Leishmaniose ist eine Infektion, die von einer Art der Protozoen Leishmania ausgelöst wird.
Leishmaniose wird durch den Biss einer infizierten Sandmücke übertragen.
Manche Patienten haben nur leichte oder gar keine Symptome, andere haben offene Wunden an der Haut (kutane Leishmaniose) oder wunde Stellen in Nase, Mund oder Rachen, die zu schweren Entstellungen führen können (mukokutane Leishmaniose). Es kann auch zu Fieber, Gewichtsverlust und Erschöpfung kommen sowie zu einer Vergrößerung von Milz und Leber (viszerale Leishmaniose).
Ärzte diagnostizieren diese Infektion, indem sie Proben des infizierten Gewebes analysieren oder Bluttests durchführen.
Zur Behandlung der Infektion stehen verschiedene Medikamente und andere Therapien zur Verfügung. Die Ärzte entscheiden abhängig von der Form der Leishmaniose und dem Status des Immunsystems der betroffenen Person, davon, welche Leishmania-Art die Infektion verursacht hat und wo die Ansteckung stattgefunden hat, welche Behandlung eingesetzt werden soll.
Die Benutzung von Insektenschutzmitteln, Moskitonetzen und Kleidung, die mit Insektiziden behandelt wurde, hilft dabei, Sandmückenbisse zu vermeiden.
Protozoen sind eine Art Parasiten. Sie stellen eine vielfältige Gruppe von mikroskopisch kleinen, einzelligen Organismen dar. Manche Protozoen benötigen einen menschlichen oder tierischen Wirt, um zu überleben. Es gibt viele verschiedene Arten von Protozoen.
Leishmanien sind extraintestinale Protozoen, was bedeutet, dass sie nur in Bereichen außerhalb des Darms einer Person, wie der Haut, der Schleimhaut von Nase, Mund oder Rachen, oder in inneren Organen wie Leber, Milz und Knochenmark Infektionen verursachen.
Leishmaniose ist auf der ganzen Welt verbreitet. Es handelt sich nicht um eine seltene Infektion und jedes Jahr infizieren sich Tausende von Menschen. Schlechte Wohn- und unzureichende hygienische Verhältnisse, Unterernährung und der Umzug von nichtimmunen Personen und Tieren in Gebiete, in denen die Leishmaniose verbreitet ist, sind Risikofaktoren für die Entwicklung einer Infektion.
Leishmaniose wird durch infizierte Sandmücken auf den Menschen übertragen. Sandmücken sind Vektoren, was bedeutet, dass sie Träger der Parasiten sind, die beim Menschen Krankheiten verursachen, und diese übertragen. Sandmücken übertragen je nach geografischer Lage verschiedene Leishmanien-Arten.
(Siehe auch Überblick über Parasiteninfektionen.)
Übertragung von Leishmaniose
Winzige infizierte weibliche Sandmücken verbreiten die Leishmanien, wenn sie Menschen oder Tiere wie Hunde oder Nagetiere stechen.
In seltenen Fällen kann die Infektion durch Bluttransfusionen, durch die gemeinsame Benutzung von Nadeln mit einer infizierten Person, von der Mutter zum Kind vor oder bei der Geburt oder durch sexuellen Kontakt, das gemeinsame Benutzen von Nadeln oder durch versehentliche Nadelstiche in Laboren übertragen werden.
Bild mit freundlicher Genehmigung der Centers for Disease Control and Prevention, Global Health, Division of Parasitic Diseases and Malaria.
Leishmaniose umfasst mehrere Erkrankungen. Es gibt 3 Hauptformen der Leishmaniose: kutan, mukosal und viszeral. Jede Form betrifft andere Teile des Körpers. Nachdem die Protozoen durch einen Insektenstich in den Körper eingedrungen sind, können sie in der Haut verbleiben oder sich auf die Schleimhäute von Nase, Mund und Rachen oder auf innere Organe, wie Knochenmark, Leber, Lymphknoten und Milz, ausbreiten.
Kutane Leishmaniose
Kutane Leishmaniose betrifft die Haut. Sie ist die am häufigsten diagnostizierte Form der Leishmaniose. Andere Bezeichnungen für diese Form sind orientalisches oder tropisches Geschwür, Delhi- oder Aleppo-Beule, Uta- oder Chiclero-Geschwür und Waldframbösie.
Die kutane Leishmaniose kommt in Südeuropa, Asien, Afrika, Mexiko und Mittel- sowie Südamerika vor. Infektionen sind unter Militärangehörigen der Vereinigten Staaten aufgetreten, die im Irak oder in Afghanistan tätig waren, sowie unter Reisenden in betroffene Gebiete in Mittel- und Südamerika, Israel und anderswo.
Mukokutane Leishmaniose
Mukokutane Leishmaniose (mukokutane Leishmaniose, Espundia) betrifft die Schleimhäute von Nase, Mund und Rachen, wo sie offene Wunden hervorruft und Gewebe zerstört. Die mukosale Leishmaniose kommt am häufigsten südlich und westlich des Amazonasbeckens vor, insbesondere in Teilen von Bolivien, Peru und Brasilien.
Diese Form beginnt mit einer offenen Stelle auf der Haut. Die Parasiten breiten sich von der anfänglichen Wunde durch die Lymph- und Blutgefäße zu den Schleimhäuten aus.
Symptome der mukokutanen Leishmaniose können sich entwickeln, während die Hautläsion noch sichtbar ist oder nachdem die Läsion schon seit Monaten oder Jahren verheilt ist.
Viszerale Leishmaniose
Viszerale Leishmaniose (Kala-Azar, Dumdum-Fieber) betrifft das Knochenmark, die Lymphknoten, Leber und Milz.
Sie kommt in Indien, Afrika (insbesondere im Sudan), Zentralasien, im Mittelmeerraum, in Süd- und Mittelamerika und gelegentlich in China vor.
Die Parasiten breiten sich vom Bereich des Stichs des Sandmücke zu den Lymphknoten, zur Milz, zur Leber und zum Knochenmark aus.
Nicht bei allen Infizierten kommt es zu Symptomen. In vielen Gebieten weisen Kinder mit höherer Wahrscheinlichkeit als Erwachsene Symptome auf, und die Erkrankung schreitet mit höherer Wahrscheinlichkeit bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem voran, insbesondere bei denjenigen mit fortgeschrittener HIV-Infektion (auch als AIDS bezeichnet).
Symptome von Leishmaniose
Die Symptome der Leishmaniose hängen von der Form ab.
Kutane Leishmaniose
Bei kutaner Leishmaniose ist das erste Symptom meist eine klar abgegrenzte Pustel an der Stelle des Sandmückenstiches. Die Pustel erscheint nach mehreren Wochen oder Monaten und enthält Parasiten im Inneren von weißen Blutkörperchen, die als Makrophagen bekannt sind. Während sich die Infektion ausbreitet, können in der Nähe weitere Pusteln auftreten.
Die ursprüngliche Pustel vergrößert sich langsam und wird zu einer offenen Wunde (Geschwür) mit einem erhabenen und geröteten Rand, die nässen oder Schorf bilden kann. Die Geschwüre sind in der Regel schmerzlos und verursachen keine anderen Symptome, es sei denn, es hat sich eine weitere bakterielle Infektion entwickelt. Diese ist durch Rötungen in angrenzenden Hautbereichen, Schmerzen und bisweilen Fieber gekennzeichnet. Diese Geschwüre heilen normalerweise von selbst nach einigen Monaten, können aber auch jahrelang bestehen bleiben. Sie hinterlassen Narben, die ähnlich wie Verbrennungsnarben aussehen.
In seltenen Fällen erscheinen die Geschwüre auf der Haut am ganzen Körper. Wenn dies geschieht, wird die Person auf eine HIV-Infektion und auf andere Ursachen für ein geschwächtes Immunsystem untersucht.
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Mukokutane Leishmaniose
Bei der mukokutanen Leishmaniose beginnen die Symptome mit einer oder mehreren Hautläsionen, die von selbst wieder abheilen. Monate bis Jahre nach dem Abheilen der ersten Geschwüre können sich wunde Stellen auf Schleimhäuten in der Nase, im Mund oder im Rachen bilden, wo auch Gewebe zerstört werden kann.
Symptome der betroffenen Schleimhäute sind eine verstopfte Nase, Ausfluss aus der Nase, Schmerzen und Nasenbluten. Mit der Zeit verschlimmert sich die Infektion, und die Nase, der Gaumen oder das Gesicht werden stark entstellt.
Bild mit freundlicher Genehmigung von Dr. A. Canese mit Hilfe der Public Health Image Library der Centers for Disease Control and Prevention.
Viszerale Leishmaniose
Viszerale Leishmaniose kann plötzlich auftreten, entwickelt sich in der Regel aber schrittweise über mehrere Wochen bis Monate nach dem ansteckenden Stich einer Sandmücke. Hautgeschwüre sind selten. Die Betroffenen können unregelmäßige Fieberanfälle haben. Sie können Gewicht verlieren, Durchfall haben und an allgemeiner Müdigkeit leiden. Die Leber, die Milz und mitunter auch die Lymphknoten vergrößern sich. Die Anzahl der Blutzellen sinkt und löst damit eine Anämie aus, was die Betroffenen anfälliger für andere Infektionen macht. Ohne Behandlung kann die viszerale Leishmaniose tödlich verlaufen.
Patienten, die sich unter Behandlung von der Infektion erholen, und solche, die infiziert, aber symptomfrei sind, entwickeln aller Wahrscheinlichkeit nach auch später im Leben keine Symptome, sofern ihr Immunsystem nicht geschwächt wird (z. B. durch eine fortgeschrittene HIV-Infektion oder Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems, wie z. B. zur Vorbeugung vor der Abstoßung eines Organtransplantats).
Nach der Behandlung einer viszeralen Leishmaniose (auch als Post-Kala-Azar-dermale Leishmaniose oder PKDL bezeichnet) können flache oder erhabene Pusteln (Knötchen) auf der Haut erscheinen, während die anderen Symptome der viszeralen Leishmaniose abklingen. Die Knötchen enthalten viele Parasiten. Wenn Sandmücken Menschen mit diesen Knötchen stechen, infizieren sich die Mücken und können die Infektion so weiter verbreiten.
Ob sich nach der Behandlung Knötchen auf der Haut einstellen und wie lange diese nach der Behandlung andauern, hängt davon ab, in welcher geografischen Region die Infektion stattfand:
Im Sudan (südlich der Sahara) in Afrika: Knötchen bleiben in der Regel einige Monate bis zu einem Jahr bestehen.
In Indien und benachbarten Ländern: Die Knötchen können viele Jahre vorhanden sein.
In Südeuropa, Nordafrika, im Nahen Osten, in Zentralasien, China und in Lateinamerika: Es treten keine Knötchen auf.
Bei Menschen mit fortgeschrittener HIV-Infektion kehrt eine viszerale Leishmaniose häufig zurück.
Diagnose von Leishmaniose
Analyse von infiziertem Gewebe und Proben aus wunden Stellen sowie Bluttests
Polymerase-Kettenreaktion (PCR) zur Feststellung des Erbguts der Parasiten
Ärzte diagnostizieren eine kutane Leishmaniose, indem sie Proben von Hautgeschwüren entnehmen und PCR-Tests an den Proben durchführen, um nach dem genetischen Material (DNA) des Parasiten zu suchen.
Ärzte diagnostizieren eine viszerale Leishmaniose, indem sie Proben des Knochenmarks, der Lymphknoten oder der Milz entnehmen und PCR-Tests an den Proben durchführen, um nach dem genetischen Material (DNA) des Parasiten zu suchen.
Mitunter können die Ärzte Bluttests zum Nachweis von Antikörpern gegen Leishmanien vornehmen, um eine viszerale Leishmaniose zu diagnostizieren. (Antikörper sind Proteine, die vom körpereigenen Immunsystem produziert werden, um dem Körper zu helfen, sich gegen Angreifer wie etwa Parasiten zu verteidigen.) Die Ergebnisse solcher Antikörpertests können jedoch auch negativ ausfallen, besonders bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem wie Personen mit einer fortgeschrittenen HIV-Infektion. Zur Diagnose einer kutanen Leishmaniose sind Bluttests auf Antikörper nicht hilfreich.
Behandlung von Leishmaniose
Verschiedene Medikamente und andere Behandlungen in Abhängigkeit von unterschiedlichen Faktoren
Bei Entstellungen infolge von mukokutaner Leishmaniose rekonstruktive Chirurgie nach einer erfolgreichen Behandlung
Ärzte berücksichtigen bei der Auswahl eines Medikaments zur Behandlung von Leishmaniose folgende Faktoren:
Form der Erkrankung, ob sie kutan, mukokutan oder viszeral ist
Die Leishmanien-Art, die die Infektion verursacht
Geografisches Gebiet, in dem die Person infiziert worden ist
Wahrscheinlichkeit, dass die betreffende Leishmanien-Art auf Medikamente anspricht
Das Alter der Person sowie der Status des Immunsystems (gesund im Vergleich zu geschwächt)
Kutane Leishmaniose
Miltefosin, Paromomycin und/oder Natriumstibogluconat
Meglumin-Antimonat
Manche Hautgeschwüre müssen nicht behandelt werden. Wenn eine Wunde von selbst zu heilen begonnen hat, kann der Arzt vorziehen, sie zu beobachten statt zu behandeln, sofern sie durch eine Leishmania-Art hervorgerufen wurde, die nicht mit mukokutaner Leishmaniose assoziiert ist. Wenn die Heilung weiter voranschreitet, ist keine Behandlung erforderlich.
Ist eine Behandlung erforderlich, stehen folgende Optionen zur Verfügung:
Kryotherapie (Kältetherapie) oder Wärmetherapie an den Läsionen
Paromomycin-Salbe (ein Amöbizid), die direkt auf die Geschwüre aufgetragen wird
Natriumstibogluconat-Injektionen (zur Injektion in die Geschwüre in den USA nicht verfügbar) oder Meglumin-Antimonat-Injektionen in die Geschwüre
Die Kryotherapie kann schmerzhaft sein und ist auf kleine Geschwüre beschränkt. Die Wärmetherapie kann ebenfalls schmerzhaft sein und erfordert ein spezielles Behandlungsgerät und ist nicht überall verfügbar.
Zusätzlich zu den Behandlungen, die direkt an den Geschwüren appliziert werden, benötigen manche Patienten auch Medikamente, die injiziert oder oral eingenommen werden. Personen mit einem der folgenden Merkmale benötigen zusätzliche Medikamente:
Große, mehrere, ausgedehnte oder entstellende Geschwüre
Geschwüre, die auf eine Leishmanien-Art zurückzuführen sind, die mukokutane Leishmaniose verursacht
Geschwächtes Immunsystem
Miltefosin ist ein Medikament, das oral eingenommen wird. Es kann bei Erwachsenen und Jugendlichen bei kutaner Leishmaniose wirksam sein. Dieses Medikament kann schwangeren oder stillenden Personen nicht verabreicht werden, da es zu Geburtsfehlern führen kann. Personen im gebärfähigen Alter müssen bei Einnahme von Miltefosin wirksame Verhütungsmethoden anwenden. Zu den Nebenwirkungen zählen Übelkeit, Erbrechen und Schwindelgefühl.
Liposomales Amphotericin B und Amphotericin-B-Desoxycholat werden in der Regel zur Behandlung der viszeralen Leishmaniose eingesetzt. Manchen Patienten mit kutaner Leishmaniose kann Amphotericin B verschrieben werden.
Ärzte verabreichen Natriumstibogluconat oder Meglumin-Antimonat nur, wenn diese Medikamente gegen die Art, welche die Infektion verursacht, noch wirksam sind. Zu den Nebenwirkungen zählen Übelkeit, Erbrechen und Probleme mit dem Herzen und anderen Organen. Im Alter treten tendenziell eher Nebenwirkungen auf.
Antimykotika (wie Ketoconazol, Itraconazol und Fluconazol) werden oral eingenommen und können in manchen Fällen von kutaner Leishmaniose wirksam sein. Ärzte verabreichen Antimykotika, wenn diese Medikamente gegen die Art, welche die Infektion verursacht, noch wirksam sind.
Wenn ein Leishmania-Hautgeschwür sekundär mit Bakterien infiziert wird, wird ein zur Behandlung von Haut- und Weichgewebeinfektionen wirksames Antibiotikum eingesetzt.
Mukokutane Leishmaniose
Miltefosin
Liposomales Amphotericin B
Miltefosin ist ein Medikament, das oral eingenommen wird. Es kann bei Erwachsenen und Jugendlichen bei kutaner Leishmaniose wirksam sein. Dieses Medikament kann schwangeren oder stillenden Personen nicht verabreicht werden, da es zu Geburtsfehlern führen kann. Personen im gebärfähigen Alter müssen bei Einnahme von Miltefosin wirksame Verhütungsmethoden anwenden.
Liposomales Amphotericin B und Amphotericin-B-Desoxycholat werden in der Regel zur Behandlung der viszeralen Leishmaniose eingesetzt. Manchen Patienten mit mukosaler Leishmaniose kann Amphotericin B verschrieben werden.
Natriumstibogluconat und Meglumin-Antimonat sind Medikamente, die in Hautgeschwüre gespritzt werden. Für Betroffene in Lateinamerika stellen sie eine Alternative dar.
Amphotericin-B-Desoxycholat ist ein weiteres Medikament, das in eine Vene, einen Muskel oder ein Hautgeschwür gespritzt wird. Es stellt eine Alternative dar, wenn es gegen die Art, welche die Infektion verursacht, nach wie vor wirksam ist.
Antimykotika (wie Ketoconazol, Itraconazol und Fluconazol) werden oral eingenommen und können bei manchen Fällen von mukosaler Leishmaniose verabreicht werden. Ärzte verabreichen Antimykotika, wenn diese Medikamente gegen die Art, welche die Infektion verursacht, noch wirksam sind.
Eine rekonstruktive Operation kann erforderlich sein, wenn Nase, Mund oder Gesicht entstellt sind. Die Operation sollte nach einer erfolgreichen Behandlung um 12 Monate verschoben werden, damit die Haut nachwachsen kann und Komplikationen vermieden werden können (z. B. wenn das Hauttransplantat nicht überlebt oder abgestoßen wird), sollte die Infektion erneut auftreten.
Viszerale Leishmaniose
Miltefosin
Liposomales Amphotericin B
Manchmal Paromomycin und Pentamidin
Die viszerale Leishmaniose ist eine lebensbedrohliche Erkrankung. Liposomales Amphotericin B ist das Medikament der Wahl.
Bei bestimmten Menschen in Indien und nahe gelegenen Gebieten verabreichen die Ärzte Miltefosin zur Behandlung von viszeraler Leishmaniose.
Ärzte verabreichen Natriumstibogluconat oder Meglumin-Antimonat zur Behandlung von viszeraler Leishmaniose bei Personen, die sich in Lateinamerika oder anderen Gegenden der Welt infiziert haben, wo diese Medikamente gegen diese Infektion noch wirksam sind. Manchen Patienten können die Antibiotika Paromomycin und Pentamidin verabreicht werden.
Amphotericin-B-Desoxycholat ist ein weiteres Medikament, das in eine Vene, einen Muskel oder ein Hautgeschwür gespritzt wird. Es stellt eine Alternative dar, wenn es gegen die Art, welche die Infektion verursacht, nach wie vor wirksam ist.
Rückfälle der viszeralen Leishmaniose treten häufig bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem auf. Antiretrovirale Medikamente können die Funktion des Immunsystems bei HIV-Patienten verbessern und das Risiko eines Rückfalls verringern. Medikamente, die den Parasiten behandeln, können helfen, bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Infektion Rückfälle zu verhindern.
Menschen mit viszeraler Leishmaniose benötigen neben den Medikamenten zur Behandlung des Parasiten häufig unterstützende Maßnahmen wie eine angemessene Ernährung, Bluttransfusionen oder Antibiotika zur Behandlung von bakteriellen Infektionen.
Vorbeugung gegen Leishmaniose
Die Vorbeugung gegen Leishmaniose beginnt damit, Sandmückenstiche zu vermeiden.
Personen, die in Gebiete reisen, wo die Infektion weit verbreitet ist, oder Personen, die in solchen Gebieten leben, können folgende Maßnahmen ergreifen:
Auftragen von Insektenschutzmitteln, die DEET (Diethyltoluamid) enthalten, auf freiliegender Haut
Verwendung von Fliegengittern, Moskitonetzen und Kleidung, die mit Insektiziden wie Permethrin imprägniert sind
Tragen von langärmeligen Hemden, langen Hosen und Socken
Vermeidung von Aktivitäten im Freien zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang, wenn Sandmücken am aktivsten sind
Um eine Übertragung weiter zu verhindern, sollten die Betroffenen die gemeinsame Benutzung von Nadeln vermeiden und sicheren Geschlechtsverkehr praktizieren.
Schwangere Menschen in Regionen, in denen Leishmaniose häufig vorkommt, sollten Sandmücken meiden und einen Arzt aufsuchen, damit sie frühzeitig diagnostiziert und schwangerschaftsgerechte Medikamente (liposomales Amphotericin B) erhalten können.
Weitere Informationen
Die folgende Quelle in englischer Sprache kann nützlich sein. Bitte beachten Sie, dass MSD MANUAL nicht für den Inhalt dieser Quelle verantwortlich ist.
Centers for Disease Control and Prevention: Über Leishmaniose
