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Zoster ophthalmicus

Varicella-zoster-infektion (Zoster ophthalmicus)

Von

Melvin I. Roat

, MD, FACS, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Aug 2018
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Quellen zum Thema

Ein Zoster ophthalmicus wird durch die Reaktivierung von Varicella-Zoster-Viren hervorgerufen, die zur Gruppe der Herpesviren gehören (Gürtelrose). Die Symptome und Beschwerden wie ein dermatomaler Hautausschlag im Stirnbereich und eine schmerzhafte Entzündung aller Gewebe in den vorderen und seltener hinteren Augenstrukturen können sehr schwerwiegend sein. Die Diagnose basiert auf dem charakteristischen Befund der vorderen Augenstrukturen, der mit einer Zoster-Dermatitis des 1. Trigeminusastes (V1) assoziiert ist. Die Therapie besteht in oralen antiviralen Medikamenten, Mydriatika und lokalen Corticosteroiden.

Ein Herpes zoster im Stirnbereich geht in drei Viertel der Fälle mit einer Augenbeteiligung einher, wenn der N. nasociliaris betroffen ist (durch eine Läsion an der Nasenspitze erkennbar), und in einem Drittel der Fälle ohne Beteiligung der Nasenspitze. Insgesamt ist der Bulbus bei der Hälfte der Patienten betroffen.

Symptome und Beschwerden

Eine Prodromalphase mit Kribbeln der Stirn kann auftreten. Während der akuten Erkrankung können die Symptome und Beschwerden, die zusätzlich zu dem schmerzhaften Stirnausschlag auftreten, schwere Augenschmerzen, ausgeprägte Lidödeme, konjunktivale, episklerale und perikorneale Bindehauthyperämie, Hornhautödem und Photophobie umfassen.

Komplikationen

Die Keratitis und/oder Uveitis können schwerwiegend sein und zur Vernarbung führen. Spätfolgen—Glaukom, Katarakt, chronische oder rezidivierende Uveitis, Hornhautvernarbung, Hornhautneovaskularisation und Hypästhesie—sind häufig und können das Sehvermögen bedrohen. Postherpetische Neuralgien können sich spät entwickeln. Patienten können eine Episkleritis (ohne erhöhtes Risiko für Sehverlust) und/oder Retinitis (mit Risiko eines schweren Sehverlustes) entwickeln.

Diagnose

  • Zoster-Ausschlag auf der Stirn oder dem Lid sowie Augenbefunde

Die Diagnose basiert auf einem typischen akuten Herpes Zoster-Ausschlag auf der Stirn, den Lidern oder beidem oder auf einer charakteristischen Vorgeschichte mit Zeichen früherer Zoster-Ausschläge (z. B. atrophische hypopigmentierte Narben). Vesikuläre oder bullöse Läsionen mit diesem Verteilungsmuster stellen schon vor der Einbeziehung des Auges ein signifikantes Risiko dar und sollten daher zur Konsultation eines Ophthalmologen veranlassen, um festzustellen, ob das Auge involviert ist. Kulturen und immunologische oder PCR-Untersuchungen der Haut bei der initialen Bewertung sowie serologische Testreihen werden nur durchgeführt, wenn die Läsionen atypisch sind und die Diagnose unsicher ist.

Therapie

  • Orale antivirale Substanzen (z. B. Aciclovir, Famciclovir, Valaciclovir)

  • Manchmal topische Corticosteroide

Durch eine frühzeitige Therapie mit Aciclovir (5-mal 800 mg/Tag p.o.) oder Famciclovir (3-mal 500 mg/Tag p.o.) oder Valaciclovir (3-mal 1 g/Tag p.o.) über 7 Tage verringern sich die Augenkomplikationen. Patienten mit Uveitis oder Keratitis benötigen topische Corticosteroide (z. B. Prednisolonacetat 1% zunächst stündlich bei Uveitis oder 4-mal/Tag bei Keratitis; das Intervall wird verlängert, wenn sich die Symptome verringern). Die Pupille sollte mit Atropin 1% oder Scopolamin 0,25% (3-mal 1 Tropfen/Tag) erweitert werden. Der intraokulare Druck muss kontrolliert und ein signifikanter Druckanstieg behandelt werden.

Die kurzzeitige Anwendung hochdosierter oraler Corticosteroide zur Prävention einer postherpetischen Neuralgie bei Patienten > 60 Jahre mit gutem Allgemeinzustand wird kontrovers diskutiert.

Vorbeugung

Der Zoster-Impfstoff wird für immunkompetente Erwachsene ≥ 50 Jahre empfohlen, unabhängig davon, ob sie Herpes zoster hatten oder den älteren, lebensmildernden Impfstoff erhalten haben. Dieser rekombinante Impfstoff verringert die Chance, Herpes zoster zu bekommen, um 97% für Erwachsene von 50 bis 69 Jahren und 91% für Erwachsene ≥ 70 Jahre.

Wichtige Punkte

  • Das Auge ist in etwa der Hälfte der Fälle von einer Reaktivierung des Varicella-Zoster-Virus im Bereich V1 betroffen.

  • Keratitis und/oder Uveitis können schwerwiegend sein und Morbidität verursachen.

  • Das Aussehen des typischen Herpes Zoster-Ausschlags führt in der Regel zur Diagnose.

  • Die Behandlung erfolgt mit oralen antiviralen Medikamenten und in der Regel topischen Corticosteroiden und Pupillenerweiterung.

  • Geben Sie den rekombinanten Herpes-Zoster-Impfstoff an alle immunkompetenten Erwachsenen ab 50 Jahren.

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