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Hodenkrebs

Von

J. Ryan Mark

, MD, Sidney Kimmel Cancer Center at Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Aug 2019| Inhalt zuletzt geändert Aug 2019
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema
  • Hodenkrebs ist die häufigste Krebsart bei jungen Männern, jedoch meist heilbar.

  • In der Regel tritt ein Knoten auf, der keine Schmerzen verursacht.

  • Es erfolgen Ultraschalluntersuchungen und Bluttests.

  • Die Hoden werden entfernt und es können Bestrahlung oder Chemotherapie oder weitere chirurgische Eingriffe folgen.

Hodentumor tritt meist bei Männern unter 40 Jahren auf. Es ist mit ca. 9.600 Erkrankungen und etwa 410 Todesfällen pro Jahr eine der häufigsten Krebsarten bei jungen Männern. Seminome, Teratome, embryonale Karzinome und Chorionkarzinome gehören zu den häufigsten Krebsarten der Hoden.

Die Ursache von Hodenkrebs ist unbekannt, doch Männer, deren Hoden bis zum dritten Lebensjahr noch nicht von selbst in den Hodensack gewandert sind (Hodenhochstand, Kryptorchidismus), haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Der Hodenhochstand lässt sich am besten in der Kindheit chirurgisch korrigieren. Die Korrektur des Hodenhochstands vermindert das Risiko, an Hodentumor zu erkranken. Dennoch ist das Risiko selbst nach der Korrektur des Hodenhochstands höher als bei Männern, die nie einen Hodenhochstand hatten. Der Krebs kann auch in jenen Hoden auftreten, die von selbst in den Hodensack gewandert sind. Bleibt ein einzelner Hoden oberhalb des Hodensacks, wird manchmal empfohlen, ihn im Erwachsenenalter zu entfernen, um das Hodenkrebsrisiko zu senken.

Symptome

Bei einem Krebs kann sich der Hoden vergrößern oder knotig werden. Ein Hoden fühlt sich normalerweise glatt und oval an, wobei der Nebenhoden hinten und oben aufsitzt. Hodenkrebs verursacht direkt am Hoden einen harten, wachsenden Knoten. Durch den Krebs verlieren die Hoden ihre normale Form und werden groß, unregelmäßig und uneben. Obgleich ein Hodenkrebs normalerweise keine Schmerzen verursacht, kann es vorkommen, dass die Hoden oder ein Knoten bei leichten Berührungen oder manchmal sogar ohne jegliche Berührung schmerzen. Ein harter Knoten am Hoden sollte auf jeden Fall unverzüglich ärztlich untersucht werden. Gelegentlich platzen Blutgefäße im Tumor; dadurch entsteht eine schnell wachsende Geschwulst, die starke Schmerzen verursacht.

Diagnose

  • Ultraschall

  • Bluttests (Alphafetoprotein, humanes Choriongonadotropin)

Durch körperliche Untersuchung und Ultraschall lässt sich feststellen, ob der Knoten verschiebbar ist und ob er fest ist (und somit eher für einen Krebs spricht) oder mit einer Flüssigkeit gefüllt ist (zystisch). Hilfreich, jedoch nicht eindeutig, für eine Diagnose ist die Bestimmung von zwei Bluteiweißen, Alphafetoprotein (AFP) und Humanes Choriongonadotropin (HCG). Bei Männern mit Hodenkrebs ist der Blutspiegel dieser beiden Substanzen oft erhöht. Weitere Untersuchungen, einschließlich einer Röntgenuntersuchung und einer Computertomografie, können erfolgen, um festzustellen, ob der Krebs gestreut hat. Die meisten Ärzte raten jungen Männern, ihre Hoden einmal im Monat nach Knoten zu untersuchen.

Did You Know...

  • Der Verlust eines Hoden hat keinerlei Einfluss auf die erektile Funktion, das Sexualleben oder die Zeugungsfähigkeit.

Behandlung

  • Operation

Bei Hodenkrebs wird der erkrankte Hoden chirurgisch entfernt (radikale Orchiektomie). Auf Wunsch erhält der Patient eine Hodenprothese. Der gesunde Hoden bleibt erhalten, sodass der Mann weiterhin Geschlechtshormone produziert und fruchtbar bleibt. Hodenkrebs geht manchmal mit einer Unfruchtbarkeit einher; nach der Behandlung jedoch ist die Fruchtbarkeit möglicherweise wiederhergestellt. Es besteht die Möglichkeit, Sperma vor der Behandlung einfrieren zu lassen.

Bei Krebsarten, bei denen es sich nicht um ein Seminom handelt, müssen die Bauchlymphknoten entfernt werden (retroperitoneale Lymphadenektomie), weil diese häufig zuerst befallen werden. Durch Strahlentherapie kann ein Seminom unter Umständen geheilt werden.

Bei Hodentumoren, die bereits metastasiert haben, schließt sich an den chirurgischen Eingriff meist eine Chemotherapie an. Die Konzentration der Bluteiweiße Alphafetoprotein (AFP) und Humanes Choriongonadotropin (HCG), die bei Diagnosestellung erhöht waren, vermindert sich, wenn die Behandlung erfolgreich war. Wenn die Konzentration nach der Behandlung wieder ansteigt, ist der Krebs möglicherweise erneut aufgetreten (Rezidiv).

Die Prognose bei Hodenkrebs hängt von der Krebsart und der Ausbreitung des Krebses ab, sie ist allerdings ausgezeichnet, sofern sich noch keine Metastasen gebildet haben. Oft ist jedoch selbst dann eine Heilung möglich, wenn der Krebs bereits Metastasen gebildet hat.

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