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Kryptosporidiose

Von

Richard D. Pearson

, MD, University of Virginia School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2020| Inhalt zuletzt geändert Mai 2020
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Quellen zum Thema

Kryptosporidiose ist eine Darminfektion, die von dem einzelligen Parasiten Cryptosporidium verursacht wird. Die Hauptsymptome sind Bauchkrämpfe und Durchfall.

  • Menschen erwerben diese Infektion durch die Aufnahme von kontaminiertem Wasser oder kontaminierter Nahrung oder durch Kontakt mit infizierten Menschen oder Tieren.

  • Bauchkrämpfe und wässriger Durchfall können plötzlich beginnen, manchmal begleitet von Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Schwäche.

  • Ärzte diagnostizieren diese Infektion, indem sie eine Stuhlprobe nach Anzeichen des Parasiten untersuchen oder analysieren.

  • Adäquate sanitäre Verhältnisse und Händewaschen können helfen, eine Ausbreitung der Infektion zu vermeiden, genauso wie das Abkochen von Wasser, bevor man es trinkt.

  • Gesunde Menschen erholen sich häufig von selbst, müssen aber manchmal auch mit einem antiparasitären Medikament behandelt werden.

  • Menschen mit AIDS oder einem geschwächten Immunsystem haben möglicherweise weiterhin Durchfall, auch wenn sie mit einem antiparasitären Medikament behandelt werden.

Cryptosporidium-Parasiten sind Einzeller bzw. Protozoen, die den Menschen und viele Tierarten weltweit infizieren.

Eine Kryptosporidiose kann sich zugezogen werden durch

  • Aufnahme von Eiern der Cryptosporidium-Parasiten über Wasser oder Nahrungsmittel, die mit menschlichen oder tierischen Fäkalien kontaminiert sind

  • Aufnahme von Parasiten aus der Erde oder über einen Gegenstand, der mit Eiern kontaminiert ist

  • Aufnahme von Parasiten durch engen Kontakt mit infizierten Menschen oder Tieren

Die dickwandigen Eier der Kryptosporidien sind sehr widerstandsfähig und finden sich häufig in Schwimmbädern, Whirlpools, Wasserparks, Seen und Flüssen auf der ganzen Welt. Der Parasit wird durch Einfrieren und die übliche Chlorkonzentration in Schwimmbecken oder Trinkwasser nicht abgetötet.

Wenn die Eier verschluckt werden, gelangen sie in den Darm, wo sie eine unreife Form des Parasiten freisetzen, der in die den Darm auskleidenden Zellen eindringt. Der Parasit entwickelt sich weiter, vermehrt sich und produziert Eier. Die Betroffenen scheiden die Eier daraufhin im Kot aus. Bereits eine geringe Zahl an Cryptosporidium-Eiern reicht aus, um eine Infektion auszulösen. Wegen der enormen Anzahl an Kryptosporidien, die eine infizierte Person oder ein infiziertes Tier im Stuhl absondern kann (10–100 Millionen), und weil eine Infektion bereits nach Aufnahme von einigen wenigen Organismen ausgelöst werden kann, breitet sich die Infektion rasch von Mensch zu Mensch aus, z. B. in Tagesstätten oder Streichelzoos.

Kryptosporidiose ist eine häufige Ursache von Durchfall bei Kindern in Entwicklungsländern, die unter unhygienischen Verhältnissen leben. Die Krankheit kommt manchmal auch bei Reisenden in solchen Regionen vor. Auch in den Vereinigten Staaten lösen Kryptosporidiose-Ausbrüche Durchfall aus. In Baker City im Staat Oregon erkrankten 2.780 Menschen, als die städtische Wasserversorgung im Jahr 2013 mit Kryptosporidien kontaminiert wurde. Ausbrüche sind auch aus anderen Städten und Tagesbetreuungsstätten bekannt.

Menschen mit geschwächtem Immunsystem, insbesondere Patienten mit fortgeschrittener AIDS-Erkrankung, sind anfällig für Kryptosporidiose und es ist wahrscheinlicher, dass sie einen schweren, persistierenden Verlauf der Krankheit haben.

Did You Know...

  • Menschen mit einem gesunden Immunsystem benötigen möglicherweise keine Behandlung gegen Kryptosporidiose.

Symptome

Kryptosporidiose-Symptome können plötzlich etwa 7 Tage nach der Infizierung auftreten und beinhalten hauptsächlich Bauchkrämpfe und starken, wässrigen Durchfall. Es ist auch möglich, dass Übelkeit, Erbrechen, Appetitverlust und Schwäche auftreten. Die Symptome dauern in der Regel ein bis zwei Wochen an und lassen dann nach. Die Betroffenen können noch mehrere Wochen lang Eier im Stuhl ausscheiden, nachdem die Symptome verschwunden sind.

Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem können Kryptosporidiose-Symptome schrittweise beginnen, und der Durchfall kann von leicht bis schwer variieren (bis zu 11 bis 15 Liter wässriger Durchfall am Tag bei Menschen mit AIDS) und lange Zeit anhalten.

Kryptosporidiose wird bei Kindern in Gebieten mit schlechten sanitären Verhältnissen auch mit Unterernährung in Verbindung gebracht.

Diagnose

  • Stuhltests

Zur Diagnose von Kryptosporidiose sendet der Arzt eine Stuhlprobe ein, die auf ein vom Parasiten freigesetztes Protein (Antigentest) oder auf parasitäres Erbgut (DNS) untersucht wird.

Ein anderer Ansatz ist, den Stuhl unter dem Mikroskop auf Cryptosporidium-Eier zu untersuchen. Diese Methode ist aber weniger zuverlässig, und es könnten mehrere Stuhlproben nötig sein, um den Parasiten zu finden. Spezielle Methoden können eingesetzt werden, um die Chancen zu steigern, dass die Eier identifiziert werden.

Der Arzt kann einen biegsamen Beobachtungsschlauch (Endoskop) einsetzen, um den oberen Teil des Verdauungstraktes bis und mit dem ersten Teil des Dünndarms (Duodenum bzw. Zwölffingerdarm) zu untersuchen, wenn diagnostische Stuhluntersuchungen keine Ursache für den anhaltenden Durchfall ergeben. Bei diesem Verfahren kann eine Gewebeprobe entnommen werden (Biopsie), die anschließend untersucht und analysiert wird. Etwaige Kryptosporidien können in einer Biopsieprobe aus dem Darm erkannt werden.

Vorbeugung

Zur Vorbeugung von Kryptosporidiose gehören adäquate sanitäre Verhältnisse und Händewaschen, insbesondere in medizinischen Einrichtungen und Tagesbetreuungszentren sowie nach dem Kontakt mit Erde, Tieren oder infizierten Menschen. Man sollte darauf achten, kein Wasser zu trinken oder zu schlucken, das vielleicht kontaminiert sein könnte, wie z. B. Wasser aus einem Schwimmbad, einem Whirlpool, einem Wasserpark, einem Strom, Fluss, See oder Meer oder Leitungswasser während Auslandsreisen in Gegenden mit unzulänglichen sanitären Einrichtungen. Es ist wichtig, sich beim Geschlechtsverkehr zu schützen, um eine Infektion durch Analkontakt zu verhindern.

Wenn Gesundheitsbehörden einen lokalen Ausbruch der Krankheit entdecken, raten sie der Bevölkerung normalerweise zu Folgendem:

  • Trinkwasser abkochen (auch das Wasser zum Zähneputzen und zum Waschen von Nahrungsmitteln)

  • Nur durchgegarte Nahrungsmittel verzehren

  • Unpasteurisierte Milch und Säfte meiden

Wasserfilter nach dem Prinzip der Umkehrosmose oder mit Aufdruck wie „getestet und zertifiziert nach NSF/ANSI-Standard 53 oder 58 für Zystenentfernung/Reduktion“ dürften wirksam sein. Andere Filtertypen eignen sich möglicherweise nicht.

Behandlung

  • Bei Menschen mit normalem Immunsystem besteht die Behandlung aus Nitazoxanid.

  • Bei AIDS-Patienten wird die HIV-Infektion behandelt und manchmal Nitazoxanid zur Linderung der Symptome verordnet.

  • Bei starkem Durchfall werden Flüssigkeit und ein Durchfallmittel verordnet.

Menschen mit einem gesunden Immunsystem erholen sich normalerweise von selbst. Wenn bei solchen Personen schwerer oder anhaltender Durchfall auftritt, kann die Gabe von Nitazoxanid (ein Antiparasitikum) das Abklingen der Infektion beschleunigen.

Nitazoxanid ist für AIDS-Patienten nicht geeignet. Bei ihnen kommt der Behandlung der HIV-Infektion (mit antiretroviralen Medikamenten) oberste Priorität zu. Wenn eine solche Behandlung das geschwächte Immunsystem stärkt, verringert sich in der Regel auch der Durchfall. Obwohl Nitazoxanid bei AIDS-Patienten die Kryptosporidiose nicht heilen kann, kann es Durchfall und andere Symptome lindern. Es ist nicht klar, wie wirksam Nitazoxanid bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem aus anderen Ursachen ist, aber es könnte bei einigen nützlich sein. Wenn das Problem mit dem Immunsystem nicht korrigiert wird, kann der Durchfall bei anderen Betroffenen ein Leben lang anhalten.

Menschen mit schwerem Durchfall benötigen möglicherweise eine Behandlung mit Flüssigkeit, die oral oder intravenös zugeführt wird, und Durchfallmittel wie Loperamid. Es ist jedoch möglich, dass Loperamid bei AIDS-Kranken keinen Nutzen ergibt.

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