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Sinus-cavernosus-Thrombose

Von

James Garrity

, MD, Mayo Clinic College of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Bei einer Thrombose des Sinus cavernosus handelt es sich um eine sehr seltene Erkrankung, bei der sich ein Blutgerinnsel (Thrombose) im Sinus cavernosus (einer langen Vene an der Schädelbasis) bildet.

  • Eine Thrombose des Sinus cavernosus wird für gewöhnlich durch die Ausbreitung von Bakterien von Infektionsherden im Gesicht und den Augenhöhlen (einschließlich der Nasenhaut) oder der Nasennebenhöhlen verursacht.

  • Die Symptome umfassen Schmerzen am Kopf und im Gesicht, Störungen des Sehvermögens, rasch hervortretende Augen und hohes Fieber.

  • Die Diagnose basiert auf den Symptomen sowie den Ergebnissen einer Magnetresonanztomographie oder einer Computertomographie.

  • Auch mit einer Behandlung kann die Erkrankung schwere Folgen nach sich ziehen oder tödlich sein.

  • Hohe Dosierungen von Antibiotika werden zur Bekämpfung der Infektion verabreicht.

Der Sinus cavernosus ist eine große Vene an der Schädelbasis hinter den Augen. Über diese Vene kann Blut aus den Venen im Gesicht abfließen. Der Sinus cavernosus ist keine der mit Luft gefüllten Nebenhöhlen im Bereich der Nase (die Nasennebenhöhlen).

Eine Thrombose des Sinus cavernosus (TSC) kann die Hirnnerven angreifen, die die Augen bewegen und dem Gesicht Gefühl vermitteln. Darüber hinaus kann eine TSC auch zu einer Entzündung des Hirns und der die Hirnhaut umgebenden Flüssigkeit führen (Meningoenzephalitis) und Abszesse im Gehirn, Schlaganfälle, Blindheit und eine Unterfunktion der Hirnanhangdrüse (Hypopituitarismus) zur Folge haben.

Ursachen

Eine Thrombose des Sinus cavernosus (TSC) wird normalerweise durch die Ausbreitung von Bakterien (oft Staphylococcus aureus) aus einer Infektion im Gesicht, an den Zähnen oder der Nasennebenhöhlen hervorgerufen. Eine TSC kann durch gewöhnliche Gesichtsinfektionen, wie etwa kleine Nasengeschwüre an den Haarfollikeln (Furunkeln), einer Orbitalphlegmone oder einer Sinusitis der Keilbeinhöhle oder der Siebbeinhöhlen verursacht werden. Da die TSC eine mögliche Komplikation darstellt, nehmen Ärzte Infektionen in der Umgebung der Nase und bis zu den Augenrändern sehr ernst.

Symptome

Eine Thrombose des Sinus cavernosus verursacht Symptome, wie etwa eine abnormale Vorwölbung der Augen (Proptosis) über mehrere Tage, Schwellungen der Augenlider, starke Kopfschmerzen, Schmerzen oder Gefühllosigkeit im Gesicht, eine Störung der Augenbewegung (Ophthalmoplegie – Augenmuskellähmung) mit Doppeltsehen, Verlust des Sehvermögens, Benommenheit, hohem Fieber sowie exzessiv erweiterten oder ungleichmäßigen Pupillen. Wenn sich die Bakterien auf das Gehirn ausbreiten, können sich eine stärkere Benommenheit, Krampfanfälle, Koma und abnormale Empfindungen oder Muskelschwäche in bestimmten Bereichen einstellen.

Diagnose

  • Magnetresonanztomographie oder Computertomographie

  • Blutkultur

  • Spinalpunktion (Lumbalpunktion) durch

Zur Diagnose der Thrombose des Sinus cavernosus wird eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) der Nasennebenhöhlen, Augen und des Gehirns durchgeführt. Zur Bestimmung der Bakterien wird eine Blutprobe in ein Labor geschickt, wo die Bakterien kultiviert werden. Zudem kann auch eine Spinalpunktion vorgenommen werden.

Prognose

Auch mit Behandlung kann eine Thrombose des Sinus cavernosus lebensbedrohlich sein. Ungefähr 30 % aller betroffenen Personen und etwa 50 % aller Betroffenen, die außerdem eine Nebenhöhlenentzündung der Keilbeinhöhlen haben, sterben. Weitere 30 % entwickeln schwerwiegende und möglicherweise bleibende Folgeerscheinungen (z. B. eine Beeinträchtigung der Augenbeweglichkeit, Doppeltsehen, Blindheit, Behinderungen durch Schlaganfälle und Hypopituitarismus).

Behandlung

  • Intravenöse Antibiotika

  • Eingriff, um den Infektionsherd abfließen zu lassen

  • Kortikosteroide und andere ergänzende Hormone

Bei Patienten mit einer Thrombose des Sinus cavernosus werden sofort hohe Dosen von Antibiotika gespritzt. Es kann sein, dass die Nebenhöhlen chirurgisch entleert werden müssen, wenn sich nach einer 24-stündigen Therapie mit Antibiotika keine Besserung einstellt. Wenn die Hirnnerven betroffen sind, werden manchmal Kortikosteroide verabreicht. Kortikosteroide und normalerweise auch andere ergänzende Hormone werden verabreicht, wenn ein Hypopituitarismus vorliegt.

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