Der Blepharospasmus ist eine fokale Dystonie, die durch Spasmen der periokulären Muskulatur gekennzeichnet ist und zu unwillkürlichem Blinzeln und anhaltendem Lidschluss führt. Die Diagnose wird klinisch gestellt. Die Behandlung erfolgt symptomatisch mittels Botulinumtoxin-Injektionen. Zu den begleitenden Therapien zählen getönte Sonnenbrillen und lindernde Maßnahmen wie das Berühren des Gesichts oder das Abdecken der Augen.
Die Ursache des Blepharospasmus bleibt meist unbekannt (1). Frauen sind häufiger betroffen als Männer, und es lässt sich eine familiäre Häufung beobachten (2). Es handelt sich um eine chronische neurologische Bewegungsstörung, die als fokale Dystonie klassifiziert wird. In seltenen Fällen kann ein Blepharospasmus sekundär bei Augenerkrankungen auftreten; dazu gehören Erkrankungen, die Augenreizungen verursachen (z. B. Trichiasis, nach innen wachsende Augenwimper), Hornhautfremdkörper, Keratoconjunctivitis sicca (trockenes Auge) und systemische neurologische Erkrankungen, die Dystonien bewirken (z. B. Parkinson-Krankheit).
Die Symptome bestehen aus unwillkürlichem Blinzeln, das zu anhaltenden Spasmen und Schwierigkeiten beim Öffnen der Augen fortschreiten kann; in schweren Fällen können Patienten die Augen nicht öffnen. Der Blepharospasmus wird durch Müdigkeit, helles Licht und Angst verstärkt.
Die Diagnose erfolgt klinisch anhand charakteristischer beidseitiger, unwillkürlicher, sich wiederholender Krämpfe der Orbicularis-oculi-Muskeln, die häufig mit verstärktem Blinzeln und Schwierigkeiten beim Offenhalten der Augen einhergehen.
Die Behandlung von Blepharospasmus besteht in der Injektion von Botulinumtoxin Typ A in die Lidmuskeln (orbicularis oculi) und muss in den meisten Fällen wiederholt werden (3). Gelegentlich können Anxiolytika wirksam sein. Ein chirurgischer Eingriff zur Resektion der periorbitalen Muskeln ist ebenfalls wirksam, wird aber wegen möglicher Komplikationen nur in Betracht gezogen, wenn Botulinumtoxin unwirksam ist. Sonnenbrillen, insbesondere solche mit FL‑41‑getönten Gläsern, helfen, die Lichtempfindlichkeit zu reduzieren, die einen Blepharospasmus verursachen oder begleiten kann (4). Eine temporäre Erleichterung kann auch durch Linderung von Manövern wie Berühren des Gesichts, Bedecken der Augen, Singen oder Gähnen eintreten (5).
Allgemeine Literatur
1. Zhu L, Meng H, Zhang W, et al. The pathogenesis of blepharospasm. Front Neurol. 2024;14:1336348. Published 2024 Jan 11. doi:10.3389/fneur.2023.1336348
2. Peckham EL, Lopez G, Shamim EA, et al. Clinical features of patients with blepharospasm: a report of 240 patients. Eur J Neurol. 2011;18(3):382-386. doi:10.1111/j.1468-1331.2010.03161.x
3. Simpson DM, Hallett M, Ashman EJ, et al. Practice guideline update summary: Botulinum neurotoxin for the treatment of blepharospasm, cervical dystonia, adult spasticity, and headache [RETIRED]: Report of the Guideline Development Subcommittee of the American Academy of Neurology. Neurology. 2016;86(19):1818-1826.
4. Blackburn MK, Lamb RD, Digre KB, et al. FL-41 tint improves blink frequency, light sensitivity, and functional limitations in patients with benign essential blepharospasm. Ophthalmology. 2009;116(5):997-1001. doi:10.1016/j.ophtha.2008.12.031
5. Kilduff CLS, Casswell EJ, Salam T, et al: Use of alleviating maneuvers for periocular facial dystonias. JAMA Ophthalmol 134:1247-1252, 2016. doi: 10.1001/jamaophthalmol.2016.3277



