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Durch zirkulierende Antikoagulanzien verursachte Blutgerinnungsstörungen

Von

Joel L. Moake

, MD, Baylor College of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jan 2020| Inhalt zuletzt geändert Jan 2020
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Manchmal führt eine Fehlfunktion des Immunsystems zur Bildung von Antikörpern, die anstelle von fremden oder gefährlichen Substanzen das Gewebe des Körpers angreifen (Autoantikörper). Solche Erkrankungen werden als Autoimmunerkrankungen Autoimmunerkrankungen Bei einer Autoimmunerkrankung handelt es sich um eine Fehlfunktion des Immunsystems, bei der der Körper eigenes Gewebe angreift. Was genau zu einer Autoimmunerkrankung führt, ist bislang... Erfahren Sie mehr bezeichnet.

Zirkulierende Antikoagulanzien sind üblicherweise Autoantikörper, die sich spontan (von selbst und ohne bekannte Ursache) entwickeln. Sie vermindern die Aktivität spezieller Gerinnungsfaktoren (eines Proteins, das die Blutgerinnung unterstützt) und verursachen dadurch übermäßige Blutungen Blutergüsse und Blutungen Blutergüsse und Blutungen nach einer Verletzung sind normal (siehe auch Wie gerinnt Blut). Es gibt jedoch Erkrankungen, die bei den Patienten dazu führen, dass sie leicht Blutergüsse bekommen... Erfahren Sie mehr Blutergüsse und Blutungen (siehe auch Übersicht über Blutgerinnungsstörungen Übersicht über Blutgerinnungsstörungen Blutgerinnungsstörungen (Koagulationsstörungen) sind Störungen der Fähigkeit des Körpers, die Bildung von Blutplättchen zu kontrollieren. Diese Störungen können zu Folgendem führen: Zu geringe... Erfahren Sie mehr ). Das Immunsystem kann beispielsweise einen Autoantikörper gegen den Gerinnungsfaktor VIII oder V bilden. Diese Antikörper werden als zirkulierende Antikoagulanzien bezeichnet, da sie im Blutstrom wandern (zirkulieren).

Zirkulierende Antikoagulanzien verursachen in der Regel übermäßige Blutungen. Bei bestimmten Arten von zirkulierenden Antikoagulanzien kommt es jedoch nicht zu übermäßigen Blutungen, sondern zu Blutgerinnseln in einer Arterie oder Vene. Solche Blutgerinnsel können die Durchblutung unterbrechen, was zu Rötungen und Schwellungen führt. Zudem kann es am Gewebe, das von dem Blutgefäß versorgt wird, zu Schädigungen kommen.

Faktor-VIII- und Faktor-IX-Antikoagulanzien

Bei ungefähr 30 Prozent der Patienten mit schwerer Hämophilie A Hämophilie Die Bluterkrankheit (Hämophilie) ist eine erbliche Blutungsstörung und wird durch den Mangel an einem von zwei Gerinnungsfaktoren (Faktor VIII oder Faktor IX) verursacht... Erfahren Sie mehr bilden sich Faktor-VIII-Antikörper. Diese Antikörper sind eine Komplikation, die auftritt, wenn man wiederholt mit den zur Behandlung der Hämophilie verabreichten normalen Faktor‑VIII‑Molekülen in Kontakt kommt. Gleichermaßen können bei Menschen mit schwerer Hämophilie B Hämophilie Die Bluterkrankheit (Hämophilie) ist eine erbliche Blutungsstörung und wird durch den Mangel an einem von zwei Gerinnungsfaktoren (Faktor VIII oder Faktor IX) verursacht... Erfahren Sie mehr Antikörper gegen Faktor IX auftreten, obwohl dies nur bei etwa drei Prozent der Menschen geschieht.

Faktor-VIII-Autoantikörper können sich auch manchmal bei Personen ohne Hämophilie entwickeln. Die Faktor-VIII-Antikoagulanzien können beispielsweise bei Frauen entstehen, die gerade entbunden haben, oder auch bei Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis Rheumatoide Arthritis (RA) Rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung, bei der die Gelenke, darunter meist Hand- und Fußgelenke, entzündet sind. Dadurch entstehen Schwellungen und Schmerzen... Erfahren Sie mehr Rheumatoide Arthritis (RA) oder systemischem Lupus erythematodes Systemischer Lupus erythematodes (SLE) Systemischer Lupus erythematodes ist eine chronische entzündliche Autoimmunerkrankung des Bindegewebes, bei der Gelenke, Nieren, Haut, Schleimhäute und die Wände der Blutgefäß... Erfahren Sie mehr Systemischer Lupus erythematodes (SLE) . Manchmal entwickeln ältere Menschen ohne offensichtliche zugrunde liegende Erkrankung Faktor-VIII-Antikoagulanzien.

Bei Personen mit Faktor-VIII-Antikoagulanzien können lebensbedrohliche Blutungen auftreten.

Es werden Blutuntersuchungen durchgeführt, einschließlich einer Messung der Menge des Faktors VIII oder IX.

Treten die Autoantikörper bei Frauen nach der Geburt auf (postpartal), können diese spontan verschwinden. In anderen Fällen erhalten Personen ohne Hämophilie zur Unterdrückung der Autoantikörper-Bildung Medikamente wie Cyclophosphamid, Kortikosteroide oder Rituximab. Personen mit Antikörpern gegen Faktor VIII, bei denen es zu Blutungen kommt, können auch mit dem aktivierten Faktor VII behandelt werden.

Es stehen mehrere neue Medikamente zur Kontrolle von Blutungen bei Patienten mit Hämophilie und Isoantikörpern gegen die Faktoren VIII und IX zur Verfügung oder werden diesbezüglich untersucht.

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