Strahlenpilzkrankheit (Aktinomykose)

VonLarry M. Bush, MD, FACP, Charles E. Schmidt College of Medicine, Florida Atlantic University;
Maria T. Vazquez-Pertejo, MD, FACP, Wellington Regional Medical Center
Überprüft vonBrenda L. Tesini, MD, University of Rochester School of Medicine and Dentistry
Überprüft/überarbeitet Geändert Dez. 2025
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Die Strahlenpilzkrankheit (Aktinomykose) ist eine chronische Infektion, die hauptsächlich durch das anaerobe Bakterium Actinomyces israelii verursacht wird. Diese Bakterienart lebt normalerweise in den Spalten zwischen Zähnen und dem Zahnfleisch, auf den Mandeln und manchmal auf den Schleimhäuten, die den Darm und die Scheide auskleiden.

  • Eine Infektion tritt nur ein, wenn Gewebe verletzt oder entzündet ist, wodurch die Bakterien in tiefere Gewebeschichten eindringen können.

  • Es bilden sich in verschiedenen Gegenden, beispielsweise im Darm oder im Gesicht, Abszesse, die Schmerzen, Fieber und andere Symptome hervorrufen.

  • Die aufgrund der Symptome vermutete Diagnose wird vom Arzt durch Bestimmung der Bakterien in einer Probe des infizierten Gewebes bestätigt.

  • Abszesse werden drainiert, Fisteln operativ entfernt und es werden Antibiotika verabreicht.

  • Bei umgehender und geeigneter Behandlung werden die meisten Patienten vollständig gesund.

Aktinomyzeten sind Anaerobier, die zum Überleben keinen Sauerstoff benötigen.

Actinomyces-Bakterien rufen nur Infektionen hervor, wenn die Oberfläche des Gewebes, auf dem sie vorkommen, verletzt wird, wodurch sie in tiefere Schichten des Gewebes, in denen es keine Abwehrstoffe gibt, eindringen können. Wenn sich die Infektion ausbreitet, bilden sich im Gewebe Narben und abnorme Kanäle, sogenannte Fisteln (Gänge) aus. Monate oder Jahre später können die Fisteln schließlich durch die Haut aufbrechen und Eiter austreten. Eitertaschen (Abszesse) können sich im Brust- und Bauchraum, im Gesicht oder im Hals entwickeln.

Männer sind am häufigsten betroffen.

Symptome der Strahlenpilzkrankheit

Die Strahlenpilzkrankheit kann in mehreren Formen auftreten. Alle verursachen Abszesse, Narbengewebe und Fisteln.

Abdominale Aktinomykose

Actinomyces-Bakterien befallen den Darm, gewöhnlich die Gegend um den Blinddarm und die Schleimhaut der Bauchhöhle (Peritoneum).

Chronische Bauchschmerzen, Fieber, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung und starker Gewichtsverlust sind häufige Symptome.

Im Inneren des Bauchraumes können sich bis zur Haut darüber und zwischen Darm und anderen Organen Fisteln bilden.

Beckenaktinomykose

Die Bakterien breiten sich auf die Gebärmutter aus, meist durch einen besiedelten Intrauterinpessar (IUP).

Symptome sind chronische Bauch- oder Unterleibsschmerzen, Fieber, Gewichtsverlust und Scheidenausfluss.

Abszesse und Narbengewebe können sich in den Eileitern, Eierstöcken und benachbarten Organen, wie Blase und Harnleiter, bilden. Zwischen diesen Organen können Fisteln entstehen.

Zervikofaziale Aktinomykose

Es entstehen in der Regel kleine, harte Schwellungen im Mund, im Gesicht, Nacken oder in der Haut unterhalb des Kiefers (auch „Lumpy Jaw“ genannt, vor allem beim Rind vorkommend). Diese Schwellungen können erweichen und es kommt zur Absonderung von Eiter, das kleine, runde, gelbliche Körnchen enthält.

Die Infektion kann sich dann über Wangen, Zunge, Rachen, Speicheldrüsen, Schädel- und Nackenknochen (Halswirbel) und Gesicht auf das Gehirn und die Hirnhäute ausbreiten.

Thorakale Aktinomykose

Diese Form der Erkrankung betrifft den Brustkorb (Thorax). Die Betroffenen haben Schmerzen im Brustkorb und Fieber. Sie leiden unter Gewichtsverlust und Husten, manchmal auch mit Auswurf. Die Infektion geschieht mit großer Wahrscheinlichkeit durch das Einatmen kleinster Tröpfchen, die Bakterien enthalten.

Die Infektion kann sich weit ausbreiten, bevor Symptome auftreten. Zu den Symptomen zählen Schmerzen im Brustkorb, Fieber und Husten mit Auswurf.

Es können sich in der Lunge Abszesse bilden, die schließlich auf die Membran zwischen Lunge und Brustwand (Brustfell) übergehen. Dort rufen die Abszesse eine Reizung (Pleuritis) hervor und es sammelt sich infektiöse Flüssigkeit (Empyem) an. Es können sich Fisteln bilden, wodurch sich die Infektion auf die Rippen, die Haut am Brustkorb und die Wirbelsäule ausweiten kann.

Generalisierte Aktinomykose

In seltenen Fällen breiten sich die Bakterien im Blutkreislauf aus und infizieren andere Organe, wie Gehirn, Rückenmark, Lunge, Leber, Nieren und Herzklappen. Bei Frauen können die Fortpflanzungsorgane infiziert werden.

Die Symptome variieren je nach betroffenem Organ. Es können zum Beispiel Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Bauchschmerzen auftreten.

Diagnose der Aktinomykose

  • Untersuchung und Anzüchten einer Sputum-, Eiter- oder Gewebeprobe

  • Manchmal bildgebende Diagnostikverfahren

Ärzte vermuten eine Aktinomykose bei Menschen mit Abszessen, Narbengewebe und Fisteln.

Ärzte entnehmen Sputum-, Eiter- oder Gewebeproben und untersuchen diese auf verschiedene Arten von Aktinomyzeten wie z. B. Actinomyces israelii. Häufig wird eine Nadel unter Ultraschallkontrolle durch die Haut eingeführt und eine Probe eines Abszesses oder infizierten Gewebes entnommen. Proben können auch während einer Endoskopie entnommen werden, einem Verfahren, bei dem der Arzt einen biegsamen Beobachtungsschlauch (ein Endoskop) in die Atemwege einführt, um die inneren Strukturen zu betrachten. Manchmal bedarf es einer Operation, um die Probe zu entnehmen. Die Probe wird unter dem Mikroskop untersucht und ins Labor geschickt, wo Bakterienkulturen angelegt werden (sofern Bakterien vorhanden sind).

Bestätigt wird die Diagnose durch Feststellung der Bakterien in der Sputum-, Eiter- oder Gewebeprobe.

Mitunter werden Bildgebungstests (Röntgenaufnahmen oder CT-Scans) durchgeführt, um Anzahl, Größe und genaue Lage der Abszesse zu bestimmen.

Behandlung der Aktinomykose

  • Antibiotika

  • Manchmal Drainage der Abszesse und operative Entfernung von Fisteln

Hohe Dosen von Antibiotika, wie etwa Penicillin oder Tetracyclin, müssen mindestens 2 Monate und unter Umständen länger als 12 Monate lang angewendet werden.

Manchmal können kleine Abszesse mit einer Nadel entleert werden, die durch die Haut eingeführt wird (Aspiration). Große Abszesse werden mittels Drainage entleert und Fisteln operativ entfernt. Insbesondere dann, wenn sich die Infektion in kritischen Bereichen wie der Wirbelsäule befindet, kann manchmal eine Operation notwendig sein.

Bei Frauen mit einer Beckenaktinomykose wird die Spirale (IUP) entfernt und Penicillin verabreicht. Bei einer ausgedehnten Beckeninfektion kann eine Drainage der Abszesse erforderlich sein. Manchmal müssen Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke entfernt werden.

Prognose bei Aktinomykose

Wenn die Strahlenpilzkrankheit (Aktinomykose) frühzeitig diagnostiziert und entsprechend behandelt wird, werden die meisten Patienten vollständig gesund.

Die Prognose hängt davon ab, welche Form von Infektion eine Person sich zugezogen hat und welche Körperteile betroffen sind. Die Prognose ist für die zervikofaziale Form am besten und für die thorakale, abdominale und generalisierte Form schlechter, insbesondere, wenn Gehirn und Rückenmark betroffen sind.

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