Meningokokken-Infektionen

VonLarry M. Bush, MD, FACP, Charles E. Schmidt College of Medicine, Florida Atlantic University;
Maria T. Vazquez-Pertejo, MD, FACP, Wellington Regional Medical Center
Überprüft vonBrenda L. Tesini, MD, University of Rochester School of Medicine and Dentistry
Überprüft/überarbeitet Juli 2024 | Geändert Okt. 2025
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DIE AUSGABE FÜR MEDIZINISCHE FACHKREISE ANSEHEN

Meningokokken-Infektionen werden durch das BakteriumNeisseria meningitidis hervorgerufen und umfassen Hirnhautentzündung (Meningitis) sowie Sepsis.

  • Übertragen wird die Infektion durch direkten Kontakt mit Nasen- und Rachensekreten.

  • Die Betroffenen verspüren ein allgemeines Krankheitsgefühl und haben je nach infizierter Körperregion weitere, oft schwere Symptome.

  • Der Nachweis der Bakterien im Blut oder in einer Probe aus infiziertem Gewebe bestätigt die Diagnose.

  • Es müssen so schnell wie möglich intravenös Antibiotika und Flüssigkeit verabreicht werden.

  • Eine Impfung kann vor einer Meningokokken-Infektion schützen.

Die meisten Meningokokken-Infektionen sind

Infektionen der Lungen, der Gelenke, der Augen, des Herzens, des Rektums und der Organe des Fortpflanzungs- und Harnsystems können auftreten, sind aber seltener.

In gemäßigten Klimazonen treten die meisten Meningokokken-Infektionen im Winter und Frühling auf. Lokale Krankheitsausbrüche können auftreten, vor allem in der Subsahara zwischen Senegal und Äthiopien. Diese 26 Länder umfassende Gegend wird auch als Meningitisgürtel bezeichnet.

Meningokokken befinden sich bei manchen Menschen im Rachen und in der Nase, ohne irgendwelche Symptome hervorzurufen. Diese Menschen gelten als Träger der Bakterien. Nach Ausbrüchen werden Menschen oft zu Trägern. Gewöhnlich tritt die Infektion jedoch bei Menschen auf, die noch keinen Meningokokken-Erregern ausgesetzt waren, und nicht bei Trägern. Übertragen wird die Infektion durch direkten Kontakt mit den Nasen- und Rachensekreten infizierter Personen (einschließlich Träger).

Die am häufigsten infizierten Personen sind:

Weitere Bevölkerungsgruppen, die häufiger betroffen sind:

  • Jugendliche und junge Erwachsene (im Alter von 16 bis 20 Jahren)

  • Militärrekruten

  • Hochschulstudenten im ersten Studienjahr, die in Studentenwohnheimen leben

  • Reisende in Gegenden, wo Meningokokken-Infektionen weit verbreitet sind

  • Personen mit einer HIV-Infektion

  • Männer, die gleichgeschlechtlichen Sexualverkehr praktizieren

  • Personen, deren Milz entfernt oder beschädigt wurde

  • Personen, die nicht genügend Komplementproteine haben, die das Immunsystem unterstützen

  • Patienten, die Eculizumab oder Ravulizumab einnehmen (Medikamente, die eine Komponente des Immunsystems blockieren, das sogenannte Komplementsystem)

  • Mikrobiologen, die mit Meningokokken arbeiten

  • Menschen, die engen Kontakt mit Menschen mit Meningokokken-Infektion haben

Ebenfalls zu einem erhöhten Risiko für eine Meningokokkeninfektion beitragen kann es, wenn man sich eine Virusinfektion einfängt, auf engem Raum mit anderen Personen zusammenwohnt, an einer chronischen Erkrankung leidet, raucht oder Zigarettenrauch ausgesetzt ist (Passivrauchen).

Ausbrüche von Meningokokkeninfektionen sind in den USA selten und machen nur einen kleinen Prozentsatz der Fälle aus. Ausbrüche betreffen tendenziell eher Personen, die enge soziale Kontakte haben oder auf engem Raum zusammenwohnen – zum Beispiel in Studentenwohnheimen, Schulen oder Tagesstätten. Oft sind Personen im Alter von 16 bis 23 Jahren betroffen.

Symptome von Meningokokken-Infektionen

Die meisten Betroffenen fühlen sich bei einer Meningokokken-Infektion sehr krank.

Eine Meningitis (Hirnhautentzündung) ruft häufig Fieber, Kopfschmerzen, einen roten Ausschlag und Genickstarre hervor. Sie kann auch Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit verursachen.

Säuglinge haben möglicherweise Probleme bei der Nahrungsaufnahme, schreien nur schwach und sind reizbar und träge.

Eine Blutvergiftung kann einen Ausschlag mit roten oder lilafarbenen Flecken hervorrufen. Bei einer schweren Infektion kann es zu einer Sepsis kommen, die mit gefährlich niedrigen Blutdruck (Kreislaufschock), Blutungsneigung und Fehlfunktionen (Versagen) vieler Organe (wie Nieren und Leber) einhergeht.

In seltenen Fällen verursacht eine Meningokokken-Infektion eine chronische Erkrankung, die zu leichten, wiederkehrenden Symptomen führt, die zumeist die Gelenke und die Haut betreffen.

Diagnose von Meningokokken-Infektionen

  • Untersuchung und Kultur von Blutproben oder Proben anderer infizierter Gewebe, u. a. der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Entnahme durch Lumbalpunktion)

  • Manchmal Test mit Polymerase-Kettenreaktionstechnik

Vermutet werden Meningokokken-Infektionen bei Vorhandensein typischer Symptome, insbesondere wenn diese während eines Ausbruchs vorkommen.

Zur Bestätigung der Diagnose werden Blutproben oder Proben von infiziertem Gewebe entnommen, oder es wird eine Lumbalpunktion durchgeführt, wobei eine Probe der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) entnommen wird. Die Proben werden unter dem Mikroskop nach entsprechenden Bakterien untersucht. Außerdem werden die Proben ins Labor geschickt, wo zur Identifizierung der Bakterien Kulturen angelegt oder andere Laboruntersuchungen vorgenommen werden.

Wenn die Bakterien schwer zu kultivieren sind oder andere Testergebnisse nicht eindeutig sind, können Ärzte Tests durchführen, um Teile des genetischen Materials der Bakterien zu identifizieren. Tests, die genetisches Material in Mikroorganismen nachweisen, werden Nukleinsäure-basierte Tests genannt. Die Methode der Polymerase-Kettenreaktion (polymerase chain reaction, PCR) ist ein Beispiel für diese Form von Test. Die PCR-Methode wird mit Proben der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit, Blut oder anderem infizierten Gewebe durchgeführt. Der Test ist dazu bestimmt, eine Vielzahl an Genkopien des Bakteriums zu züchten, um die Bakterien einfacher nachweisen zu können.

Mitunter werden Bluttests durchgeführt, um Antikörper gegen die Bakterien oder die sie umhüllenden Kapseln nachzuweisen. Die entsprechenden Ergebnisse dieser Tests müssen jedoch erst noch durch eine Kultur bestätigt werden.

Die Bakterien können auch untersucht werden, um zu bestimmen, welche Antibiotika wirksam sind (ein Prozess, der als Resistenzprüfung bezeichnet wird).

Behandlung von Meningokokken-Infektionen

  • In die Vene verabreichte Antibiotika (intravenös)

  • Intravenös verabreichte Flüssigkeit

  • Möglicherweise Kortikosteroide

Die Betroffenen werden gewöhnlich auf die Intensivstation verlegt, wo sie so schnell wie möglich in intravenöser Form Antibiotika und Flüssigkeit verabreicht bekommen. Dies geschieht noch, bevor die Kulturergebnisse zur Identifizierung des ursächlichen Infektionserregers vorliegen.

Nach Bestätigung einer Meningokokken-Infektion wird die Antibiotikatherapie auf solche Präparate umgestellt, die laut Tests gegen die Bakterien am wirksamsten sind, typischerweise Ceftriaxon oder Penicillin. Diese Antibiotika werden intravenös verabreicht.

Kinder und Erwachsene, bei denen der Verdacht auf Meningitis besteht, erhalten Kortikosteroide (wie Dexamethason), da diese Medikamente die durch die Infektion verursachten neurologischen Schäden verringern können. Wenn die Meningitis jedoch durch Neisseria meningitidis verursacht wird, kann der Arzt normalerweise die Kortikosteroide absetzen, da diese Medikamente nur Patienten zu helfen scheinen, deren Meningitis durch Streptococcus pneumoniae oder Haemophilus influenzae verursacht wird. Bei Patienten, deren Nebennieren nicht genug Kortikosteroid bilden, müssen die Kortikosteroide möglicherweise weiter verabreicht werden.

Prognose bei Meningokokken-Infektionen

Insgesamt verläuft die Meningokokken-Meningitis bei 10 bis 15 Prozent der Betroffenen tödlich.

Schwere durch Meningokokken verursachte Blutvergiftungen mit septischem Schock enden bei bis zu 40 Prozent der Patienten tödlich.

Von den Patienten, die eine Meningokokken-Meningitis überleben, erleiden 10 bis 20 Prozent schwere Komplikationen wie z. B. dauerhaften Hörverlust, kognitive Defizite, Krampfanfälle oder Komplikationen aufgrund der Blutvergiftung, wie den Verlust von Fingern, Zehen oder ganzen Gliedmaßen infolge von Gangrän.

Vorbeugung gegen Meningokokken-Infektionen

Nach Exposition gegenüber Meningitiserregern

Familienmitglieder, in der Medizin tätiges Personal und andere Menschen, die in engem Kontakt zu Patienten mit einer Meningokokken-Infektion standen, sollten zur Vorbeugung der Infektion ein Antibiotikum erhalten. Antibiotika können oral oder als Injektion verabreicht werden.

Impfungen

Für weitere Informationen siehe auch Meningokokken-Impfstoff und die Impfkalender für Kinder und Jugendliche und Erwachsene der Centers for Disease Control and Prevention (CDC).

Bei einem Ausbruch werden auch Personen geimpft, die engen Kontakt mit Meningokokken-Infizierten haben. Die Impfung erfolgt ergänzend zur Gabe von Antibiotika.

Weitere Informationen

Die folgenden Quellen in englischer Sprache können nützlich sein. Bitte beachten Sie, dass das MANUAL nicht für den Inhalt dieser Quellen verantwortlich ist.

Auf den folgenden offiziellen Websites der US-Regierung finden Sie umfassende Informationen über alles Mögliche von aktuellen Meldungen über Ausbrüche und Risikofaktoren bis hin zu Aufklärungsmaterialien und Kurzverweisen zu verwandten Themen:

  1. Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Meningococcal Disease

  2. CDC: Child and Adolescent Immunization Schedule by Age

  3. CDC: Adult Immunization Schedule by Age

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