beide aber innerhalb von 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr. Es wird eine hohe Dosierung von Östrogen verwendet. Diese hohe Dosis verursacht oft Übelkeit und manchmal Erbrechen. Ärzte empfehlen manchmal Arzneimittel, die gegen Übelkeit und Erbrechen helfen. Diese Methode ist weniger wirksam als andere Methoden und wird nur eingesetzt, wenn Frauen keinen Zugang zu anderen Methoden haben.

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