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Einschlusskonjunktivitis des Erwachsenen

(Chlamydienkonjunktivitis des Erwachsenen; Schwimmbadkonjunktivitis)

Von

Melvin I. Roat

, MD, FACS, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Apr 2018
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Quellen zum Thema

Die Einschlusskonjunktivitis des Erwachsenen wird durch eine sexuell übertragene Chlamydia trachomatis-Infektion verursacht. Symptome sind eine chronische unilaterale Hyperämie und mukopurulentes Sekret. Die Diagnose wird klinisch gestellt. Die Therapie besteht in systemischen Antibiotika.

Die Einschlusskonjunktivitis des Erwachsenen wird durch die Chlamydia trachomatis-Serotypen D bis K verursacht. In den meisten Fällen ist sie Folge eines sexuellen Kontakts mit einem Partner, der eine Genitalinfektion hat. Viele Patienten erkranken innerhalb von 2 Monaten, nachdem sie einen neuen Sexualpartner gefunden hatten. In seltenen Fällen kann die Einschlusskonjunktivitis des Erwachsenen auch durch kontaminiertes, unvollständig gechlortes Schwimmbadwasser erworben werden.

Symptome und Beschwerden

Die Einschlusskonjunktivitis des Erwachsenen hat eine Inkubationszeit von 2–19 Tagen. Die meisten Patienten haben ein unilaterales mukopurulentes Sekret. Die Konjunktiva ist an den Lidern oft stärker hyperämisch als am Bulbus. Charakteristisch ist eine ausgeprägte tarsale follikuläre Reaktion. Gelegentlich sind im oberen Teil der Hornhaut Trübungen und Vaskularisationen zu beobachten. Auf der Seite des betroffenen Auges können präaurikuläre Lymphknoten geschwollen sein. Häufig bestanden die Symptome seit vielen Wochen oder Monaten, ohne auf lokale Antibiotika anzusprechen.

Diagnose

  • Klinische Bewertung

  • Technische Untersuchungen

Durch ihre Chronizität (Symptome für > 3 Wochen), das mukopurulente Sekret, eine ausgeprägte follikuläre Reaktion und das Nichtansprechen auf lokale Antibiotika unterscheidet sich die Einschlusskonjunktivitis des Erwachsenen von anderen bakteriellen Konjunktivitiden. Es sollten Abstriche, Bakterienkulturen und Untersuchungen auf Chlamydien erfolgen. Zum Nachweis von C. trachomatis werden Immunfluoreszenz-Färbetechniken, PCR und Spezialkulturen angewandt. Abstriche und Abkratzpräparate von der Bindehaut sollten mikroskopisch untersucht werden. Mit einer Gram-Färbung lassen sich Bakterien nachweisen und mit einer Giemsa-Färbung die charakteristischen basophilen zytoplasmatischen Einschlusskörperchen in den Epithelzellen bei einer Chlamydienkonjunktivitis.

Tipps und Risiken

  • Wenn Patienten Symptome einer bakteriellen Konjunktivitis sowie eine deutliche tarsale follikuläre Reaktion (oft mit mukopurulentem Sekret), Symptome für > 3 Wochen haben oder nicht auf topische Antibiotika ansprechen, sollten Abstriche, Bakterienkulturen und Chlamydienuntersuchungen vorgenommen werden.

Therapie

  • Orales Azithromycin oder Doxycyclin

Sowohl die Konjunktivitis als auch die begleitende Genitalinfektion heilen unter einer Behandlung mit Azithromycin (Einzeldosis von 1 g p.o.) oder alternativ mit Doxycyclin (2-mal 100 mg/Tag p.o.) bzw. Erythromycin (4-mal 500 mg/Tag p.o.) über 1 Woche aus. Der Sexualpartner bedarf ebenfalls einer Behandlung.

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