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Mineralstoffübersicht

Von

Larry E. Johnson

, MD, PhD, University of Arkansas for Medical Sciences

Inhalt zuletzt geändert Okt 2018
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Quellen zum Thema

Der Mensch benötigt sechs Makromineralstoffe in Gramm-Mengen.

  • Vier Kationen: Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium

  • Zwei begleitende Anionen: Chlorid und Phosphor

Der tägliche Bedarf reicht von 0,3–2,0 g. Knochen, Muskeln, Herz und Gehirnfunktion sind auf diese Makromineralien angewiesen.

Der Mensch braucht neun Spurenelemente (Mikromineralstoffe) in winzigsten Mengen:

Ernährungsrichtlinien für Spurenelemente wurden festgelegt. Sämtliche Spurenelemente wirken in großen Mengen toxisch; einige Mineralstoffe wie Arsen, Nickel und Chrom sind karzinogen.

Spurenelementmangel (außer Jod, Eisen und Zink) entwickelt sich bei Erwachsenen bei normaler Ernährung nicht oft spontan; Säuglinge sind anfälliger, da sie schnell wachsen und die Aufnahme variiert. Eine unausgeglichene Bilanz für Spurenelemente ist entweder erblich bedingt (z. B. Hämochromatose,Morbus Wilson) oder entsteht durch Hämodialyse, parenterale Ernährung oder verschiedene beliebte Diäten, die Patienten mit angeborenen Stoffwechselstörungen verordnet werden.

Tabelle
icon

Spurenelemente

Nährstoff

Hauptquellen

Funktionen

Einige Auswirkungen von Mangel und Intoxikation

Chrom

Leber, Fleisch- und Wurstwaren, Vollkorngetreide, Nüsse

Förderung der Glukosetoleranz

Mangel: möglicherweise gestörte Glukosetoleranz

Kupfer

Innereien, Schalentiere, Nüsse, Hülsenfrüchte, Trockenfrüchte, Vollkorngetreide, Erbsen, Kakao, Pilze, Tomaten

Enzymbaustein, Hämatopoese, Knochenbildung

Mangel: Anämie bei unterernährten Kindern, kann sich im Menkes-Syndrom (Kraushaarsyndrom) zeigen

Toxizität: Kupfervergiftung; kann bei der Wilson-Krankheit vorhanden sein

Fluorid

Meeresfrüchte, Tee, fluoridhaltiges Wasser (Natriumfluorid 1,0-2,0 ppm)

Knochen- und Zahnbildung

Mangel: Prädisposition für Karies, möglicherweise Osteoporose

Intoxikation: Fluorose, Marmorierung und Lochfraß der bleibenden Zähne, Exostose der Wirbelsäule

Jod

Meeresfrüchte, jodiertes Salz, Eier, Käse, Trinkwasser (unterschiedlicher Gehalt)

Thyroxin(T4)- und Trijodthyronin(T3)-Synthese, Entwicklung des Feten

Mangel: Einfache (kolloide, endemische) Struma, Kretinismus, Taubstummheit, Störung des fetalen Wachstums und der Hirnentwicklung

Intoxikation: Hyperthyreose oder Hypothyreose

Eisen

Viele Lebensmittel (außer Milchprodukte): Sojamehl, Rindfleisch, Niere, Leber, Fisch, Geflügel, Bohnen, Muscheln, Melasse, angereicherte Körner und Getreide (unterschiedliche Bioverfügbarkeit in pflanzlichen Quellen)

Hämoglobin- und Myoglobinbildung, Cytochromenzyme, Eisen-Schwefel-Proteine

Mangel: Anämie, Pikazismus, Glossitis, Cheilosis angularis

Toxizität: Zirrhose, Diabetes mellitus, Pigmentierung der Haut; kann bei Hämochromatose vorhanden sein

Mangan

Vollkorngetreide, Ananas, Nüsse, Tee, Bohnen, Tomatenmark

Gesunde Knochenstruktur

Baustein manganspezifischer Enzyme: Glykosyltransferasen, Phosphoenolpyruvatcarboxykinase, Mangan-Superoxiddismutase

Mangel: Existenz fraglich

Intoxikation: Neurologische Symptome ähnlich denen bei Parkinson oder Morbus Wilson

Molybdän

Milch, Hülsenfrüchte, Vollkornbrot und Getreide, dunkelgrünes Gemüse

Baustein des Koenzyms für die Sulfit-Oxidase, Xanthindehydrogenase und eine Aldehydoxidase

Mangel: Tachykardie, Kopfschmerzen, Übelkeit, Bewusstseinsstörungen (Sulfittoxizität)

Selen

Fleisch, Fisch, Nüsse, pflanzliche Lebensmittel (Selengehalt variiert je nach Bodenkonzentration)

Baustein der Glutathionperoxidase und Schilddrüsenhormoniodinase

Mangel: Keshan-Krankheit (virale Kardiomyopathie), Muskelschwäche

Intoxikation: Haarausfall, Nagelanomalien, Übelkeit, Dermatitis, periphere Neuropathie

Zink

Fleisch, Leber, Austern, Meeresfrüchte, angereicherte Getreide, Erdnüsse, Vollkornprodukte (Bioverfügbarkeit variiert in pflanzlichen Quellen)

Baustein von Enzymen, Integrität der Haut, Wundheilung, Wachstum

Mangel: Wachstumsstörungen und verspätete Geschlechtsreife, Hypogonadismus, Hypogeusie

Intoxikation: Mikrozytose der roten Blutkörperchen, Neutropenie, Immunschwäche

Tabelle
icon

Richtlinien für die tägliche Zufuhr von Spurenelementen

Kategorie

Alter (Jahre) oder Zeitraum

Chrom (mcg)

Kupfer (mcg)

Fluorid (mg)

Jod (mcg)

Eisen (mg)

Mangan (mg)

Molybdän (mcg)

Selen (mcg)

Zink (mg)

Empfohlene tägliche Zufuhr

Kleinkinder

0,0–0,6

0,2

200

NR

110

0,27

0,003

2

15

2

0,7–1,0

5,5

220

0,5

130

11

0,6

3

20

3

Kinder

1–3

11

340

0,7

90

7

1,2

17

20

3

4–8

15

440

1

90

10

1,5

22

30

5

Männer

9–13

25

700

2

120

8

1,9

34

40

8

14–18

35

890

3

150

11

2,2

43

55

11

19–30

35

900

4

150

8

2,3

45

55

11

31–50

35

900

4

150

8

2,3

45

55

11

51+

30

900

4

150

8

2,3

45

55

11

Frauen

9–13

21

700

2

120

8

1,6

34

40

8

14–18

24

890

3

150

15

1,6

43

55

9

19–30

25

900

3

150

18

1,8

45

55

8

31–50

25

900

3

150

18

1,8

45

55

8

51+

20

900

3

150

8

1,8

45

55

8

Schwangere

30

1000

3

220

27

2,0

50

60

11

Stillende Frauen

45

1300

3

290

9

2,6

50

70

12

Obere Aufnahmegrenze (UL)

Kleinkinder

< 1

ND

ND

0,7–0,9

ND

40

ND

ND

45–60

4–5

Kinder

1–8

ND

1000–3000

1,3–2,2

200–300

40

2–3

300–600

90–150

7–12

Personen

9

ND

5000–10.000

10

600–1100

40–45

6–11

1100–2000

280–400

23–40

Hinweis: Die empfohlene tägliche Nährstoffzufuhr (Recommended dietary allowances, RDA) wird in Normalschrift dargestellt. Mit der empfohlenen täglichen Nährstoffzufuhr lässt sich der Nährstoffbedarf von 97–98% der Personen in einer Bevölkerungsgruppe decken.

Die angemessene Nährstoffzufuhr "Adequate intakes" (AI) ist fett gedruckt. Für gesunde Stillkinder bezeichnet die angemessene Nährstoffzufuhr (AI) die durchschnittliche Aufnahme. Die AI-Werte der anderen Personengruppen decken nach allgemeiner Auffassung den Bedarf aller Personen in der jeweiligen Gruppe, ein genauer Prozentsatz kann aufgrund mangelnder Daten nicht ausreichend fundiert bestimmt werden.

NR = nicht empfohlen (non recommended); ND = nicht bestimmbar aufgrund Datenmangels; die Nährstoffquellen sollten auf Lebensmittel beschränkt bleiben (not determinable).

Adaptiert nach Ross AC, Taylor CL, Yaktine AL, et al: Dietary Reference Intakes (DRIs): Recommended Dietary Allowances and Adequate Intakes, Elements, Food and Nutrition Board, Institute of Medicine. Washington, DC, National Academies Press, 2011. (Siehe auch U.S. Department of Agriculture.)

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