Nichtinvasive Beatmung (NIV)

VonBhakti K. Patel, MD, University of Chicago
Reviewed ByRichard K. Albert, MD, Department of Medicine, University of Colorado Denver - Anschutz Medical
Überprüft/überarbeitet Geändert Apr. 2024
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Bei der nichtinvasiven Beatmung (NIV) wird eine positive Druckventilation über eine dicht aufsitzende Maske, die Nase oder Nase und Mund überdeckt, verabreicht.

NIV-Helme sind eine Alternative für Patienten, die die üblichen eng anliegenden Gesichtsmasken nicht vertragen. Aufgrund ihres Einsatzes bei spontan atmenden Patienten wird die NIV in erster Linie als eine Form der druckunterstützenden Beatmung oder zur Erzeugung eines endexspiratorischen Drucks eingesetzt, obwohl auch eine Volumenkontrolle verwendet werden kann. (Siehe auch Durchführung der nichtinvasiven Überdruckbeatmung.)

NIV kann erfolgen als

  • Kontinuierlicher positiver Atemwegsdruck (CRAP)

  • Biphasischer positiver Atemwegsdruck (BiPAP)

Bei CPAP wird konstanter Druck während des Atemzyklus ohne zusätzliche inspiratorische Unterstützung aufrecht erhalten.

Der Arzt stellt bei BiPAP sowohl den positiven exspiratorischen Druck („expiratory positive airway pressure“, EPAP), als auch den inspiratorischen positiven Atemwegsdruck („inspiratory positive airway pressure“, IPAP) ein. Dabei werden die Atemzüge vom Patienten getriggert.

In beiden Modi, weil bei diesem Vorgehen der Atemweg nicht gesichert ist, besteht kein Aspirationsschutz. Daher muss der Patient über einen angemessenen Grad der Wachheit mit ausreichenden Schutzreflexen verfügen, um eine Aspiration zu vermeiden. Auch sollte keine unmittelbar geplante operative Maßnahme oder ein längerer Transport des Patienten bevorstehen. Eingetrübte Patienten oder solche mit vermehrter Sekretion innerhalb der Atemwege sind für NIPPV nicht gut geeignet. NIV sollte auch bei Patienten vermieden werden, die hämodynamisch instabil sind und bei denen Anzeichen einer beeinträchtigten Magenentleerung vorliegen, wie dies bei Ileus, Darmverschluss oder Schwangerschaft der Fall ist. In solchen Fällen könnte eine größere Luftingestion zu Erbrechen und zu einer lebensbedrohlichen Aspiration führen. Zudem muss IPAP so eingestellt werden, dass der Wert unterhalb des Ösophagusöffnungsdrucks (20 cm H2O) liegt, um damit eine Insufflation des Magens zu vermeiden.

Indikationen für die Umstellung auf endotracheale Intubation und konventionelle mechanische Beatmung sind u. a. die Entwicklung einer Schocksituation oder häufiger Arrhythmien, Myokardischämie, mit Transport zum Herzkatheterlabor oder Operationssaal, wo dann die Kontrolle der Atemwege mit vollständiger Beatmungsunterstützung erwünscht sind.

NIV kann im ambulanten Bereich eingesetzt werden. Zum Beispiel wird häufig CPAP bei Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe verwendet, während BiPAP bei Patienten verwendet werden kann, die ein begleitendes Obesitas-Hypoventilationssyndrom haben, oder für eine langfristige Beatmung bei Patienten mit neuromuskulären oder Brustwanderkrankungen.

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