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Nasopharynxkarzinom

Von

Bradley A. Schiff

, MD, Montefiore Medical Center, The University Hospital of Albert Einstein College of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Apr 2018
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Quellen zum Thema

Das Plattenepithelkarzinom ist der häufigste Tumor des Nasopharynxkrebs. Symptome wie ein einseitiger blutiger Nasenausfluss, Nasenobstruktion, Hörverlust, Ohrenschmerzen, Gesichtsschwellung und Taubheitsgefühl im Gesicht entwickeln sich erst spät. Die Diagnose stützt sich auf Inspektion und Biopsie, mit CT, MRT oder PET lässt sich das Ausmaß beurteilen. Nasopharynxkarzinome werden strahlen- und chemotherapeutisch behandelt, in seltenen Fällen auch operiert.

Nasopharyngealer Krebs kann in jeder Altersgruppe, einschließlich Jugendlicher, auftreten und ist in der südchinesischen Meeresregion verbreitet. Obwohl es in den USA und in Westeuropa selten ist, gehört es zu den häufigsten Krebserkrankungen unter den chinesischen Einwanderern, insbesondere der südchinesischen und der südostasiatischen Abstammung. Seit mehreren Generationen senkt sich die Prävalenz unter chinesischstämmigen US-Bürgern allmählich auf das Niveau in der nicht chinesischstämmigen Bevölkerung ab, was auf eine umweltbedingte Komponente in der Ätiologie hinweist. Eine ernährungsbedingte Aufnahme von Nitriten und gesalzenem Fisch steht ebenfalls im Verdacht, das Risiko zu erhöhen. Ein wichtiger Risikofaktor ist das Epstein-Barr-Virus (EBV), zudem besteht eine erbliche Veranlagung.

Weitere Nasopharynxkarzinome sind adenoid-zystische und Mukoepidermoidkarzinome, maligne Mischtumoren, Adenokarzinome, Lymphome, Fibrosarkome, Osteosarkome, Chondrosarkome und Melanome.

Symptome und Beschwerden

Nasen-Rachen-Krebs zeigt sich oft mit tastbaren Lymphknoten-Metastasen im Hals. Ein anderes häufig auftretendes Symptom ist Hörverlust, in der Regel verursacht durch eine Obstruktion der Nase oder der Ohrtrompete, was zu einem Mittelohrerguss führt. Als weitere Symptome können Ohrenschmerzen, blutig-eitrige Rhinorrhö, Nasenbluten, Hirnnervenlähmung und Adenopathie der Halslymphknoten auftreten. Hirnnervenlähmungen betreffen am häufigsten die 6., 4. und 3. Hirnnerven wegen ihrer Lage in dem höhlenartigen Sinus in der Nähe des Foramen lacerum, der für diese Tumoren der häufigste Weg für eine intrakranielle Ausbreitung ist. Da Lymphgefäße auch über die Mittellinie hinweg miteinander in Verbindung stehen, finden sich oft auf beiden Seiten des Nasopharynx Metastasen.

Diagnose

  • Nasopharyngeale Endoskopie und Biopsie

  • Bildgebende Untersuchungen zur Stadieneinteilung

Bei Verdacht auf ein Nasopharynxkarzinom muss eine Spiegelung oder endoskopische Untersuchung des Nasopharynx durchgeführt werden, um Biopsien von vorhandenen Läsionen zu entnehmen. Eine offene zervikale Lymphknotenbiopsie sollte zuächst nicht durchgeführt werden ( Halsschwellungen), obwohl eine Nadelbiopsie vertretbar ist und oft empfohlen wird.

Bei der Gadolinium-verstärkten kranialen MRT (mit Fettsuppression) ist neben dem Nasopharynx besonders auf die Schädelbasis zu achten – denn bei rund 25% der Patienten liegt eine Beteiligung der Schädelbasis vor. Ein CT ist ebenfalls erforderlich, um knöcherne Veränderungen der Schädelbasis, die im MRT weniger gut sichtbar sind, genau beurteilen zu können. Ein PET-Scan wird häufig durchgeführt, um das Ausmaß der Erkrankung sowie die zervikalen Lymphgefäße zu bewerten. ( Stadieneinteilung von Kopf- und Halstumoren.)

Tabelle
icon

Stadieneinteilung von Kopf- und Halstumoren

Stadium

Tumor (maximale Penetration)*

Regionale Lymphknotenmetastasen

Fernmetastasen

1

T1

N0

M0

II

T2

N0

M0

III

T3 oder

N0

M0

T1–3

N1

M0

IVA

T1–3

N2

M0

T4a

N0–2

M0

IVB

T4b

jedes N

M0

jedes T

N3

M0

IVC

jedes T

jedes N

M1

*TNM-Klassifikation: T1 = Tumor 2 cm in größter Ausdehnung; T2 = 2–4 cm in größter Ausdehnung bzw. Befall von 2 Arealen spezifischer Lokalisation; T3 = Tumor > 4 cm in größter Ausdehnung bzw. Befall von 3 Arealen spezifischer Lokalisation; T4 = Invasion spezifischer Strukturen (4a ist eine moderat fortgeschrittene lokale Erkrankung und 4b is eine stark fortgeschrittene lokale Erkrankung).

N0 = kein Lymphknotenbefall (LK); N1 = 1 LK 3 cm; N2 = LK von 3–6 cm oder mehrere Knoten; N3 = LK > 6 cm.

M0 = keine; M1 = vorhanden.

Prognose

Patienten mit einer Erkrankung im Frühstadium (siehe Tabelle: Stadieneinteilung von Kopf- und Halstumoren) haben in der Regel eine gute Prognose (5-Jahres Überlebensrate beträgt 60–75%), wohingegen Patienten mit Erkrankung im Stadium IV eine schlechte Prognose haben (5-Jahres Überlebensrate < 40%).

Therapie

  • Chemotherapie plus Bestrahlung

  • Operative Eingriffe

Aufgrund der Lokalisation und des ausgedehnten Befalls erweisen sich Nasopharynxkarzinome oft als inoperabel. Sie werden in der Regel mit Chemo- und Strahlentherapie behandelt, oft gefolgt von einer adjuvanten Chemotherapie.

Rezidivierende Tumoren können mit einer weiteren Strahlentherapie behandelt werden, häufig mit Brachytherapie (radioaktive Implantation); es besteht das Risiko von Radionekrosen der Schädelbasis. Eine Alternative zur Bestrahlung ist bei sehr ausgewählten Patienten die Schädelbasisresektion. Eine Resektion wird in der Regel durchgeführt, indem ein Teil des Oberkiefers zur Zugangsherstellung entfernt wird, aber in einzelnen Fällen kann die Resektion endoskopisch durchgeführt werden, auch wenn bis jetzt wenige Angaben über endoskopische Resektion vorliegen.

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