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Genitalherpes

Von

Kenneth M. Kaye

, MD, Brigham and Women’s Hospital, Harvard Medical School

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Apr 2020| Inhalt zuletzt geändert Apr 2020
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Genitalherpes ist eine sexuell übertragbare Infektion, die durch das Herpes-simplex-Virus verursacht wird, das wiederholt kleine, schmerzhafte, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen auf den Genitalien und um sie herum verursacht.

  • Diese hoch ansteckende Virusinfektion erfolgt durch direkten Kontakt mit dem Ausschlag oder mit einem infizierten Bereich, an dem keine Bläschen sichtbar sind.

  • Genitalherpes verursacht Bläschen oder Geschwüre an den Genitalien oder um sie herum und häufig tritt bei der ersten Infektion auch Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl auf.

  • Das Virus verbreitet sich manchmal auch auf andere Körperteile, einschließlich Mund, Speiseröhre, Augen und Gehirn.

  • Die Herpesbläschen sind für den Arzt leicht erkennbar, aber manchmal sind Untersuchungen von Material aus einer Läsion oder Bluttests notwendig.

  • Es gibt kein Medikament, mit dem sich die Infektion beseitigen lässt, aber antivirale Medikamente tragen dazu bei, Beschwerden zu lindern und diese früher aufzulösen.

Herpes simplex ist eine von mehreren Arten von Herpesviren. Es gibt zwei Arten von Herpes-simplex-Viren (HSV):

  • HSV-1, üblicherweise die Ursache von Fieberbläschen an den Lippen (Lippenherpes, Herpes labialis) und von Infektionen der Hornhaut im Auge (Herpes-simplex-Keratitis)

  • HSV-2, üblicherweise die Ursache von Genitalherpes

Diese Unterscheidung ist nicht absolut: Genitalinfektionen können auch von HSV-1 hervorgerufen werden.

Nach der ersten (primären) Infektion verbleibt das HSV wie andere Herpesviren lebenslang in inaktivem (latentem oder schlafendem) Zustand im Körper. Eine latente Infektion kann nie wieder Symptome hervorrufen oder von Zeit zu Zeit reaktiviert werden und erneut Symptome auslösen.

Die primäre HSV-Infektion verursacht einen Ausschlag mit kleinen Bläschen auf der Haut. Der Ausschlag klingt wieder ab, aber die Viren bleiben inaktiv (latent) in den Nervenzellen (Ganglien) nahe des Rückenmarks, von wo aus die Nervenfasern versorgt werden, die zu der infizierten Stelle führen. Wenn die Viren wieder aktiviert werden und sich zu vermehren beginnen, wandern sie durch die Nervenfasern zurück zur Haut und lassen an der gleichen Stelle wie bei der früheren Infektion einen Bläschenausschlag entstehen. Manchmal ist das Virus auf der Haut oder in den Schleimhäuten vorhanden, ohne sichtbare Bläschen zu bilden.

Das Virus kann mehrmals reaktiviert werden.

Symptome

Die erste HSV-Infektion im Genitalbereich (Genitalherpes) kann schwer und langwierig sein, mit zahlreichen schmerzhaften Bläschen im Genital- und/oder Analbereich. Bei Frauen können sich auch im Inneren der Scheide oder am Gebärmutterhals Bläschen bilden. Innen liegende Bläschen sind weniger schmerzhaft und nicht sichtbar. Die Bläschen entwickeln sich 4 bis 7 Tage nach der Infektion. Die Bläschen bei einer ersten Infektion im Genitalbereich sind meistens schmerzhafter, langwieriger und weiter verbreitet als bei einer erneut auftretenden Infektion.

Oft treten Fieber und allgemeines Unwohlsein auf, einige Betroffene verspüren ein Brennen oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder klagen über Verstopfung. Manche Menschen haben keine Symptome.

Rückfälle von Genitalherpes kündigen sich oftmals mit Symptomen (wie z. B. Kribbeln, Beschwerden, Juckreiz oder Schmerzen in der Leistengegend) an, die der Bläschenbildung um mehrere Stunden bis zu 2 bis 3 Tagen vorausgehen. Auf Haut und Schleimhaut im Genitalbereich treten schmerzhafte Bläschen, umgeben von einem roten Rand, auf. Sie brechen rasch auf und hinterlassen wunde Stellen. Derartige Bläschen können sich auch auf den Oberschenkeln, am Gesäß und rund um den After bilden. Bei Frauen entwickeln sich Bläschen an der Scham (Vulva, die Gegend rund um die Scheidenöffnung). Diese sind normalerweise gut sichtbar und auch sehr schmerzhaft. Ein typischer Rückfall mit Genitalherpes dauert eine Woche.

Bakterien können manchmal die auf eine HSV-Infektion zurückzuführenden wunden Stellen infizieren. Solche Wunden können gereizt aussehen oder eine dicke oder übel riechende Flüssigkeit absondern.

Abbildungen von Genitalherpes

Diagnose

  • Untersuchung einer Probe aus dem Bläschen

Eine Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus ist üblicherweise leicht zu erkennen. Im Zweifel können Ärzte eine Abstrichprobe von der Wunde entnehmen und im Labor eine Kultur des Virus anlegen und identifizieren lassen.

Material aus der Wunde kann auch mit der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) getestet werden, um die Herpes-simplex-DNA zu identifizieren. PCR ist ein empfindlicherer Test als eine Viruskultur, was bedeutet, dass mittels PCR weniger Fälle einer Virusinfektion unentdeckt bleiben.

Manchmal wird das von den Bläschen abgeschabte Material im Mikroskop untersucht. Obwohl das Virus selbst nicht gesehen werden kann, enthält das abgeschabte Material mitunter vergrößerte infizierte Zellen (Riesenzellen), die für die Infektion mit einem herpesartigen Virus typisch sind.

Auch Bluttests zum Nachweis von Antikörpern gegen das Herpes-simplex-Virus können hilfreich sein. (Antikörper werden vom Immunsystem gebildet, um den Körper gegen einen bestimmten Angreifer wie etwa das Herpes-simplex-Virus zu schützen.)

Bestimmte Bluttests können zwischen einer HSV-1- und einer HSV-2-Infektion unterscheiden.

Vorbeugung

Da eine HSV-Infektion ansteckend ist, sollten Menschen mit Genitalherpes immer Kondome benutzen. Selbst wenn keine Bläschen sichtbar sind und keine Symptome auftreten, kann das Virus an den Genitalien vorhanden sein und auf den Geschlechtspartner übertragen werden. Da Kondome nur den Penis und die vom Penis berührten Bereiche schützen, besteht für andere Stellen im Genitalbereich auch dann noch ein Risiko, wenn Kondome verwendet werden. Beispielsweise kann ein Herpesbläschen auf der Schamlippe der Frau eine Hautinfektion in der Nähe des Penis verursachen.

Behandlung

Antivirale Medikamente

Primäre genitale Herpes-simplex-Infektionen werden mit einem antiviralen Arzneimittel wie Aciclovir, Valaciclovir oder Famciclovir behandelt (siehe Tabelle mit einigen antiviralen Arzneimitteln gegen Infektionen mit Herpesviren). Alle drei antiviralen Arzneimittel können helfen, die Symptome zu lindern und die Dauer der Erkrankung zu verkürzen. Es gibt derzeit keine antiviralen Arzneimittel, die eine HSV-Infektion beseitigen können, und die Behandlung der ersten genitalen Infektion verhindert auch nicht eine latente Infektion der Nervenzellen.

Wiederkehrende Infektionen können mit antiviralen Medikamenten wie Aciclovir, Valaciclovir oder Famciclovir behandelt werden, wodurch sich die Beschwerden ein wenig lindern und die Symptome um ein bis zwei Tage verkürzen lassen (siehe Tabelle mit einigen antiviralen Arzneimitteln gegen Infektionen mit Herpesviren). Die Behandlung ist am effektivsten, wenn sie innerhalb weniger Stunden nach dem Einsetzen der Symptome begonnen wird, am besten bereits beim ersten Anzeichen von Kribbeln und Unbehagen, noch bevor Bläschen auftreten. Bei Patienten, die unter häufigen und schmerzhaften Attacken leiden, lässt sich die Zahl der Ausbrüche durch die dauerhafte tägliche Einnahme antiviraler Arzneimittel verringern (eine sogenannte suppressive Therapie). Die Einnahme antiviraler Arzneimittel kann jedoch das Ansteckungsrisiko nicht beseitigen. Diese antiviralen Medikamente sind nur auf Rezept erhältlich.

Schwere HSV-Infektionen, wie z. B. bei Personen mit Immunsuppression, werden mit Aciclovir intravenös behandelt.

Andere Therapien

Bei Menschen, die nur minimale Beschwerden haben, besteht die einzige nötige Behandlung gegen wiederkehrenden Genitalherpes darin, den infizierten Bereich durch behutsames Waschen mit Seife und Wasser sauber zu halten.

Gegen die Schmerzen können Schmerzmittel eingenommen werden.

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