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Azidose

Von

James L. Lewis, III

, MD, Brookwood Baptist Health and Saint Vincent’s Ascension Health, Birmingham

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jan 2020| Inhalt zuletzt geändert Jan 2020
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Azidose wird durch eine Säureüberproduktion, die im Blut entsteht oder durch einen massiven Verlust von Bikarbonat aus dem Blut (metabolische Azidose) oder durch eine Anreicherung von Kohlendioxid im Blut hervorgerufen, die auf eine schlechte Lungenfunktion oder langsame Atmung zurückzuführen ist (respiratorische Azidose).

  • Der Säurewert des Blutes nimmt zu, wenn man Substanzen zu sich nimmt, die Säure enthalten oder bilden, oder wenn die Lungen nicht genügend Kohlendioxid ausstoßen.

  • Menschen mit metabolischer Azidose leiden oft unter Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit und atmen eventuell schneller und tiefer als normal.

  • Menschen mit respiratorischer Azidose leiden oft unter Kopfschmerzen und Verwirrtheit, und ihre Atmung kann flach, langsam oder beides erscheinen.

  • Tests an Blutproben geben in der Regel Aufschluss über einen pH-Wert unterhalb des Normbereichs.

  • Ärzte behandeln die Ursache der Azidose.

Wenn ein Säureanstieg die körpereigenen Kontrollsysteme des Säure-Basen-Haushalts überfordert, wird das Blut sauer. Während der pH-Wert des Blutes sinkt (saurer wird), werden Teile des Gehirns stimuliert, die die Atmung regulieren, damit schneller und tiefer geatmet wird (respiratorischer Ausgleich). Schnellere und tiefere Atmung erhöht die Menge des ausgeatmeten Kohlendioxids.

Die Nieren bemühen sich durch die Ausscheidung von mehr Säure im Urin ebenfalls um einen Ausgleich. Wenn der Körper jedoch weiterhin zu viel Säure produziert, können beide Mechanismen überfordert sein, und es kann zu einer schweren Azidose und schließlich zu Herzproblemen und Koma führen.

Der Säure- oder Basenwert jeder Lösung, auch des Blutes, wird auf der pH-Skala angezeigt.

pH-Wert im Blut

Säure- und Basenwert werden nach der pH-Skala eingeteilt, die von 0 (stark sauer) bis 14 (stark basisch oder alkalisch) reicht. Ein pH von 7,0 in der Mitte dieser Skala ist der neutrale Wert.

Das Blut ist normalerweise leicht basisch, mit einem normalen pH-Wert zwischen 7,35 und 7,45. Normalerweise hält der Körper den pH-Wert des Blutes nahe an 7,40.

Ursachen

Eine Azidose wird entsprechend der Hauptursache unterteilt in:

  • Metabolisch

  • Atmungssystem

Metabolische Azidose

Zu einer metabolischen Azidose kommt es, wenn die Säuremenge im Körper durch Aufnahme einer Substanz zunimmt, die eine Säure ist oder dazu abgebaut (verstoffwechselt) werden kann, – wie z. B. Methylalkohol (Methanol), Frostschutzmittel (Ethylenglykol) oder hohe Dosen von Aspirin (Azetylsalizylsäure). Viele Medikamente und Gifte können eine Azidose verursachen.

Die metabolische Azidose kann aber auch die Folge eines entgleisten Stoffwechsels sein. Der Körper produziert in einem fortgeschrittenen Stadium des Schocks (Laktatazidose) und bei schlecht eingestelltem Typ-1-Diabetes übermäßig Säure (diabetische Ketoazidose).

Selbst die Produktion einer normalen Säuremenge kann zur Azidose führen, wenn die Nieren nicht normal arbeiten (Niereninsuffizienz) und deshalb nicht in der Lage sind, die ausreichende Säuremenge mit dem Urin auszuscheiden.

Eine metabolische Alkalose entsteht auch, wenn der Körper zu viel Base verliert. Bikarbonat kann beispielsweise durch die Verdauung infolge von Durchfall oder durch einen künstlichen Darmausgang (Ileostomie) verloren gehen.

Respiratorische Azidose

Eine respiratorische Azidose entsteht, wenn die Lungen Kohlendioxid nicht ausreichend ausstoßen (unzureichende Beatmung). Dieses Problem kann bei Erkrankungen auftreten, die die Lungen schwer beeinträchtigen (wie z. B. chronische obstruktive Lungenkrankheit, schwere Lungenentzündung (Pneumonie), Herzinsuffizienz und Asthma).

Eine respiratorische Azidose kann auch entstehen, wenn Erkrankungen des Gehirns, der Nerven oder der Muskeln im Brustbereich (z. B. das Guillain-Barré-Syndrom oder amyotrophe Lateralsklerose) die Atmung beeinträchtigen. Außerdem kann sich eine respiratorische Azidose entwickeln, wenn die Atmung aufgrund einer zu starken Sedierung durch Opioide (Narkotika), Alkohol oder starke schlafinduzierende Medikamente (Sedativa) verlangsamt wird. Aufgrund der verlangsamten Atmung kann der Sauerstoffgehalt im Blut zu niedrig sein.

Schlafstörungen (z. B. Schlafapnoe) können zu wiederholtem Aussetzen der Atmung führen, lange genug, um eine vorübergehende respiratorische Azidose hervorzurufen.

Symptome

Eine leichte metabolische Azidose kann auch keine Symptome hervorrufen. In der Regel leiden Betroffene jedoch an:

  • Übelkeit

  • Erbrechen

  • Erschöpfung

Die Atmung wird tiefer und etwas schneller (da der Körper versucht, die Azidose durch Ausstoßen von mehr Kohlendioxid auszugleichen). Verschlimmert sich die Azidose, so fühlt sich der Patient sehr schwach und schläfrig und kann verwirrt sein und unter zunehmender Übelkeit leiden. In schweren Fällen können sich in der Folge Herzprobleme einstellen und der Blutdruck abfallen, was zu Schock, Koma und Tod führen kann.

Bei einer respiratorischen Azidose sind die frühesten Symptome:

  • Kopfschmerzen

  • Benommenheit

Die Benommenheit kann sich zu Starrheit (Stupor) und Koma verschlimmern, da unzureichend Sauerstoff im Blut vorhanden ist. Stupor und Koma können innerhalb von Sekunden auftreten, falls die Atmung aussetzt oder schwer beeinträchtigt wird, oder sich über Stunden hinweg entwickeln, falls die Atmung nicht so schwer beeinträchtigt ist.

Diagnose

  • Bluttests

Zur Diagnose der Azidose werden gewöhnlich der pH-Wert des Blutes und das Kohlendioxid in einer arteriellen Blutprobe gemessen, die meist aus der Radialarterie am Handgelenk entnommen wird. Arterielles Blut wird deshalb verwendet, weil venöses Blut bei der Bestimmung des pH-Werts im Körper in der Regel nicht zuverlässig ist.

Die Messung der Bikarbonatkonzentration im Blut liefert den Ärzten weitere Hinweise auf die Ursache der Azidose. Danach werden zusätzliche Blutuntersuchungen durchgeführt, um die spezifische Ursache bestimmen zu können.

Behandlung

  • Behandlung der Krankheitsursache

  • Manchmal intravenös verabreichte Flüssigkeiten mit Bikarbonat

Beinahe immer setzt die Behandlung der Azidose auf die Behebung der Ursache. In seltenen Fällen werden basische Medikamente wie Bikarbonat verabreicht, um die Azidose zu beseitigen.

Die Behandlung der metabolischen Azidose richtet sich primär nach der Ursache. Ein Diabetes muss zum Beispiel möglicherweise mit Insulin unter Kontrolle gehalten werden und bei Vergiftungen müssen die giftigen Stoffe aus dem Blut entfernt werden.

Die Behandlung der respiratorischen Azidose zielt auf eine Verbesserung der Lungenfunktion ab. Medikamente, die die Atemwege öffnen (Bronchodilatatoren wie Salbutamol) können Menschen mit Lungenerkrankungen wie Asthma und chronischer obstruktiver Lungenkrankheit helfen. Eine Sedierung aufgrund von Medikamenten wird manchmal mit Antidoten rückgängig gemacht. Bei Patienten mit schwer beeinträchtigter Atmung oder Lungenfunktion kann eine künstliche Beatmung zur Unterstützung der Atmung erforderlich sein.

Eine schwere Azidose kann auch direkt behandelt werden, wenn die Behandlung der Ursache nicht anschlägt. In solchen Fällen kann Bikarbonat intravenös verabreicht werden. Allerdings führt dies nur zu vorübergehender Besserung und kann Störungen bewirken – beispielsweise durch Überlastung des Körpers mit Natrium und Wasser.

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